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Söhne außer Kontrolle

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Söhne außer Kontrolle

Schnecki2014

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Meine Zwillingssöhne (3,5) sind derzeit außer Kontrolle. Sie folgen überhaupt nicht mehr, lachen wenn ich schimpfe und machen gleich den nächsten Blödsinn. Es ist ein mieser Kreislauf. Sie stellen was an, ich schimpfe, sie lachen und/oder machen einfach weiter, ich schimpfe mehr. Die Sache eskaliert bis sie heulen und ich so wütend bin, dass ich sie gar nicht mehr anschauen mag. Sie weinen bitterlich, entschuldigen sich, irgendwann werde ich weich, dann ist kurz alles ok, bis sie wieder Blödsinn machen. Ich gebe es ungern zu, aber ich stehe der Sache völlig hilflos gegenüber. Ich mag sie nicht dauernd anblaffen aber mittlerweile habe ich das Gefühl, ich dringe überhaupt nicht mehr zu ihnen durch. Sie sind auf dem Tripp „was willst du schon tun“. Und sie habe recht, was soll ich in letzter Konsequenz schon tun? Ignorieren bzw. Liebesentzug halte ich nicht lange durch und scheint mir auch nicht der richtige Weg zu sein. Bräuchte dringend ein paar Tips. Egal was ich derzeit mache, sie lachen mich einfach aus.


fillyfionka

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Antwort auf Beitrag von Schnecki2014

Gut dass du es merkst! Hol dir Hilfe, mach einen Termin bei der charitas oder pro familia oder diakonie, die können dir helfen, es gibt Erziehungsberatung, oder einfach tips, um dich zu reflektieren. Auch kannst du bald vielleicht mal in mutterkind Kur? An den genannten Stellen bekommst du Beratung und Hilfe. Psychologe hilft auch, aber bis du dort Termine bekommst haben die kleinen schon ihr Abi Wie läufts denn mit dem Papa? Ich wünsch dir gute Nerven!


Mara_Kiri

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Antwort auf Beitrag von fillyfionka

Bei uns wird über das Jugendamt so eine Beratung angeboten. Finde ich eine klasse Idee! Und bringt dir wahrscheinlich jetzt am meisten und schnellsten was. Ich denke, das Lesen eines Ratgebers bringt dir in der aktuellen, akuten Phase nix. Aber für später kann ich dir "Mama, nicht schreien! " vom Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter empfehlen. (der Titel ist richtig blöd, aber der Inhalt ist gut)


Monroe

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Fühl dich erstmal gedrückt. Darf ich fragen welche Art Blödsinn sie anstellen? Es ist eine Wunschvorstellung, dass Kinder friedlich spielen, nichts kaputt machen und sich nie streiten. In der Realität ist das selten. Sieh erstmal das positive: sie streiten sich nicht so oft sondern hecken gemeinsam Schabernack aus. Anstrengend für uns Eltern, aber wirklich super für die Entwicklung und ihr Verhältnis zueinander. Meine Kinder haben sehr kurze Abstände, daher kann ich wirklich gut nachempfinden, was bei euch los ist zu Zeit. Mir half es ihnen Beschäftigung zu geben. Zum einen habe ich die Spielsachen nie alle zur Verfügung gestellt, sondern wochenweise getauscht. Da war der Reiz den "neuen" Spielzeugs dann auch wieder größer und somit auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit den Spielsachen spielen, statt irgendwas anderes (aus den Wohnzimmerschränken) auszuräumen, wenn ich gerade nicht geguckt habe. Kinder in dem Alter haben auch Energie ohne Ende. Versucht ganz viel rauszugehen. Das gleicht sie und dich aus. Auf dem Spielplatz können sie sich höchstens eine Beule zuziehen, aber du brauchst kaum schimpfen, weil sie nichts kaputt machen oder herum werfen. Versuch sie in den Haushalt einzubinden. Einer befüllt die Waschmaschine, einer darf den Tisch abräumen/Spülmaschine einräumen. Es ist anstrengend. Halt dir aber immer vor Augen, dass sie noch klein sind. Um Aufsicht kommt man in dem Alter nicht herum. Wenn du viel zu tun hast, lass sie neben dir spielen, wenn du Wäsche bügelst oder Essen zubereitet.


Summer80

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Ich persönlich finde, dass man sich nicht direkt immer ans Jugendamt oder die Caritas wenden muss, wenn man mal gerade ein wenig überfordert ist. Das ist mit Kanonen auf Spatzen schießen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell die Leute hier im Forum diese Vorschläge bringen. Im echten Leben habe ich noch niemanden kennengelernt, bei dem das mal nötig war. Und da gab es auch mal schwierige Phasen. Mein Rat an dich wäre folgender: wenn sie mit irgendetwas Unfug machen, nimmst du es weg. Das heißt, wird mit Autos geworfen dann kommen die Autos halt erst mal weg. Stellen Sie Schmierereien mit Stiften an, kommen die Stifte weg. Du musst kein Liebesentzug oder so machen. Aber so lernen die Kinder, wenn sie mit etwas Blödsinn machen, ist es danach halt erstmal für ein paar Tage weg. Im schlimmsten Fall setzen Sie dann irgendwann in einem leeren Kinderzimmer. Wenn sie im Bad mit Wasser matschen, schließt du das Badezimmer ab. Ich würde einfach die logische Konsequenz immer sofort daraus ziehen und die Dinge, mit denen Unfug gemacht wurde, entfernen. Es wird wahrscheinlich eine Zeitlang dauern, aber die werden dann schon merken, wenn Sie Ihre Sachen behalten wollen müssen sie halt normal damit umgehen. Und noch was: Kinder können ihre Emotionen noch nicht genau steuern. Die lachen auch schon mal aus Verlegenheit oder weil sie sich unwohl fühlen. Das sind sog. Übersprungshandlungen. Es ist also wahrscheinlich nicht so, dass sie dich wirklich auslachen, sondern eine Reaktion aus Unsicherheit oder Ähnlichem heraus.


