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Hallo Herr Dr. Paulus, meine Tochter ist jetzt 3 1/2 Monate alt und wird voll gestillt. Seit fast drei Monaten quäle ich mich mit zeitweise unerträglichen Schmerzen in der rechten Gesichtshälfte herum, die nun als Trigeminus-Neuralgie diagnostiziert wurden. Lange habe ich mich gegen die verordneten Antiepileptika gewehrt, aber da auch meine Hausärztin diese als Mittel der Wahl genannt hat (und die Schmerzen zeitweise sehr stark waren), nehme ich nun seit etwa einer Woche je morgens und abends eine halbe Tablette ein. Obwohl mir beide Ärzte + Kinderarzt signalisierten, dass die Einnahme während der Stillzeit möglich ist, würde ich gerne auch noch ihre Meinung dazu hören. Im voraus herzlichen Dank für Ihre Antwort!
Unter mütterlicher Medikation mit Oxcarbazepin von 3 x 300 mg pro Tag (Blulau et al 1988) bzw. 2 x 600 mg pro Tag entwickelten sich die Säuglinge in zwei publizierten Kasuistiken unauffällig (Gentile 2003). Deutlich größere Erfahrungen liegen für die ältere Muttersubstanz Carbamazepin vor. Der Milch-/Plasma-Quotient beträgt für Oxcarbazepin 0,5, was den Ergebnissen für Carbamazepin entspricht. Über die Muttermilch erhält der Säugling subtherapeutische Mengen von Carbamazepin, wodurch jedoch Trinkschwäche, Müdigkeit, Erbrechen und Störungen der Leberfunktion ausgelöst werden können. Stillen ist unter Kontrolle von kindlichem und mütterlichem Serumspiegel möglich. Carbamazepin erreicht in der Muttermilch Spiegel von 25 bis 70% des mütterlichen Blutes; Berichte über Akkumulation beim Säugling liegen vor. Die WHO Working Group on Drugs and Human Lactation betrachtet die Anwendung von Carbamazepin in der Stillzeit als grundsätzlich vereinbar mit dem Stillen (WHO Working Group 1991). Eine Fortführung der Medikation in der Stillzeit erscheint bei Ihnen angesichts der moderaten Tagesdosis von 300 mg Oxcarbazepin unter entsprechender Kontrolle des Säuglings (ggf. Spiegel-Bestimmung beim Säugling) akzeptabel.
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