kleinvenzi
Ist der Tod für Euch ein Tabuthema oder warum hat nur Katja auf meine Frage geantworte ? Ich war und bin wirklich ziemlich betroffen von den traurigen Ereignissen. Wir waren damals, als Kolleginnen, noch sehr jung-hatten zusammen Spaß und auch unsere Sorgen geteilt. Dann haben wir uns aus den Augen verloren, aber an die Zeit denke ich trotzdem zurück. Ich hoffe, dass Ihr wisst was ich sagen wollte. L.G.Katharina
Hallo Katharina, bei mir ist es in der Tat so, dass ich nicht gerne über das Thema Tod nachdenke und spreche, obwohl es zum Leben dazu gehört. Ich war 31, als ich meinen ersten Mann mit gerade mal 45 Jahren beerdigen musste. Das war verdammt hart für mich, zumal ich ein Baby von 9 3/4 Monaten hatte. Seit dieser Zeit, begleitet mich immer die "Angst", dass ich wieder jemanden verlieren könnte. Natürlich kam ich vorher schon mit dem Tod in Berührung, aber das war schon extrem heftig für mich. Gerade ist es wieder so, dass der Vater einer Bekannten von mir, Krebs diagnostiziert bekommen hat. Er hat noch zwischen 4 Wochen und einem Jahr, wobei die Ärzte sagen, ein Jahr ist fast unwahrscheinlich. Da mache ich mir heute schon Gedanken darüber, wie ich das handhabe. Ich denke, ich werde wohl zur Beerdigung gehen müssen. In deinem Fall, hätte ich mir vermutlich überlegt, ob ich nicht einfach mal ans Grab gehen würde, wenn dir danach ist. Wenn es dir danach gewesen wäre, hättest du auch zur Beerdigung gehen können. Ich denke, dass es einen immer eiskalt erwischt, wenn dann jemand stirbt, den man kannte und der auch noch im selben Alter ist. Das ist immer ein sehr schwieriges Thema. Liebe Grüße Sabine
Doch,Katharina,ich hatte Dir geantwortet,aber beim Senden ist mein PC abgestürzt. Da mich dieses Thema auch gerade beschäftigt,konnte ich nicht gleich nochmal schreiben. Ich bete jeden Abend für meine allerbeste Freundin,die sehr,sehr krank ist und ich eine unsagbare Angst habe,sie zu verlieren.Wir wohnen zwar über 500km voneinander entfernt,telefonierten aber jeden Tag mindestens 1Xam Tag. Seit Jahren fahren wir gemeinsam in den Urlaub,freuen uns immer auf die gemeinsame Zeit. Am 1.8. hatte sie Geburtstag und wir sind hingefahren,obwohl wir dachten,sie nur einige Minuten im Krankenhaus besuchen zu können. Glücklicherweise hat sie 4 Tage Urlaub vom Krankenhaus erhalten und wir hatten ein paar Stunden.Allerdings hat sie die 4 Tage nicht durchgehalten und liegt seitdem wieder auf der Intensivstation. Ich weiss nicht,ob sie wieder gesund wird,aber der Gedanke,sie könnte sterben,ist,als wenn mein Herz im Eis liegt
sondern einfach schwer sich darüber Gedanken zu machen. Man schiebt das Thema weit weg, bis es einen dann einholt. Ich glaube das ist einfach die Mentalität der Deutschen. Ich selber habe totale Angst davor, meine Eltern zu verlieren, oder jetzt sehr Aktuell, die Oma meines Freundes, der es nicht gut geht. Ich könnte fast durchdrehen wenn ich daran denke und kann sehr schwer mit diesem Thema umgehen. Tiktak: ich wünsche deiner Freundin ganz viel Kraft und Lebenswillen.