Baerchie90

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Antwort auf Beitrag von Schnecki2014

Ich habe immer versucht das unerwünschte Verhalten in akzeptable Bahnen zu lenken. Also wenn beispielsweise die Wand angemalt wurde, gesagt, dass ich das nicht möchte und direkt ein Papier zum Malen besorgt (und hinterher eventuell die Stifte so weg gepackt, dass beim nächsten Mal kurz danach gefragt werden muss). Wurde etwas zerrissen, holte ich Altpapier zum zerpflücken. Wurde etwas geworfen, bekamen sie geeignetes Wurfmaterial inklusive Korb oder Zielscheibe zum rein bzw rauf werfen. Wurde mit was rumgematscht, konnten sie das in der Badewanne weiter machen. Fing Kind an davon zu rennen, stieg ich drauf ein und hab ihn gejagt. Wurde mit Wasser gespielt, ging es ebenfalls in die Badewanne. Ansonsten bin ich durch die Wohnung und habe sie so gestaltet, dass sie möglichst an alles konnten, wo sie ran kamen. Zumindest im Kinderzimmer und im Wohnzimmer, da wir uns da die meiste Zeit aufhielten. An einem furchtbar anstrengenden Tag ging ich mit einer Rolle Panzertape durch die Stube und klebte alles kurzerhand fest bzw zu. Daa entspannte die Lage bei uns wesentlich. Inzwischen ist mein Chaot 7 Jahre alt (und seine Schwester, die bei jedem Blödsinn mitmachte 5 Jahre), ich glaube seit er 5 ist, ist alles wieder frei zugänglich.


JakobsMutti

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Atme erst mal durch und mach dir klar, du hast Zwillinge, also zwei Kinder in einem schwierigen Alter! Da sind viele Eltern manchmal schon mit einem Kind am verzweifeln. Wir haben ein kleines Kind in der trotzphase und ein älteres geistig behindertes Kind, wo Grenzensetzen ein sehr schwieriges Thema ist. Ich würde folgendes probieren, bestimmte Gefahrenquellen ausschließen, Wohnung kindersicher machen. Das ist vllt auf den ersten Blick etwas umständlich, aber so umgehst du einfach schon mal eine Menge schwieriger Situationen. Bestimmte Zimmer würde ich schließen. Dann ist die Frage, brauchst du mal Auszeiten, such dir in der Familie, Mann und Großeltern mal Hilfe, Versuch viel rauszugehen, dass die Kinder entdecken und sich auspowern können. Oft wird ja auch Quatsch aus Langeweile gemacht. Überlege dir immer, welcher Kampf wirklich lohnt zu kämpfen. Hier schrieb ja schon jemand, planschen in der Badewanne, oder manschen auf dem Wasserspielplatz. Toben im Garten, Wald oder Spielplatz. Zu viele Verbote in dem Alter wirken auch kontraproduktiv. Vieles ist ja dann noch aufregender und spannender, auch Grenzen austesten will gelernt sein. Vllt kannst du also, je nach dem, was eure Wohnsituation zulässt auch spannende Bereiche für deine Kinder gestalten, sodass sie sich ausprobieren und austoben können. Bestimme Bereiche abriegeln, damit die kleinen gar nicht auf dumme Ideen kommen und dir gleichzeitig Auszeiten und Unterstützung bei Freunden und Verwandten suchen. Wenig Zucker, viel Bewegung, klare tagesstruktur, die Kinder brauchen die Freiheiten zum experimentieren und die Welt entdecken (man könnte auch eine Wand mit Magnetfarbe streichen, da könnten sie mit Kreide malen und Bilder mit Magneten an die wand bringen), aber auch klare Verlässliche Regeln und Grenzen! Fühl dich gedrückt und ich wünsche dir viel Glück und Durchhaltevermögen Kinder in dem Alter sind einfach anstrengend, manche mehr, manche weniger! Du darfst auch mal wütend sein und dich ärgern, auch das können Kinder verstehen und verkraften!


Schnecki2014

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Antwort auf Beitrag von Schnecki2014

Danke allen für ihre Beiträge und Tipps. Ich habe heute versucht die Wohnung etwas kinderfreundlicher zu gestalten. Ich glaube was mich so fertig macht, ist dass ich mittlerweile genug von der ewigen Auseinandersetzung habe. Und im Moment kommt halt noch dazu, dass ich mit Worten nicht zu ihnen durchdringe und das Gefühl habe, ich mach was falsch. Z.B. wenn ich ihnen zum hundertsten Mal sage, sie sollen nicht mit der Balkontür spielen. Wenn sie mir beim Balgen weh tun (richtig weh) und dann lachen. Wenn sie ihrer 6jährigen Schwester die Spielsachen kaputt machen oder zu zweit hinter ihr her rennen um sie zu zwicken, obwohl sie schon weint. Da fehlen mir dann auch die logischen Konsequenzen. Manchmal packe ich sie härter am Arm an oder schubse sie von ihrer Schwester weg, damit sie spüren, dass ich es ernst meine. Und wenn sie dann weinen und sagen, ich habe ihnen weh getan, möchte ich gleich mitheulen. Es ist ein ewiger Wechsel zwischen Übermut und weinen. Und zum Auspowern: Das mache ich, aber wenn sie dann müde sind, werden sie nicht ruhiger sondern eher noch aufgedrehter. Aber positiv, heute war ein sehr guter Tag. Und ich habe es am Abend geschafft, sie zu zügeln ohne sie anzumotzen.