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Nochmal wg. meiner "Überreaktion" von gestern

Nochmal wg. meiner "Überreaktion" von gestern

Mitglied inaktiv

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Hallo, danke für Eure ehrlichen Antworten! Oft ist es ja so, daß man erst böse oder enttäuscht ist, und wenn man eine Nacht drüber geschlafen hat, sieht die Welt anders aus. Nun ist dieser ganze Vorfall ja schon knapp eine Woche her, und ich hatte erst auch heftigere Gedanken als jetzt. Aber auch jetzt, nach ein paar Tagen, bin ich noch der Meinung, daß Ehrlichkeit am besten ist. Ich habe habe ihr ja auch geschrieben, daß ich über IHR VERHALTEN enttäuscht war, und nicht darüber, daß sie SCHWANGER IST. Und das macht doch einen großen Unterschied! Und daß ich verstehe, daß sie mit sich selbst zu tun hat. Sie ist überglücklich und erwartet mein Verständnis, daß sie keine Zeit für mich hat. Aber mal ehrlich, kann ich nicht von ihr auch Verständnis verlangen? Mir geht es nämlich schlecht, und ich denke, da braucht man Freunde noch mehr als sonst! Das alles in Anbetracht der Tatsache, daß sie von unserer ICSI, dem Tod unserer Nichte und, und, und, gewußt hat. Und noch eines: Sie war ja nicht die, die mir zuerst gemailt hat, sonder ich hatte ihr eine SMS geschickt und ihr geschrieben, daß ich ihr gerne eine mail schicken würde. Da ich dann aber nicht gleich dazu gekommen bin, hat sie halt die erste geschickt. Die erste Reaktion kam also von MIR! Lange Rede, kurzer Sinn, hier das Happy-End (und ich wußte, daß sie so reagiert, hat mich meine Menschenkenntnis doch nicht im Stich gelassen): Es kam eine mail zurück, wie leid es ihr tut... Liebe Grüße, Marion


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... die erste Reaktion ist leider meist die falsche. Also, die falsche für die Umwelt, aber doch die richtige, denn Deine verletzten Gefühle, Deine Eifersucht und Deine Traurigkeit sind genauso richtig und haben das Recht darauf, ausgesprochen zu werden. Deine Nachbarin scheint das verstanden zu haben, und Ihr habt Euch aufgrund Eurer Ehrlichkeit Eure Freundschaft bewiesen. Ich bin übrigens gestern positiv überrascht worden - von der vielzitierten Freundin, die nach nur 3 ÜZ schwanger geworden ist und mir seitdem bei meinen Problemen kaum zugehört hat. Gestern waren wir bei der kleinen (und wirklich sehr süssen) Familie, Lorenzo hätte ich wirklich gerne direkt eingepackt. Und irgendwann haben wir über uns gesprochen, verpatzte Insemination, Adoption usw. Und sie hat mir sehr einfühlsam erzählt, wie viele Gedanken sie sich vor ihrer Schwangerschaft gemacht hat aus Angst, dass es vielleicht nicht klappen könnte. Dass sie sich eine Adoption ebenfalls immer schon hat vorstellen können. Jedenfalls fand ich sie sehr lieb und sensibel und habe mir einmal mehr ins Gedächtnis gerufen, dass sie ja genauso wenig dafür *kann*, dass es bei ihr so schnell geklappt hat, wie ich dafür verantwortlich bin, dass es bei uns nicht klappt... Aber sie hat durchaus das gute Recht, sich an ihrem süssen Fratz zu erfreuen, und ich weiss, dass ich später genau so eine stolze Mama sein werde. Und hoffentlich immer die richtigen Worte finden werde für Freundinnen, denen es dann nicht gut geht. Liebe Grüsse von Bettina


