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Meinungsfreiheit oder Polizeistaat - Holocaust-Leugnung

Meinungsfreiheit oder Polizeistaat - Holocaust-Leugnung

saulute

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Es gibt in Deutschland, wie auch in Österreich eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren für eine Holocaust-Leugnung. Das ist auch verständlich für diese Staaten, als eine politische Verantwortung im Hintergrund der Geschichte. wie soll es jedoch in anderen staaten sich verhalten, die zu Holocaust nichts beigetragen haben? Ich frage aus einem aktuellen Grund, weil weder in großbritannien oder USA keinen strafkodex dafür gibt, sondern alles unter der Meinungsfreiheit untergebracht wird, es wird verpönt, nicht toleriert, missbilligt, aber eben nicht bestraft. In Litauen hat sich ein Beamter des Innenministeriums und ein Historiker einen Artikel in eine solide Wochenblattzeitschrift geschrieben, in dem er die Zahl der ermoderten Juden bezweifelt. Die litauischen Politiker und Presse hat es als eine Leugnung des Holocaust ausgelegt, und der Mitarbeiter wurde nach 30 Jahren seines Dienstes entlassen. Hier ein Link dazu: http://de.altermedia.info/general/nurnberger-schauprozesse-fordern-neues-opfer-liltauischer-historiker-mus-zurucktreten-27-11-10_57130.html Die Leugnug des Holocausts ist schon ein politisch unkorrektestes Vorgehen, wobei der Autor, wie eer selbst in INterwievs gesagt hat, in keinster Weise den Holocaust leugnen wollte, lediglich die historischen Dokumente vermisst, die über die 6 MLn. Juden berichtet, wenn es eine Version gibt, die "nur" von 4 Mln. Juden spricht. alles schlimm genug ,keine Rede. Aber soll wirklich der staat freiheitsraubende Sanktionen anwenden oder die Person die stelle verlieren, die rein gar ncihts mit dem Artikel zu tun hat? reicht es da nicht eine gesellschaftliche Ignoranz, mediale Verspottung und Abgrenzung? Genauso im Falle Sarrazzins? Entwickelt sich die EU immer mehr zu einem Polizeistaat, die jede politisch unkorrekte Meinungsfreiheit sofort sanktioniert, weil es immer weniger Rückgrat hat, dem Druck der islamischen und jüdischen Welt standzuhalten? Was denkt ihr darüber, wo sind die Grenzen zwischen der politischen Meinungsfreiheit und der politischen Korrektheit? Ich bin gegen die sanktionen, aber für die gesellschaftliche Intoleranz, was die politische Unkorrektheit betrifft.


Mitglied inaktiv

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Das einzige was mir ganz spontan dazu einfällt, warum eine Meinungsäußerung oder Leugnung von Ereignissen, mag es auch noch so falsch sein, vor Gericht eventuell mehr geahndet wird, als wenn man sich an einem Kind vergreift! Ansonsten ist mir das Thema so zu brisant, es wird zu brisant gemacht, daß es so war weiß doch jeder, wer es ist nicht weiß oder wahr haben will, warum muß man solche Menschen für ihre Unwissenheit noch bestrafen, würde da auch unterscheiden, in welchem Zusammenhang die Leugnung ausgesprochen wurde, mit welchem Hintergrund und Zweck. Die Anzweiflung der Totenzahl zu bestrafen finde ich schon arg heftig, es gibt soweit ich weiß in der Tat keine genauen Dokumente, die die Zahl belegen, die Wahrscheinlichkeit, daß mehr geflüchtet sind als angenommen, die sich irgendwo unter falschen Namen und ihre Vorgeschichte gerne vergessend angesiedelt haben, dürfte relativ groß sein, daß Aufzeichnungen gefälscht wurden, egal in welche Richtung dürfte vorallem zu jener Zeit auch vorgekommen sein. Ich werde nie verstehen, warum dieses Thema, was nicht vergessen werden soll, das ist natürlich klar, aber warum wird dieses Thema so viel ernster genommen, als andere Lügen und Leugnungen, es tut niemanden wirklich weh was andere denken oder sagen, aktuelle Dinge können viel mehr Auswirkungen haben, aber die werden nie so sensibel behandelt. LG Nina


