Hallo ihr Lieben, ich muss mir das einfach mal von der Seele schreiben, weil mich meine Gefühle momentan so sehr beschäftigen. Mein Großer ist 2,5 Jahre alt und unser zweites Kind ist jetzt 7 Wochen alt. Ich liebe unsere Kleine über alles, aber gleichzeitig vermisse ich meinen Großen so unglaublich sehr. Es fühlt sich teilweise wirklich wie Liebeskummer an. 💔 Seit die Kleine da ist, fühlt es sich an, als würden wir irgendwie aneinander vorbeileben. Ich kann ihn nicht mehr ins Bett bringen, nicht mit ihm baden und auch sonst vieles nicht mehr machen, was für uns vorher ganz selbstverständlich war. Ich bin einfach ständig mit dem Baby beschäftigt. Ich stille, und tagsüber schläft die Kleine eigentlich nur in der Trage. Mein Mann arbeitet, aber wir wollen versuchen, dass sie auch bei ihm in der Trage schlafen kann, damit ich wieder etwas mehr Zeit für meinen Großen habe. Ich vermisse unsere Abendroutine so sehr. Das Kuscheln beim Einschlafen, die Nähe, diese ganz selbstverständlichen Momente nur mit ihm. Ich habe das Gefühl, so viel von seiner kleinen Kindheit zu verpassen, und es tut mir unglaublich weh. Er ist doch selbst noch so klein und braucht mich genauso. Gleichzeitig überfordert mich der Alltag mit zwei Kindern total. Das erste Jahr mit meinem Sohn war wirklich hart. Er hat alle Entwicklungsschübe so richtig ausgelebt, und mein Alltag bestand eigentlich nur daraus, Mama zu sein. Me-Time gab es praktisch gar nicht, und auch mein Mann und ich haben damals oft aneinander vorbeigelebt. Unsere Beziehung hat darunter zum Glück nicht gelitten, weil uns immer bewusst war, dass diese intensive Zeit irgendwann vorbeigeht. Ehe wir uns versehen, sind die Kinder groß und wir haben wieder mehr Zeit füreinander. Trotzdem vermisse ich es, einfach mal Zeit für mich zu haben und auch wieder bewusst Zeit als Paar verbringen zu können. Und genau das macht mir gerade zusätzlich zu schaffen: Ich weiß ja, was auf mich zukommt. Ich kenne das erste Jahr mit Baby bereits und weiß, dass sich die Situation nicht von heute auf morgen ändern wird. Bei unserer Tochter wird es wahrscheinlich genauso sein wie damals bei meinem Sohn. Mir ist also bewusst, dass ich vermutlich auch im nächsten Jahr nur wenig Zeit für mich und meinen Mann haben werde. Manchmal frage ich mich, wie ich das alles schaffen soll, obwohl ich es doch eigentlich schon einmal geschafft habe. Und dann ist da noch das Thema Stillen. Ich spiele mit dem Gedanken abzustillen und auf die Flasche umzusteigen, damit mein Mann mehr übernehmen kann und ich nicht immer diejenige bin, die für alles zuständig ist. Vielleicht könnten wir uns dadurch besser aufteilen und ich hätte wieder mehr Möglichkeiten, Zeit mit meinem Großen zu verbringen oder einfach mal durchzuatmen. Aber gleichzeitig habe ich ein wahnsinnig schlechtes Gewissen bei dem Gedanken. Meinen Sohn habe ich so lange gestillt, und jetzt fühlt es sich irgendwie falsch an, unserer Tochter diese Zeit nicht genauso zu geben. Obwohl ich eigentlich weiß, dass ich nicht weniger für sie empfinde, nur weil ich vielleicht einen anderen Weg gehe. Ich habe das Gefühl, egal, was ich mache, irgendjemand kommt zu kurz. Entweder mein Großer, weil ich ständig mit dem Baby beschäftigt bin, die Kleine, weil ich vielleicht abstillen möchte, oder ich selbst, weil ich versuche, allen gerecht zu werden. Und irgendwo dazwischen ist auch noch mein Mann. Und jetzt kommt ein Gedanke, für den ich mich wahnsinnig schlecht fühle: Manchmal bereue ich es, ein zweites Kind bekommen zu haben. Nicht, weil ich unsere Kleine nicht liebe – ich liebe sie wirklich über alles. Aber ich vermisse unser altes Leben, unsere Routine und vor allem die Zeit mit meinem Großen. Ich vermisse es, mich einfach zu ihm legen und mit ihm kuscheln zu können, ihn ins Bett zu bringen und diese kleinen Alltagsmomente mit ihm zu erleben, ohne ständig im Hinterkopf zu haben, dass das Baby mich gleich wieder braucht. Ich fühle mich manchmal gefangen in dieser neuen Situation und wünsche mir einfach, dass alles wieder so sein könnte wie vorher. Gleichzeitig schäme ich mich für diese Gedanken, weil ich weiß, wie sehr ich mir ein zweites Kind gewünscht habe und wie sehr ich unsere Tochter liebe. Ich glaube, ich habe unterschätzt, wie sehr sich die Beziehung zum ersten Kind durch ein zweites verändert. Natürlich wusste ich, dass es anstrengend werden würde. Aber dass ich meinen Sohn so sehr vermissen würde, obwohl er direkt neben mir ist, damit habe ich nicht gerechnet. Vielleicht ist es auch einfach die Umstellung, die Erschöpfung und die Tatsache, dass ich gerade versuche, zwei kleinen Menschen gerecht zu werden, während ich selbst kaum Zeit habe, meine Gefühle zu sortieren. Geht es jemandem von euch genauso? Hat jemand diese Gefühle nach der Geburt des zweiten Kindes auch erlebt? Dieses Vermissen des ersten Kindes, obwohl man das zweite von Herzen liebt? Dieses Gefühl, das alte Leben zurückzuwollen, und gleichzeitig das schlechte Gewissen, weil man sich doch bewusst für ein zweites Kind entschieden hat? Wird es irgendwann besser? Findet man wieder mehr zu seinem ersten Kind zurück? Und wie lange hat es bei euch gedauert, bis sich der Alltag mit zwei Kindern nicht mehr ganz so überwältigend angefühlt hat? Mich würden auch Erfahrungen zum Thema Abstillen interessieren. Hat jemand abgestillt, um den Papa mehr einzubinden und selbst wieder etwas mehr Freiraum zu haben? Und wie seid ihr mit den Schuldgefühlen umgegangen? Ich würde mich wirklich über ehrliche Erfahrungen freuen. Ich möchte einfach wissen, ob ich mit diesen Gedanken allein bin oder ob es anderen Mamas ähnlich geht. ❤️