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Meine Mutter baut sehr ab :(

Meine Mutter baut sehr ab :(

Mitglied inaktiv

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Da dies hier ein Oma-Forum ist, denk ich, bin ich schon irgendwie richtig. Ihr kennt sowas sicher teilweise auch. ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll.. zu meiner geschichte: Meine Mutter und oma meiner kinder ist nun 72 jahre alt und baut immer mehr ab. ihr arzt meinte auch, sie leidet schon an demenz, zwar noch an einer leichten form, aber es ist demenz. ich erlebe es jeden tag, und immer kommt neues hinzu. - neulich rief sie mich an abends um 21 uhr, weil sie nicht mehr wußte, wie sie ihren fernseher umschalten kann vom ZDF auf RTL. - gestern nacht um 3 uhr rief sie an, weil sie einfach nicht mehr die uhrzeit wußte. sie dachte wie haben frühen abend :( - dann rief sie noch an gestern, ob ich für sie geld holen könnte mit ihrer EC-Karte. Als ich sie nach ihrer PIN fragte, meinte sie, sie hat keine PIN. sie muß nur die karte reinstecken, geld eingeben und schon kommt es. ich hab ihr dann aber erklärt, daß es nicht sein kann, sie muss eine geheimzahl haben. aber sie stritt es ab. das ging eine zeitlang hin und her, bis sie endlich meinte, ob ich wohl diese telefonnummer meine, die sie eingeben muß. ahja.. ok.. - letzte woche ging es ihr sehr schlecht und es kam raus, daß sie ihre tabletten nicht richtig eingenommen hat. sie weiß auch nichtmal, welche tabletten sie nimmt und für was die sind. ich hab jetzt mal mit ihrem hausarzt geredet, er meinte auch, er merkt das immer mehr, weil sie sich oft an termine nicht hält oder zur falschen zeit kommt. wir sollten uns vielleicht mal überlegen, ob wir nicht die diakonie einschlaten wollen, die ab und an nach dem rechten guckt und sich vor allem um die medikamente kümmert. aber genau das will meine mutter nicht, sie mag niemanden in ihrer wohnung haben der fremd ist .. aber so gehts auch nicht weiter. ich kann mich nicht dauernd um sie kümmern, da ich in einem anderen ort wohne. aber genau das bildet sie sich ein. sie ruft dauernd an und will daß ich komme. das geht aber so nicht. einmal die woche fahr ich sie einkaufen, das mach ich auch gerne, aber während der woche hab ich keine zeit und auch kein auto, um dauernd zu ihr zu fahren :( ich hab jetzt schonmal aus wut zu ihr gesagt, wenn sie die diakonie nicht will, dann muß sie eben in ein betreutes wohnen .. oh wie sauer sie da war. aber lange geht es nicht mehr gut, vor allem wenn sie jetzt schon anfängt und ihre medikamente durcheinanderbringt. ich richte ihr jeden samstag die medikamente für eine woche in ihre boxen, die beschriftet sind nach datum. aber für mich ist das auch eine große verantwortung und ich bin kein medizinischer dienst. ich hab dauernd bammel, ich könnte mal was vergessen oder verwechseln. meine mutter muß sehr viele medikamten nehmen Wie geht man da am besten vor? und vor allem, wie bring ich sie dazu, sich endlich helfen zu lassen. (nicht nur von mir)


