Frage im Expertenforum Ergotherapie bei Kindern an Kristin Windisch:

Dreijähriger hüpft nicht

Frage: Dreijähriger hüpft nicht

Hackibacki

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Liebe Frau Windisch, mein Sohn ist mittlerweile 3 Jahre und 2 Monate. Er hat erst spät angefangen zu krabbeln (ca. 10 Monate) und zu laufen (ca. 18 Monate) und ist insgesamt eher ein vorsichtiges Kind. Erst neulich im Vergleich mit anderen Eltern hab ich festgestellt, dass wir noch nie ein Pflaster für ihn gebraucht haben. Trotzdem fährt er sicher und schnell Laufrad, kann im Kinderschritt freihändig Treppen steigen und kommt auch Leitern hoch. Spielgeräte, die er nicht kennt, meidet er aber eher. Und er bewegt sich auch eher langsamer und vorsichtiger als andere Kinder.  Und er hüpft nicht. Wenn er es versucht, dann sieht es eher wie ein Gezappel aus, weil er beide Beine nicht gleichzeitig abstößt. Er kommt damit also auch nicht in die Höhe. Wenn ich ihn zum Hüpfen an die Hände nehme, kommt er manchmal für einen kurzen Moment in einen Rhythmus, wo es halbwegs funktioniert, aber richtig hoch kommt er nicht. Er würde auch nie von einer Treppenstufe oder etwas ähnlichem runterhüpfen.  Der Kinderarzt hat das bei der letzten U zwar abgefragt, aber abgetan als "er traut sich halt noch nicht". In der Kita haben sie es auch eher locker gesehen ("Ich habe noch nie ein Kind erlebt, dass nicht irgendwann hüpfen konnte"). Was mir aber Sorgen macht ist, dass der Kleine Hüpfsituationen mittlerweile meidet und ich mir Gedanken mache, ob sich das verfestigt, wenn man nicht interveniert.  Wie schätzen Sie das ein?  Kann man in der Situation noch abwarten? Ich versuche, ihn täglich zumindest zu einer kleinen Betthüpferei anzustiften, das macht er aber nur an der Hand. Und ich will ihn auch nicht abschrecken, indem ich ihn damit ständig nerve. Wie es im Kindergarten ist, weiß ich nicht genau. Da wird sicher auch mal gehüpft, aber ob er es auch probiert, kann ich nicht sagen.  Oder sollte man das mal einen Profi angucken lassen? Und an wen wendet man sich da? Kinderphysiologe? Ergotherapeut? Orthopäde? Der Kinderarzt sieht ja wie gesagt kein Problem, aber er ist auch der einzige im Ort und immer sehr in Eile, weil er halt noch ne Menge Kinder mit heftigeren Problemen hat.  Vielen Dank!  PS: Falls von euch Eltern jemand Ähnliches erlebt hat, würde ich mich über eure Antworten freuen. 


Kristin Windisch

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Hallo, zum einen hat ihr Kind Gelegenheit Kitakinder beim Hüpfen zu beobachten und wird dies dann auch mal selber probieren über Nachahmung. Es ist erstmal nicht nötig zusätzlich etwas in dieser Richtung zu üben. Da er eher Spätläufer war, kann man auch bei den anderen motorischen Entwicklungen noch etwas Extrazeit hinzugeben. Solange nicht auffällt, dass er aktive Bewegung vermeidet oder bei wenig körperlicher Belastung sehr schnell erschöpft ist oder ständig hinfällt, wird wohl eher Zaghaftigkeit und spätere motorische Entwicklung der Hintergrund sein, als bspw.ein niedriger Muskeltonus oder Gleichgewichtsprobleme. Sollte sich diesbezüglich im Laufe eines Lebensjahres nichts verändern, sprechen Sie dies gezielt bei Kinderärzten an, dann kann Physio-/Ergotherapie die motorische Entwicklung einschätzen und ggf.fördern. Sinnvoll jederzeit ist, zur allg.Bewegung draußen zu motivieren, sei es im Wald (Baumstämme überwinden, kleine Hügel rauf-/runterlaufen), Spielplätze erobern oder ggf.zusätzlich Kleinkindersport in Anwesenheit der Eltern (freies Erkunden von angebotenen Parcouren).  Alles Gute, Kristin Windisch


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