Konny
Lieber Dr. Schmidt, ich habe eine ICSI hinter mir. Bisher dachte ich, dass bei einer ICSI aus der Menge der Eizellen, die jeden Monat heranreift, durch die Stimu (statt nur einer EZ) mehrere zum "Wachsen" angeregt werden. Mein KiWu-Arzt meinte jedoch, dass bei einer ICSI die Eizellen "herangereift werden", die in den nächsten Monaten auf natürliche Weise wachsen würden. Er wollte deshalb keine ICSI im Spontanzyklus machen. Er meinte, dass wir so auf einmal die Eizellen der nächsten 5- 10 Monate haben und wir könnten uns so den monatl. Aufwand sparen. Welche Ansicht stimmt denn nun? (Das Ergebnis der ICSI war eine Katastrophe, 10 EZ, aber kein Transfer.) Da wir es jetzt wieder auf natürlichem Wege probieren wollen, mache ich mir Sorgen wegen der Qualität der Eizellen. Ich bin 35. Sind nun die guten Eizellen für die nächsten 10 Monate weg? Ich kann das irgendwie nicht glauben. Danke, Konny
Hallo, Konny, in jedem Zyklus beginnen mehrere Zellen die Reifung. Im Spontanzyklus wird dann eine Zelle "ausgewählt" = rekrutiert, die dann sich entwickelt in im Idealfall zur Zyklusmitte springt. Alle übrigen Zellen, die die Reifung begonnen haben, gehen unter. Dies ist der natürliche Vorgang, der sich monatlich wiederholt. Bei der IVF werden durch die FSH-Hormone mehrere Zellen rekrutiert. Sie verderben sich aber nicht die Qualität der Zellen für die nächsten Monate. Man müsste herausfinden, warum kein Transfer stattfinden konnte - sprechen Sie mit Ihrem Zentrum. Es gibt meist Möglichkeiten, den Verlauf zu verbessern. Grundsätzlich sind Ihre Schwangerschaftschancen erheblich besser, wenn man nicht den Spontanzyklus nutzt, sondern die Eizellen nach Stimulation gewinnt. Viele Grüße und viel Glück Dr. O. Schmidt
Konny
Vielen herzlichen Dank für diese ausführliche und sehr gut erklärende Antwort. Leider werde ich wohl keine ICSI mehr machen können, da ich eine Bauchhöhlenblutung an beiden Eierstöcken (linke heftig, rechts schwach) bei der Punktion bekommen habe. Der Arzt meinte, meine Eierstöcke seien sehr gut durchblutet, da würde immer ein Risiko bestehen. Mit der Dopplerfunktion konnte er die Durchblutung sichtbar machen. Wie sehen Sie das Risiko? Die Stimu war einfach und schnell, mit 100 IE Gonal F im kurzen Protokoll. 10 EZ wurden punktiert. Ev. bringt ein langes Protokoll mehr? Ich bin aber kein Lowie. Danke!
Die Art des zu bevorzugenden Protokolls und ein Blutungsrisiko sollten Sie nur mit Ihrem Behandler besprechen, da er Sie untersucht hat. Das lange Protokoll erhöht das Risiko für ein Überstimulationssyndrom, kann aber diskutiert werden. Viel Erfolg, O. Schmidt
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