Alba

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Saulute, wooohoo, wo hast Du denn die ganze Zeit gesteckt. You and Emilia ok? Ich halte auch nichts davon uangenehmen Diskusionen zu unterdruecken. Ich habe das auch zur Zeit der Sarrazin Diskussionen hier gesagt. Ich halte es fuer undemokratisch und fuer politisch gefaehrlich. GB und die British National Party waehrend der letzten Wahlen waren ein schoenes Beispiel. Die BBC lud Nick Griffin (NBP) zu Question Time ein, mit einem faehigen Moderator, David Dimbleby, und ein paar guten Diskutierern Jack Straw, Bonnie Greer, Chris Huhne und die haben gemeinsam mit dem Publikum NG demontiert, Argument fuer Argument. Bei den letzten Wahlen hat NG dann nicht mal in seinem eigenen Wahlbezirk auch nur annaehernd eine Chance gehabt. Aber dafuer braucht man Vertrauen in demokratische Prozesse und in den guten Willen und die Intelligenz seiner Mitbuerger.


saulute

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Antwort auf Beitrag von Alba

Ich habe versucht Dir eine nachricht ins Postfach zu legen, hat aber irgendwie nicht geklappt. Uns geht es gut, Emilia wurde dieses Jahr eingeschult. Ich habe hier oft still mitgelesen, aber mittlerweile ist es zu einem Wehwechen-Forum geworden. Wie geht es euch?


Chatilia

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Meine Gedanken dazu: viel schlimmer als diese Menschen, die wir einzeln aufzählen können, weil sie in den Medien sind, sind für mich die Abermillionen von Mitmenschen, für die es ganz normal ist, eine fremdenfeindliche Einstellung zu haben und dies auch noch nicht mal verstecken. Ich lebe in einem ganz normalen Umfeld, habe beruflich sehr viel mit Menschen zu tun und es passiert mehrmals täglich, dass mir die Haare zu Berg stehen, weil irgend jemand einen Spruch loslässt und man denkt: Spinner. Stammtischbruder. Ignorant. Diese MASSEN sind für mich gefährlich, nicht die einzelnen, auch wenn es Leute gibt, die natürlich zu ihnen hochschauen. Toleranz? Heute genau so wenig da wie schon immer.


Mitglied inaktiv

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Wenn die Nürnberger Prozesse als "Schauprozesse" betitelt werden, dann geht es um mehr als die lächerliche Differenz von 2 Mio toten Menschen. Gruß, Elisabeth.


Mitglied inaktiv

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Nunja, "Schauprozesse" als Wort ist erstmal nicht falsch, kommt auf den Hintergrund an warum es so bezeichnet wird. Es waren Prozesse um der Welt zu zeigen "Das war zu viel, das wird bestraft" und sollte auch internationaler Abschreckung dienen, und zeigen, die Welt schaut nicht zu oder wirft ein Schweigen über die Taten. Es war schon zur "Schau" gedacht. Allerdings kann man das Wort "Schauprozess" auch anders benutzen...


Mitglied inaktiv

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Hast Du den Artikel gelesen? Da wurde das Wort schon ganz bewußt mit einem rechtsradikalen Hintergrund verwendet. Davon ab ist das Wort "Schauprozess" im Zusammenhang mit den Nürnberger Prozessen - ja, wie nennt man das? - "verbrannt". Das wurde so oft von Rechtsradikalen verknüpft, daß es nicht mehr für eine wirklich neutrale Diskussion verwendet werden kann.


saulute

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Nun, den Begriff "Schauprozesse" hat jetzt der deutsche Autor des Artikels benutzt, und ich glaube auch, dass er jetzt nicht so gemeint hat, das tut auch nichts zur Sache. Überall steht, dass er von seinem Dienst selbst zurückgetreten hat, dabei wurde er gebeten innerhalb von einer Stunde die Kündigung zu schreiben und das gebäude zu verlassen. Die staatsanwaltschaft ist auch schon eingeschaltet. Und DAS finde ich furchterregend. Ausserdem finde ich auch wie Leolu, warum andere Volksgenozide fast bagtellisiert werden im Vergleich zu Holocaust. Warum haben die Türken kein Problem den genozid an Armenier und die ganze Welt schaut gelassen zu? Oder Russland stalins Völkermorde? Da hat irgendwie europa kein Problem, wenn Russlands öffentliche Version ist, Stalinsverdienste waren Stärkung Russlands als einen homogenen Staates.


