Milch für sehr sensible Bäuchlein

Mama mit Baby auf der Wickelkommode

© fotolia, onoky

Wenn ein Baby zur Welt kommt, ist es äußerlich gesehen perfekt: Es hat seidenweiche Haare, winzig kleine Fingernägel und unglaublich süße, kleine Zehen. 

Was man von außen jedoch nicht sehen kann: Das Verdauungssystem eines neugeborenen Babys ist alles andere als perfekt. Erst im Lauf der ersten Lebenswochen und Lebensmonate baut sich die Darmflora auf und die Darmtätigkeit stabilisiert sich.

Verdauung muss sich erst einspielen

Bis das kindliche Verdauungssystem ausreichend von nützlichen Darmbakterien besiedelt ist, kann es für sensible Babys unangenehm werden: Manche Kinder plagen sich gerade in den ersten Lebensmonaten verstärkt mit Blähungen, Koliken oder auch Verstopfung. Sie weinen, verkrampfen sich und leiden lautstark unter den Bauchschmerzen und Blähungen.

Bei Stillbabys kann es hilfreich sein, wenn man als Mutter ein bisschen darauf achtet, was man selbst isst. Blähende Hülsenfrüchte, Zwiebeln aber auch säurereiche Fruchtsäfte können sich über die Muttermilch auch im Babybäuchlein bemerkbar machen.

Sprechen Sie bei der nächsten U-Untersuchung die Bauchschmerzen Ihres Kindes an. Bestätigt Ihr Kinderarzt, dass nichts Ernstes dahinter steckt, ist eine Ernährungsumstellung in den meisten Fällen nicht zwingend erforderlich. Jedoch gibt es auch spezielle Sensitiv-Milchnahrung, die für sensible Babys besser verdaulich sind.

Was ist Sensitiv-Milchnahrung?

Um die Säuglingsnahrung leichter verdaulich zu machen, ist Sensitiv-Milch etwas anders zusammengesetzt. Dadurch wirkt sie auch etwas stuhlauflockernd, was ebenfalls Verdauungsbeschwerden lindert. Gerade was die enthaltenen Fette und Eiweiße angeht, unterscheidet sie sich von herkömmlicher Säuglingsmilch. Sensitiv-Milch enthält auch weniger Laktose, also Milchzucker, da manche Kinder diese Form von Kohlenhydraten schlecht verdauen können. So genannte präbiotische Zusätze sollen außerdem die Entwicklung der Darmflora unterstützen. Präbiotika gehören zu den Ballaststoffen. Sie sind nicht verdaubare Nahrungsmittelbestandteile, die jedoch wichtig für das Gedeihen der natürlicherweise im Darm lebenden Verdauungsbakterien sind. Diese zugesetzten Ballaststoffe füttern sozusagen die vorhandenen Bakterienkulturen und sorgen dafür, dass sie sich gut entwickeln.

Verfügt der Darm über eine gute Keimflora, haben krankmachende Bakterien eine geringere Chance sich anzusiedeln. Außerdem stärkt eine gute Darmbakterienkultur das gesamte Immunsystem des Körpers. Für Babys bedeutet dies, dass sie für Erkrankungen und vor allem für Durchfallerkrankungen weniger anfällig sind.

Für Babys mit Durchfall gibt es spezielle Heilnahrung. Diese besondere Milchnahrung soll helfen, den Stuhl schnell wieder zu normalisieren. Sie enthält u.a. weniger Laktose. Gerade nach Durchfällen kann die Milchzuckerverdauung oft kurzzeitig gestört sein.

Verdauungsprobleme mit Kinderarzt besprechen

Grundsätzlich gilt für Spezialnahrungen, dass sie nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Kinderarzt gegeben werden sollten. Spezialnahrungen sind für besondere Verdauungsstörungen vorgesehen. Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Kind unter einer Verdauungsstörung leidet, müssen Sie dies mit dem Kinderarzt besprechen. Er wird mit Ihnen über das weitere Vorgehen entscheiden.

Wichtig zu wissen: Nicht jede Heilnahrung für Säuglinge ist in den ersten Lebensmonaten auch für allergiegefährdete Kinder geeignet. Bei manchen ist das verarbeitete Kuhmilcheiweiß aufgespaltet, bei anderen nicht. Besprechen Sie daher die Wahl der Sensitiv-Milch mit Ihrem Kinderarzt und stellen Sie nicht eigenmächtig die Säuglingsnahrung Ihres Kindes um.

Zuletzt überarbeitet: Dezember 2018

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