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Vatikan - Solidaritätserklärung an den Papst, Vorwürfe nur dummes Geschwätz...

Vatikan - Solidaritätserklärung an den Papst, Vorwürfe nur dummes Geschwätz...

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Wenn ich mir im Moment so das Verhalten der Entscheidungsträger im Vatikan anschaue (Solidaritätserklärung vor der Ostermesse vom Dekan des Kardinalskollegiums an den Papst, für Kardinal Sodano ist der Papst der unfehlbare Fels in der Brandung, und alle Vorwürfe sind doch nur törichtes Geschwätz), und dann noch bedenken, dass die katholische Kirche hier erst extra ein Telefon schaltet, damit Opfer sich melden können, und als (mit mehreren eidesstattlichen Versicherungen) "Prügel-Vorwürfe" gegen Bischof Mixa erhoben werden, ist spontan von "absurden, unwahren Vorwürfen" die Rede und davon, dass über Anzeigen wegen Verleumdung nachgedacht werde... Anscheinend sind manche Personen in der katholischen Kirche weder lern- oder denkfähig. Wie dämlich kann man denn eigentlich sein?!? Die Missbrauchsfälle sind also offenbar alles nur "dummes Geschwätz"... ganz tolle Einstellung, die Opfer werden sich freuen! Ganz ehrlich, vorhin habe ich meinem Mann zum ersten Mal mit einem gewissen Ernst vorgeschlagen, ob er nicht doch aus seiner katholischen Kirche austreten möchte.


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Da wird sich in den nächsten hundert Jahren nichts mehr ändern. Furchtbar. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist dass in den meisten Missbrauchsfällen offenbar keine Strafanzeige erstattet wurde. Vielleicht hätte das geholfen, diese Schweine von weiteren Kindern fernzuhalten. So wurde doch nur alles vertuscht, und der Täter konnte sich neue Opfer suchen. Mein Mann wurde als Kind auch vom Stadtpfarrer geschlagen, u.a. mit der Stirn auf den Tisch geknallt. Das war ganz normal, und ER musste sich anschließend beim Pfarrer entschuldigen, weil er im Reli-Unterricht nicht aufgepasst hatte. Krank. Mein Vater hätte ihn "zur Rede gestellt", und zwar unsanft. Wenn irgendein Erwachsener mein Kind anfassen sollte, dann kriegt er eine Anzeige. Egal, wer es ist. Wenn das alle machen würden, und sich die Anzeigen stapeln, spätestens dann gibt es Ärger.


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über diesen passus habe ich mich auch stark geärgert, als ich ihn im radio gehört habe. es gibt immer noch zuviele törichte an den oberen stellen... was mich aber etwas besänftigte, war die reaktion der deutschen bischöfe und auch die nennung dieses skandals in den großen fürbitten in den karfreitagsliturgien in bayern. endlich. deswegen aus der kirche auszutreten, wenn du meinst... törichte gibt es immer und überall, und man kann vielleicht dann mehr bewirken, wenn man noch mitmischt, in "wir sind kirche", vielleicht. ich trete nun desswegen nicht gleich aus, da ich meine, dass kirche trotzdem und weiterhin mehr gutes als schlechtes bewirkt. und ich habe doch die hoffnung, dass sich noch was bewegen wird in der kirche und nicht alles was gut wäre zur erneuerung als zeitgeist dämonisiert würde.


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Denkt jetzt um himmelswillen nicht, ich wollte den Vatikan in Schutz nehmen oder so, aber ich glaube die Reaktion ist normal - was schert die katholische Kirche, wenn in Deutschland gerade solche Faelle hochschwappen ?! Die Anzahl der Christin / Katholiken ist in Europa eh schwindend gering. Und ob sich nun in Deutschland "ein paar" aufregen oder austreten, bewegt den Vatikan doch nicht zum Umdenken - wir spielen nun mal eine verschwindend geringe Rolle in der globalen katholischen Kirche. Abwarten und Tee trinken hat Rom schon mehr als eine Krise ueberstehen lassen - und Krisen hatten sie in den letzten 2000 Jahren so einige. Das kann die Kirche nicht erschuettern. Und dass die Hirten gar oeffentlich auf der Ostermesse im verregneten Rom von der bisherigen Linie abweichen - das kann doch keiner ernsthaft erhoffen ? Leider... LG Katia


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Aber die Missbrauchsfälle, die jetzt "hochschwappen", sind ja nun nicht auf Deutschland beschränkt, allein in Irland und in den USA fallen mir spontan sehr viele ähnliche Fälle ein, und ich glaube, in anderen Ländern gibt es diese jetzt bekannt werdenden Fälle genauso. Außerdem war Ratzinger ja früher genau für die "Bearbeitung" solcher Missbrauchsvorwürfe "zuständig", und war da ja wohl "Meister" darin, immer schön die Täter zu "schützen" und sie dann einfach an andere Stellen zu versetzen, egal, wie heftig das war, was sie getan hatten. Zum anderen finde ich, die katholische Kirche muss sich endlich an den Moralvorstellungen messen lassen, die sie selbst bei anderen immer so schön anlegt - oder noch besser: Sie muss sich selbst an genau diesen Moralvorstellungen messen. Solange Priester noch stolz erzählen, dass sie sich ihrer Sexualität sehr wohl bewusst seien, aber es schaffen, sie zu sublimieren und auf eine höhere, spirituelle Ebene zu heben, solange der Papst den Opfern (!) sagt, sie sollen darum beten, den Tätern vergeben zu können, solange den Tätern innerhalb der Kirche auf jeden Fall mehr geglaubt wird als den Opfern, und solange Zweifel an der Kirche in ihrer derzeitigen Organisationsstruktur nicht erwünscht sind, sondern - sorry - nur lauter alte Männer sich gegenseitig auf die Schultern klopfen und sagen, sie haben schon recht, der Papst ist der Fels in der Brandung und sowieso unfehlbar, und alles andere ist nur "dummes Geschwätz" - solange diskreditiert sich die katholische Kirche in meinen Augen ganz erfolgreich selbst. Mir fehlt der Glaube, dass ein paar einsichtige Osterpredigten der Anfang einer anderen Grundhaltung sind. Allerdings muss ich zugeben, ich bin selbst nicht katholisch, sondern gehöre der unierten Kirche an (protestantisch) und schaue nur von außen auf die katholische Kirche, und das schon lange mit vielen, vielen Zweifeln. Mein Mann ist katholisch - unsere Kinder sind protestantisch getauft.


