Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Lichen sclerosus und Stillzeit

Frage: Lichen sclerosus und Stillzeit

Karina

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Hallo Dr. med. Paulus,  vielen Dank vorab für Ihre Zeit.  Folgender Sachverhalt liegt bei mir vor. In der Schwangerschaft haben plötzlich Kortisoncremes nicht mehr geholfen sondern es wurde damit schlimmer mit offenen Stellen und Juckreiz. Ich habe dann nur noch Sitzbäder gemacht das hat geholfen. Nun nach der Schwangerschaft hatte ich einen Termin in der Uniklinik da mein Frauenarzt meinte es sollte abgeklärt werden ob es sicher ein Lichen ist. Nun war ich dort und ohne eine Biopsie zu machen meinte der Arzt es ist ein Lichen und ich soll wieder mit der Therapie anfangen sprich 4 Wochen lang 1x täglich. Hierzu wurde mir die Creme Karison 0,5 mg/g aufgeschrieben. Nun habe ich gelesen, dass dies in die Muttermilch übergeht was mir Sorgen bereitet. Natürlich versuche ich nochmals Rücksprache mit der Uniklinik zu nehmen allerdings erreiche ich bis jetzt niemanden weshalb ich gerne ihren Rat hätte ob ich wirklich mit der Creme anfangen soll? Ich möchte wirklich nur sehr sehr ungern abstillen.   mit freundlichen Grüßen    Karina Medikamente: Karison Creme Einnahmezeitraum (seit wann) und Dosis: Noch nicht Bestehen Krankheiten: Lichen?


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

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Da nur eine großflächige Anwendung der stärksten Kortikosteroide relevante Blutspiegel in der mütterlichen Blutbahn hervorrufen kann, ist es unwahrscheinlich, dass eine kleinflächige äußerliche Anwendung von Kortikosteroiden ein Risiko für den gestillten Säugling durch den Übergang in die Muttermilch darstellt.  Die transdermale Resorptionsquote von Clobetasol wird nach Experimenten an Ratten für die Salbe mit 2 % innerhalb einer Expositionszeit von 96 Stunden angegeben. Es gibt andererseits auch schwächere Kortikoide, bei denen in der Stillzeit viel Erfahrung vorliegt. Prednisolon kann man sogar 20 mg oral ohne Stillpause langfristig verabreichen, entsprechend natürlich auch in hoher Konzentration äußerlich, ohne den Säugling zu gefährden. Angesichts der geringen Oberfläche des zu behandelnden Areals hätte ich jedoch keine Vorbehalte gegenüber der Karison Creme in der Stillzeit, da Sie das Präparat ja nicht stündlich auftragen werden.  


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