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Schön geschrieben!! Ich finde auch dass die Ehrlichkeit immer am besten ist! Klar ist sie für die Umwelt nicht immer der schönste Weg aber im Nachhinein gesehen ist es das beste! Ich bin froh dass du zu deinen Gefühlen stehst und dir selber treu bist!!! Klar freut man sich wenn jemand ss ist aber wenn man selber in einer anderen Situation ist, ist es schwer sich "richtig" zu freuen! Wir wünschen ja niemanden was böses aber weh tun tut es trotzdem! Und natürlich darf man auch Verständnis und Mitgefühl von anderen erwarten nur ist es leider für diese Menschen oft soooooo schwer nachzuvollziehen wie es einem geht und was man durchmacht! Ich bin stolz auf dich!!!! Knuddl Verena


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Liebe Marion, ich finde es schön, dass sich das mit Deiner Freundin wieder ein zu pegeln scheint! Man sollte eine gute Freundschaft nicht leichtfertig aufgeben! Ich kann Dich sooo gut verstehen, deshalb will ich Dir auch eine Geschichte über mich erzählen: Vor etwas weniger als zwei Jahren habe meinen beiden besten Freundinnen und ich uns mal wieder zu einem Frauenabend getroffen. Wir haben einen Weiberfilm geguckt, ein, zwei Gläschen Wein getrunken und über Gott und die Welt gequatscht. Irgendwann sind wir dann mal wieder auf das Thema Kinder gekommen. Da wir wirklich gut befreundet sind (unsere Männer sind auch die dicksten Kumpels) und eigentlich alles zusammen machen, haben wir irgendwann beschlossen, dass wir doch eigentlich zusammen schwanger werden könnten. Wäre ja auch doof, wenn jede von uns allein mit Zwerg zu Hause rumsitzen würde. Jede von uns hat dann mit ihrer besseren Hälfte gesprochen und da unsere Männer uns Hühner ja gut kennen, waren sie über diese aberwitzige Idee auch nicht verwundert. Aktion X konnte also beginnen. Tja, heute ist der Stand der Dinge folgender: Meine eine Freundin hat am 14.01. einen super süßen Sohn zu Welt gebracht und die andere hat noch 3 ½ Woche bis zur Entbindung. Ich freue mich sehr für sie, es ist oft aber auch sehr schwer für mich. Heute frage ich mich, wie wir damals nur auf diese bescheuerte Idee kommen konnten. Wir haben nicht eine Sekunde daran gedacht, dass eine von uns irgendwelche Probleme haben könnte. Unserer Freundschaft hat die jetzt bestehende Situation aber nicht geschadet. Wir reden viel und vor allem auch sehr offen über alles. Ich weiß, dass die zwei mit mir leiden und mir auch immer beistehen würden. Ich habe aber auch oft gemerkt, dass sie das ein oder andere Mal nicht so recht wußten wie sie sich mir gegenüber verhalten sollten, weil sie mich nicht verletzten wollten. Sie haben dann z. B. das Thema Baby total vermieden. Und das war nun wirklich das allerletzte was ich wollte. Ich will nicht, dass die „Muttis“ über mein Leid ihre Freude vergessen. Für sie sind ihre Babys zurzeit nun mal das Hauptthema und das ist auch normal, gut und richtig so. Ich will nicht mit Samthandschuhen angefasst werden und vor allem möchte ich nicht ausgeschlossen werden. Ich war schon immer der Meinung, dass man mit Offenheit und vor allem Ehrlichkeit am besten fährt und das hast Du ja auch so gehalten. Ich denke, dass die Schwangerschaft Deine Freundin nicht das Ende für eure Freundschaft sein wird. Es ist natürlich erstmal eine schwierige Situation, aber ich finde dafür hat man doch gute Freunde, um genau solche außergewöhnlichen Situationen zu meistern! Ich wünsche Dir und deiner Freundin die Stärke dieses „Problem“ zu meistern. Ihr scheint ja schon auf dem besten Weg zu sein… Liebe Grüße Nickel PS: Jetzt wo ich das alles geschrieben habe, bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob Dir mein Geschwafel überhaupt was bringt, aber irgendwie musste ich das loswerden. :o)