Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Vectra 3D

Frage: Vectra 3D

Alex H.

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Sehr geehrter Dr. Paulus,  ich bin heute SSW 27+1 und habe vergangene Woche einen Hund gestreichelt, der mit Vectra 3D behandelt worden war. Ich habe es gemerkt, da das Fell noch ölig war. Ich habe mir dann gleich die Hände gewaschen und den Hund nicht mehr berührt. Die Behandlung lag wohl schon einige Stunden zurück.  Jetzt mache ich mir etwas Sorgen, vor allem, weil Vectra 3D als Hilfsstoff N-Methylpyrrolidion enthält und man immer wieder liest, dass dieser Stoff für Schwangere bzw. das Ungeorene gefährlich sein kann? Für Ihre Einschätzung wäre ich dankbar.  Beste Grüße,  Alexandra 


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

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Vectra® 3D Lösung zum Auftragen auf die Haut für Hunde enthält pro ml:  54 mg Dinotefuran 4,84 mg Pyriproxifen 397 mg Permethrin Bei dem Hilfsstoff N-Methylpyrrolidon (NMP) handelt es sich nur um das Lösungsmittel für diese Wirkstoffe. Bei Ratten, die über die Haut exponiert wurden, ging eine NMP-Dosis von 750 mg/kg/Tag mit mütterlichen Vergiftungserscheinungen sowie einer Zunahme von Fehlgeburten und Skelettanomalien bei den überlebenden Nachkommen einher (Becci et al 1982). Bei Dosen von 75 und 237 mg/kg wurden keine unerwünschten Wirkungen beobachtet. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass die in dieser Studie festgestellten Schäden auf die Vergiftungssymptome der Mutter zurückzuführen waren. Für die menschliche Schwangerschaft liegen keinerlei Daten zu erhöhten Fehlbildungsrisiken vor. Pyrethroide kommen als Inhaltsstoffe in verschiedenen Chrysanthemenarten vor. Sie werden in der Landwirtschaft und Veterinärmedizin seit langem zur Kontrolle von Parasiten erfolgreich angewandt. Seit 1980 werden Permethrin-Präparate auch beim Menschen zur äußerlichen Behandlung der Krätze (Skabies) eingesetzt. Im Vergleich zu anderen Substanzen zeigt sich Permethrin weniger toxisch und in der Wirksamkeit überlegen. Daher wird Permethrin auch zur Behandlung von Krätzmilben in der frühkindlichen Phase, während Schwangerschaft und Stillzeit empfohlen (Fölster-Holst et al 2000). Pyriproxifen ist ein Insektenwachstumsregulator und verhindert die Vermehrung von empfindlichen Flöhen. Nach Kontakt oder Aufnahme über das Blut beim Saugakt kommt es zur Sterilisation der adulten Flöhe und zur Abtötung von den im Fell befindlichen Larven und Eiern (larvizide und ovizide Wirkung). Pyriproxifen wird in der Veterinärmedizin zur Flohbekämpfung bei Hund und Katze eingesetzt. Pyriproxifen verteilt sich nach topischer Applikation innerhalb von 24 Stunden über das gesamte Haarkleid. Die perkutane Aufnahme ist gering. Nach der Behandlung trächtiger Hündinnen konnten weder bei den Hündinnen, noch bei den Welpen Nebenwirkungen beobachtet werden. Da die Regulatoren des Insektenwachstums in Vorgänge eingreifen, welche bei Säugetieren nicht vorkommen, besitzen sie eine sehr gute Verträglichkeit für den Wirtsorganismus. Für Dinetofuran liegen uns keine Daten bezüglich Auswirkungen auf eine Schwangerschaft vor. Der kurzfristige Hautkontakt mit dem behandelten Hund dürfte keine messbaren Wirkstoffkonzentrationen in Ihrer Blutbahn verursacht haben. Eine Gefahr für Ihr Ungeborenes sehe ich nicht, da Sie sich in der 28.SSW ohnehin schon weit jenseits der sensiblen Phase der Organdifferenzierung befinden.


Alex H.

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Sehr geehrter Dr. Paulus,  ganz herzlichen Dank für die klare Antwort. Das beruhigt mich.  Beste Grüße,  Alexandra


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