estelle19701
Hallo, wir haben einen Pflegesohn, der 12j geworden ist. In unserer Familie herrscht eine gute Stimmung, wir kommen mit ihm gut klar, er fühlt sich wohl und auch mit den anderen Kindern hat er keine Probleme. Mein Mann und ich haben viel Mühe in den Kindergeburtstag gesteckt, aber glücklich war er am Ende leider nicht. Ich habe das Haus und die Etage der Kinder mit Luftballons dekoriert, die Torte gebacken und die Einladungskarten gestaltet. Mein Mann hat die Aktivitäten (Geocaching,Schwimmbadbesuch) und die Verpflegung (2 Pizzableche) organisiert. Alle die eingeladen wurden, sind gekommen. Wir haben viele Fotos gemacht. Tage später ist er der Meinung, wir haben zu viel gemacht. Er hätte am liebsten nur den Keller für sich und die Freunde gehabt um dort zu zocken, zu essen und zu quatschen. Die Dekoration war ihm viel zu kindisch und die Einladungen hätte er per "WhatsApp" geschickt. So kannten wir ihn nicht. Er war bisher immer zufrieden und dankbar. Liegt das am Alter? Wir haben es nur gut gemeint mit der Feier. Kennt ihr das Verhalten von euren Kindern?
Ich kenne dieses Verhalten im Verhältnis mit meiner SchwiMu. Sie macht und tut für uns, Dinge um die wir sie nicht gebeten bzw. micht gewollt haben, und beschwert sich das ich/wir undankbar sind und ihr Machen und Tun nicht wertschätzen. Es zeugt von seiner Reife und eurem guten Verhältnis, dass er seine Eintäuschung mit euch mitteilt; er hätte auch einfach nichts sagen brauchen. Setzt euch zusammen und besprecht es. Seine Zocker-Party kann er doch ohne Geburtstag bestimmt mal machen; da muss ja nicht viel organisiert werden. Und beim nächsten Geburtstag einfach zusammen mit dem Kind planen, was und wie gemacht werden soll. PS: Luftballons hätte meine Tochter (10) auch nicht mehr cool gefunden 😉
Danke dir! Da wirst du wohl recht haben. Aber ich verstehe nicht was an einem Zock-Treffen besonders ist? Die hat er auch so. Ein Geburtstagsfeier hingegen ist für ein Kind besonders.
Er sieht das offenbar anders. Vielleicht will er nichts "besonderes" sondern nur Zeit mit seinen Kumpels. Beim Geocachen und Schwimmen war der Papa sicher dabei, oder? Zumindest als Taxi. Versteh mich nicht falsch, das sind schöne Aktivitäten, aber wenn er sich nur Zocken wünscht, dann sollte man das respektieren. LG
Danke auch dir. Ja, entweder er oder ich waren dabei um die Kinder zu fahren.
Ab diesem Alter haben meine Enkel selbst bestimmt, wie ihr Geburtstag ablaufen soll. Einladungen in dem Sinne gibt es schon lange nicht mehr. Das Höchste der Gefühle ist dann gemeinsames Kaffeetrinken mit Eltern, Geschwistern und Großeltern. Aber das läuft sehr schön und entspannt ab und wir bleiben auch lange am Tisch sitzen. Danach ist meistens Treffen mit Freunden und Aktivitäten angesagt, was sie dann selbst organisieren. Für uns als Familie ist der Geburtstag damit "erledigt".
Wir haben keinen Stress und die Kids sind zufrieden.
Bei Luftballons im ganzen Haus wären die davon gelaufen. In ihren Augen ist das Kleinkinder-Geburtstag und sie sind aus dem Alter raus.
Heute sind alle erwachsen und wir gehen gemeinsam schön Essen.
Danke. Die Deko war nett gemeint und sollte ihn nicht abschrecken.
Klar. Da ihr ein gutes Verhältnis habt, weiß er das sicher auch zu schätzen. Es war halt anders, als er es sich gewünscht hat. Ich bin sicher, beim nächsten Geburtstag sprecht ihr vorher miteinander und dann wird es bestimmt gut.
Die Zeiten ändern sich halt und was für uns früher mega war, ist heute nicht mehr angesagt. Aber auch wir Älteren lernen dazu.
