Elternforum Rund ums Kleinkind

Sehr unfreundlicher Nachbar - Kinderlärm

Sehr unfreundlicher Nachbar - Kinderlärm

liat

Beitrag melden

Hallo, ich habe aktuell leider immer häufiger sehr unangenehme Situationen mit dem Nachbar über uns. Er kommentiert meine Kinder abfällig sobald er ihnen im Hof oder so begegnet ("So ein Schreihals" zB) und ruft mir vom Balkon runter, ich soll mal anfangen, zu erziehen, es nerve. Ich habe zwei Kinder, 6 und 2 Jahre alt. Der Große ist Autist und schreit oft bzw. ist generell eher laut. Der Kleine ist grad in der Autonomiephase und schreit und weint auch öfter, wenn ihm was nicht passt. Ich weiß nicht, was ich da machen soll. Beides ist halt so, es sind Kinder, eins mit Behinderung (wir haben Pflegegrad 3). Ich würde ja gern mal mit ihm reden, mich entschuldigen, was ihm erklären oder so, aber er ist von Anfang an dermaßen unfreundlich und herablassend. Ich denke nicht, dass das was bringt. Wir wollen hier noch eine Weile wohnen bleiben, deswegen möchte ich es nicht eskalieren lassen. Aber was kann ich tun? Andere Nachbarn, die neben uns wohnen sind total nett und schenken den Kindern sogar zu Weihnachten und Ostern eine Kleinigkeit.


TatsächlichLiebe

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von liat

Letztlich kann er reden wie er will, er wird nichts daran ändern. Wenngleich ich nachvollziehen kann, dass auch Menschen ohne Kinder ihre Bedürfnisse haben und nicht alles wortlos ertragen müssen. Was jedoch nicht ok ist, sind Beleidigungen und das solltest Du ihm auch sagen. Es ist nicht ok, vor allem vor den Kindern, so etwas zu sagen. Zusätzlich würde ich ihn informieren, dass das Schreien mit der Krankheit Deines Kindes zusammenhängt. Details musst Du nicht mitteilen, aber vielleicht schafft das etwas Verständnis. Und beiläufig kannst Du sagen, dass das kleine Kind erst 2 ist...Ansonsten hilft nur ignorieren. 


Bonnie

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von liat

Hallo, es gibt ja jetzt nur zwei Möglichkeiten: Alles bleibt, wie es ist. Oder ihr geht doch mal bei ihm klingeln und macht einen Versuch, einiges zu klären.  Ich weiß, dazu hat man keine Lust, so wie der Nachbar tickt. Andererseits weiß er ja nicht, was mit deinen Kindern ist. Und niemand ist Hellseher, so dass es sehr wohl sein kann, dass dies etwas verbessert. Ich würde mit deinem Partner hingehen und versuchen, freundlich zu sagen: "Wir verstehen gut, dass der Lärm manchmal stört. Aber Sie wissen vielleicht nicht, dass unsere Kinder nichts dafür können, weil ..." (und dann das sagen, was du hier auch geschrieben hast). Es kann natürlich sein, dass das nichts bringt. Aber dieses Risiko würde ich eingehen. Denn es besteht ja doch die gute Möglichkeit, dass der Nachbar es doch etwas versteht und sich künftig mehr zurückhält. Das Ganze hat auch eine psychologische Komponente: Vom sicheren Balkon herunterzurufen ist für ihn leichter, als wenn er den Eltern Auge in Auge gegenüberstehen muss.  Ganz, ganz wichtig ist es, zu zweit raufzugehen. Männer sind gegenüber Männern sehr viel vorsichtiger und respektvoller als wenn eine Frau allein kommt. Und wenn der Nachbar weiß, mit deinem Partner muss man rechnen, und er steht voll hinter dir, dann ist auch das Psychologie: Der Nachbar ist dann vorsichtiger, weil er weiß, die Frau wird sozusagen "beschützt". Dein Partner sollte also mitgehen, ebenfalls freundlich erklären, warum die Kinder sich so verhalten. Aber er darf auch (ruhig, souverän und ohne zu schimpfen) deutlich machen, dass es ihm nicht gefällt, wenn der Mann dich oder die Kinder vom Balkon aus blöd anredet. Ehrlich gesagt hätte ich das schon längst gemacht. Stillhalten ist immer der schlechteste Weg. Offenheit und Direktheit verschaffen oft viel mehr Respekt. Von selbst ändert sich nichts. LG


Pinguina1

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von liat

"Das sind Kinde, die dürfen laut sein. Und sie werden auch irgendwann groß sein" - würde ich vielleicht zurück schreien. 


PatWe

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von liat

Manche Leute scheinen aus irgendwelchen Gründen tatsächlich zu denken, dass Kinder im allgemeinen nur dann akzeptabel sind, wenn man sie nicht hört. Ich glaube, im Unterbewusstsein sind viele davon einfach wütend darauf, dass sie selbst als Kind nicht Kind sein durften und reagieren sich daher an anderen ab. Ich glaube, viele sehen in Kindern Wesen, die es zu kontrollieren gilt. Gleichzeitig befinden sich viele in einer Art Käfig, in den sie schon als Kind (zu unrecht) gesteckt wurden und aus dem sie bis heute nicht ausbrechen konnten und resigniert haben. Wenn man aus dieser Position heraus akzeptieren könnte, dass Kinder laut sind, würde sich ja automatisch ein Neid darauf einstellen, weil man selbst ja noch gefangen ist - also versucht man aus seinem Käfig heraus andere einzuschränken. Mit "freien" Menschen, die Verständnis für kindliches Verhalten haben, funktioniert das aber schlecht, also bleibt den "gefangenen" Menschen nur eine einzige Möglichkeit: Weiterhin und mehr Druck auszuüben, so dass sich andere ebenfalls in einen Käfig wiederfinden mögen.  Der Käfig steht für die autoritäre Erziehung und der Drang, sie anderen  ebenfalls aufzubürden, ist ihr ureigener Affekt.