Flora61

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Hallo Christine, Ja das ist schlimm.meine Mutter ist im gleichen alter,73jahre. Nach zwei schweren Herz ops hat ihr Gehirn gelitten.sie ist auch Dement und es wird trotz Medikamenten immer schlimmer. Oft weiß sie nicht welcher Tag?welche Uhrzeit?wie lang verheiratet?wo ist dies und das? Sie deckt morgens den Tisch für 6 Personen,dabei sind sie nur zu zweit.das ist der große Vorteil,mein Vater ist noch da und regelt alles,was so anfällt.trotzallem bin ich natürlich gefragt.arztbesuche,einkaufen usw.erledige ich mit ihnen.ich stelle mit auch immer die frage,was passiert wenn mein Vater mal nicht mehr wäre? Meine Eltern liebe ich sehr und könnte mir niemals vorstellen,wenn meine Mutter einmal alleine wäre,sie ins Pflegeheim zu geben.hilfe von außen würde sie auch nicht annehmen!sie zieht sich auch immer mehr zurück und hat keine Freude mehr an Einladungen.nur innerhalb der Familie mit den Kindern und Enkelkindern und jetzt auch Urenkeln fühlt sie sich wohl. Vielleicht hast du die Möglichkeit eine liebe Nachbarin deiner Mutter oder eine wirklich gute Freundin zu bitten,soviel wie möglich nach deiner Mutter zu schauen.notfalls muss man die Diakonie einfach kommen lassen und die erste zeit mit da bleiben,damit deine Mutter sich an die neuen Gesichter gewöhnt. So haben wir es auch bei meiner Schwiegermutter gemacht.sie hatte es auch strikt abgelehnt.wir ( mein Mann und ich) sind fast ein Jahr jeden morgen,Mittag und Abend hin und haben sie versorgt.als sie jedoch auch große gesundheitliche Probleme bekam,musste auch der Pflegedienst kommen.mit der zeit hatte sie sich daran gewöhnt und es war gut. Hoffe für dich,ihr könnt eine Lösung finden! Sicherlich werden dir noch andere hier brauchbare Tipps vermitteln können! Alles gute für dich und deine Mutter! Lg


Trini

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Meine Schwiegermutter hat Alzheimer - ziemlich schlimm schon. Sie ist jetzt zwar schon 83, aber begonnen hat es mit Mitte 70. Als Schwiegervater noch lebte, hat er viel "kaschiert", nach seinem Tod ging es rasant bergab. Und leider sah ihr Hausarzt damals auch auf unsere nachfrage hin keinen Handlungsbedarf. Ausreichend früh behandelt, kann man noch viel abbremsen. Deshalb solltest Du JETZT Deinen Mut zusammennehmen und hart bleiben. Mach einen Termin beim Hausarzt ohne sie und besprich alles: 1. Überweiseung zum Neurologen zwecks genauer Diagnostik und Medikation. 2. Verordnung von Behandlungspflege (zahlt die Krankenkasse und nicht die Pflegeversicherung) zwecks Medikamentengabe. Die müssen keinen Schlüssel bekommen, wenn Deine Mutter das nicht will. Wenn das nicht reicht, muss man über häusliche Pflege oder sowas wie Tagespflege nachdenken. Dazu braucht es aber eine Pflegstufe und die ist bei leichter Demenz illusorisch. Kannst mich auch gern anPMen, bin aber die nächsten zwei Wochen im Urlaub. Trini


tiktak

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Hallo Christine, leider kann ich Dir keinen Rat geben,da ich keine Erfahrung diesbezüglich habe. Aber ich denke,Du hast schon einige hilfreiche Tipps bekommen. Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit und denke auch,ohne professionelle Hilfe wird es nicht gehen,alles Gute für Dich und Deine Mama!


Mitglied inaktiv

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Hallo, die Mutter einer Bekannten hat auch Demenz und im Anfangsstadium gibt es noch sehr viele Übungen und Tipps, auch von sog. "Selbsthilfegruppen, die Dementen Hilfestellungen geben und auch Angehörigen, wie sie mit der Krankheit umgehen müssen. Es ist für die Kranken nicht leicht, solange sie merken, dass sie immer vergesslicher werden dies zu akzeptieren und erst recht nicht für die Kinder, wenn sie mit ansehen müssen, wie sehr der geliebte Mensch zusehends vergisst und in seiner Welt lebt. Es sind gerade im Anfangsstadium einfache Hilfestellungen, die allen Beteiligten helfen. Das fängt bei der Einrichtung der Wohnung an und hört bei der Bewältigung des Alltages auf. Frag doch mal den Hausarzt deiner Mutter, da gab es vor etwa 3 bis 4 Jahren ein Pilotprojekt, ich würde auch mal in einem Pflegeheim für Demente fragen, was du alles für deine Mutter tun kannst und evt. einen Gerontologen an der Klinik. Ich wünsche dir viel Kraft und deiner Mutter noch eine lange beschwerdefreie Zeit !!! LG