Nein, für mich ist es eigentlich kein Tabuthema. Aber von meinem Umfeld werde ich da meist ganz böse dafür geschnitten. Wenn ich z.B. meinen (netten) Schwiegertiger mal drauf anspreche, ob sie denn "irgendwann"mal besondere Wünsche bzgl. ihrer Beerdigung hat, dann weißt sie das alles weit von sich. Dabei wäre ich so froh, wenn sie mit mir darüber sprechen würde. Weil dann könnte ich es doch auch mal genau so machen, wie sie es gerne gehabt hätte. Aber sie meint immer, wenn sie darüber spricht, dann ist es morgen so weit. In meiner eigenen Familie sprechen wir schon mal drüber. Auch, was ich nicht will, oder was unbedingt. Was für mich überhaupt nicht geht, das sind riesige Kränze nach dem Motto: Je größer der Kranz, um so größer die Liebe.............. Regelmäßig ins Gehege komme ich mit Männe, wenn er meint, man brauche einen "Ort zum Trauern". Das kann ich doch überall. Auch auf dem Sofa. Aber da werden wir wohl nie einer Meinung sein................... So richtig zu Herzen ist mir der Unfalltod des Sohnes meiner Freundin gegangen. Unsere Buben waren gleich alt. Nur 1 Tag Unterschied. Da hatte ich (neben meinen Eltern und meiner Großmutter) richtig lange dran zu beissen. Eine ehemalige Kollegin habe ich auch verloren, aber wir waren "eben nur Kolleginnen". Betroffen war ich aber schon auch, vorallem der Junge, der damals wohl so 16 war, hat mir leid getan. Aber ich bin auch um jeden Tag froh, an dem mich keine Hiobsbotschaft ereilt. Schönen Abend noch und lg von inge
Vielen Dank für Eure Antworten. Viel Kraft bei der Trauerbewältigung wünsche ich allen Betroffenen.
ich denk mal eher, daß viele mit deinem beitrag weiter unten nix anfangen können. du hattest lange zeit keinen kontakt.. man weiß auch nicht warum sie gestorben sind. kommen viele faktoren zusammen. bei mir ist vor zwei wochen eine ehemalige sandkastenfreundin tötlich verunglückt :( ich hatte sie damals nach der 6. klasse aus den augen verloren, weil wir auf zwei verschiedene schulen gegangen sind. und sie lernte auch dann ganz woanders als ich. wir hatten viele jahre keinerlei kontakt. Dann hab ich sie vor ein paar wochen zufällig bei facebook gefunden und sie kontaktiert. seitdem hatten wir wieder kontakt. dann hörte ich von dem schlimmen unfall bei uns auf der bundestraße, und daß eine 41 jährige ums leben kam. ich dachte mir erstmal nix dabei, war auch keine annonce in der zeitung. erst nach ihrer beerdigung stand ein "nachruf" drin und daß die beerdigung im kreise der familie stattgefunden hat. ich war wie vor den kopf gestoßen. Auf ihrer facebookseite laß ich dann, daß sie wohl selbstmord beging :( wir hatten gerade mal zwei wochen wieder kontakt. ich hatte nix dergleichen bemerkt, daß sie irgendwelche probleme hatte, außer daß sie geschieden ist. kinder hat sie keine, wollte sie auch nie.. so sagte sie mir das. viel hab ich nicht aus ihrem leben erfahren und nun ist sie weg. gedanken um meinen eigenen tot mach ich mir nur selten. ich habe vorgesorgt im fall der fälle, aber gedanken mache ich mir nicht. wenns passiert, dann ist es halt so. klar hat man angst, vor allem wenn man kinder hat, aber man kanns so gut wie nicht ändern. immer wieder lese ich anzeigen von verstorbenen, die wie ich 1970 geboren sind. manchmal kann man rauslesen daß sie schwer krank waren, manchmal steht da was von unfall. ich lese das, hake es dann aber ab. wenn ich mir bei jeder anzeige gedanken machen würde, hätte ich viel zu tun. es hilft einem auch nicht wirklich.