Mitglied inaktiv
Liebe Omas! Ich bin eine sehr verzweifelte 36jährige Tochter eines 66jährigen Mannes. Prostata-Krebs überstanden, Schlaganfall vor einem Jahr. Pensionierung und nicht mehr Auto fahren dürfen sind das Schlimmste. Der Schlaganfall ging relativ glimpflich ab. Meine Mutter mobbt ihn, keiner der Geschwister hat Kontakt zu ihm, ich bin die einzige Tochter, die sich kümmert. Aber ich wohne sehr weit weg. Er braucht Hilfe für Einkäufe, Fahrdienste, dass ihm einer in den Hintern tritt. Er ist nicht pflegebedürftig, aber depressiv. Psychologentermine nimmt er wegen mangelnder Fahrtmöglichkeit nicht mehr wahr. Ein ehrenamtlicher Verein hat Hilfe abgesagt, sie kennen meine Mutter und befürchten Übergriffe. Das sagt leider alles. Sozialpsychiatrischer Dienst ist noch eine Idee, wenn ich Papa überzeugen kann. Er spricht immer wieder von Lebensmüdigkeit. Aber wer kann ihm denn tatkräftig zur Seite stehen? Zu mir will er nicht ziehen, er will in seinem Umfeld bleiben. Liebe Omas, habt ihr Ideen, Tipps? Danke!
Hallo, ich habe zwar auch keinen ultimativen Tip, aber noch ein paar kleine Fragen: Leben deine Eltern zusammen, das dieser Verein Übergriffe deiner Mutter vermutet? Hat er wegen deiner Mutter keinen Kontakt zu seiner Familie?? Könntest du dich genügend um ihn kümmern oder bist du selber stark eingespannt in deinem Beruf? Wie weit wohnst du weg? Wie sieht es aus mit Freuden? Ich würde -glaube ich- es erstmal versuchen, ihn zu dem Sozialpsy. Dienst zu überreden. Noch besser wäre es aber (in meinen Augen), wenn du ihn dazu bewegen könntest, zu dir zu ziehen. Ich kann ja verstehen, das ältere Menschen nicht aus ihrem Umfeld raus möchten, aber was ist das für ein Umfeld, wenn er so unter deiner Mutter zu leiden hat (man, hört sich das schlimm an!!!)! Womöglich wäre es für ihn besser, dort ganz raus zu kommen. Dann hätte er wenigstens ein bißchen Familie um sich. LG Heike
Liebe Heike! Meine Eltern sind getrennt, leben aber in einem Haus. Sie unten, er oben. Diese Übergriffe auf meinen Vater fanden statt, nachdem er relativ hilflos nach dem Schlaganfall zurück kam. Er zog nach einer Psychotherapie ins Haus seiner langjährigen Lebensgefährtin. Da haben Geschwister und Mutter so viel Terror gemacht, dass er zurückzog. Alles im Namen des Herrn, sind alle fanatisch in einer Freikirche. Er hat Freunde, aber auch die haben Familie und können professionelle Dienste ja nicht leisten. Seine Lebensgefährtin hat sich jetzt von ihm getrennt, verständlich. Sie fühlt sich zu recht verleugnet. Die Übergriffe meiner Mutter haben sich in der Kleinstadt herumgesprochen, daher die Verweigerung des Vereins. Sie ist nicht zurechnungsfähig und hetzt meine Geschwister auf. Das ist vor 3 Jahren auch mit mir passiert, ich habe den Kontakt abgebrochen. Er weigert sich, da auszuziehen. Wir wohnen 400 km entfernt, ich habe Kind und Beruf - aber auch nur einen Vater! Wir werden immer wieder versetzt, das macht es am schlimmsten. Ich werde den sozialpsychiatr. Dienst mal anrufen. Wenn Sie noch Ideen haben, gerne! Vielen, vielen Dank erstmal!