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Meinem Mann ist im Religionsunterricht etwa 1972 das Gleiche widerfahren. Er war etwa 11 Jahre alt und der kath. Pfaffe hat ihn grundlos heftigst geschlagen. Mein Gatte ist aufgestanden und hat den Unterricht verlassen, es seinen Eltern gesagt, diese haben Anzeige erstattet - UND ? Die Kirche kam angeschleimt und bat die Anzeige zurückzuziehen. Hmm, da mein Mann aus eher ärmlichen Verhältnissen stammt, waren die Eltern froh, das sie einen 3-wöchigen Urlaub mit der damals 8-köpfigen Familie und eine Waschmaschine bezahlt bekamen. Sie haben die Anzeige dann zurückgezogen, obwohl der Anwalt schon informiert war. Die Kirche trug auch diese Kosten. Ich könnte wenn ich darüber nachdenke, aber der Pfaffe lebt eh nicht mehr......... Davon ab - Schwiegermutter wurde zeitweise, wenn sie der Tante im Weg war, im katholischen Waisenhaus untergebracht. Sie wurde regelmässig von den Nonnen geschlagen und musste nachts auf getrockneten Erbsen knien und das Vaterunser beten. Aber das war halt so und die Kinder haben geglaubt das muß so sein. So wurde ihnen ja regelrecht eingeimpft, das sie schlecht waren und Strafe verdient haben - Boooah - mein Blutdruck steigt, wenn ich darüber nachdenke... Ich glaube den Leuten, welche von Misshandlungen seitens der Kirche sprechen voll und ganz. Und wenn ich lese, wie die Kirche sich querstellt, dann sollte meine Schwiegermutter (bzw. Schw.-Eltern) auch noch was machen!!!


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Das war meine erste Handlung als ich 18 wurde, also vor fast 23 Jahren. Und diese 20 DM waren bis heute eine gute Investition. meine Entscheidung hatte im Übrigen nichts mit meinem Glauben zu tun.


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Interview mit Kriminalpsychiater Hans-Ludwig Kröber: http://cicero.de/97.php?ress_id=9&item=4907


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Wer liest denn Cicero?


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Mein Vater hat mir von seinen Erlebnissen in einer Erholungsklinik erzählt. Er war ca. 7/8 Jahre alt und hatte eine schlimme Krankheit die u.a. auch eine Gehirnhautentzündung hervorrief. Er hat lang gebraucht bis er einigermassen wieder auf Damm war. Nach dem Aufenthalt im Krankenhaus musste er für ca. ein halbes Jahr in so eine Art Erholungsklinik oder Sanatorium im Schwarzwald. Dort wurden die Kinder auch misshandelt. Insbesondere behinderte Kinder wurden geschlagen. Hat ein Kind ins Bett gemacht, haben die Schwestern die anderen Kinder auf dieses Kind gehetzt. Es wurde geschlagen und gedemütigt, meistens waren natürlich diese behinderten Kinder. Mein Vater hat es damals seiner Mutter erzählt aber sie hat ihm nicht geglaubt. Er war von diesem Aufenthalt traumatisiert und hatte das Ganze verdrängt. Ihm fielen die ganzen Details vor einiger Zeit ein als diese Missbrauchsfälle an die Öffentlichkeit kamen. Ich glaube, dass es früher nicht nur die Kirche war, sondern, dass allgemein die Toleranzschwelle für Misshandlungen sehr hoch gesetzt wurde. Wir können nur froh sein, dass wir alle eine Generation später geboren wurden! Mein Mann und ich sind schon viel früher aus verschiedenen Gründen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Es ist mir relativ egal ob es nur ein Teil der Kirche betrifft oder nicht. Solange die Kirche hinter solche Tätern steht und solange der Papst als unfehlbar angesehen wird und weiterhin Verhütung als Sünde darstellt, will ich mit DIESER Kirche nichts am Hut haben.


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Die sollen endlich das Zölibat abschaffen, dann können die sich an Gleichaltrigen bzw zumindest Erwachsenen befriedigen, die da freiwillig mitmachen und müssen sich nicht ständig an unschuldigen Kindern vergreifen. Denn mal ganz ehrlich, das Zölibat ist komplett gegen die menschliche Natur. Dass das nicht funktioniert, sieht man ja leider immer wieder. lg JaMe


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Wir werden eines Tages einen dicken erleichterten Seufzer aus einer Wolke hören - vom lieben Gott, und zwar in dem Moment, wenn die kath. Kirche sich aufgelöst hat.