Patricia Palme
Hallo zusammen Ich würde mich gerne mit Eltern austauschen, die Ähnliches erlebt haben. Meine Tochter ist 3 Jahre alt und reibt sich seit etwa ihrem 2. Geburtstag regelmässig über der Kleidung im Genitalbereich. Anfangs dachten wir, es sei eine normale Phase und haben dem nicht viel Bedeutung beigemessen. In den letzten Monaten hat es aber deutlich zugenommen. Mittlerweile macht sie es vor allem in Ruhephasen: beim Fernsehen, morgens nach dem Aufwachen (teilweise bleibt sie lange im Bett liegen), beim Einschlafen und manchmal sogar im Halbschlaf. Auch bei den Grosseltern oder der Tante macht sie es, ohne dass sie sich daran stört. Beim aktiven Spielen hingegen macht sie es praktisch nie. Früher hat sie sich zum Beruhigen immer an meinen Haaren festgehalten und daran gezwirbelt. Deshalb frage ich mich, ob das Reiben inzwischen ihre wichtigste Form der Selbstregulation geworden ist. Sie ist ansonsten ein fröhliches, sprachlich sehr aufgewecktes Kind, spielt gerne und entwickelt sich aus unserer Sicht normal. Körperliche Beschwerden wie Juckreiz, Ausfluss oder Schmerzen hat sie nicht. Einen Termin beim Kinderarzt werden wir trotzdem vereinbaren. Mich würden eure Erfahrungen interessieren: Hatte jemand ein Kind, das sich so häufig selbst stimuliert hat? Was hat euch geholfen? Habt ihr aktiv umgelenkt oder dem Kind einen privaten Ort dafür gelassen? Hat sich das Verhalten mit der Zeit wieder deutlich reduziert? Mir geht es nicht darum, sie für ihren Körper zu beschämen. Ich wünsche mir einfach, dass sie weitere Möglichkeiten zur Selbstregulation findet und dieses Verhalten nicht immer mehr ihren Alltag bestimmt. Vielen Dank für eure Erfahrungen.
Hallo, generell ist das natürlich harmlos, fast alle Kinder haben wohl so eine Phase, meine damals auch. Du kannst deiner Tochter sagen, dass das etwas ist, was man nur macht, wenn man allein ist. Und nicht, wenn andere dabei sind. Mit drei Jahren kann ein Kind dies schon verstehen. Da das Ganze aber momentan etwas überhand nimmt, würde ich überlegen, ob deine Tochter damit innere Spannungen abbauen muss. Da kommt einiges infrage: schwierige Phasen im Kindergarten, das Trockenwerden, falls die Eltern hier ungewollt etwas Druck machen, sehr oft auch zuviel TV-Konsum. Denn die schnellen buten Bilder überreizen das Gehirn kleiner Kinder sehr, das gilt auch für altersgemäße Sendungen. Ich würde sie maximal 30 Minuten am Tag schauen lassen, dasselbe gilt für Kindercomputer usw. Wichtig ist auch, dass kleine Kinder sich täglich draußen austoben können, nicht nur morgens im Kiga, sondern auch nachmittags. Sie wollen nicht im Zimmer sitzen und spielen, sondern sie müssen rennen, die Natur bei jedem Wetter erleben, klettern usw. Nur so werden sie Stresshormone wie Cortisol los, sie werden bei Bewegung an der frischen Luft abgebaut. Ich war mit meinen Kindern in diesem Alter täglich draußen, bei absolut jedem Wetter. Im Regen haben wir kleine Tropfmännchen aus Schlamm gemacht, die Kinder sind in Pfützen gepatscht, durften im Wald auf Baumstämmen balancieren, Männchen aus Tannenzapfen legen, an Waldbächen Hölzchen schwimmen lassen usw. Wenn man keinen Wald in der Nähe hat, tut's auch ein Park oder ein schöner Spielplatz. Der Mensch ist ein Outdoor- und Waldtier, das hat mit unserer Entwicklungsgeschichte zu tun. Viele Kinder aber sind zu viel drinnen. Bezeichnend ist, dass Kinder, die in Wald-Kigas gehen, kaum Ticstörungen oder ähnliche stereotype Gewohnheiten (wie das Selbstbefriedigen) entwickeln bzw. dass diese zurückgehen. Natürlich muss deine Maus deshalb nicht in einen Wald-Kiga wechseln, ich wollte nur sagen, dass es für Kinder nichts Heilsameres gibt als tägliche Bewegung in der Natur. Denn genau dafür sind sie gemacht – nicht für geschlossene Räume mit schicken Tapeten und buntem Spielzeug. Klar hilft das nicht von heute auf morgen, aber innerhalb von Monaten gibt es sicher eine Veränderung, gerade bei so sensiblen Hemdchen wie deiner Tochter, die offenbar leichter und mehr innere Spannung aufbaut als andere, "dickfelligere" Kinder. LG
Hört sich für mich erst mal eher unproblematisch an. Gute Infos zur kindlichen Sexualität gibt es zum Beispiel vom Institut für Angewandte Sexualwissenschaft der Hochschule Merseburg. Zum Beispiel ist für das erste Lebensjahr unter anderem angegeben "Genitales Lustempfinden bei Berührungen (Pflege, Kitzeln) durch andere und zufällige eigene Berührungen." und für das zweite/dritte Lebensjahr unter anderem: "Das Kind erzeugt lustvolle Gefühle durch Selbststimulation."
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