Elternforum Für Omas

@marion ---- von unten hochhol *g*

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hatte gar nicht mehr gesehen, dass du zum thema unten noch was gefragt hast, aber besser spät als nie... *g* du fragst nach möglichen helfern... da gibt es viele. ABER die voraussetzung ist eben, dass betroffene diese hilfe auch wollen und annehmen können. vielen menschen geht es schlecht und sie könnten etwas an ihrer situation ändern. bestes beispiel hier ist die frau, die regelmäßig von ihrem mann verprügelt wird. die meisten fragen sich "warum lässt sie sich das gefallen? warum verlässt sie ihn nicht?" die antwort ist recht einfach: weil wir alle eine wahl haben. wenn ich bei diesem beispiel bleibe bedeutet diese wahl: entweder gehen, ein neues leben anfangen, sich etwas neues aufbauen oder bleiben und weiter prügel einstecken. für uns wäre die antwort klar. aber wir sehen das eben von außen, von innen betrachtet kann die sicht wieder ganz anders sein. würde die frau sich entscheiden, den mann zu verlassen, dann würde sie ins ungewisse ziehen. sie weiß nciht, wo sie hin soll (wie geht es nach dem frauenhaus weiter?), ob ihr mann sie vielleicht verfolgt, aufspürt und ihr noch schlimmeres antut, wovon sie leben soll, ob sie ihr leben alleine gemeistert bekommt usw. usw. das ungewisse macht angst. demgegenüber stehen die schläge mit den damit verbundenen schmerzen, aber auch etwas vertrautes, das sicherheit gibt. vielleicht sogar die illusion eines starken mannes an der seite... also warum wählen die meisten frauen in solchen situationen so lange den weg der schmerzen? weil sie gelernt haben, damit umzugehen und weil es das ist, was sie kennen. hilfen gibt es viele, aber sie müssen auch angenommen werden. zu konkreten hilfen was alkohol oder andere drogen angeht: drogenberatungsstellen, unter umständen jugendämter (je nach alter der betroffenen), gesundheitsämter, ärzte, psychologische beratungsstellen, therapeuten, selbsthilfegruppen, unter umständen sogar lehrer (bei schülern und wenn diese lehrer ihr handwerk verstehen + vertrauenspersonen sind) usw.... es gibt wirklich viele. aber all diese helfer können nur hilfe zur selbsthilfe leisten. sie können einen weg in eine andere lebenssituation aufzeigen und ein stück weit begleiten, aber LEBEN muss der betroffene diesen weg selbst. wer den wirklichen willen hat, etwas in seinem leben zu ändern, der schafft das in der regel auch. ist der wille nicht stark genug, weil das gewählte ziel nicht wichtig genug ist, gehts schief.


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Das hier "das ungewisse macht angst. demgegenüber stehen die schläge mit den damit verbundenen schmerzen, aber auch etwas vertrautes, das sicherheit gibt. vielleicht sogar die illusion eines starken mannes an der seite... also warum wählen die meisten frauen in solchen situationen so lange den weg der schmerzen? weil sie gelernt haben, damit umzugehen und weil es das ist, was sie kennen." jagt mir Schauer des Entsetzens über den Rücken *schüttel*. Wohl weil ich fürchte, dass das stimmt. Und was den 2. Absatz deines Beitrag angeht: Das finde ich sehr entmutigend, aber genau das hatte ich auch befürchtet. Umso glücklicher schätze ich mich, dass mein Sohn nie in eine solche Situation geraten ist. Auch wenn er uns nie wirklich Sorgen gemacht hat, so war doch die Pubertät auch für uns eine heftige Zeit. Und ich bin absolut sicher, wäre er z.B. dabei gewesen, in Alkohol- oder Drogensucht abzugleiten, hätte ich ihn ab ca. 15 definitiv nicht zum Arzt, Erziehungsberatungsstelle, Selbsthilfegruppen oder wohin auch immer schleppen können. Deshalb habe ich mich immer gefragt, wie kann man einen Jugendlichen in so einer Situation erreichen. Nach deinen Ausführungen würde ich vermuten, der Jugendliche, der SELBST Hilfe will, würde sich dann bei einer an sich gesunden familiären Situation wahrscheinlich dann zuerst an seine Eltern wenden. Und wenn er nicht will, steht mal als Eltern hilflos und verzweifelt daneben, seufz... Das berührt nun wieder unser Thema von neulich, wieviel Einfluß wir von Pubertät an noch auf unsere Kinder haben. Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast. *undmalebeneindankgebetsprecheweildieserkelchanmirvorbeigegangenist* Einen schönen Abend wünsch ich dir! LG Marion


