Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Trotz- oder Loslösungsphase mit 9 Monaten? Was tun?

Frage: Trotz- oder Loslösungsphase mit 9 Monaten? Was tun?

Mitglied inaktiv

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Hallo, bin zur Zeit wirklich etwas ratlos. Unsere Tochter ( jetzt 9 1/2 Monate ) war immer ein sehr pflegeleichtes Baby, nie krank, meist fröhlich, hatte keine Probleme mit Ernährung, Schlafen usw. Auch die ersten Zähne kamen problemlos. Seit ca. 6 Wochen ist sie jedoch sehr quengelig ... sie schreit beim An- und ausziehen, wenn sie gewickelt wird, schlägt sie um sich und brüllt ... auch wenn sie ungeduldig wird, quengelt und schreit sie ununterbrochen. Ganz schlimm ist das abends vorm Schlafengehen. Einschlafen ist auch sehr schwierig ... sie schläft zwar in meinem Arm ein, aber sobald ich sie ins Bettchen lege, wird sie wieder wach, stellt sich hin und weint herzzerreissend ... schreien lassen hab ich sie nie und wills auch nicht, aber was tue ich, wenn sie den ganzen Tag quengelt (als Eltern hat man doch auch nur Nerven)? Über einen Rat würden wir uns sehr freuen . Gruss Suse


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Suse, das Widerstandsverhalten älterer Säuglinge ist noch kein Trotz. Allerdings läutet es langsam die Loslösungsphase ein. Besonders gut gebundene Säuglinge, d.h. solche die viel Zuwendung und Geborgenheit bekommen haben, sind dabei nicht etwa die, die jetzt zahm wie die Lämmer wären, sondern eher solche, welche viel Widerstand üben. Das hört sich zwar paradox an, aber es hat seinen Grund. Der Grund ist der starke Wille, den diese Kinder entwickeln, und dieser Wille kommt ihnen eines Tages noch sehr zugute. Am Anfang ist dieser Wille aber zugleich auch ein wenig zwanghaft, d.h. das Kleinkind beharrt darauf, daß das auch stattfindet, was es sich in den Kopf gesetzt hat. Man muß geduldig und nachsichtig damit umgehen, aber es gibt Tricks, wie dem "Kampf" entrinnt. Z.B. kann man das Kind leicht mit etwas Interessantem ablenken, oder man überredet es mit einsichtigen Argumenten, was natürlich nur auf einfachster Basis geht. Wichtig für das Kind ist die Erfahrung, daß die Eltern nicht einfach nur Macht über es ausüben, sondern sich mit den aufkommenden Gefühlen beschäftigen und Lösungen anbieten. Das alles spürt das Kind um 1 Jahr herum intuitiv und baut damit die Sicherheit der Bindung noch aus. Das gilt v.a. auch für das Einschlafproblem. Hierzu bitte im Suchlauf unter "Schlafprobleme" bereits gegebene Antworten durchlesen. Viele Grüße


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