JuliaUndPiet
Lieber Herr Dr. Busse, nun muss ich doch nochmal nachhaken. Sie haben auf zwei von mir gestellten Fragen geantwortet, dass es wichtig ist, das Baby nicht in den Schlaf zu stillen, damit es lernt allein einzuschlafen. Im Babypflege-Forum wird in den Schlaf stillen eher empfohlen - auch seitens unserer Hebamme haben wir hier eher positives Feedback bekommen. Kurz zum Hintergrund: unser Sohn wird nur in den Nachtschlaf gestillt, tagsüber schläft er im Kinderwagen, im Arm, in der Trage, im Auto und / oder in seiner Federwiege - alles ganz unabhängig vom Stillen. In der Nacht schläft er zunächst ca. 5-6 Stunden durch, dann noch einmal etwa 3-4 und ggf. weitere 2 - kommt momentan also ca. 2x. Er wurde jetzt ab und an (wie in meiner letzten Frage beschrieben) auch mal um 3:00 (etwa 1-2 Stunden nach seiner ersten Nacht Mahlzeit) wach. In diesem Fall versuchen wir ihm anders zurück in den Schlaf zu helfen. Zunächst nur mit einer Hand am Bauch - im schlimmsten Fall auch mit rum tragen. Stillen ist also keineswegs die einzige Einschlafhilfe. Im Gegenteil, wir versuchen vor allem weißes Rauschen einzusetzen und ihn an sein Bettchen zu gewöhnen. Zur Erinnerung- er ist auch erst 3 Monate alt. Halten Sie es nach wie vor für wichtig, das stillen am Abend von der Schlaf Situation zu trennen? Uns ist es sehr wichtig, dass er vor allem ein gutes und gesundes Verhältnis zu Schlaf entwickelt. Ich freue mich auf Ihre Meinung. Liebe Grüße, Julia
Liebe J., wenn Sie damit kein Problem haben, spricht nichts dagegen. Viele Eltern verzweifeln aber, weil Ihr Baby dann 10 mal in der Nacht wieder erneut in den Schlaf gestillt werden will, weil es das so gewöhnt ist. Und Schlaf verläuft nun mal in vielen kurzen Phasen zwischen Tief- und Leichtschlaf und regelmäßigem Aufwachen - und unauffälligem wieder Einschlafen, wenn man das kann. Alles Gute!
Kekskopf
Ich kann dir nur raten, auf dein Bauchgefühl zu hören. Ich bin schwanger mit Kind Nummer 3 und meine beiden ersten Kinder wurden in den Schlaf gestillt. Es fehlt ihnen nichts, im Gegenteil. Wir haben die Nähe sehr genossen und meine beiden Kinder sind sehr selbstbewusst und selbstständig. Macht es so, wie ihr es für richtig haltet und wie es für euch passt.
m0nika
Es gibt wohl auch unter Medizinern wie Entwicklungspsychologen unterschiedliche Meinungen und Auffassungen, wann und ob ein Kind "lernen muss", alleine einzuschlafen. Das heißt konkret, ob es das nicht irgendwann einfach kann. Zudem sind Kinder da sehr, sehr unterschiedlich. Es soll welche geben, die tatsächlich einfach irgendwann einschlafen, wenn sie müde sind. Zum Teil auch ohne Protest oder Jammern. Ich kenne avon exakt ein Exemplar - und es versetzt mich immer wieder in Staunen. Die allermeisten Kinder wollen (unterschiedlich lange) begleitet werden. Und da ist es im Prinzip wenig relevant, ob man stillt oder singt oder kuschelt. Denn alles kann irgendwann problematisch werden. Früher oder später gibt es Tage, an denen das eingeübte Ritual nicht klappt, nicht durchgeführt werden kann oder mal abgewandelt werden muss etc. Wir begleiten auch unseren Vierjährigen noch jeden Abend in den Schlaf - er wurde zuvor einschlafgestillt. Der Wechsel zum Kuscheln verlief mit geringem Protest. Nun hatten wir auch schon zwei, drei Mal den Fall, dass wir (auch wg. Geschwisterklind) nicht richtig begleiten konnten. Es war gar kein großes Problem! Lass Dich also nicht entmutigen oder irritieren. Es gibt kein Dogma, aber natürlich darf jeder seine Auffassung vertreten. Die Erfahrungen variieren da ja naturgemäß sehr stark.
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