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Thema "Amoklauf" nochmal

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Hallo Ihr, was mich seit heute Mittag beschäftigt ist folgendes: Wie müssen sich die Eltern (in meinen Gedankengängen vor allem die Mutter) des jungen Mannes fühlen? Wie erschüttert muß man sein, wenn man erfährt, was das eigene Kinder da gerade "angestellt" hat...? Das Kind, das man unendlich lieb hat, hat ein Menschenleben auf dem Gewissen, was für eine schreckliche Vorstellung... Was mag nun in den Eltern vorgehen...? Nachdenkliche Grüße Britta


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beschäftigt dich seit heute mittag? Es kann ja sein, dass ich da etwas emotionslos bin, aber so etwas tangiert mich nur am Rand. Die medien sind voll von Horror-meldungen und schon am Frühstückstisch stolpert man über die ersten leichen. Wer sich da nicht abgrenzt wird irgendwann irre. Sicher ist es eine schlimme Sache, aber es betrifft nicht mich und meine Familie und den betroffenen wird es scheißegal sein ob hansi Hinterhuber davon eine schlaflose nacht hat. Meine Ressourcen spar ich mir lieber für den ernstfall auf. Außerdem ist deine Frage nicht zu beantworten, denn keiner hier im Forum wird sich schon in so einer Situation befunden haben. sorry...das wolltest du nicht hören...war mir aber ein bedürfniss.. Übermorgen werden sich diejenigen, die am lautesten den armen Menschen bemitleidet haben, sich nicht mal mehr erinnern können, in welcher Stadt der amoklauf war.... es grüßt Reni


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Lange Zeit sicher ersteinmal gar nichts, dafür sorgt der Schock. Vor einem läuft ein Film ab und man hofft einfach nur, aufzuwachen. Ich denke, ohne psychologische Betreuung wird da nichts gehen. Die Frage nach dem "Warum", wird ab morgen die Presse beantworten. Vermutlich wurde er nicht gestillt, die Mutter hat ihn in den Kindergarten gegeben und er hatte doofe Musik und PC-Spiele. Schnell gibt es "Augenzeugenberichte", Videos etc. Die Medienmaschinerie ist schneller im Gang, als der Junge den Abzug drücken konnte. Daß er eine Waffe hatte ist ein Skandal und ab morgen wird die Polizei wieder zwei Wochen lang unangemeldete Besuche bei Waffenbesitzern machen, um zu prüfen, ob die Waffen auch im Waffenschrank ordnungsgemäß verwahrt sind und nicht unter dem Kopfkissen des 6jährigen liegen. Dann gibt's neues Blut an anderer Stelle und nach den Eltern kräht kein hahn mehr. Außer die Nachbarn, die sich das Maul zerreißen, es "immer schon wußten" und in's RTL-Mikrofon plärren, "der Junge war immer schon so komisch. Der hatte ja auch so Haare". Unsere Gesellschaft zieht sich am Rande unbemerkt seelenkranke Monster groß, denen jedes Ventil fehlte und die dann irgendwann "austicken". Das wird sich nicht ändern, das wird noch schlimmer. Yes, we can too.


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Beim Lesen Deines Postings ist es mir kalt über den Rücken gelaufen - aber Du hast absolut recht... Die Leute haben es plötzlich alle gewußt - ich würde postwendend fragen, warum sie nichts gemacht haben, wenn sie es doch wußten. Zwei Wochen wird jetzt (wieder mal) über PC-Spiele und die Verrohung der Gesellschaft und der Jugendlichen gefetzt - danach wird DSDS wieder die Schlagzeilen dominieren. Alles vergessen bis zum nächsten Mal.


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es wird leider genug geben, die ihre kinder eben ncith unendlich lieben; was möglicherweise zum problem mit beitragen mag.


