Elternforum Für Omas

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Hallo Marion Aufgrund deines Beitrags im PF an Baby186, habe ich mich ein bißchen in deine Geschichte eingelesen. Zwar bin ich noch nicht ganz durch, aber ich habe dabei eine gewisse Paralelle zu mir erkannt. Vielleicht kann ich dir einen kleinen Einblick in die Welt deiner ST geben. Mir geht es mit meiner Schwägerin, die gleich nebenan wohnt, ähnlich. Mir schwirren gerade tausend Gedanken durch den Kopf, und kann sie nicht sortieren. Es ist sehr schwer zu erklären, was in mir vorgeht, wenn ich an sie denke. Auch ich verschwende viel zu viel Zeit damit, darüber nachzudenken, wie sie bestimmte Dinge machen würde. Irgendwie habe ich immer das Gefühl, meine Schwägerin ist perfekt, und in ihren Augen mache ich alles falsch. Sie hat es noch nie offen gesagt. Würde sie wohl auch nicht. Aber da sind immer ihre Aussagen, die für sie vielleicht total belanglos sind, aber ich höre daraus: wenn ich dir das nicht sage, würdest du nie von selber drauf kommen. Das können solche Kleinigkeiten sein wie: ICH bügle keine Wäsche. Ich nehme sie zum RICHTIGEN Zeitpunkt von der Leine und falte sie sofort. Da wird das bügeln überflüssig. Ich höre daraus: wenn du das nicht so machst wie ich, bist du schön dumm. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie es für deine ST gewesen sein muß, als die Therapeutin dir bestätigte nichts falsch gemacht zu haben. In ihren Augen bist du die perfekte Frau ohne Fehler. Wahrscheinlich hat sie Angst, sich nie mit dir messen zu können. Es ist bestimmt etwas psychisches, denn erst in Gesprächen wir mir, wie wohl auch deiner ST, klar, wie unsinnig die "Vorwürfe" eigenlich sind. Es ist nur so, wenn man zu viel darüber grübelt, gerät man immer weiter in diesen Gedankenstrudel und "spinnt" sich alles mögliche zusammen. Irgendwie wünscht man demjenigen irgendwelche Fehler an den Hals. Ich gebe mich nach aussen zwar als sehr selbstbewußt obwohl ich ein sehr labiler und beeinflußbarer Mensch bin. Das ärgert mich ungemein, und ich lasse es dann an ihr aus. Während ich das hier schreibe, wird mir auch mein eigenes Problem bewußter. Nur habe ich, im Gegensatz zu deiner ST noch nicht den Schritt zu einer Therapie gewagt. Sicher wäre es gut für sie, wenn sie diese wieder aufnehmen würde. Ich werde nun aufhören, da mich das alles doch auch sehr aufwühlt. Ich hoffe aber, dir ein bißchen einen Einblick ermöglicht zu haben. Werde sicher wiedermal reinschaun. Lg und schönes WE Ingrid


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Na, das haut mich jetzt aber um, dass es diese Problematik nicht nur unter Schwiegermutter/Schwiegertochter, sondern auch unter Schwägerinnen geben kann *ggg*. Übrigens sind meine lieben Mitschreiberinnen hier im Oma-Forum im Wesentlichen zu derselben Schlußfolgerung gekommen wie du, dass meine ST mich als "perfekt" angesehen hat bzw. sich "an mir reiben" musste, wobei ich bis heute nicht weiß, das letzteres zu bedeuten hat, da ich mich als Mutter ihres Mannes nie in einer Konkurrenzsituation zu ihr gesehen habe. Die Sache mit dem perfekt sein treibt mir ungeachtet der ganzen tragischen Geschichte drumherum aber immer ein breites Grinsen ins Gesicht. In bin nun wirklich das baseligste Trampeltier unter der Sonne und kann nicht mal gut kochen. Von meinen sonstigen hausfraulichen Fähigkeiten gar nicht erst zu reden *ggg*. Mittlerweise kennen