Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Oswald Schmidt:

Weiteres Vorgehen nach gescheiterten IVF-Transfers und Aborten

Frage: Weiteres Vorgehen nach gescheiterten IVF-Transfers und Aborten

Kleeblatt21

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Guten Tag Hr. Dr. Schmidt, ich bin 33, mein Mann 37 und wir haben seit 4 Jahren einen unerfüllten Kiwu. Die 1. Schwangerschaft trat auf natürlichem Weg im 4. ÜZ ein, endete aber in der 20. SSW nach festgestellter einseitiger Nierenagenesie und einseitiger Nierendysplasie als med. ind. Abort. Die eingeleitete Geburt reichte nicht aus, um die Plazenta zu gebähren, sodass unmittelbar nach der Geburt noch eine Ausschabung erforderlich wurde. Danach wurde ich erst im 12. ÜZ wieder auf natürlichem Weg schwanger. Diese Schwangerschaft endete trotz Utrogest Luteal Unterstützung als natürlicher Abort in der 7. SSW. Danach machten wir vier IUI im natürlichen Zyklus aufgrund ideopathischer Sterilität - alle ohne Erfolg. Danach wechselten wir die Klinik und machten folgende Diagnostik bei mir als Frau: Hormonmonitoring (unauffällig, jedoch Progesteron an ES+7 grenzwertig mit 10); Blutgerinnung unauffällig; Zuckerstoffwechsel unauffällig, jedoch prophylaktisch 2x500mg Metformin täglich seitdem, Karyogramm unauffällig, TSH: 1,6, Vitamin D: 40, AMH 2,7, AFC: 21. Eine durchgeführte Gebärmutterspiegelung war unauffällig, jedoch war die Biopsie auf Plasmazellen auffällig. Die erste Antibiose mit Doxy reduzierte nur die Anzahl. Die zweite Antibiose mit Metandozol war erfolgreich, keine Plasmazellen mehr nachweisbar. Direkt nach der letzten unauffälligen Kontrollbiopsie trat eine Schwangerschaft im ersten natürlichen Zyklus ein, endete jedoch als natürlicher Abgang in der 6. SSW. Direkt danch klappte es wieder im natürlichen Zyklus, aber trotz Utrogest Luteal Unterstützung erneut ein Abgang in der 6. SSW. Danach trat in drei weiteren natürlichen Zyklen keine Schwangerschaft mehr ein. Bei meinem Mann wurden in den letzten drei Jahren mehrere Spermiogramme gemacht. Alle überdurchschnittlich hinsichtlich Volumen und Menge. Keine schnell beweglichen Spermien, aber so viele langsam beweglichen Spermien, sodass die Einordnung in ein Normspermiogramm erfolgte. Ein Test auf DNA-Fragmentation ergab einen Wert von 10 %. Ein Karyogramm bei ihm ebenfalls unauffällig. Vor kurzem haben wir die erste IVF gemacht. Aufgrund von PCO (nicht PCOS) im Antagonistenprotokoll. Es konnten 13 Eizellen punktiert werden, davon waren 10 reif und alle 10 ließen sich befruchten (Zymot-Kammer genutzt). Die ersten 3 Embryonen wurden in die verlängerte Kultur gegeben, zwei stellten die Entwicklung von Tag 2 auf 3 aus. Einer entwickelte sich zur Blasto mittlerer Qualität. Ein Transfer mit dieser Blasto führte nicht zur Schwangerschaft. Der erste Kryoversuch im nächsten Zyklus fand im natürlich modifizierten Zyklus statt. Der Eisprung wurde mit Ovitrelle ausgelöst und danach Einnahme von täglich 3 Utrogest Luteal, täglich ein Prolutex und täglich 3 Progynova. Es wurden 3 PN aufgetaut, davon entwickelten sich zwei zu Blasto guter Qualität, ein Embyo stellte Entwicklung an Tag 3 ein. Es wurde ein Blasto transferiert, aber es trat erneut keine Schwangerschaft ein. Wir haben nun noch 4 PN eingefroren, aber wir sind unschlüssig, ob wir einfach weiter machen sollten oder ob wir Diagnostik betreiben sollten, um herauszufinden, warum trotz damals erfolgreich behandelter Endometritis keine intakte Schwangerschaft eintrat und nach den beiden frühen Abgängen sogar weder natürlich noch nach IVF Schwangerschaften eintreten. Was könnte unseren Verlauf erklären? Was wären sinnvolle Abklärungen? Wie sollten wir weitermachen? Vielen Dank vorab!


Dr. Oswald Schmidt

Dr. Oswald Schmidt

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Hallo Kleeblatt21, sofern bei Ihnen beiden noch keine genetische Beratung durchgeführt wurde, wäre dies noch nachzuholen. Dann könnte mit dem Genetiker über PID gesprochen werden, was allerdings unter dieser Indikation in Deutschland nicht möglich ist (Stichwort: Aneuploidiescreening im Ausland). Allerdings würde ich es vorher noch mit den verbliebenen 4 PN versuchen. Alles Gute, O. Schmidt  


Kleeblatt21

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Hallo Herr Dr. Schmidt, vielen Dank für Ihre Einschätzung. Dass keine (intakte) Schwangerschaft mehr eingetreten ist, weil möglicherweise die Endometritis zurückgekommen sein könnte, halten Sie für weniger wahrscheinlich?


Dr. Oswald Schmidt

Dr. Oswald Schmidt

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Ja, das ist weniger wahrscheinlich. Allerdings wäre ein erneutes Endometriumscratching (zur Kontrolle der Plasmazellen) auch kein großer Aufwand.  


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