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Sozialpädagogin Sylvia Ubbens

Kindererziehung

Sylvia Ubbens, Dipl.-Sozialpädagogin

   

 

Rückkehr vom Vater

Hallo Frau Ubbens,

meine Tochter (bald 5) war jetzt 9 Tage bei ihrem Vater in Bayern.
Seit sie 2,5 war, sind ihr Papa und ich getrennt.
Er lebt in Bayern und wir in Schleswig-Holstein.
Sie sieht ihn regelmäßig alle 2 Monate ca. und dann aber auch immer gleich für mind. 1 Woche. Den Rest lebt sie bei mir. Ich bin quasi alleinerziehend. Gehe halbtags arbeiten, sie besucht den Kindergarten und wir haben ein geregeltes Leben hier und sie auch ihre Freunde.
Bisher hat es eigentlich immer gut geklappt mit den Besuchen.

Dieses Mal nach der Rückkehr war es aber ganz schlimm.
Zuerst fiel sie mir in die Arme und hat mich ganz doll gedrückt.
Als sie sich aber von ihrem Papa verabschieden musste am Bahnhof, fing sie ganz doll an zu weinen und hat immer wieder zu ihrem Papa gesagt, dass sie bei ihm bleiben will.
Ich habe mich dabei ganz ruhig verhalten, auch wenn es sehr weh tat.
Im Auto nach Hause ging es die ganze Fahrt über weiter, dass sie immer wieder schrie, sie will zu Papa. Sobald ich nur ein Wort sagte, fuhr sie mich ganz furchtbar an.
Es kamen Sätze wie "Ich will für immer ganz bei Papa bleiben und dich dann nur besuchen.
Aber auch" Weißt du, dass ich nur einen lieb habe? " Und weißt du, wer das ist?
Papa. Und dich habe ich nicht lien. Du bist eun ganz doofer Mensch"

Es hat mich so aus der Bahn geworfen, ich musste mich so zusammenreißen, nicht auf der Stelle loszuheulen.

Zu Hause ging es die erste halbe Stunde so weiter. Sie lief sofort vor mir weg, ich durfte sie nicht angucken, ansprechen, schon garnicht anfassen.
Und immer wieder brach das Weinen über sie ein und sie rief "Ich will zu Papa"

Davon abgesehen, dass ich jetzt total verunsichert bin, weil sie dasalles gesagt hat, auch, dass sie nur Papa lieb hat und für immer bei ihm sein will, mache ich mir jetzt auch große Sorgen um sie, dass das, was bisher so aussah, als würde sie es gut meistern, die sehr schwierige Situation mit der Entfernung, es sie doch mehr mitnimmt, als gedacht.

Soll ich es ernsthaft in Betracht ziehen, dass sie bei ihrem Vater wohnen will?
Sollich es ernst nehmen, was sie über mich gesagt hat?
Sollte ich in Betracht ziehen, dass etwas zwischen uns nicht stimmt?
Wir hatten immer eun gutes Verhältnis.
Wäre es jetzt doch ratsam, einen Kinderpsychologen aufzusuchen?
Ich mache mir ziemliche Sorgen um sie.

Abends beim Zubettbringen, hat sie schon wieder mit mir gekuschelt und auch wieder gesagt, dass sie mich lieb hat.
Sie sagte dann aber noch, wenn ich immer mit ihr schimpfe, wenn sie mal böse ist, dannhat sie mich nicht mehr lieb und das dauert dann immer ganz lange, bis sie mich wieder lieb hat.
Und sie würde es einfach nicht schaffen, auf mich zu hören.

Ich bin völlig durch den Wind noch und weiß gerade nicht weiter.

Vielen Dank

Lummerland

von Lummerland1998 am 12.03.2019, 19:51 Uhr

 

Antwort:

Rückkehr vom Vater

Liebe Lummerland,

Ihre Tochter versteht immer mehr, dass wenn sie sich von ihrem Papa verabschieden muss, sie ihn für einen längeren Zeitraum nicht sieht. Aus dem Grund ist sie traurig und wütend. Diese Wut muss sie an jemandem auslassen. Da nur Sie greifbar sind, gilt ihre Wut Ihnen. Nehmen Sie es nicht persönlich. Jeden Tag wird es wieder entspannter. Sie haben selbst geschrieben, dass Ihre Tochter nunmehr auch schon wieder erklärt hat, dass sie Sie lieb hat, wenn auch mit Einschränkungen. Diese Einschränkungen muss Ihre Tochter loswerden, weil sie ja sonst zugeben müsste, dass sie mit ihrer Liebesbekundung "Ich hab nur Papa lieb und dich nicht", daneben gelegen hat.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 12.03.2019

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