AnnikaKrause
Sehr geehrter Herr Dr. Matussek, ich habe eine Frage zur Behandlung der Hüftreifungsverzögerung meines Sohnes. Er ist erst am 16.07 zur Welt gekommen. War eine Beckenendlage und ist 2 Wochen zu früh zur Welt gekommen. Eigentlich hätten wir erst gestern (29.07) ET gehabt. Wir waren heute beim Orthopäden da bei der U2 ein Verdacht auf Hüftdysplasie rechts gestellt wurde. Heute wurde nochmals Ultraschall der Hüften gemacht (rechts ein Alphawinkel von 51 Grad, links 57 Grad). Uns wurde direkt eine Spreizhose empfohlen und angelegt die nun 23 Stunden getragen werden soll. Ich bin damit nicht so richtig glücklich da unser kleiner noch sehr klein ist 46cm, 2900 Gramm und er sich durch, die zwar einigermaßen passende, Spreizhose so gar nicht mehr strecken oder bewegen kann. Selbst die Armbewegung ist eingeschränkt. Die Orthopädin sagte dann "da wächst er schon rein". Andere Optionen (breites Wickeln, andere Spreizhose) wurden direkt abgesprochen. Ich bin sehr unzufrieden und auch mein Naby ist heute ein ganz anderes, lässt sich nicht mehr ablegen, schreit nur und stillen ist schwer, war in den letzten 14 Tagen zu 100% anders. Wie würden sie die Behandlung auf Grund des jungen Alters und der Hüftwinkel beurteilen? Gibt es andere Alternativen? Liebe Grüße Annika Krause
Liebe besorgte Mutter, Anhand der Unreife des Gelenkes und der Frühgeburtlichkeit ist hier äußerste Vorsicht mit der Hüfte Entwicklung zu walten. Breites Wickeln reicht hier meistens nicht aus, da das nicht Konsequenz in die Abspreizung bewegt, die sogenannte Tübinger Spreiz Schiene oder aber auch die Idealspreizhose sind eigentlich ziemlich kompatibel und bequem anzulegen. Alternativ müssen Sie ihr Kind mit einem Tragetuch am Körper in Abspreizstellung positionieren. Dass kann alles schwierig sein, wenn ihr Kind Unterbauchbeschwerden und Stuhlgang Beschwerden leidet. Natürlich sind dann häufige Umlagerungen und auch Abnahme der Schiene notwendig, um das Kind zu beruhigen. Zusammengefasst ist der Hüftgelenkswinkel mit 51 Grad alpha Zeichen einer starken Unreife und Zeichen einer zwingend notwendigen Behandlung, wenn man weitere - operative Verfahren-ausschließen will. Ergibt eigentlich wenig andere KompromisseEs sei denn sie starten konsequent mit einem Tragetuch und Transport des Kindes über viele Stunden täglich in Abspreizung. Die Hüfte bei ihrem Kind ist sehr flexibel und müsste eigentlich rasch sich bessern wenn die Abspreizstellung gelingt. Sie müssen hier in enger Abstimmung mit ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderorthopäden sein. Die erste Kontroll Ultraschalluntersuchung sagt hier, wie der Erfolg der Behandlung aussieht. Mit freundlichen Grüßen JM
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