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mich beschäftigt das auch sehr. Denk mir nur immer, was macht man falsch wenn ein Kind so durchdreht? Was kann ich jetzt machen, damit ich mich später nicht mit solchen Sachen auseinandersetzen muss?? Möchte nicht ein Kind haben dass dann Magersüchtig wird, oder ein totales Problemkind in der Schule!


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Oder die sie mit ihrer unendlichen Liebe dermaßen erdrücken, daß sie sich ihren Weg in die Freiheit erkämpfen. Ich glaube kaum, daß es eine Gleichung Liebe der Eltern + Liebebedürftigkeit der Kinder = Wahrscheinlichkeit für Amoklauf gibt.


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Nein, das wird wohl nicht der Grund sein... Denn ob jemand unendlich liebt, das vermögen wir gar nicht zu beurteilen. Nur weil die Form von Liebe anders aussieht, als so wie wir uns das vorstellen heißt das lange noch nicht dass diese Kinder nicht oder nicht ausreichend geliebt werden. Sie werden im Rahmen der Möglichkeiten der Eltern alle geliebt, nur hinterlässt die ein oder andere Liebe eben Lücken, Wunden, Narben. Und auch "unendliche Liebe" ist nicht das Allheilmittel dieser Welt My 2 cts


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Ich denke, da spielen so viele unterschiedliche Faktoren eine Rolle, warum ein Mensch zum "Amokläufer" wird. Da geht es nicht nur um's "Nicht-Geliebt-Werden", oder um's "Sich-Nicht-Geliebt-Fühlen". Man kann nicht in die Menschen hineinsehen, wenn sie es nicht zulassen. Und man glaubt in den meisten Fällen auch einfach nicht, dass in der eigenen Familie so etwas Extremes passieren könnte. Wenn das so einfach zu erkennen wäre, gäbe es weder Amokläufe von Jugendlichen, noch Suizide. Oft werden Symptome auch falsch interpretiert oder verdrängt. Wenn ich mir meine Familie und die meines Mannes anschaue, beides "intakte" Familien ohne Gewaltprobleme, und die jeweiligen Geschwister miteinander vergleiche, dann erkennt man schon gravierende Unterschiede in der Psyche. Menschen sind einfach individuell gestrickt. Wie könnte es sonst sein, dass die eine Schwester den Vater als cholerischen Bestrafer wahrnimmt, die andere als strengen, aber liebevollen Kuschelbär? Die eine Schwester erinnert sich nur an Negatives, die andere überwiegend an die positiven Erlebnisse mit dem Vater. Die eine Schwester sieht auch als Erwachsene grundsätzlich erstmal das Negative, die andere ist allem Neuen gegenüber erstmal positiv und offen eingestellt. Diese Beobachtungen mache ich in beiden Familien, in jeweils zwei bis drei Generationen. Aber woher kommt diese unterschiedliche psychische Grundeinstellung? Ist das genetisch bedingt oder durch die Erziehung? Und was muss noch passieren, damit ein Mensch, der sich nicht geliebt oder ungerecht behandelt fühlt, zum Täter wird? Für die Eltern des Täters wird es wahnsinnig schwer werden, die Tat ihres Sohnes zu verarbeiten. Dazu könnte ein schlechtes Gewissen kommen, wenn sie Anzeichen wahrgenommen, aber nicht (richtig) gehandelt haben. Ich hoffe, ich werde niemals in so eine oder eine ähnliche Situation kommen. Eine Gewissheit gibt es nicht.


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wird...Was passiert denn da, dass das die Wut der Jugendlichen so auf sich zieht...


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okay, das kann ich wahrscheinlich nicht beurteilen, an Förderschulen ist der Leistungsdruck eher gering und fast "nur" Beziehungsarbeit gefragt. Aber keinem meiner extrem-aggressiven Ex- Schülern hätte ich das zugetraut, dass er mich abknallt. Bin ich naiv ??