die "Sektenmitglieder" des Oma-Forums so viele Geschichten von mir, die mir den ersten Platz auf der nicht existenten "Deppenliste" gesichert haben, dass sie mir das mittlerweile sicher mehr glauben als in meinen ersten Wochen hier. Und da sie mich im September persönlich kennen lernen werden, bin ich sicher, dass mich danach niemand mehr auch nur annähernd als "perfekt" bezeichnen wird ;o))) Wobei - gerade lese ich deinen Text nochmal, und mir wird etwas bewußt: Ich wollte immer eine perfekte SM sein. Deshalb habe ich ja nichts von all dem getan, was "böse" SM überlicherweise tun, also Reinreden und Einmischen und ständig besuchen usw. Und ich habe das, was ich mir vorgenommen habe, auch durchgehalten. Das gibt ja selbst meine ST zu. Hmmm, heißt das, wenn ich mal ab und zu versucht hätte, ganz nach Klischee bei der Kindererziehung mitzumischen, hätte sie einen "richtigen" Grund gehabt, sich über mich aufzuregen und es wäre nicht nötig gewesen, sich böse Geschichten um meine Person auszudenken und in jedes Wort und in jede Geste von mir etwas fürchterliches reinzuinterpretieren? Och ne, das ist mir wirklich zu verdreht. Nun grübel ich gerade über dein Beispiel mit dem Aufhängen der Wäsche (was ich übrigens genauso mach wie deine Schwägerin, also ganz penibel aufhängen, gut glattstreichen, und man muss nur noch Hemden und Blusen bügeln. Ich bin nun mal 'ne faule Socke *ggg*). Mir hat mal eine Tante den Marsch geblasen, als mein Sohn noch ein Baby war und mir die Hausarbeit über den Kopf gewachsen ist. Ich habe damals tatsächlich noch Socken und Unterhosen gebügelt, und ich trau mich kaum, es zu schreiben, aber sogar die Aufhänger an den Handtüchern *schäm*. Von ihr kam dann der Hinweis, wie es einfacher geht, und so mache ich es bis heute und bin ihr auch bis heute dankbar für den guten Tip. Oder sie sah mal, dass ich, als mein Sohn laufen lernte, täglich alle Schränke im unteren Bereich, wo er sich immer abstützte, abwusch. Sie fragte, warum ich das mache, man würde das doch gar nicht sehen. Ich Dumpfbacke beugte mich mit verdrehtem Oberkörper runter und sagte: "Doch, wenn man SO guckt, sieht man die Handabdrücke!" Daraufhin bekam sie einen Lachkrampf und fragte mich, wer außer mir denn wohl so meine Schränke betrachtet? Ich habe mitgelacht und mein Leben war von da an wieder etwas leichter. Was also ist denn verkehrt an guten Tips, die einem das Leben erleichtern? Mir persönlich ist es da völlig wurscht, in welcher Form die an mich rangetragen werden. Wenn sie gut sind, nehm ich sie mit Handkuß an. Und im Umkehrschluß: Wenn ich dann so einen tollen Tip weitergebe, mache ich das nicht, um der anderen Frau zu zeigen, was für eine tolle Hausfrau oder was auch immer ich bin, sondern um es auch ihr ein wenig einfacher zu machen. Das ist doch dann lieb gemeint! Vielleicht könntest du dich mit diesem Gedanken anfreunden? Aber ganz generell möchte ich sagen: Warum muss man sich überhaupt mit anderen vergleichen? Wir sind doch nun mal - zum Glück - alle anders. Sonst wäre es doch gähnend langweilig! Mach dich frei vom Konkurrenzdruck - auch welcher Basis überhaupt zwischen Schwägerinnen? Ne, dass Frauen immer so kompliziert sein müssen *ggg*. Aber ich finde, wenn man sein Problem schon so genau erkennt wie du, ist man auf dem besten Wege. Ich wünsch dir, dass du dich davon frei machen und dein Leben glücklich und zufrieden vor dich hin leben kannst :o) LG Marion