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Mein Mann ist so rücksichtsvoll :-((

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Also ich versuch es mal zu erklären: Mein Mann ist schon über 40 Jahre und wurde superstreng erzogen... immer nur "Nein danke", "Mund halten" "Guten Frau XY" und bloß niemand stören etc. Meine Schwiegerletern leben geistig immer noch in den 50er Jahren, wir kommen daher auch nicht besonders gut klar. Wenn man sich unterhält machen die das Fenster zu, damit die Nachbarn (Reihenhaus) nicht gestört werden usw. Schwiegermutter erzähl heute noch voller Stolz sie wäre so ein ruhiges Kind gewesen daß de Nachbarn gefragt hätten ob sie überhaupt zu Hause sei. Na klasse!!! Ich bin "erst" 31 Jahre alt. Leider ist mein Mann derart rücksichtsvoll und höflich anderen gegenüber, daß es mich nervt. Beispiel 1: Unser Kind schreit wie am Spieß, kann nicht beruhigt werden Reaktion: schließt das Fenster, weil die Nachbarn es hören könnten Beispiel 2: mit Kind beim Arzt, Kind fragt mir Löcher in den Bauch , aber nichts Schlimmes z.B. "Wo geht die Frau hin?" Reaktion: pflaumt mich an, ich soll nicht soviel reden, andere Patienten könnten sich gestört fühlen. Kind hat nicht besonders laut gesprochen und die anderen Patienten haben freundlich geguckt Soll ich meinem Kind (2 J.) den Mund zuhalten oder einfach nicht antworten Beispiel 3: Strandspaziergang bei heftigem Wind Sonnenschirm fremder Leute löst sich aus der Stange und fleigt mir an den Kopf Reaktion: rennt eilfertig hin und bringt den Leuten den Schirm zurück ... "bitte sehr" daß ich am Kopf getroffen wurde hätte er gar nicht bemerkt. Ich denke mal das reicht an Beispielen. Ich meine ich WEIß daß er so erzogen wurde, aber irgendwie nervt es mich total. Immer zuerst an die anderen denken.... Was meint Ihr dazu? Und was könnte ich machen? Ratlose Grüße Bea


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hi ich versteh schon, dass es dich nervt, aber du hast sicher gewusst, was für ein mann du da heiratest. ausserdem denke ich, habt ihr offenbar keine anderen probleme, sonst liesse dich das kalt! od. ist dir ev. langweilig. kenne das von mir, da ist man genervt von den völlig banalsten dingen. lg v.


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Hallo Bea Ich musste beim lesen erstmal lächeln. Du könntest glatt meinen Mann beschrieben haben. Niemanden stören, nicht kleckern, nicht krümeln, Tischmanieren bitte schon wenn der kleine den Löffel halten kann, im Hausflur nicht so lange rumtrödeln um das Kind in den Buggy zu setzen (im Winter mit Decke, Fußsack, Handschuhen, Teeflasche verstauen ect.), die Nachbarn könnten ja einen Pieps von unserem Kind mitbekommen. Kenn ich alles. Nervt auch. Aber weißt du was? Ich rege mich darüber nicht mehr auf. Wir haben ein Kleinkind. Ist nun mal so, wollten wir so. Ich geh da auch nicht mehr groß drauf ein. Ich erkläre kurz warum dies und jenes jetzt eben so ist, fertig. Und dann mach ich mein Ding und mein Sohn sein Ding. Inzwischen ist es schon besser geworden. Mein Mann versteht jetzt mehr weil er besser mitbekommt wie aktiv der Kleine ist und wie er lernt und er macht das mit ihm ganz toll (das beobachte ich immer wieder und freue mich darüber). Er hat sich auch eine Art Scheuklappenblick für all die Kekskrümel und Bausteine zugelegt die täglich überall verstreut werden und somit ist es in Ordnung. Ich erinnere mich noch gut an vorletztes Silvester. Unser Sohn war noch ganz klein, grade mal drei einhalb Monate alt und speichelte wie ein Wasserfall, weil er einen Monat später seinen ersten Zahn bekommen hat. Mein Mann war während der Feier so sehr damit beschäftigt ihm ständig den Mund abzuwischen oder mir zu sagen "Du, der trielt schon wieder." und so oft habe ich ihm erklärt das es ganz normal ist. Naja, ich bin froh, dass es inzwischen um so vieles besser geworden ist. Also mach dein Ding, lass dich nicht beirren. Leben ist nicht immer leise. Alltag auch nicht und kleine Kinder erst recht nicht. Auch dein Mann wird das noch lernen. LG Neniel