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Es sit bestimmt nicht "wegen schlechter noten" Die Kids finden ihr eigenes leben so derart beschissen, dass sie es beseitigen/ändern wollen. Nur wie macht man das? Man knallt es ab! Diese Kids knallen nicht Mitschüler oder lehrer um..sie knallen ihr leben ab, weil sie damit nicht mehr zurechtkommen. Die Schule ist nur der übertragene Ort dafür, weil es ihr haupt-bezugspunkt ist. Lg reni


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es ist die grenzenlosigkeit dieser wut und das Fehlen oder Fallenlassen der Hemmschwelle, zu massiver Gewalt zu greifen.


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Also ich glaube ganz einfach,das es keinen Grund geben kann so etwas anzurichten.Man möge sich einmal vorstellen,wenn jeder Mensch so reagieren würde,dem schon Unrecht wiederfahren ist.Klar,sind grade Kinder sehr empfindlich,trotzdem gibt es für sowas keine Entschuldigung. Das der Vater dieses Tim K. aus Winnenden ein Verfahren am Hals hat ist nur Recht.Man hat nunmal keine Waffen zu Hause zu horten und schon gar nicht auf dem Nachtschrank,oder?Schwester und Mutter tun mir aber sehr leid.Die können nix dafür und werden gehetzt und gejagd. Ach,ich bin da so überfragt.....


