Julie123
Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich hätte eine kurze Frage, da ich mir momentan etwas Sorgen mache. Ich habe in der Vergangenheit regelmäßig Hirschquelle Heilwasser getrunken, ungefähr 1-1,5 Liter täglich, da wir das schon immer zuhasue haben. Zu Beginn der Schangerschaft habe ich kurz recherchiert und da hieß es Heilwässer seien v.a. bei Übelkeit (wo mit auch zu kämpfen hatte) in Ordnung. Erst jetzt habe ich bemerkt, dass dieses Wasser natürlicherweise Lithium enthält (laut Hersteller ca. 1,31 mg/L) und das auf die Entwickling des Kindes Einfluss gehabt haben könnte. Nun bin ich etwas verunsichert und habe Angst, meinem ungeborenen Kind möglicherweise geschadet zu haben. Ich nehme keine lithiumhaltigen Medikamente ein und habe keine bekannten Nierenerkrankungen und zusätzlich auch Tee/ alkoholfreie Getränke zu mir genommen. Könnten Sie mir bitte mitteilen, ob diese Mengen aus Ihrer Sicht in der Schwangerschaft bedenklich sind oder ob die enthaltene Lithiumkonzentration normalerweise als unproblematisch gilt? Außerdem wollte ich fragen, ob auch andere enthaltene Mineralstoffe des Heilwassers (z. B. Natrium, Fluorid oder andere Bestandteile) bei einer täglichen Trinkmenge von ca. 1,5 Litern in der Schwangerschaft problematisch sein könnten. Inhaltsstoffe pro 1 Liter: Calcium 206 mg Magnesium 35 mg Hydrogencarbonat 1343 mg Sulfat 85 mg Fluorid 0.93 mg Kalium 11.8 mg Natrium 252 mg Chlorid 34.3 mg Lithium 1.31 mg Metakieselsäure 89.1 mg Metaborsäure 1.92 mg Kohlensäure 2750 mg Vielen Dank im Voraus für Ihre Einschätzung! SSW 29
Für die Schwangerschaft gelten je nach Mineralstoff unterschiedliche Referenzwerte. Die folgenden Angaben orientieren sich vor allem an den Empfehlungen der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bzw. etablierten internationalen Richtwerten: Calcium ca. 1000 mg/Tag Magnesium ca. 310–350 mg/Tag Fluorid ca. 3,1 mg/Tag Kalium ca. 4000 mg/Tag Natrium ca. 1500 mg/Tag Chlorid ca. 2300 mg/Tag Lithium ist kein essenzieller Mineralstoff, weshalb dafür auch keine allgemeine Supplementempfehlung existiert. Ihre Sorge bezieht sich vermutlich auf Lithium-Medikamente, die bei der Behandlung manisch-depressiver Erkrankungen eingesetzt werden. Dabei handelt es sich jedoch um Tagesdosen von ca. 200 mg, also die ca. hundertfache Menge von 1,5 l Hirschquelle. Erst in diesen Größenordnungen spricht man von einer leicht erhöhten Rate an kindlichen Herzfehlern. Mit Ihrer Trinkmenge von 1,5 l haben Sie bei den essenziellen Mineralstoffen noch bei weitem nicht Ihren Tagesbedarf gedeckt. Bei Lithium wäre es allenfalls bedenklich, wenn Sie täglich über 150 Liter Hirschquelle trinken würden. Eine Gefährdung der kindlichen Entwicklung durch den täglichen Genuss von 1,5 l Hirschquelle kann ich nicht erkennen.