Elternforum Bitte noch ein Baby

ich schreibe auch mal hier, vielleicht können mich einige ja verstehen

ich schreibe auch mal hier, vielleicht können mich einige ja verstehen

Glücksfee

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Guten Abend, ich muss hier mal schreiben, sonst befürchte ich verrückt zu werden. Mir gehts ziemlich elend und ich kann gerade gar nicht mehr aufhören zu weinen. Blöderweise ist mein Mann die ganze nächste Woche wegen Arbeit am anderen Ende der Welt und ich kann bis morgen früh auch nicht mit ihm telefonieren. Nach etlichen FG, u.a. 3 in knapp einem, dem letzen, Jahr war ich die vergangenen Wochen sehr positiv und hab mich um sämtliche Diagnostik und die nun wahrscheinlich beginnende Therapie mit Granozyte gekümmert. War arbeiten. Alles gut. Ich war selbst manchmal überrascht über mich. Seit Freitag gehts mir hundeelend, ich weiß gar nicht richtig warum das anfing, aber seit vorhin bin ich nun vollkommen verzweifelt. Eine Freundin rief an - schwanger. Ja, ich freue mich. Wirklich. Ganz sehr. War nicht einfach für sie, schwanger zu werden. Ich hab auch selbst gemerkt, dass ich mich von Herzen freue und konnte ihr dies auch sagen; wir haben lange telefoniert und nur über diese Schwangerschaft gesprochen. Alles ganz normal, das ganze Telefonat über. Aber kurz danach liefen die Tränen und ich kann seitdem gar nicht mehr aufhören. Mittlerweile gibt es im Freundes- und Bekanntenkreis nur noch Schwangere oder Mamas mit noch sehr kleinen Babys. Einzig unter meinen arbeitenden Kollegen existieren nicht- schwangere Frauen. Besagte Freundin war die letzte nicht- schwangere Freundin. Wahrscheinlich deshalb. Wir hatten uns in unserer gemeinsamen Kinderwunsch- Not ziemlich aneinander festgehalten. Alle sind wahnsinnig glücklich und freuen sich über und auf ihre Babys, was ja auch gut und normal ist (das weiß ich ja! Und ich will es ja auch nicht anders, weil es mir ja auch nicht hilft.) Und wir rennen von Pontius zu Pilatus, und erhoffen uns, dass uns jemand helfen kann, es bald wieder klappt und dann endlich gut ausgeht. Ständig Angst.Off-label- Therapien... und an unserem Baby- Grab blühen die Krokusse... Es ist so ungerecht. Und tut so verdammt weh. Ich fühl mich auch so allein. Ich gönne allen ihre Babys, wirklich. Bisher konnte ich das alles auch gut aushalten. Aber gerade im Moment tut mir das alles so weh, dass ich es eben kaum ertragen kann. Ich weiß, dass ich Geduld haben muss und positiv denken gelang mir bisher gut, aber gerade ist alles nur noch schrecklich. Vielleicht versteht mich ja jemand hier. Ich danke euch, liebe Grüße


Regina87

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Antwort auf Beitrag von Glücksfee

Hallo Glücksfee... Ich kann dich sehr gut verstehen. All das habe ich auch durch gemacht. Die Zeit des Kinderwunsches war eine sehr schwere und harte Zeit und hat gezeigt, wer die wahren Freunde sind. Sobald wieder jemand schwanger wurde, ist für mich eine Welt zusammen gebrochen. Die eine Freundin ungeplant und die andere trotz Affaire. Da ist es echt schwer sich aufrichtig zu freuen. Man beginnt sich selber fertig zu machen. Dann hat man plötzlich den lang gewünschten positiven Test in der Hand und drei Wochen später muss man sich wieder verabschieden. In der selben Zeit wurde eine Freundin schwanger, bei der eigentlich klar war, nie auf natürlichem Weg. Nur noch ein Eierstock und an dem der Eileieter zu. Meine Gedanken: Sogar SIE hat es geschafft. Aktuell bin ich, nach fast drei Jahren, in der 29 SSW. Habe mich aber viel damit beschäftigt, was wäre, wenn ich es nie geschafft hätte. Rückblickend bin ich sehr froh, dass meine HÄ damals darauf bestanden hat, dass ich mich paralell zur KiWu Klinik auch psychologisch betreuen lassen soll. Hätte ich das nicht gemacht, hätte ich die FG niemals verarbeiten können. Und ich bin mir sehr sicher, dass meine Beziehung diese Belastung nicht überstanden hätte. Meine Persönlichkeit hat sich dadurch sehr gefestigt. Ich bin selbstbewusster geworden und sicherer in meinem Denken und Tun. Ich bin sogar froh, dass es vorher nicht geklappt hat. Jetzt bin ich viel stärker! Leider ist es in unserer Gesellschaft immer noch eine Tabu Thema, wenn man zum Psychologen geht. Ich bin da aber sehr offen damit umgegangen und die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Die Therapie hilft mir sehr die Schwangerschaft ohne zu viel Angst zu erleben und wenn das Kind dann da ist, bin ich froh etwas zu haben, wo es nur um mich geht. Denn geht es mir schlecht, kann ich keine gute Mutter und Frau sein. Du siehst, du bist mit all dem was du denkst und durchmachst nicht allein. Wichtig ist, dass du dich erstmal NUR um dich kümmerst und auf DICH hörst. Ich wünsche dir, dass du dein Glück findest und die schwere Zeit mit viel Kraft und Rückhalt überstehst