Mitglied inaktiv

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„Es ist auch wichtig, daß während der Nürnberger Prozesse die Legende über die angeblich ermordeten sechs Millionen Juden eine legale Grundlage bekam, obwohl das Gericht nicht ein einziges von Adolf Hitler unterzeichnetes Dokument besaß hinsichtlich der Vernichtung der Juden (dieses Dokument, wenn es jemals existiert hätte, ist bis zum heutigen Tage nicht gefunden worden, obwohl eine Belohnung von einer Million US-Dollar ausgelobt worden ist)“, hieß es in der Kolumne." Das stammt aus der (angeblichen?) Übersetzung des litauischen Artikels. Und ich glaube, Du hast Dir die Seite, die Du da verlinkt hast, nicht gut angeschaut - das ist eine eklige, braune Kampfseite. Ich nehme zu Deinen Gunsten an, daß Du einfach nach einer deutschen Übersetzung des Artikels gesucht hast und zufällig auf diese Seite gekommen bist - ansonsten müßte ich meine Meinung von Dir deutlich relativieren. Nichts für ungut, aber FALLS Du Deine Kritik ernst meinst - ich sehe das eher wie kaka_b - DANN hast Du Dir gerade die falschen Belege für Deine Theorie gesucht.


saulute

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Und auch in diesem Textabschnitt steht der Begriff "Schauprozesse" nicht. Und genau, das ist der berühmte Satz, in dem er die Zahl der getöteten Juden anzweifelt. Nein, die Seite habe ich mir nicht an geschaut, werde ich gleich machen. Ich suchte nach einer Übersetzung und überhaupt einer Reaktion in den Deutschen online Portalen. Na, wie auch immer, ich bin nach wie vor nicht für staatliche Sanktionen.


Leena

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Natürlich KANN es sein, dass der litauische Autor vieles anders gemeint hat, als es jetzt auf der genannten Seite dargestellt wurde, und natürlich KANN es sein, dass sich z.B. die deutschen Rechsextremen einfach über den Artikel freuen und ihn in ihrem Sinne ausschlachten und erweitern und vielleicht sogar auch umdeuten - aber KANN es nicht auch anders sein? Und eine wissenschaftliche Diskussion über die Anzahl der ermordeten Juden gehört für mich definitiv nicht in eine stinknormale Tageszeitung, sondern allenfalls in echte Fachkreise, denn so besteht die Gefahr, dass eine möglicherweise wissenschaftliche Diskussion von Rechtsextremen für ihre Zwecke benutzt werden - wie hier ja auch geschehen. Wobei die Formulierung, dass "während der Nürnberger Prozesse die Legende über die angeblich ermordeten sechs Millionen Juden eine legale Grundlage bekam" schon gewisse Gedanken hochkommen lassen hinsichtlich der Grundüberzeugungen des Autors, und ich bin mir nicht sicher, inwieweit das an der Übersetzung oder doch am Original-Text liegt... Und was den angegebenen Link betrifft - Elisabeths Formulierung über die "eklige, braune Kampfseite" ist noch viel zu freundlich dafür, finde ich. Ich habe mal angefangen, mir die Seite anzuschauen - spätestens bei "Neger erschlägt Familienvater" verlässt es mich, und wenn dieser "Neger" den "deutschen Bürger" dann auch noch "aus Hass auf unser Volk, aus Habgier oder wegen seiner kleinen, dreckigen 'Pseudo-Ehre'" getötet haben soll - dann wird mir mehr als schlecht! Und der Rest ist ja beinahe noch übler, selbstgerechter, fremdenfeindlicher, rassistischer... widerlich! Mehr als widerlich, wirklich!!! Meinungsfreiheit ist eine Sache - deckt es aber nicht, andere Menschen zu beleidigen und herabzuwürdigen und zu verachten, nur weil es keine "Angehörigen des deutschen Volkes" sind. Grundrechte finden dort ihre Grenzen, wo sie die Grundrechte anderer verletzen.


Mitglied inaktiv

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es nicht gelesen, sondern lediglich an Saulutes und Dein Posting angeknüpft. Es kommt so oft drauf an, wie ein Wort verwendet wird, oder auch auf Übersetzungen, die verdreht werden können. Nachdem was ihr hier schreibt wirkt das alles natürlich arg neg. bzw. recht eindeutig "braun"....somit wäre aus meiner persönlichen Sicht zumindest Kündigungen im öffentlichen Bereich in Ordnung, im privaten Bereich nicht, einen Schreiner kündigen wegen seinen Ansichten ginge meiner Meinung nach nicht z.B..


saulute

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Antwort auf Beitrag von Leena

nein, die übersetzung ist schon präzise genug... Was ich schlimm an der ganzen Sache finde, dass diese "seriöse" Wochenzeitschrift gar nicht zur Rechenschaft gezogen wurde, vor allem, als es sich rausstellte, dass es noch mehr solche ähnliche Artikel gab, der Redakteur sich nicht öffentlich entschuldigte, sondern sich nur von dem Autor distanzierte, obwohl er selbst diesen Artikel in Auftrag gab. Jetzt wurde eine person zum Sündenbock gemacht, gelyncht und somit die sache erledigt.