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Ah da muss ich mich Neniel auch noch anschließen - auch wenn mein Kommentar (unten) vielleicht anders klingt, aber in dem Punkt bin ich ihrer Meinung - Leben ist nunmal nichts leises Menschen machen Geräusche, in der Regel umso mehr, je jünger sie sind.


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hallo Bea, also nach deinen Schilderungen halt ich das nicht für übertrieben, sondern einfach für gute Erziehung. Davon hat natürlich jeder seine eigenen Maßstäbe (oder vielmehr die seiner Eltern). Ich kanns z.B. nicht ausstehen, wenn jemand zu geräuschvoll isst oder mit vollem Mund spricht. Das würde ich auch meinem Kind nicht durchgehen lassen. Und das mit dem Kind im Wartezimmer kann ich ansatzweise nachvollziehen (weil man nicht alle Mitmenschen mit seinem putzigen Kind und seinen süßen Fragen beglücken muss) -- allerdings mit dem feinen Unterschied, dass man von einem zB. vierjährigen durchaus erwarten kann, dass er mal die Klappe hält, von einem zweijährigen (wie deinem) aber wohl eher nicht. Übertrieben finde ich das Getue von deinem Mann höchstens in der Geschichte mit dem Schirm, das war von ihm regelrecht rücksichtslos. Es erinnert mich ein wenig an Verhaltensweisen, die der eine beim anderen Partner vermisst und deshalb noch viel stärker an den Tag legt... wenn du verstehst was ich meine.


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dann hilft er dir sicher auch in den Mantel, haelt dir die Autotuer auf, traegt dir die Getraenke aus dem Auto rein und laesst dich am Wochenende ausschlafen waehrend er das Kind bespielt und Fruehstueck macht. Weiss auch nicht, was ich sonst dazu sagen soll. Hoert sich fuer mich so an als waere es ihm manchmal peinlich mit euch unterwegs zu sein. Mit mir waere er gar nicht froh, da ich ein Ausbund an Temperament und Lebensfreude bin und leider gar nicht zurueckhaltend. Was macht er denn beruflich? Ist er in seiner Karriere auch so zurueckhaltend? Cata


