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Sehr geehrter Herr Dr Paulus, In zwei Wochen steht ein Flug zur Familie an. Leider leide ich unter extremer Flugangst. Vor der Schwangerschaft nahm ich ein mal pro Jahr für den Flug 10 mg Diazepam. Unsere Tochter ist 14 Monate alt und wird noch 3 Mal täglich gestillt. Darf ich 10 mg Diazepam einnehmen? Wenn ja, wie lange hält sich das Diazepam in der Milch? Wie lange muss ich das Kind beobachten? Herzlichen Dank für Ihren Rat. (Ich habe schon bei Embryotox geschaut, aber die Erklärung zur Halbwertszeit nicht so recht verstanden)
Unter den Benzodiazepinen sind Substanzen mit hoher Plasmaeiweißbindung und kürzerer Halbwertszeit zu bevorzugen, bei denen der Säugling weniger als 10% einer gewichtsbezogenen Erwachsenendosis über die Muttermilch erhält. Um Lethargie, Trinkunlust und Schläfrigkeit beim Säugling zu vermeiden, sollten Lorazepam, Lormetazepam, Oxazepam, Flunitrazepam und Nitrazepam gegenüber Diazepam bevorzugt werden. Während bei Diazepam die Halbwertszeit im Blut 24 bis 48 beträgt, ist bei Lorazepam von 12 bis 16 Stunden auszugehen. 64 Patientinnen beobachteten nach Einnahme von Lorazepam in der Stillzeit keine Sedierung bei ihren Säuglingen (Kellly et al 2012). Lorazepam erreicht nur geringe Wirkstoffspiegel in der Muttermilch, besitzt eine relativ kurze Halbwertszeit und kann Kindern auch therapeutisch verabreicht werden. In moderaten Dosen stellt Lorazepam daher kein besonderes Risiko für den Säugling bei vorübergehender mütterlicher Anwendung in der Stillzeit dar.
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