Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Ralf Brügel:

Kind verlangt Windel fürs "große Geschäft

Frage: Kind verlangt Windel fürs "große Geschäft

MarnieK

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Liebes ExpertInnenteam, Meine Tochter ist 3 Jahre und 7 Monate alt und seit ca einem halben Jahr windelfrei, auch nachts trägt sie keine Windel mehr und das klappt recht gut. Allerdings gilt das nur fürs Pipi.  Für den Stuhlgang verlangt sie nach einer Windel - ist gerade keine vorhanden, oder gefällt ihr die Situation nicht (in der Kita zum Beispiel, wo sie zwar auch eine Windel dafür bekommen würde), hält sie ein. Oftmals muss man die Windel dann mehrmals an- und wieder ausziehen, weil es dann doch "falscher Alarm" war.  Wir haben das bisher so mitgemacht, da wir die Leistung des Pipimachens ins Klo und des nachts ohne Windel Schlafens schon großartig fanden und dachten, der Rest ergibt sich schon noch.  Bisher hat es das allerdings nicht, Vorschläge, mal die Toilette zu versuchen, werden abgelehnt.  Wir haben überlegt, ein Belohnungssystem zu versuchen, um einen Anreiz zu schaffen, sind uns aber nicht sicher, ob das nicht auch zu viel Druck aufbaut.  Mich würde sehr interessieren, was Sie mir raten.  Herzlichen Dank.    Mit freundlichen Grüßen  Marnie Kruse   


Dr. med. Ralf Brügel

Dr. med. Ralf Brügel

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Hallo Frau Kruse,  das ist tatsächlich etwas gar nicht so seltenes bei Kindern. Beruhigend finde ich zunächst einmal, dass Ihr Kind erst 3 1/2 ist. Ich habe in meiner Praxis einige deutlich ältere Kinder mit derselben Problematik. Aus meiner Sicht gibt es 2 Ansätze: ein Belohnungssystem: Zettel neben die Toilette oder das Töpfchen (eben der Ort wo Stuhlgang gemacht werden soll) und bei jedem postiven Versuch ein Aufkleber, keine Minuspunkte und bei einer gewissen Anzahl Aufkleber eine Belohnung. Es gibt Kinder, die springen darauf an. Es gibt alerdings auch Kinder, denen das komplett egal ist. Alternative: mal für einige Monate das Thema komplett ignorieren. Komplett heißt aber wirklich: alle Personen, die mit dem Kind zu tun haben. Ich habe schon oft erlebt, dass ein Kind dann, wenn es merkt: oh, kein Mensch interessiert es wie und wo ich mein Geschäft mache, dass es dann das Ganze so macht wie es eben die allermeisten machen, sprich in die Toilette. Unterm Strich würde ich mir egal wie Sie sich entscheiden mal Zeit geben bis das Kind 4 wird und dann wäre die U8 ja auch eine gute Gelegenheit um das Ganze nochmals mit dem Kinderarzt/der Kinderärztin zu besprechen. Ich weiß, dass es nicht einfach ist, aber so entspannt und optimistisch wie möglich zu bleiben ist ein sehr vielversprechender Ansatz! Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende Ralf Brügel


MarnieK

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Ich danke Ihnen sehr für Ihre ausführliche Antwort.  Noch sind wir uns nicht ganz schlüssig, welchen der möglichen Wege wir zuerst beschreiten wollen, mir ist allerdings zur Thematik noch etwas eingefallen : Ich hatte meiner Tochter mehrmals vorgeschlagen, sich doch mit der Windel aufs Töpfchen bzw die Toilette zu setzen, quasi als Herantasten, was sie bisweilen zunächst auch versuchte, um allerdings nach kurzem Sitzen wieder aufzustehen - sie erledigt ihr Geschäft nämlich im Stehen, leicht in die Knie gehend (nicht im Hocken wie es andere Kinder vielleicht machen). Ich sehe hier eine zusätzliche Hürde, da es nicht nur um das Weglassen der Windel geht, sondern auch darum, sich überhaupt erstmal hinzusetzen (wie gesagt, für Pipi ist das kein Problem). Habsn Sie da vielleicht noch einen Tipp? Vielen Dank und ein schönes Wochenende 


Dr. med. Ralf Brügel

Dr. med. Ralf Brügel

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Tatsächlich ist das Thema "Position" nicht zu unterschätzen! Es gibt immer wieder Kinder, deren Hauptproblem ist, dass sie sich eben sitzend auf der Toilette sehr unwohl fühlen oder sehr instabiöl oder eben schlicht in der Position nicht ordentlich "Druck" aufbauen können. Daher kann ich Ihnen hier nur raten: fanatsievoll sein und schauen was sich hier optimieren lässt Alles Gute und herzliche Grüße


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