Majesticemi
Guten Morgen zusammen 😊 ich bin neu hier und hoffe auf ein paar Erfahrungen bzw. Meinungen, weil wir uns gerade zwischen zwei Kitas für unsere 2-jährige Tochter entscheiden müssen. 1. Evangelische Kita ➕ Sehr kleine, familiäre Kita mit insgesamt nur 2 Gruppen und ca. 50 Kindern ➕ Ich hatte bei der Besichtigung direkt ein richtig gutes Bauchgefühl ➕ Die Erzieherinnen wirkten sehr herzlich und lieb ➕ Ich habe inzwischen unabhängig voneinander von ca. 4–5 Personen gehört, dass die Kita sehr familiär sein soll und sie dort nie Probleme hatten ➕ Großer Gruppenraum ➕ Altersgemischte Gruppen ➕ Die Kinder sind viel draußen/in der Natur ➕ Es werden Portfolios über die Kita-Zeit geführt ➖ Keine Vollverpflegung: Mittagessen gibt es dort, Frühstück und Vesper müssen selbst mitgebracht werden ➖ Bei 25 Wochenstunden dürfen maximal 5 Stunden pro Tag genutzt werden. Man kann die Stunden also nicht flexibel auf die einzelnen Wochentage verteilen. Ich denke das ist aber der Regelfall bei den meisten Kitas? Wir haben tatsächlich nicht vor, Sie länger als 5h in der Kita zu lassen. Die Leiterin meinte es würde aber ein Problem geben, wenn wir Mini 9 Uhr bringen und dann 14 Uhr abholen wollen (weil Mittagsschaf 12-14 Uhr geht, die Kinder aber nicht genau 14 Uhr aufwachen und die Zeit dadurch überzogen wird. Ich müsste dann trotzdem 30h wählen. ➖ Wir sind selbst nicht religiös. Gebete vor dem Essen und der regelmäßige Gottesdienst wären für uns ungewohnt, aber grundsätzlich kein Ausschlusskriterium. Bei dieser Kita sagt mein Bauch momentan irgendwie ja. Allerdings konnten wir uns bei der Besichtigung ausgerechnet die Gruppe, in die unsere Tochter kommen würde, nicht wirklich genauer anschauen. 2. Montessori Kinderhaus ➕ Vollverpflegung, gerade weil unsere Tochter beim Essen eher wählerisch ist und eher vietnamesische Sachen isst, finde ich das eigentlich richtig schön, da Sie den anderen zugucken könnte und was neues probiert (sie isst kein typisches Frühstück wie Brot, Joghurt, Waffeln, sondern eher herzhaftes wie Nudeln in Knochenbrühe mit Garnelen oder Fleisch😭). Außerdem sparen Mama und Papa damit Zeit das Essen vorzubereiten ➕ Die Wochenstunden können flexibler auf die einzelnen Tage verteilt werden (wie gesagt möchten wir sie nicht unbedingt jeden Tag 5h in der Kita lassen, aber was wenn sie einen Tag mal 9 Uhr kommt und 14 Uhr noch schläft?) ➕ Altersgemischte Gruppen, da konnte ich mir die genaue Gruppe anschauen und fand die Alterszusammensetzungen sehr gut (es gab keine ganz kleinen Kinder die frisch 1 geworden sind, und auch keine zu großen Kinder) ➕ Das Montessori-Prinzip, Kinder zur Selbstständigkeit zu ermutigen, gefällt mir grundsätzlich sehr. Wir leben zu Hause zwar nicht nach Montessori, aber ich versuche auch jetzt schon, meine Tochter vieles erst einmal selbst ausprobieren zu lassen. ➕ Zusätzlich gibt es z. B. einen eigenen Musik-/Theaterraum und einen Bewegungsraum. Natürlich kein Entscheidungskriterium, aber schon ein kleiner Luxus 😅 ➕ Sehr großer Außenbereich mit vielen Spielmöglichkeiten, der gemeinsam mit einer anderen Kita und einem Hort genutzt wird Beim Außengelände bin ich allerdings etwas unsicher, weil es teilweise ziemlich steil ist. Die Leiterin meinte, dass das bei den Kleinen kein Problem sei, weil sie solche Bereiche anfangs ohnehin noch nicht komplett erkunden. Meine größere Unsicherheit betrifft aber tatsächlich das Montessori-Konzept im Alltag: Selbstständigkeit finde ich toll – aber bedeutet das vielleicht auch, dass weniger geholfen wird? Ich möchte natürlich, dass meine Tochter Dinge selbst ausprobieren darf, aber genauso, dass jemand für sie da ist, wenn sie Hilfe, Trost, Nähe oder einfach mal eine Umarmung braucht. Bei der Besichtigung konnte ich mir leider noch kein richtiges Bild davon machen, wie viel Nähe und Zuwendung die Kinder von den Erzieherinnen bekommen und wie der normale Alltag tatsächlich aussieht. Das ist für mich besonders wichtig, weil unsere Tochter bisher seit ihrer Geburt immer bei mir war, sehr an mir hängt und auch noch gestillt wird. Die Kita wäre ihre erste richtige Trennung von mir. Hinzu kommt, dass sie bisher hauptsächlich vietnamesisch aufwächst, obwohl mein Mann und ich beide perfekt Deutsch sprechen. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, zu Hause Vietnamesisch mit ihr zu sprechen und möchten, dass sie dann durch die Kita ganz natürlich Deutsch lernt. Deshalb ist mir auch wichtig, dass viel mit ihr gesprochen, gespielt und interagiert wird. Zu beiden Besichtigungen war ich ohne meinen Mann dort. Meint ihr, es wäre okay, bei beiden Kitas noch einmal zu fragen, ob wir gemeinsam für vielleicht 15–30 Minuten vorbeikommen dürfen? Oder kommt das doof? Bei der evangelischen Kita würde ich einfach gerne noch einmal die konkrete Gruppe sehen, in die sie kommen würde. Beim Montessori Kinderhaus würde ich gerne ein bisschen besser verstehen, wie Montessori dort wirklich gelebt wird und wie der Umgang zwischen Erzieherinnen und Kindern im Alltag ist. Oder findet ihr, so eine zweite kurze Besichtigung wäre schon zu viel verlangt? 😅 Ich möchte es mir tatsächlich nicht „versauen" wenn ich zuviel verlange. Und ganz unabhängig davon: Welche der beiden Kitas würde euch anhand dieser Punkte eher ansprechen? Besonders Erfahrungen von Eltern mit Montessori und sehr anhänglichen bzw. kuschelbedürftigen Kindern würden mich interessieren. ❤️