Josefa87
Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, bin in der 18. Woche schwanger. Seit einigen Jahren muss ich wegen einer Depression und Schlafstörungen tgl. 150mg Amineurin einnehmen. Dosisreduktion ist nicht möglich, da sonst sofort wieder Symptome auftreten. Mein Arzt meinte, ich müsste auf jeden Fall in einem KH mit angeschlossener Neonatologie entbinden, wegen eventueller anpassungsstörungen. Sehen Sie das auch so? Wie könnten diese Störungen aussehen und sind sie gut behandelbar? Und wie sieht es später mit dem Stillen aus? Viele Grüße und danke Josefa Erster Tag der letzten Regel: 19-10-2025 Errechneter Entbindungstermin: 26-07-2026 Medikamente: Amineurin Einnahmezeitraum (seit wann) und Dosis: Seit 2015 150mg tgl Hast du besondere Belastungen: Nein Bestehen Krankheiten: Depression, Schlafstörung
Bei hochdosierter Therapie vor Geburt können beim Neugeborenen vorübergehend folgende Symptome auftreten: Tachyarrhythmie (schnelle Herzfrequenz), Tachypnoe (beschleunigte Atmung), Tremor (Zittern), Trinkschwäche, Harnverhalt. Dafür kann mitunter die kinderärztliche Betreuung notwendig sein. Gegen die Einnahme von Amitriptylin in der Stillzeit bestehen bei moderaten Dosen keine Bedenken, da der Übergang in die Muttermilch nur ca. 2% der mütterlichen Dosis beträgt. Angesichts Ihrer relativ hohen Tagesdosis von 150 mg muss man sicher etwas vorsichtiger sein und die kindliche Entwicklung in der Stillzeit aufmerksam verfolgen. Für eine ausführlichere Beratung dürfen Sie unsere Beratungsstelle an der Uni-Frauenklinik Ulm gerne über das Online-Anfrageformular unter www.reprotox.de kontaktieren.