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die is auch soz-päd und arbeitet in der drogen-prävention *g*


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ich glaube, da wäre doch sicher einiges mit zu vermeiden, wenn das mal konsequent betrieben würde. Vorsorgen ist eben immer besser als heilen. Aber für so wichtige Sachen ist ja immer zu wenig Geld da. Mir persönlich wäre auch lieber, die Kinder würden Erziehung in der Schule lernen statt Integralrechnung. Das eine brauchen fast alle mal, das andere nur die wenigsten, und die würden es dann, wenn es berufsbedingt wirklich benötig wird, auch noch im Studium bzw. in der Ausbildung lernen können.


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Mir wird gerade erst die Doppeldeutigkeit deiner Betreffzeile bewusst, grins...


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also an prävention wird schon auch einiges gemacht. besagte cousine arbeitet zum beispiel auch im gesundheitsamt. die machen halt ne menge aktionen, gehen in schulen usw. aber alle kann man nicht erreichen, es gibt immer welche, die sich sagen "da spassiert nur den anderen!" kann man leider nich ändern. kennst du den film "das weiße rauschen" ?


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Hallo, bevor ich los lege, kurze Nachfrage: darf ich hier schreiben? LG, AyLe


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Hallo AyLe, abgesehen davon, dass hier alle willkommen sind, lese ich deine Beiträge besonders gern. Leg los... LG Marion


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:)


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warum denn nich? hier sind alle willkommen, die nett sind :-)


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Fernsehen läuft bei mir eher nebenbei, ich wüßte gar nicht, wann ich mich wirklich mal für einen Film davor gesetzt habe. Reportagen eher, so wie die, von der ich dir erzählt habe. Und im Kino war ich glaube ich zum letzten Mal bei dem Film "Das große Fressen", ich glaub, da warst du noch gar nicht geboren *ggg*. Ach ne, da fällt mir ein, Maffay hat mal in einem Film mitgespielt, Der Joker oder so ähnlich. Das Langweiligste, was ich je gesehen habe, die Leinwand war permanent zu dunkel. Nein, meine bevorzugten Medien sind eigentlich eher lesbar *ggg*


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und turnst noch hier rum ??? :))


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die kommt nich in den chat und soviel zeit muss dann nunmal sein ;-)


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ob der im tv lief??? *g* jedenfalls gehts da um einen jungen typen, der durch drogen eine schizophrenie entwickelt. sehr gut gemacht, kann ich nur empfehlen ;-)


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was geht denn hier ab? Passiert hier heute etwa NOCH was? Wieso darfst du mich nicht vergessen? Was ist passiert? Boah, ich platze vor Neugier! Rücks raus!