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Hi, ich bin mit genau demselben Denken aufgewachsen, d.h. immer übertrieben rücksichtsvoll zu sein. Meine Mutter nannte das "nirgendwo anecken". Dazu gehörte auch nie ein böses Wort zu verlieren, höflich zu sein, aber distanziert, jede noch so mickrige Einladung (sogar unsere Kindereinladungen ...) spärlich zu halten und alle dazu zu zwingen, von feinstem Porzellan und mit silbernem Besteck zu speisen. Als Kind dachte ich, das sei normal. Heute finde ich das etwas beschränkt. Ich erinnere mich daran, dass, als ich noch in Rom lebte, die Italiener immer höchst erstaunt fragten, ob ich vielleicht doch irgendwo im sizilianischen Hinterland aufgewachsen sei. Sinn und Zweck dieses Getues ist es allen zu vermitteln, etwas Besseres zu sein. Meine Privatsphäre geht nur mich etwas an und man belästigt doch keine fremden Leute. Grundsätzlich ist das natürlich richtig. Wenn ich mir ansehe, wer tatsächlich grundsätzlich lautstark die Radioübertragung des Fußbalspieles abhören muss und wer sich dazu gedrängt fühlt, seine Unterhaltungen so zu führen, dass man sie am Ende der Straße immer noch mitbekommt, etc., dann sind das wirklich die Dauerrücksichtslosen, Dumpfbacken (die eh`nichts merken) und selbstbewußtseinsreduzierten Möchtegern-Intellektuellen. Ich denke aber, es ist sinnvoller sein Leben nicht danach auszurichten, eben etwas Besseres sein zu wollen (meistens war das der adrette-Gattinnen-Tick), sondern nach dem Sprichwort "Was Du willst, das man Dir tut, das füg` auch keinem anderen zu". Normalerweise habe ich es nicht so mit Sprichwörtern, aber hier finde ich, paßt es. Mir ist mittlerweile maximal wurscht, was meine Umgebung von mir hält. Ich habe in eine Familie von Irren eingeheiratet und habe mich von ihnen befreit. Meine Kursteilnehmer und Direktkunden empfehlen mich immer wieder weiter. Wenn ich Leute außerhalb von Job und Familie kennenlerne, dann finde ich sie nett oder nicht. Wieso sollte es dann anderen mit mir nicht ebenso gehen? Ich habe auch begriffen, dass teure Kleidung z.B. zwar manche blenden kann, nichts jedoch über den Wert einem Menschen aussagt. Beispiel: Wenn sich meine durch-und-durch beschränkte und erzfaule Schwägerin eine Jacke kauft, dann gibt sie dafür etwa ebenso viel Geld aus wie ich für Kleidung über`s Jahr verteilt. Damit kommt sie beim Zahnarzt vielleicht schneller dran, menschlich ist sie jedoch ein evolutionärer Irrtum. Der Text meiner Mutter war immer: "Das war zwar herabgesetzt, siht aber teuer aus." Meine Mutter wurde auch immer ganz hysterisch, wenn unser Bubi in der ungewohnten Umgebung recht viel schrie - da ging es ihr nicht um das Wohl des Kindes, nein, sondern darum, dass die Nachbarn einen Mucks hätten hören können... Frage nicht, wie oft wir deshalb aneinander geraten sind. Anderes Beispiel: Mein Mann ist sein sieben Jahren Hausmann (nicht sehr begnadet), meine Mutter ist inzwischen 75, von denen sie 62 Jahre auf Kosten anderer Menschen gelebt hat. Wenn ich abends völlig erschöpft mit Migräne und wehen Füßen nach Hause kam und mit dann dieses leere Hausfrauen-Gewäsch anhören mußte, von mir munter erwartet wurde, dass ich mich doch biite daran beteilige und ich dann irgendwann alle nur noch vor Erschöpfung angeschrien habe, dann war die potentielle Belästigung der Nachbarn auch wieder wichtiger als die Rücksichtnahme auf mich, den arbeitenden Volldeppen. Mir ist das inzwischen egal, auch wenn es mitunter nervt. Ich erinnere mich daran, dass meine Mutter unser Wohnzimmer verlassen hat, um sich in ihres zurückzuziehen, Achtung: weil ich einen Anruf bekommen habe! Nach zwei Stunden bin ich sie dann suchen gegangen. Man bemerke: ihr Kontrollwahn ging dereinst so weit, dass ich Briefe erst abschicken durfte, nachdem sie sie gelesen und korrigiert hatte, sie mein pubertäres Tagebuch las, ich bis ich 18 war um Punkt 10 zu Hause sein mußte und meine meine Eltern der unumstößlichen Meinung waren, ich dürfe Sex erst in der Ehe haben (was sagen denn sonst die Nachbarn etc. - häh?). Zu den von Dir genannten Fällen: 1. Ich hätte die Fenster auch geschlossen. 2. Ich hätte ihn ins nächste Café geschickt. Wahrscheinlich war er aber selbst auch nur nervös und hat das eben auf Euch abgeladen. 3. Bei Verletzungen, für die ich nichts kann, werde ich stinkig. Möglicherweise hätte auch ich das Problem direkt mit den Sonnenschirm-Besitzern gelöst. Wer bin ich denn, dass ich einen Gatterich brauche, hinter dem ich mich verstecken muß, damit der meine Probleme löst? Meine Mutter bekam früher bei Einladungen immer eine ganz gepreßt-affektierte Stimme (für die ich gerne die ganzen Tussen, die ebenso sprechen, so lange grillen würde bis sie wieder normal sind) und eine furchtbar gezierte Gestik. Heute ist mit klar, dass dieses Gehabe eher auf einem angeschlagenen Selbstbewußtsein beruhte. Du darfst nicht vergessen, dass diese Generation Frauen in einem wahnsinnigen Dilemma waren: arbeiten, dann heiraten und gutes Hausfrauchen zu sein. Den meisten hat es durchaus gut gefallen, keine finanzielle Verantwortung tragen zu müssen und sich die Zeit ohne jeden Druck frei einteilen zu können. Allerdings wäre ein höherer gesellschaftlicher Status nicht ungelegen gewesen (schau Dir die Verkaufszahlen der Lore-Romane an, dann kommt Dir das Gruseln). Wenn ich den schon nicht erreiche (weil ER eben doch nicht der Herr Generaldirektor XY ist), dann zeigt man wenigstens, dass man besseres gewohnt ist (was auch immer das sein mag). Tja, das war jetzt mein Beitrag. LG Fiammetta