Kaka_b

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Ich stolpere deine Fragen, ob sich die EU "immer mehr zu einem Polizeistaat" entwickle, nicht ganz. Tut sie das denn?! In dem Artikel wird auf die Note verschiedener Botschafter eingegangen, die eben deshalb geschrieben wurde weil es KEINE öffentliche oder amtliche Verurteilung der Ansichten gab. Ähnlich fordert das Simon Wiesenthal Zentrum eine strafrechtliche Aufarbeitung, weil es diese NICHT gab. Der Historiker trat aus freien Stücken von seinem Amt als Berater des Innenministeriums zurück, und ebenso wenig trat Sarrazin zurück, weil er "aufgrund des mangelnden Rückgrats der EU vor der jüdischen Welt" in irgendeiner Weise staatlich sanktioniert worden wäre. Ein Polizeistaat ist etwas anderes, und meiner Meinung nach befinden wir uns weder in einem noch bewegen wir uns auf einen zu. Dennoch stimme ich überein, dass eine reife Gesellschaft durchaus in der Lage sein sollte, auf solche Fragen aus sich selbst heraus antworten zu können. Aber das tut sie doch auch. LG Katia


DK-Ursel

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Antwort auf Beitrag von Kaka_b

Hej allesammen! Das ist ein ernstes Thema zum 1- ASdvent. ich lebe in DK, wo die Meinungsfreiheit mir manchmal ehrlich zu weit geht, weil manchmal die haarfeine Linie zwischen Meinungsfreiheit und persönlichem Angriff, Beleidigung etc. nicht mehr gezogen wird. Da werden dann manchmal unter dem Stichwort oder gar Schlachtruf "Meinungsfreiheit" Dinge geäußert, die mir auch die Haare zu Berge stehen lassen und bei denen ich mich frage, ob das wirklich mit Meinungsfreiheit gemeint ist und ob die Aussagen nun wirklich notwendig sind. Trotzdem habe ich im Laufe meines Lebens hier einige Einsichten gewonnen; mein Entsetzen über den Umgang mit Neo-Nazis und ihren "Botschaften" hat sich relativiert. Jedes Volk hat seine eigene Geschichte und daraus entwickelt es eben seine Gesetze und gesellschaftlichen Standpunkte. Ich wundere mich gerade über folgendes: "Warum haben die Türken kein Problem den genozid an Armenier und die ganze Welt schaut gelassen zu? Oder Russland stalins Völkermorde? Da hat irgendwie europa kein Problem, wenn Russlands öffentliche Version ist, Stalinsverdienste waren Stärkung Russlands als einen homogenen Staates." Was soll Europa denn tun? Diese beiden Staaten gehören nicht einmal zur EU, und die Unabhängigkeit einzelner Staaten ist doch wohl auch innerhalb der EU immer noch gesichert (oder?). Großbritannien (hier eben oft genannt) und auch DK dürfen doch ihre Haltung zu politischen und historischen Ereignissen genauso haben wie Dtld. Ich sehe auch keinen Polizeistaat - die deutsche Gesetzgebung hat es schon immer so gegeben, da hätte der Aufschrei schon früher erfolgen müssen. Und daß Dtld. mit seiner Geschichte anders umgeht als die Türkei oder ihrer mit ihrer --- das liegt eben an historischer Geschichtsaufarbeitung, an Volksmenthalität und anderen Dingen. Man kann sie in manchen Fällen betrüblich, bedenklich, verachtenswert finden - aber jeder Staat regelt sowas eben auf seine Weise. Und daß wir dazu hier und anderswo Stellung beziehen dürfen, ist doch auch Meinungsfreiheit - oder? Gruß Ursel, DK - völlig eingeschneit!


Maximum

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Antwort auf Beitrag von saulute

wie damals in der DDR...haste was gesagt dann konnte man davon ausgehen das es Konsequenzen hat. Hier ist es nicht anders...und hier im Forum sowieso.Da wird nur die Meinung vom einer gewissen Rotte heilig gehalten alles andere ist dumm...