Sondajenny
Meine Tochter 3 Jahre ist seit drei Wochen in der Kindergarten Eingewöhnung. Die erste Woche habe ich mit ihr komplett im haus verbracht. Die ersten Tage in der Gruppe, den Rest der Woche in der Garderobe. Danach ist meine Tochter jeweils für erst 40 Minuten, zwei Tage drauf für 1 Stunde in der nächste Woche für 2 Stunden und dann noch zwei Tage für 3 Stunden im Kindergarten geblieben. Am letzten Tag hat meine Tochter bei der Verabschiedung erstmalig geweint und wollte nicht, dass Mama geht. (der Morgen war ein bisschen durcheinander, da mich die Leitung angesprochen hat, ob ich nicht ein Amt im Vorstand übernehmen könnte) (meine große Tochter ist auch schon in diesem Kindergarten gegangen). Ich habe mich dazu entschlossen, weil ich vollstes Vertrauen in die Erzieher habe, die Verabschiedung durchzuziehen und habe sie weinen bei den Erziehern gelassen. Diese haben sich um sie gekümmert und in kurzer Zeit hat sie nicht mehr geweint und gespielt. Ich habe mich wieder heimlich ins Haus gestrichen, um mir wirklich ein Bild davon zu machen, wie es5 Minuten später aussieht. Leider ist es so, dass sie seit diesem Tag sich morgens nicht mehr überreden lässt, in den Kindergarten zu gehen. Sie sagt sie wollen nur mit mir dortbleiben und würde sonst nicht gehen. Ich muss ihr also versichern, dass ich im Haus bleibe. Ansonsten würde ich sie von zu Hause nicht weg kriegen. Wir stehen gegen 6:00 Uhr auf von da an sagt sie die ganze Zeit, dass sie nicht gehen würde und das tut sie dann auch nicht. Ich bin total ratlos und weiß nicht was ich machen soll !die Erzieher sagen für dieses Problem gäbe es leider auch kein Patentrezept. Wenn meine Tochter sich bereits morgens verweigert in den Kindergarten zu gehen (Fußweg circa 20-25 Minuten) habe ich überhaupt keine Handhabe als Mutter (außer Gewalt/oder Versprechen), sie aus dem Haus zu kriegen. Mein Kind ist drei Jahre bei mir zu Hause und natürlich kommt Gewalt nicht infrage. Der Höhepunkt ist seit 2 Tagen fängt sie schon nachts an zu sagen und weinen , dass sie nicht möchte und ich bei ihr bleiben muss . Ich bin übrigens Hausfrau . Was soll ich machen? Mein bauchgefühl sagt mir , dass es nicht gut ist das sie sich so verweigert . Die große Tochter ist übrigens auch nicht gerne in die Kita gegangen , war aber bei weitem nicht so extrovertiert in ihrer Kita Ablehnung.
Hallo, es klingt ein bisschen, als würde ihrem Kind jetzt bewusst werden, dass Kita tatsächlich immer mit Trennung verbunden ist und das jetzt auch so bleibt. Positiv ist schonmal, dass sie sich nach dem Trennungsschmerz schnell beruhigt und dann auch ins Spiel gefunden hat, sodass es eher nach einem Verabschiedungsschmerz als nach einer Totalverweigerung klingt. Lassen Sie einen persönlichen Gegenstand von sich da ( in Garderobe oder Kind mit in den Gruppenraum geben und auf einen festen Platz dort stellen), z.B.ein Halstuch, eine Tasche, Jacke o.ä., was für ihr Kind eindeutig mit Ihnen verbunden ist, um Sicherheit zu vermitteln. Tägliches versichern, dass ihr Kind auf jeden Fall abgeholt wird (verbunden mit einem z.Z.festen Zeitpunkt), z.B. immer vor/nach dem Mittagessen, damit sich ihre Tochter daran orientieren kann. Lieblingskuscheltier oder -spielzeug, -buch, -fotoalbum o.ä.von zu Hause durfte sie ja bestimmt schon mit in die Kita bringen. Unterstützend kann auch sein, zusätzliche Spieltreffen mit einem anderen Kind aus der Gruppe zu verabreden, die nachmittags stattfinden, um über die Sozialkontakte zusätzlich Sicherheit zu vermitteln, so kennt ihr Kind dann schon 1-2 Kinder, auf die es sich auch freuen kann (ggf.Rücksprache mit Erz.team, mit wem ihr Kind dort gern spielt oder wer sich dafür eignet). Ebenso hilfreich bei einem reinen kurzen Trennungsschmerz ( und sonst unauffälligem Verhalten in der Kita oder am Nachmittag zu Hause) kann eine zusätzliche Motivation durch einen "Punkteplan" sein/Token System. Hierfür bekommt das Kind an jedem Kitatag einen Sticker auf ein Sammelblatt geklebt, dafür dass es sich verabschiedet und am Kitatag teilnimmt (am besten nach dem fertig Umziehen in der Kitagerderobe kurz vor Übergabe zum Erz.team). Dieser Sticker kann dann am Nachmittag zu Hause (nicht sofort in der Abholsituation) gegen etwas vereinbartes eingetauscht und abgestrichen werden: was dem Kind wichtig ist/es sehr gerne macht (z.B.zusammen das Lieblingsspiel spielen, gemeinsam ein Eis essen - natürlich nicht täglich-->abwechselnd, eine neue Knete, Haarklammer, Kindertattoo, etwas zusammen Basteln, beim Bäcker etwas aussuchen, etc.). Funktioniert das gut und ihr Kind ist mit zunehmenden Wochen sicher in der Kita angekommen, kann man das wieder ausschleichen, indem es dann nur noch aller 2 Tage die Sticker einlösen darf, eine Woche später aller 3 Tage, usw., bis es völlig weggelassen werden kann. Weiterhin hilfreich sind Hörspiele und Kinderbücher passend zum Thema, in die Kita kommen. Wichtig wäre auch dem Kind als Erklärung zu verdeutlichen, dass Mama selber unterwegs ist (Arzttermin, Besorgungen, etc.mit der Betonung, dass da keine Kinder dabei sein können) und es gar keine Option ist zu Hause zu bleiben, weil dann keiner dort ist und sie sie gleich nach ihrem Termin ja wieder abholen kommen. Sollte dies alles nicht ansetzen kann es auch schon ausreichend Unterschied sein, wenn z.B. Papa oder Großeltern das Kind früh in die Kita bringen und Sie dann das abholen übernehmen. Es soll natürlich niemand sein Kind mit körperlicher Gewalt in die Kita bringen. Sollte es weiter trotz oben vorgeschlagener Versuche eine komplette Verweigerung geben (Ablehnung/Unlust zu äußern ist natürlich erlaubt) und zusätzlich noch Stress-Symptome auftreten (Nägel kauen, nachts häufiger aufwachen, stark weinerlicher Verhaltensumschwung, Verstopfung, usw.), gehen Sie nochmal mit dem Erz.team ins Gespräch. Alles Gute, Kristin Windisch
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