Mitglied inaktiv
Du schriebst unten, dass Kinder zu jung sein koennen, um einen Friedhof zu besuchen. Meine Dreijaherige Tochter war bei den Allerheiligen zum ersten MAl auf dem Friedhof, und zwar um das Grab ihrer Uroma, meiner Oma zu besuchen. Ich war auch zum ersten MAl da. Und der einziger Grund, warum ich nicht losgeheult habe, weil meine Mutter schon die ganze Zeit weinte, ihre HAende in die Erde grub und die Erde streichelte, da wollte ich ihr eine standhafte Stuetze sein. Ich finde nicht, dass Kinder zu jung fuer einen Friedhof sein koennen. Es gehoert zu unserem Leben dazu, wie auch andere traurige SAchen, und denke, dass man Kinder nicht nur die heile schoene Welt zeigen sollte, sondern auch die andere Seite. Unsere Oma nahm uns immer mit auf den Friedhof, weil sie viele Graeber pflegte, und ich fand das als Kind nicht grausam oder schrecklich, sondern einfach nur auf einer unerklaerlichen Art und Weise zwar sehr traurig, aber andererseits sehr friedvoll und ehrfurchteinfloessend. Ich wurde mit dem Tod fast woechentlich auf unserem Dorf konfrontiert, weil immer jemand gestorben ist und wir zur Beerdigung gingen. Ich begriff den Tod als etwas, worueber ich mir noch keine Sorgen machen musste, aber etwas, wovor ich grossen REspekt hatte und was fuer mich das groesste Lebensgeheimnis bis heute blieb. Nur meine Zwillingsschwester verkraftete es schlechter, die konnte dann tagelang nichts essen, sie hatte irgendeine komische MAgenabneigung gegen die Toten. Ich habe auch wieder nach 12 JAhren das Dorf gesehen, wo wir jeden Sommer bei meiner Oma verbrachten. Ich habe es kaum wieder erkannt. Was mir damals so liebevoll und prachtvoll erschien, sah an dem Tag schaebig, runtergekommen und traurig aus, im niemals endenden Dauerregen, der alle meine erinnerungen mir von der Seele waschen wollte.
Hallo saulute, ich fürchte, ich hab im Thread von Schnuller72 nicht wirklich rüberbringen können, worum es mir ging. Ich versuchs noch mal. Also, ich selbst hab ein völlig unverkrampftes Verhältnis zum Sterben und zum Tod. Und so habe ich auch meinem Sohn gegenüber nie ein Geheimnis darüber gemacht, dass alle Lebewesen sterben müssen. Mir ging es ganz ausschließlich darum, dass es trotzdem ein sensibles Thema ist, das ich nicht einfach in eine Gruppe von Kleinkindern werfen kann. Es werden mit Sicherheit immer einige dabei sein, die in der Familie noch keine Verluste erlebt haben und auch noch keinen Friedhof besucht haben oder mit den Eltern über den Tod gesprochen haben. Und für diese Kinder kann es ein Trauma werden, so ins eiskalte Wasser geschmissen zu werden. Denn die Erzieherin kann sich in dem Moment nicht um jedes einzelne Kind in der Gruppe kümmern, ich bezweifle, dass sie erkennt, wenn eines der Kinder damit überfordert ist. Und das sollen dann die Mütter zuhause ausbaden... Nein, ich bleibe dabei. Niemand kennt ein Kind besser als seine Mutter. Und nur sie soll entscheiden, wann und wie sie mit ihrem Kind über Tod und Sterben spricht und wann das Kind zum ersten Mal einen Friedhof besucht. Natürlich kannst du ein 3-Jähriges Kind mit auf den Friedhof nehmen. Ich bezweifle aber, dass die versteht, worum es geht. Vielleicht sagt sie sogar, hier "wohnt" Uroma. Aber die wirkliche Bedeutung kann sie noch nicht erfassen. Ich vergleiche das mal damit, wenn ich mir mit meinen Enkelkindern die Kinderfotos meines Sohnes ansehe. Die 3-Jährige kann nicht umsetzen, dass das Kind auf den Bildern ihr Vater ist. Sie sagt dann Dinge wie: Und dann hab ich den Papa auf den Arm genommen, als er ein Baby war, nicht? Das ist einfach noch zu abstrakt für sie. Und genauso wenig würde sie wahrscheinlich verstehen, wenn wir ihr jetzt sagen würden, dass tote Menschen in eine Kiste kommen und vergraben werden, mal ganz platt gesagt. Maritas Sohn Alex, um den es hier ging, ist aber schon 6, er versteht das sehr wohl. Und in dem Moment, wo Kinder begreifen, was ein endgültiger Abschied bedeutet, was der Besuch auf dem Friedhof bedeutet, da kommen wir in einen heiklen Bereich. Und da würde ich einfach nicht wollen, dass mein Kind, das auch noch wie in Alex' Fall vor nicht allzu langer Zeit mit dem Verlust eines Geschwisterchens konfrontiert wurde, dem ohne meine Unterstützung ausgesetzt ist. Es gibt Dinge, die ich in der Erziehung ausschließlich mir vorbehalte, wo keine Erzieherin ein- oder vorzugreifen hat. Und für mich gehört das Thema Tod absolut dazu. Übrigens auch aus dem Grund, weil ich nicht wollte, dass meinem Kind gesagt wird, der "liebe" Gott hätte den Verstorbenen zu sich geholt. Ich hab da andere Vorstellungen und will die an mein Kind weitergeben. Allerdings finde ich es genauso falsch, wenn Eltern dieses Thema einfach unter den Tisch fallen lassen, weil sie vielleicht selbst ein Problem damit haben. Kenne ich z.B. von meinem Mann. Ich hab schon vor fast 30 Jahren verfügt, dass ich verbrannt und anonym beerdigt werden will. Seitdem versuche ich wenigstens herauszufinden, ob er einen Sarg oder eine Urne bevorzugen würde ;o). Geht nicht, er ist nicht in der Lage, darüber auch nur nachzudenken. LG Marion PS: Geht es besser mit dem Schlucken? Und geht Emilia noch in den Kiga?