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Also, nur kurz zu meiner Biographie: bin 33, lebe in dt.-türk. Ehe (wobei ich mittlerweile auch dt. bin), bin Mama eines Sohnes von 11 Monaten namens Leander und komme aus S-H. Aber noch viel wichtiger als die äußeren Daten ist mir zu schreiben, dass ich aus einer unglaublich strengen Erziehung hervorgegangen bin und dann in der dt. Gesellschaft etwas gelernt habe, dass mein Vater "Scheise-Egal" (bitte mit Suppen-S auszusprechen) genannt hat. Was meint er damit, wie hat mich das geprägt. Er, aus einer repressiven, patriarchalischen und gemeinschaftsorientierten Gesellschaft fand den Egalismus, als den er die Freiheit der individullen Entscheidung betrachtete, einfach nur absurd. Alles sollte erlaubt, nichts verboten sein? Alles sollte dem Einzelnen, nichts der Konvention überlassen sein? Und wo bleibt dann die Sitte, die Regel, das Verbindliche? Daher für ihn Scheise. Die dt. Gesellschaft war für ihn ver-/ beängstigend. Er sah Jugendliche (damals schon in den 80er Jahren), die am Freitagnachmittag sich zum Saufgelage am WE verabredeten. Wenn ich auch durch die humanistische Bildung am Gym und an Uni gegangen bin, wenn ich auch in ständiger Opposition zu meinem Vater gelebt habe (lebe?!), so habe ich in meinem Gepäck eine Last mitgenommen: Egalismus hat nichts mit Freiheit zu tun und Freiheit nichts mit Verwahrlosung. Ich bin nebenbei Nachhilfe-Lehrerin. Die Verwahrlosung auf hohem Niveau, nämlich jene, die Vorbilder und Grundfeste tangiert, erschreckt mich. Die Eltern weisen Drogen weit von sich, erwarten von ihren Kindern den verantwortlichen, sprich gemäßigten Umgang mit Alkohol. Aber nolens volens trifft man sich zur nächsten Grillparty und Vadder liegt besoffen am Grill, Mudder genehmigt sich einen nach dem anderen und beide sind am nächsten morgen indisponiert. Vor nicht langer Zeit haben sich einige im aktuellen über den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen echauffiert. Aber auf meinen Beitrag, wo denn die Jugendlichen die Vorbilder zu gegenteiligem Verhalten hernehmen sollen - Schweigen... Ich verteufele nichts - wirklich- jeder macht es für sich aus. Aber ich sehe mich in der Verantwortung. Denn ich kann von einem jungen Menschen, der sich, seine Welt und seine Grenzen austesten möchte, nichts verlagen, was Menschen höheren Alters nicht leisten können/ wollen. Ich und mein Mann trinken und rauchen seit 3 Jahren nicht mehr. Uns hat dazu die Einsicht bewogen, dass wir von etwas anderem bestimmt werden. Es ist so lachhaft. Eine Gesellschaft, deren Individuen sich als Freigeister definieren, die ihre Freiheit hoch achten (in den meisten Fällen), die sich nicht in Schubladen stecken lassen wollen, diese Individuen lassen sich von Alkohol und Drogen korrumpieren. Ach ja und noch eines war an meinem Vater gut: er hat sich Zeit genommen und das Thema Ernst genommen und war zumindest in dieser Frage stets authentisch. LG, AyLe tja, wer's bis hierher geschafft hat, kriegt einen virtuellen Kuss von Leander (11 Monate)


