Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Asbest in Sandprodukten

Frage: Asbest in Sandprodukten

Luna1988

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Sehr geehrter Herr Dr. Busse Als Mutter treibt mich nach wie vor das Thema Asbest in Sandprodukten um... Nun wurde ja auch in Spielfiguren asbesthaltiger Sand und im Dekosand ebenfalls Asbest gefunden. Gerade bei Dekosand wird ja trocken gearbeitet und umgefüllt... In der Schule füllen die Kinder anscheinend Kissen und Bälle mit trockenem, gemäss meinem Sohn herkömmlichem Sand in Innenräumen. Auch gibt es im Kindergarten Tische mit kinetischem Sand. Ich bin extrem besorgt und verstehe nicht, weshalb solche Produkte in Innenräumen und in Schulen nicht verboten werden? Auch bei Speckstein stehen mir die Haare zu Berge, wenn ohne Maske gearbeitet wird... soll ich jetzt meinen Kindern eine Maske einpacken und sie einweisen, diese zu tragen, falls sie solche Arbeiten vornehmen? Ein Labormitarbeiter eines Asbestlabors hat mir das empfohlen... aber die Schulen ihrerseits sollten doch Verantwortung übernehmen und reagieren? Wieso wartet man ab, statt zu handeln? Ich weiss, Sie sehen solche einmaligen Kontakte als nicht schlimm an, aber wenn die Kinder dann täglich in den Spielecken an Sandtischen spielen, ist es denn nichts anders zu beurteilen? Die Produkte kann man ja auch weiterhin im Internet kaufen, auch solche die von Stiftung Warentest als asbesthaltig eingestuft wurden... Ich bin einfach sprachlos, dass das in Deutschland und der Schweiz möglich ist... herzlichen Dank für Ihre Einschätzung, freundliche Grüsse  Luna 


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe L., bitte entspannen Sie sich und machen sich keine unnötigen Sorgen! Zum einen ist gar nicht klar, ob in Deutschland verkaufte Produkte überhaupt mit Asbest verunreinigt waren. Für Deutschland meldet das Bundesinstitut für Risikobewertung derzeit keine bestätigten Erkenntnisse mit belastbaren Daten zu asbesthaltigen Spiel- und Bastelsandprodukten, die regulär in Deutschland verkauft wurden (Stand: 25.Februar 2026). Verschiedene Einzelhändler haben Produkte jedoch vorsorglich zurückgerufen. Dem BfR liegen daher zum jetzigen Zeitpunkt keine risikobewertungsrelevanten Befunde zu Asbest in Spielsand vor. Aktuell gibt es ebenso keine Messwerte, die für eine Risikobewertung im Hinblick auf eine Exposition von Kindern gegenüber luftgetragenem Asbest aus Spielsandprodukten verwendet werden könnten. Außerdem hat die Regierung in Belgien eine gesundheitliche Risikobewertung durchgeführt. Diese Bewertung des staatlichen Forschungsinstituts Sciensano kommt zu dem Ergebnis, dass die in den amtlichen belgischen Proben nachgewiesenen Gehalte im Spielsand für Kinder „gesundheitlich vernachlässigbar“ („gezondheidskundig verwaarloosbaar“) sind. Es gibt also keinen Anlass zur Panik! Alles Gute!


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