Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

RSV und Sinusitis

Frage: RSV und Sinusitis

Goldfever

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Hallo Herr Dr. Paulus,  Ich habe mich bei meinem 3-jährigen Sohn mit RSV angesteckt. Aufgrund super schiefer Nasenscheidewand hat sich innerhalb weniger Tage eine heftige Sinusitis draus entwickelt - auch weil ich sehr sparsam mit Olynth umgegangen bin.  Aktuell geht es mir echt schlecht. Heute war ich beim HNO.  Es war alles voller Eiter.  Mir wurde für 10 Tage Amoxicillin 750mg 3x täglich aufgeschrieben, sowie Mometason als Spray. Auf Embryotox habe ich gelesen, dass Budenosid (?) besser geeignet ist und den HNO drauf angesprochen. Antwort war aber, ich solle bitte Mometason nehmen.  Bei Embryotox ist es grau. Wie sehen Sie das?  Und noch eine Frage:  Ist es wirklich so dramatisch, kurzzeitig für einige Tage Olynth höher anzuwenden? Das Erwachsenenspray so 4-5x am Tag anstatt 3? Ich habe solche Luftnot und bspw. Heute Nacht so gut wie gar nicht geschlafen, da ich auch solche Schmerzen in der Nebenhöhle hatte. Habe aber jetzt schon 2 Tage mehr gesprayt. Ibuprofen wirkt da am besten, aber das geht ja nicht. Mit PCM halte ich mich irgendwie über Wasser, aber ist nicht so hilfreich.  Und was sagen Sie zu sinupret? Darf ich das nehmen?  Haben Sie sonst noch eine Idee? Meersalz, Inhalationen, Engelwurzbalsam uvm. führen zu keiner Besserung. Mir laufen vor Schmerz und Verzweiflung oft einfach die Tränen. Ich bin in der 32. Ssw. Herzlichen Dank 


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

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Ein erhöhtes Risiko für die kindliche Entwicklung aufgrund einer therapeutischen Anwendung von abschwellenden Nasensprays (z. B. mit Xylometazolin) in der Schwangerschaft wurde beim Menschen nicht beschrieben. Der Wirkstoff könnte bei hoher Konzentration im Blut zur Gefäßverengung und verminderten Durchblutung von Gebärmutter und Mutterkuchen führen, was bei nasaler Verabreichung in therapeutischer Dosis nicht zu befürchten ist. Daher sollte man längerfristig nicht mehr als 3 x täglich 1 Hub des Erwachsenensprays pro Nasenöffnung anwenden. Das Kortikoid Mometason wird als Nasenspray kaum über die Schleimhaut aufgenommen und ist daher auch in der Schwangerschaft langfristig akzeptabel. Bei Sinupret® handelt es sich um ein Präparat aus der Naturheilkunde mit Anteilen aus Eisenkraut, Enzianwurzel, Gartensauerampferkraut, Holunderblüten und Schlüsselblumenblüten. Die aus der Volksmedizin bekannten Wirkstoffe sind bisher nicht als fruchtschädigend aufgefallen. Nach Angaben des Herstellers hat sich bei umfangreicher Anwendung am Menschen kein Verdacht auf eine fruchtschädigende Wirkung ergeben. Auch der Tierversuch erbrachte keine Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen.  Da Sie sich schon jenseits der sensiblen Phase der Organdifferenzierung befinden, sehe ich keine schwerwiegenden Vorbehalte. Penicilline (z. B. Amoxicillin) und Cephalosporine sind als Antibiotika der 1.Wahl in allen Phasen der Schwangerschaft zu betrachten.


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