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Leander, mein ich *ggg*. Wir busseln nämlich gnadenlos zurück... Nun zum Thema: Wir hatten vor einigen Tagen schon mal das Thema, wie weit unser Einfluss auf die heranwachsenden Kinder nun eigentlich reicht. Wenn du nachlesen möchtest: http://www.rund-ums-baby.de/omas/mebboard.php3?step=0&range=20&action=showMessage&message_id=9059&forum=184 In erster Linie gehe ich natürlich erstmal konform mit dir, dass wir eine Vorbildfunktion haben. Notfalls auch im negativen Sinn. Mein Vater und meine Mutter waren Alkoholiker und starke Raucher. Ich bin Antialkoholiker (nicht mal an Silvester ein Glas Sekt), habe aber mit 12 Jahren angefangen zu rauchen und erst nach 30 Jahren wieder aufgehört. Mein Mann hat niemals geraucht, trinkt aber gern Alkohol. Auch mal im Übermaß. Ist allerdings dann von der friedlichen Sorte und wird höchstens anhänglich und wird dann ins Bett geschickt *ggg*. Unser Sohn hat nie geraucht, hatte zwischen 16 und 18 einige Räusche, die ich aber noch nicht mal bemerkt habe, und trinkt heute höchstens mal ein alkoholfreies Bier. Also waren, was den Alkoholkonsum angeht, meine Eltern Vorbilder im negativen Sinn. Das Rauchen dagegen hab ich mir abgeschaut. Mein Sohn dagegen hatte sowohl beim Alkohol wie auch beim Rauchen jeweils ein gutes und ein schlechtes Vorbild. Ich glaube also, dass noch mehr dazu gehört als nur das Vorbild der Eltern. Das sehe ich eher als Basis. Ich fühle mich nicht nur meinem Sohn und meinen Enkeln gegenüber in der Verantwortung. Ich bin ja ein Teil des öffentlichen Lebens, und damit habe ich für jeden Mitmenschen eine Vorbildfunktion. Mir scheint aber, dass es eine Form von grassierendem Egoismus gibt, die sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht. Mal ein ganz banales Beispiel: Ist dir schon mal aufgefallen, wie viele Autofahrer es nicht mehr für nötig erachten, vor dem Abbiegen zu blinken? Sie sind anscheinend der Meinung, es reicht, wenn SIE wissen, wohin sie fahren wollen *grmpf*. Was mir im Moment ganz besonders stinkt: kaum scheint die Sonne, fallen die Menschen wie die Vandalen in öffentliche Grundanlagen und Seegebiete ein, grillen dort, ob erlaubt oder nicht, und hinterlassen Tonnen von Müll. Wen interessierts, dass diese Grünanlagen der Allgemeinheit zu Erholungszwecken dienen? Hauptsache, ich brauch meinen Müll nicht mit nach Hause schleppen. Sollen doch andere sich danach bücken. Wie viele Menschen siehst, du, die tatsächlich den Kot ihrer Hunde entsorgen, wie es eigentlich ihre Pflicht ist? Wo kommen all die Menschen her, die in Waldgebieten und in Straßengräben ihren Sperrmüll entsorgen? Wer versucht nicht, bei der Steuererklärung ein paar zusätzliche Euros rauszuschlagen? Warum wäre es meiner Generation nie eingefallen, fremdes Eigentum mit Spraydosen