O je, almut, mit welchen Dingen plagst Du Dich?? Es ist natürlich nicht einfach. Und so schnelle Ratschläge habe ich Dir auch nicht. Aus meiner eigenen Geschichte kann ich Dir aber sagen, Du kannst nicht für alles verantwortlich sein. Also, mach Dich auch nicht für alles verantwortlich. Als ich Deine Geschichte gelesen habe, viel mir ganz spontan ein: Betreutes Wohnen. Ist sowas bezahlbar? Meistens werden ja Ideen auch schon von "Mangel an Kohle" ausgebremst. Wenn er "nicht so richtig körperlich krank" ist, dann kommt auch der Sozialdienst nicht in Frage. Wenn er nicht in Deine Nähe ziehen will, dann m u s s t Du das akzeptieren. Mein Vater wollte seinerzeit auch nicht. Obwohl ich ihm alles Positive immer wieder offengelegt habe, wollte er einfach nicht. Irgendwann habe ich kapiert, dass es s e i n e Entscheidung war. Und so, wie er dann gelebt hat, war auch s e i n e Entscheidung. Du kannst nicht von ? Entfernung aus alles für ihn regeln. Das geht nicht. Wenn sich alle von ihm abgewandt haben, wird das auch seine Gründe haben. Taxi, um irgendwo hin zu kommen, gäbe es auch noch. Oder Jugendliche, die das Taschengeld ein bißchen aufbessern wollen, gehen evtl. auch zum Einkaufen. Eine Anzeige in der Zeitung lässt vielleicht auch Jemanden finden?? Wenn er von "Lebensmüdigkeit" spricht, ist es für ihn so. Oder glaubst Du, dass Du etwas für seine "Lebensfreude" tun kannst?? Mach ihm Vorschläge - mehr aber auch nicht. Außer er bittet Dich darum, aktiv zu werden. Es ist sein Leben - und das darfst Du ihm auch mal sagen! Alles Gute..... und was Dir nicht gefällt, das überliest einfach. gvlg von inge
Liebe Inge! Das waren so richtig handfeste, weise Worte! Also, ich respektiere meinen Vater total. Ich verurteile ihn nicht, davor hat er immer Angst. Ich respektiere auch, wenn er nicht mehr leben will. Und ich habe ihm heute sehr laut um die Ohren gehauen, dass er für diese Situation selbst verantwortlich ist! Dass sich die anderen abwenden, hat nichts mit ihm zu tun. Das liegt in der kranken Natur meiner Mutter. Das ist leider auch bestätigt von anderen. Betreutes Wohnen wollte er nicht, er wollte wieder in seine alte Wohnung. Nun gut. Aber er kann sich kaum Essen organisieren, da mach ich mir dann schon Sorgen. Vielen Dank für deine Antwort, ganz lieb und ganz ehrlich ist sie!
Ich hoffe, Du bist mir nicht böse..... Essen auf Rädern gäbs da noch..... zwar nicht so gut, wie(im Normalfall) aus Mutter's Küche, aber satt macht's auch und "heimtragen" muss man auch nix selber! Und nochmal: Ich finde es toll, dass Du Dir Sorgen machst ---- aber verantwortlich bist Du nicht! nochmal gvlg !
Ich bin dir doch für eine Antwort nicht böse! Ich bin froh und dankbar, dass du dir die Mühe machst! Essen auf Rädern kümmert er sich drum (?). Ich fühl mich aber verantwortlich. Menno. Ganz lieben Dank!
Hallo Almut,man kann Dir Dein Verantwortungsgefühl natürlich nicht ausreden,aber Du KANNST nicht für alles sorgen.
Rede doch noch mal mit ihm über das betreute wohnen. Er hat dann doch auch seine eigene Wohnung,ist unabhängig und kann jederzeit Hilfe in Anspruch nehmen,wenn ER will. Und er ist von Deiner Mutter weg!
Liebe Grüße von Karin
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