Mitglied inaktiv

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selbsthilfegruppen habe ich sogar eine in ihrem ort gefunden und die wäre auch immer samstag nachmittag. ich hab meiner mama sogar angeboten, sie immer hinzufahren und am anfang mitzugehen, wenn sie das möchte. aber sie will da partout nicht hingehen. sie braucht sowas nicht. bei ihr ist alles in ordnung und ihre vergesslichkeit sei ganz normal. sie sei halt nicht mehr die jüngste. meine schwiegermutter ist nur einen monat älter als meine mutter und sie fährt sogar noch auto. sie ist geistig total top. da merkt man rein gar nix :( das haben wir halt als vergleich. meine mutter wurde in den letzten jahren sehr oft operiert (künstliches schultergelenk, knöchel gebrochen, handgelenk gebrochen, bypässe, darmkrebs) und immer nach den OPs war es ganz schlimm. sie erkannte teilweise ihre enkelkinder nicht mehr. aber das wurde dann mit den wochen wieder ein wenig besser, aber so ganz ging es nicht mehr weg. sie war dann letztes jahr im november in einer psychiatrischen klinik und dort wurde schon die diagnose "beginnende Demenz" gestellt. sie bekam übungen mit nach hause, die sie natürlich nicht durchgezogen hat. braucht sie alles nicht. meine freundin hat in etwa das selbe durchgemacht, als ihre schwiegermutter einen leichten schlaganfall hatte. sie wollte auch nie hilfe von außen haben. ich konnte es damals gar nicht verstehen, wieso meine freundin oft so sauer reagiert hat. doch jetzt weiß ich WARUM. Es zerrt schon sehr an den nerven. und hin und wieder würde ich meiner mutter auch am liebsten mal den kopf waschen, aber ich hab mich dann meist schon noch unter kontrolle. aber wie lange geht das noch gut? ich kümmere mich viel um sie und nehme ihr schon sehr viel ab. aber auch ich hab meine grenzen. ich mach mir sogar vorwürfe, weil ich nicht öfter für sie da sein kann. aber muß ich mir vorwürfe machen? ich werd mal einen termin bei ihrem hausarzt ausmachen und das mit der diakonie anleiern. den tipp, am anfang mit anwesend zu sein find ich gut. das wäre machbar. man hört ja öfter, daß ältere menschen keine hilfe wollen, außer von der verwandtschaft. meine mutter hat auch keine freundinnen, nur eine nachbarin die ab und an nach ihr sieht und für sie kleine einkäufe erledigt, wie z. b. mal in die apotheke gehen oder rezepte vom arzt abholen. Aber sie hat auch nicht jeden tag zeit. ich werd mal einige tipps ausprobieren. Vielen lieben dank an alle


fabiansmama

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Hallo, sowas ist nicht leicht! Wir hatten das mit meiner Oma. Anfangs war meine Mutter oft auch nur genervt und manchmal auch richtig sauer auf ihre Mutter. Sie wohnte mit im Haushalt, das machte zwar einiges leichter, vieles aber auch schwerer, weil man so gar keinen Abstand hatte. Als dann irgendwann bei einem ihre unzähligen Krankenhausaufenthalte die Diagnose kam, half es meiner Mutter immerhin ein bisschen, weil sie es zumindest verstehen und einordnen konnte. Ganz schlimm war es immer, wenn sie im KH lag. Mein Bruder sagte oft, Oma gibt ihr letztes bischen Verstand an der Pforte ab und nimmt es bei der Entlassung wieder mit. Klingt richtig fies, aber er hatte recht. Dann hatte sie nach einem Sturz drei OPs in sehr kurzer Zeit und danach ging es rapide bergab. Mit jeder Narkose wurde es schlimmer. Sie hat sich davon auch nicht mehr erholt und starb etwa 9 Monate nach dem Sturz, war aber auch schon 83 und meine Mutter hatte viele harte Jahre hinter sich. Ich habe jetzt nicht wirklich einen Tip für dich, denn auch meine Mutter hat erst sehr spät die Hilfe eines Pflegedienstes in Anspruch genommen (erst nach dem Sturz). Aber ich wünsche dir starke Nerven für die Zukunft. Es ist nie leicht, wenn man zusehen muss, wie geliebte Menschen immer mehr in ihrer eigenen Welt leben. Meine andere Oma ist übrigens auch topfit, mittlerweile über 90, lebt in einem betreuten Wohnen, hat sich aber bis vor einem halben Jahr noch komplett selbst versorgt. Jetzt nimmt sie das essen im angeschlossenen Pflegeheim in Anspruch und hat eine Putzfrau. Sie hatte vor einem halben Jahr eine Lungenembolie, von der sie sich aber fast vollständig erholt hat. Sie ist auch das absolute Gegenteil meiner anderen Oma, wenn auch genauso stur. LG