Meine Schluckbeschwerden sind immer noch praesent. Heute durften in einem restauraunt ungefaehrn 50 Leute zusehen, wie ich ein Mundvoll Wasser zu mir genommen habe, habe mit aufgeblasenen Backen versucht, es runterzuschlucken, ging nicht, dann habe ich das Wasser uber den Tisch ausgepustet oder ausgekotzt, da hat jeder geglotzt, nach dem moto, wie asozial ist sie denn. Ich musste sofort das restaraunt verlassen. Heute habe ich meinen Job gekuendigt, weil wir ich dort das mobbing nicht mehr aushielt, und wir gehen ende JAnuar nach Deutschland zurueck. Alles waere fuer mich ein Grund zum Feihern, wenn nicht die Wohnung meiner Eltern, das muss ich noch managern. Ich schaetze, wenn das vorbei ist, habe ich keine Schluckbeschwerden mehr.
Mensch, DAS sind doch mal gute Nachrichten! Natürlich nicht, dass du aus dem Restaurant geflogen bist, aber irgendwann wirst du diese Geschichte zur Belustigung deiner Freunde erzählen... Aber dass du gekündigt hast und vor allem, dass es jetzt einen festen Termin gibt für das Nachhausekommen! Alles andere wird sich finden. Ich freu mich wirklich für dich ;o).
Darf ich auch nochmal zu diesem Thema??? Also ich finde es eigentlich völlig okay, wenn Kindergärten solche "Ausflüge" unternehmen! Konfessionelle Kindergärten haben einen religiösen Erziehungsauftrag. Selbstverständlich sollte das Thema Tod wie alle anderen schwierigen Themen kindgerecht behandelt werden und auf mögliche Sonderfälle (wie z.B. ein sehr sensibles Kind wie Alex) muß Rücksicht genommen werden. Das ist ganz klar! Nur inwiefern Rücksicht genommen wird, hängt ein ganzes Stück von den Eltern ab! Wenn die Aktivitäten des Kindergartens bekanntgegeben werden, ist es an ihnen zu sagen: Nein, mein Kind wird aus den und den Gründen nicht teilnehmen! So weit Marita erzählt hat bzw. ich sie verstanden habe, hat sie den Ausflug zur Kenntnis genommen, aber da Alex an besagtem Tag nicht im Kindergarten war, ist sie nicht näher drauf eingegangen.Das der Ausflug einen Tag verschoben wurde, wußte sie nicht. Vielleicht liegt da etwas der Hase im Pfeffer: Wenn sie von vorneherein gesagt hätte, dass Alex in keinem Fall mit auf den Friedhof gehen soll, dann wäre es vermutlich egal gewesen, wann der Ausflug stattfindet. Dann hätte der Kindergarten Rücksicht auf Maritas Wünsche nehmen MÜSSEN. So, wie es dann gelaufen ist, ist es wohl einfach Pech. Allerdings weiß ich von Marita und auch Ingrid, dass die Mitarbeiter des Kindergartens sich generell nicht besonders kompetent verhalten haben. So kann ich Maritas Wut über die Reaktionen der Gruppenleiterin sehr gut verstehen! Inwiefern ich mal einen KiGa-Trip auf den Friedhof zustimmen werde, an dem Leonie teilnehmen soll, weiß ich derzeit noch nicht. Leonie war zwar schon als Säugling immer mal wieder auf dem Friedhof (ihre Oma und ihren Bruder besuchen, immer wenn wir mal in Männes alter Heimat sind) und wir werden auch dieses Jahr Weihnachten wieder ein Geschenk für ihren großen Bruder aufs Grab legen, aber noch ist sie seeeehr klein! Vieles versteht sie noch nicht... Ich denke, ich werde einfach noch abwarten, wie der kleine Irrwisch sich weiterhin entwickelt und wir werden weiterhin unsere unregelmäßigen Besuche bei der verstorbenen Verwandtschaft machen. Falls ich dann im Falle eines Falles doch feststellen sollte, dass Leonie zu sensibel ist, kann ich immer noch "Nein" sagen! So, nachdem ich mich jetzt wieder mal in meine eigenen Worte verheddert habe, kann ich nur hoffen, dass Ihr Euch durch das Wirrwarr durchkämpfen könnt! Werde mich jetzt mal langsam in die Puschen schwingen und mit meiner Tochter einkaufen fahren :-) Liebe Grüße und einen schönen Tag wünscht Stefanie