Frage im Expertenforum Kinderzahngesundheit an Dr. med. dent. Jacqueline Esch:

karies

Frage: karies

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liebe fr. dr. ich gehe mit meiner tochter jede woche eine freundin besuchen, sie ist 1 jahr. ihre tochter hat ziemlich gelbe zähne und karies. sie stecken alles in den mund und tauschen auch ihre trinkflaschen was mir überhaupt nicht recht ist. ist da meine befürchtung richtig, daß sie sich karies von ihrer flasche holen kann? es läßt sich leider oft nicht vermeiden. danke für ihr bemühung lg julia


Dr. Jacqueline Esch

Dr. Jacqueline Esch

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Hallo, Es gibt mehrere Theorien zur Entstehung von Karies. Heute ist die chemoparasitäre Theorie nach W.D. Miller allgemein anerkannt. Demnach kommt es auf Grund mehrerer pathogener Faktoren zur Zerstörung der Zahnhartgewebe in mehreren Stufen. Karies ist eine Infektionskrankheit. Das bedeutet, dass erst eine Übertragung der Streptokokken (die zur Bildung von Karies immer erforderlich sind) in den Mund erfolgen muss, da ein Mensch nicht automatisch als Träger dieser Bakterien zur Welt kommt. Meist erfolgt diese Ansteckung im Babyalter, wenn eine Mutter beispielsweise den Schnuller des Babys oder beim Füttern den Löffel oder den Sauger der Trinkflasche ableckt. Erstaunlicherweise wird man als (werdende) Mutter über diese Tatsache nicht informiert und kaum ein 'Nichtmediziner' hat jemals davon gehört. Es ist auch möglich, dass Bakterien von einem anderen Kind übertragen werden. Zähne erkranken an Karies, wenn die drei Hauptfaktoren Plaque ( Zahnbelag) niedermolekulare Kohlenhydrate (besonders in Zucker, Süßigkeiten, Weißbrot, Kartoffelchips, Nudeln, Kartoffeln und Reis enthalten) und genügend Zeit zusammenwirken. Neben diesen Hauptfaktoren gibt es diverse Nebenfaktoren: Zahnstellung, Zahnfehlbildungen, Speichelfluss und -zusammensetzung, genetische Faktoren, Zusammensetzung der Nahrung und viele andere. In der Plaque siedeln sich Laktobazillen und verschiedene Streptokokkenarten an. Herausragend ist Streptokokkus mutans. Diese Mikroorganismen produzieren aus niedermolekularen Kohlenhydraten organische Säuren, die den Zahn angreifen, indem sie die in der Zahnhartsubstanz vorhandenen Mineralien herauslösen. Zucker aus der Nahrung wird dabei zu Milchsäure abgebaut. Zahnbeläge von Personen, die viel und häufig Zucker konsumieren, haben eine andere Mikroflora. Von großer Wichtigkeit für die Zahngesundheit sind ausreichende Pausen zwischen den Mahlzeiten, in denen der Speichel die Säuren neutralisieren und die angegriffene Zahnsubstanz remineralisieren kann. Es kommt also nicht so sehr auf die Menge des konsumierten Zuckers an, sondern vor allem auf die Häufigkeit oder Dauer des Zuckerkonsums. Eine über den Tag verteilte Dosis eines zuckerhaltigen Erfrischungsgetränkes erhöht das Kariesrisiko schon beträchtlich, da so dem Zahnschmelz die Regenerationsphasen genommen werden. Wie sie sehen spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die zur Karies führen. Den Nuckelflaschen- austausch sollten sie am besten vermeiden bzw. reduzieren. Adressen von Kinderzahnaerzten finden sie unter: www.kinderzahnaerzte.de Liebe Grüße


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