Ich finde es komisch, dass er nicht vorher was gesagt hat. Er hat doch bestimmt mitbekommen, was ihr plant und macht. Warum hat er nicht vorher gesagt, dass er lieber zocken und nicht ins Schwimmbad will?
Vielleicht hat es ihm doch gefallen und Freunde fanden es doof?
LG
Habt ihr ihn vorher gefragt was er machen möchte? Zum 12. Geburtstag haben sie doch schon konkrete Vorstellungen was sie machen wollen und was nicht und wen und wie sie einladen das hat nichts mit undankbar zu tun, wenn ihr einfach einen Geburtstag organisiert ohne ihn einzubinden in dem Alter wollen sie selbst bestimmen und selbst gestalten
Er hat Torte und Geschenke natürlich ausgesucht. Aktivitäten wusste er selbst nicht was er will. Hätte er eigene Wünsche geäußert, hätte er die wahrscheinlich bekommen. Es fühlt sich trotzdem wie ein Schlag ins Gesicht an wenn man so viel Arbeit und, das darf man nicht beiseite lassen, Geld investiert und das Kind am Ende trotzdem nicht zufrieden ist.
Willkommen in den Anfängen der Pubertät. In dem Alter wechselt es vom Kindergeburtstag zum Jugendgeburtstag. Luftballons und von Mama gestaltete Einladungen hätten unsere Kinder in dem Alter auch total peinlich gefunden. Unser Sohn hat an seinem 12. Geburtstag mit zwei Freunden bei uns im Wohnzimmer Filme geschaut, und die beiden haben übernachtet. Das ist nichts, was sie nicht auch so mal gemacht haben, aber unser Sohn wollte das, und alle drei waren zufrieden.
Hallo, Mein Enkel ist Ende Mai auch 12 geworden......er wollte mit seinen Freunden in Zelten im Garten übernachten. Es ging erst um 17 Uhr los mit Grillen , quatschen, spielen, Wasserschlacht, später am Lagerfeuer (Feuerschale und Papa war dabei )noch Stockbrot und Marchmellos 'Grillen....Familienfeier war am Geburtstag selbst, die Feier mit den Freunden dann am Wochenende...... LG
Nachtrag Bei Regen hätte er die Feier mit den Freunden verschoben, weil unbedingt Zelten angesagt war. .....
Huhu, er ist ja schon am Anfang der Vorpubertät, und da ist es tatsächlich eher üblich, per WhatsApp einzuladen, und "Kindergeburtstag" ist allmählich out. Ich würde das Ganze aber jetzt nicht so hoch hängen, sondern einfach den nächsten Geburtstag nach seinen Wünschen handhaben. Dass ihr ihn nur zufrieden und dankbar kennt, ist schön, bleibt aber erfahrungsgemäß nicht so. Pflegekinder agieren in der Pubertät fast immer uralte Erfahrungen und Probleme aus, die sie in der Babyzeit und frühen Kindheit erlebt haben. Und auch wenn ihr damit natürlich rein gar nichts zu tun habt, kriegt ihr es ab, einfach weil ihr da seid, das ist normal und man muss versuchen, es nicht persönlich zu nehmen, auch wenn das schwer ist. Sein jetziges Verhalten würde ich aber noch nicht in diesem Zusammenhang sehen. Er hat einfach gesagt, was er mag und was er nicht mag, und das ist für dieses Alter ja ganz normal, auch wenn man sich vor den Kopf gestoßen fühlt. Wir müssen als Pflegeeltern ein wenig aufpassen, dass wir vom Kind nicht unbewusst Dankbarkeit erwarten. Die kommt oft erst, wenn sie erwachsen sind. Bis dahin sind wir oft die Sparrings-Partner, an denen seelische Altlasten ausagiert werden müssen. LG
Vielen lieben Dank! Dein Beitrag macht Mut.
Vielleicht will man es bei einem Pflegekind besonders nett machen und schießt über's Ziel hinaus. Aber toll finde ich, dass er seine Empfindungen mit euch teilt. Ich würde und hab immer mit meinen Kindern abgesprochen was sie wollen. Das hat sich bewährt, auch heute noch im Jungerwachsenenalter. 😉 Meine Vorstellungen sind nämlich selten gleich denen der Teenager. Sprecht das beim nächsten Geburtstag ab. Die Deko auch. 😘
Habt Ihr ihn denn im Vorfeld mal gefragt, was er sich wünscht? Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.