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„Dann sind alle in Panik rausgerannt“ (mit den Bilder FRA801 bis FRA806) Utl: Schock nach Bluttat an Ludwigshafener Schule - 58-jähriger Lehrer erstochen - Knapp 2.000 Schüler bleiben unverletzt Von Guido Rijkhoek = Ludwigshafen (apn) Für Ramazan Y. und seine Mitschüler wurde am Donnerstag ein Albtraum Wirklichkeit: Die Klasse habe gerade Unterricht in Farbgestaltung gehabt, als auf dem Gang Schreie ertönten, berichtet der 16-jährige Schüler der Ludwigshafener Berufsschule für Technik. „Dann sind alle in Panik rausgerannt.“ Auf der Treppe habe der Lehrer der Klasse gelegen. Als die Polizei wenige Minuten nach der Bluttat in der Malerwerkstatt eintrifft und dem 58-jährigen Pädagogen Erste Hilfe leistet, ist es bereits zu spät. Der Lehrer stirbt noch am Tatort. Zu diesem Zeitpunkt ist der 23-jährige Tatverdächtige bereits festgenommen. Gegen 10.00 Uhr habe der junge Mann das Schulgelände betreten, sei in die Malerwerkstatt gegangen und habe offenbar gezielt nach dem 58-jährigen Pädagogen gesucht, berichtet der Leiter Staatsanwaltschaft Frankenthal, Lothar Liebig. Auf der Kellertreppe seien der mit einem Kampfmesser und einer Schreckschusspistole bewaffnete Täter und sein Opfer aufeinander getroffen. Dann sei es offenbar zu einem Kampf gekommen, berichtet Liebig. Dies lasse sich aus dem Verletzungsmuster schließen. Stunden nach der Tat wird allmählich ein Motiv für die Bluttat deutlich: In der ersten Vernehmung gibt der junge Mann an, als früherer Schüler habe er eine sehr große Wut auf den getöteten Lehrer gehabt, da dieser ihn immer schlecht benotet habe. Die Staatsanwaltschaft leitet gegen den 23-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen ein. Doch mit dem Tod des 58-Jährigen ist die Aktion des Täters noch nicht beendet. In den folgenden Minuten nimmt die Tat amokähnliche Züge an. Er rennt in das benachbarte Hauptgebäude der Schule, entzündet ein bengalisches Feuer und greift einen weiteren Lehrer an. Doch dieser kann fliehen. Irgendjemand löst Feueralarm aus, worauf die knapp 2.000 anwesenden Schüler das Gebäude verlassen. Zwtl: Schützensport als Hobby Als der Schulleiter im 3. Obergeschoss sichergehen will, dass alle Schüler das Gebäude verlassen haben, trifft auch er auf den Täter und wird von diesem mit der Schreckschusswaffe beschossen. Kurz darauf treffen Streifenbeamte ein, die den Täter zur Aufgabe bewegen können, entwaffnen und festnehmen. Nach Recherchen der „Rhein-Zeitung“ soll sich der Tatverdächtige schon länger mit dem Thema Amoklauf beschäftigt haben. Auf einer Profilseite habe er als sein Todesdatum 2010 angegeben. Auf dieser Seite zähle er „Schützensport & alles was mit Waffen zu tun hat“ zu seinen Hobbys. Dort sei er zudem Mitglied in Gruppen wie „Legale Waffenbesitzer“ und „Liberales Waffenrecht“. 2007 habe er zudem ein achtminütiges Video hochgeladen, in dem er Fotos zu dem Amoklauf von Erfurt mit 17 Toten aus dem Jahr 2002 zusammengestellt habe. Dort zeige er mit Rap-Texten unterlegte Bilder von dem Polizeieinsatz im Erfurter Gutenberg-Gymnasium. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen ist wenige Stunden nach der Tat sichtlich geschockt und kämpft mit den Tränen. „Wir alle haben mit Nachdruck gehofft und gewünscht, dass so etwas in einer rheinland-pfälzischen Schule nie geschehen würde“, sagt die SPD-Politikerin. Am (morgigen) Freitag und Samstag werde an der Schule kein Unterricht stattfinden. Zwtl: „Unfassbares Leid ist über die Familie gekommen“ Zur Identität des Tatverdächtigen war am Donnerstag zunächst nur wenig bekannt. Nach den Worten des Ludwigshafener Kripochefs Franz Leidecker soll der 23-Jährige keiner reguläre Beschäftigung nachgegangen sein und sich zuletzt in einer Fördermaßnahme des Christlichen Jugendwerks befunden haben. Er habe keinen Migrationshintergrund und habe die Schule nach eigenen Angaben bereits 2004 verlassen. Bei dem Lehrer handelte es sich nach Angaben der Ermittler um einen Familienvater mit Wohnsitz in Hessen. „Unfassbares Leid ist über die Familie gekommen“, erklärte die Bundesbeauftragte für Integration, Maria Böhmer, die aus dem nahe gelegenen Frankenthal stammt. Die betroffene Schule sei eine Bildungseinrichtung, die sich mit großem Engagement Schülern annehme, die sich in einer schwierigen Lernsituation befänden: „Umso bitterer ist es, dass eine solche Tat dort stattfindet.“ Ende


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dass sich Zeit und Gesellschaft solche Amokläufer regelrecht "züchten". Und zwar nicht durch "böse" PC-Spiele oder zuviel Fernsehkonsum! Natürlich spielt die Familie eine Rolle, wobei ich nicht über "Schuld" würde reden wollen. Ich finde vielmehr, dass es der Wandel der Zeit mit all seinen Folgen ist, der solche Menschen zum Äußersten treibt und sie eigentlich auch erst zu dem macht, was sie sind.... Was zählen denn heutzutage noch menschliche Werte, ausser viell. in einer Partnerschaft oder engen Freundschaft? Wie sehr fühlt man sich denn dem "nur" Nachbarn, dem Kollegen, dem Unbekannten in der Straßenbahn oder dem "uncoolen" Klassenkameraden gegenüber "verpflichtet", ihn mit gewissem Respekt und Wohlwollen zu begegnen? Der Wert des Menschen wird all zu oft auf seine ökonomische Funktion reduziert und wenn nicht, spielen andere oberflächliche Kriterien eine zu große Bedeutung. Von nichts kommt nichts. Niemand kommt als Amokläufer auf die Welt. Und ALLES auf die Eltern zu schieben, wäre sicher (leider) auch zu einfach. LG