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Höchst amüsant und wahrheitsgetreu geschrieben. Recht hast du. Gerade bei der Stelle mit der Generation Frau von früher fallen mir einige aus meinem Umkreis ein die auch noch ihren Gatten die Pantoffeln hinterhertragen, immer noch lächeln wenn sie betrogen werden und weiterhin die Hemden perfekt bügeln um den guten Schein zu wahren. Schade um solche Frauen mit so wenig Selbstbewusstsein aber es gibt sie zu Hauf.


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...und sie leben weiter in ihren Söhnen, kleinen Paschas, deren Ehefrau den Ansprüchen der Mutter genügen muss, oder doch zumindest die von der Mutter vorgegebenen Standards erfüllen muss


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Ja und genau DAS sorgt dafür das sich so viele mit ihren Schwiegermüttern nicht verstehen und es Familienstreitigkeiten gibt. Das hab ich auch schon durch und ich bin so froh das ich zu meiner jetzigen Schwiegermutter ein so herzliches Verhältnis habe, aber ich kenne auch die andere Seite gut.


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... sondern über-angepasst und - hmm, wie soll ich sagen - duckmäuserisch, konformistisch (im Sinne von nicht auffallen, nicht aus der Reihe tanzen, es der Umgebung um jeden Preis rechtmachen). Wäre es wirklich Rücksichtnahme (also etwas was auf Einfühlen, Empathie basiert), würde er ja v.a. auf Dich und Euer Kind Rücksicht nehmen, schauen was Ihr gerade so braucht und zuvorkommend sein. Aber das ist ja laut Deiner Beschreibung nicht so - er behandelt Euch im Gegensatz als "Störfaktor", den er aus Konformitätsgründen disziplinieren muss. Wie Du schon sagst, kommt es bestimmt von seiner Erziehung. Ist aber schon krass, dass das auch jetzt mit 40 noch so ne Wirkung zeigt... :-/ Was tun? Mir fällt eigentlich nur ein, ihm das mal so zu sagen, wie Du es hier geschrieben hast, und deutlich zu machen, wie sehr Dich das belastet und dass das so nicht geht - eben weil diese sogenannte "Rücksicht" gegenüber Fremden zu Lasten von Euch, seiner Familie geht! Ich weiss nicht ob er es alleine schafft, sein Verhalten hin tum "Normalen" zu verändern, aber das Problem zu kennen ¨wäre auf jeden Fall ein Anfang. Weiss aber natürlich nicht, ob Ihr da nicht schon 10000 fruchtlose Debatten drüber geführt habt...? Gruss, M:


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Ist schon traurig manchmal, wie unsere Eltern uns faerben. Ich hoffe, Dein Mann kuemmert sich mal um sich und erkundet seine Vergangenheit. Lieben Gruss Claudia