zu verschandeln? Das kann man endlos weiterführen. Alle Werte, die das Zusammenleben nicht nur im Familienkokon erträglich machen, scheinen zu schrumpfen bis zur Nichtigkeit. Wieso denken die meisten ständig nur an ihre eigenen Belange und fühlen sich für nichts, aber auch gar nichts verantwortlich? Und – für mich besonders unerträglich – diese Geschichten unfassbarer Grausamkeit, dass Kinder von den eigenen Eltern gequält, getötet, eingefroren oder sonst wie „entsorgt“ werden mit einer Abgestumpftheit, die ich nicht mal ansatzweise verstandsmäßig erfassen kann. Hat es das in diesem Ausmaß wirklich immer schon gegeben, wie man uns erzählt? Jugendliche, die zu hasserfüllten Kampfmaschinen mutieren und versuchen, möglichst viele Menschen bei ihrem Amoklauf mit in den Tod zu reißen. Ich glaube, dass wir als Gesellschaft auf allen Ebenen versagt haben. Es ist sicher nicht in allen Fällen die alleinige Schuld der Eltern oder ihr Versagen, wenn die Kinder auf die schiefe Bahn geraten. Ich habe nicht mal ansatzweise Lösungsmöglichkeiten zu bieten. Leider. Ich habe nur große Angst davor, in was für eine Welt meine Enkelkinder hineinwachsen. Du sprichst von Verwahrlosung. Ja, das ist ein Wort, das mir oft durch den Kopf geht. Leider schon dann, wenn es um sehr kleine Kinder geht. Es macht Mühe, Kindern Werte zu vermitteln, ihnen Achtung vor Mitmenschen und vor fremdem Eigentum beizubringen, sie zu verantwortungsbewussten und mitfühlenden Menschen zu erziehen, die erkennen, dass ihre eigene Freiheit da endet, wo die eines anderen Menschen beginnt. Und immer weniger Menschen machen sich diese Mühe. Weißt du, was mich auch sehr erschreckt: Ich lese in vielen Unterforen des RuB, und auch wenn ich berücksichtige, dass hier keine „Diktate in Schönschrift“ abgegeben werden, entsetzt mich das Ausmaß an Rechtschreibdefiziten. Ich wusste vorher nicht, wie anstrengend es sein kann, einen Text zu lesen, der ohne Punkt, Komma und Absatz geschrieben ist, strotzend vor Fehlern. Oder hast du mal gehört, wie holprig manche Abiturienten einen Text vorlesen? Die Verwahrlosung, die im Elternhaus beginnt, scheint in der Schule ihre Fortsetzung zu finden. Du meintest aber doch auch nicht, dass eine repressive, patriarchalische Gesellschaft (gemeinschaftsorientiert lass ich mal außen vor) die Lösung sein könnte, oder? Ich verstehe dich da eher so, dass derjenige, der kulturell in strenge Riten und Gebräuche eingebunden ist, sich leichter tut, Regeln und Grenzen anzuerkennen, oder? Äh, wenn meine Texte noch länger sind als deine, liegt das lediglich daran, dass ich nicht so strukturiert und komprimiert schreiben kann wie du. Meine Mitschreiberinnen hier arbeiten dran, mich in die Richtung zu schubsen, bislang aber ohne Erfolg. Es handelt sich um ein lebenslanges Leiden *ggg*. LG Marion


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Hach, ich hab mal wieder auf dem Schlauch gestanden *ggg*. Da sollte gar nichts mehr kommen, du wolltest mir nach dem Chat nur noch mal das Köpfchen streicheln, gelle? Lieb von dir, schnief... Schlaf schön


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und deinem text zu ayle schließe ich mich an, gibt es nichts hinzu zu fügen


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Also mir bist Du auf jeden Fall willkommen :-) Ich mag Deine Beiträge (sind mir auch nicht zu lang, ich bin ja schließlich Oma´s gewohnt) und Deine offene, aber auch faire Art anderen Meinungen gegenüber... Wilkommen bei den Omas (und den Mamas, die sich hier tummeln) :-) Gruß, Elle


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Hab ja noch was Wichtiges vergessen: Ich zitiere aus deinem Beitrag: "Ich und mein Mann trinken und rauchen seit 3 Jahren nicht mehr. Uns hat dazu die Einsicht bewogen, dass wir von etwas anderem bestimmt werden. Es ist so lachhaft. Eine Gesellschaft, deren Individuen sich als Freigeister definieren, die ihre Freiheit hoch achten (in den meisten Fällen), die sich nicht in Schubladen stecken lassen wollen, diese Individuen lassen sich von Alkohol und Drogen korrumpieren." DAS ist etwas, was ich noch nie verstanden habe. Ich war EINMAL in meinem Leben richtig betrunken. Ich war 14, und als ich wieder zu mir kam, fehlten mir 3 Stunden meines Lebens. Ich hatte Glück, dass ein lieber Freund auf mich aufgepasst und mich nach Hause gebracht hatte. Sobald die Alkoholnebel sich aus meinem Gehirn verzogen hatten wusste ich: Ich will jede Minute meines Lebens BEWUSST verbringen. Ich will immer Herr meiner Sinne sein und mich nie schämen müssen für etwas, was ich im Rausch getan habe. Das Leben ist viel zu kurz und zu kostbar, um es so sinnlos zu verschwenden. Es bereitet mir, natürlich auch oder vor allem wegen der Tatsache, dass beide Elternteile Alkoholiker waren, große Schwierigkeiten, mit Betrunkenen oder auch nur Angesäuselten zusammen zu sein und mir dabei noch meine Achtung für sie zu bewahren. Denn ich habe schon als Kind, so traurig das ist, große Verachtung für meine Eltern verspürt. Ich werde nie verstehen, wie man sich nach einem Saufgelage später köstlich gemeinschaftlich darüber amüsieren kann, wie der eine sich vor versammelter Mannschaft seinen konsumierten Alkohol „noch mal durch den Kopf gehen lassen musste“ *börks*, der andere torkelnd den Weg nach Hause nicht mehr fand und ein Dritter lautstark gröhlend das ganze friedlich schlummernde Dorf aus dem Schlaf gerissen hat. Ich würde vor Scham vergehen, wenn mir etwas in der Art passieren würde! Und ganz unterirdisch finde ich die weit verbreitete Aversion angetrunkener Männer gegen Toiletten, die völlig ungeniert in aller Öffentlichkeit blankziehen und jegliches Grünzeug oder Gemäuer markieren müssen *schüttel*. Außerdem kriege ich Plaque, wenn ein Mensch mit wässrigen Augen und biergeschwängertem Atem mir auf die Pelle rückt und rührselig über Trivialitäten schwadroniert. Symptomatisch für „fröhliche Runden“ ist auch, dass mit fortschreitender Stunde der Lärmpegel steigt, sei es durch Musik, sei es durch Gesang oder Gegröle. Ich gönne meinem Mann seine Partys – wahrscheinlich nur, weil wir eine Partyhütte haben und ich in der Wohnung bleiben kann *ggg* -, aber Ärger gibt es regelmäßig zwischen uns, weil er zu später Stunde die Musik immer lauter dreht. Klar, eine sinnvolle Unterhaltung ist nicht mehr möglich, wenn niemand mehr einen klaren Gedanken hat geschweige denn einen normalen Satz formulieren kann. Das übertüncht man dann eben gern mal mit Lärm. Aber ich krieg nie aus meinem Kopf, dass rundherum vielleicht 20 Menschen den Krach mitkriegen, die heute nicht feiern, die müde sind und gern schlafen würden. Ist nicht so, dass ich NIE Spaß haben kann. Ich kann sogar ausgesprochen komisch sein. Aber immer nur, wenn mein Umfeld nüchtern ist und ich keine Monologe halten muss. Ein schönes Beispiel: Ich, als anerkannter Partymuffel, habe im letzten August ein Cousinentreffen in unserem Garten veranstaltet. Da meine Mutter 17 Geschwister hat, gibt es entsprechend viele Cousins und Cousinen, sowohl in der Nähe als auch weit verstreut. Es waren über 30 Leute. Alle sagten nachher einstimmig, es wäre einer der schönsten Tage ihres Lebens gewesen. Alkohol wurde naturgemäß sehr wenig getrunken, weil die meisten Auto fahren mussten. Und ich hatte mich ganz bewusst gegen jede Art musikalischer Untermalung entschieden, und zwar gegen jeglichen Rat meiner partygestählten Umwelt. Das hat dazu geführt, dass in allen Gruppen, an allen Tischen wunderbare Gespräche zustande gekommen sind. Es wurde unglaublich viel gelacht und auch manche Träne vergossen. Und man konnte verstehen, was die anderen sagten…. Es hat so richtig schön gemenschelt… Aufgefallen ist es niemandem, dass es keine Musik gab, aber als ich am Ende des Tages darauf aufmerksam machte, gab es einige nachdenkliche Gesichter. Ich glaube, wenn es in unserem Leben weder Alkohol noch Drogen gäbe, hätten sich einige Probleme von selbst erledigt. Aber selbstverständlich will sich kein „mündiger“ Bürger vorschreiben lassen, ob er sich mit was auch immer zudröhnt oder nicht. „Man gönnt sich ja sonst nichts“ oder „was hat man sonst schon vom Leben“ * kopfschüttel. Und einen weiteren Thread könnten wir aufmachen über die Perspektivlosigkeit der Gesellschaft, was die Situation auf dem Arbeitsmarkt betrifft. Auch das trägt dazu bei, dass die Spirale sich immer weiter abwärts dreht. Aber dieses Feld noch aufzurollen, können wir uns wohl sparen. Wir wissen alle, welche Auswirkungen das gerade auf die jungen Menschen hat. So, dies war mein Wort zum Montag. Nun geh ich einkaufen und dann mit meinem Patensohn und seiner kleinen Schwester spazieren. Bis später… LG Marion