Mitglied inaktiv
Ich bin in der Zwickmühle...... Da ich die Meinungen hier sehr schätze, stelle ich meine Frage hier auch noch an Euch: Hallo, mir fällt immer mal wieder auf, dass ich gegensätzlich handele. Einer der wichtigsten Apekte in der Erziehung meiner Tochter ist für mich: Gefühle zulassen können, ausdrücken können, authentisch sein. Ich bin leider genau gegenteilig erzogen und habe damit seit meiner Kindheit ( Magersucht, Bulimie, Alkohol-abh. Vater, Co-abhängige Mutter, alle sehr leistungsorientiert und nach außen wirksam.........) Probleme. Wenn nun meine Tochter (6) anfängt jamerig, weinerlich, nah am Wasser gebaut zu sein - ohne einen für MICH ersichtlichen Grund - in ich sehr schnell genervt, kalt und herrsche dann schonmal, dass sie aufhören soll. Und genau in diesem Moment wird mir die konträre Situation bewusst und ich weiß nicht wie ich aus der Schleife heraus komme. Es fehlt mir in dieser Sache irgendwie am Maß. Meine Frage deshalb: Wie reagiert IHR auf ( unproduktives) Jammern. Wirkt ihr überhaupt entgegen ? Ignoriert ihr nur ? Weist ihr darauf hin, dass es zu keiner Lösung des eigentlichen Problems führt ? ( Bsp. gestern Abend: Falsches Hörspiel im Player. Tochter (6!!!!!!) bricht in Tränen aus anstatt mich zu bitten, ein anderes Hörspiel einzulegen. DAS macht mich verrückt. ) Wie vermittelt ihr, welche Gefühle angemessen sind und welche übertrieben sind ? Ich hoffe ihr lacht nicht über mich. Ich habe das echt nicht gelernt und brauche mal Input ! Lieben Dank zusanna
Vorleben ist das A und O und natürlich auch das Schwierige, wenn man es nicht gelernt hat. Je authentischer du selber bist, umso leichter lernt es deine Tochter. (Dass Kinder aber so unlogische Heulanfälle haben, ist normal und nicht deiner Vergangenheit anzulasten.) Für dich kannst du aus dem bunten Strauß der "sei du selbst" - Methoden wählen... Ich empfehle mal Byron Katie "The Work", Serge King (google ist dein Freund, amazon etc. auch), Lynn Grabhorn "Aufwachen, dein Leben wartet" etc. Lg Fredda
@ Fredda
JETZT ist es an der Zeit, mich mal bei Dir für deine Buch-Tipps hier im Forum und im PF zu bedanken
Das wollte ich schon so lange mal schreiben.
Du ahnst gar nicht, was ich dank Dir schon gelesen habe ( Barbara Sher, Faulstich,.... und Serge King ist "in Beobachtung",...... )
Ich freu mich immer wieder darüber !
DANKE!
lg zusanna
und freu
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Huhu, erstmal finde ich es ganz toll, daß Du versuchst Deinen eigenen Weg zu gehen und Dich frei von Deinen "Altlasten" zu machen. Du musst nicht alles auf Deine "Vorgeschichte" schieben - sei nicht zu streng mit Dir - jede Mutter ist von nöhlenden 6 Jährigen mal genervt !!! Das darf man auch sein ! Ein paar Tips: Wenn sie (ohne Grund, oder mit nem falschen Hörspiel im Player) jammert, biete ihr einfach mal in dieser Situation wortlos Deinen Arm an. Knie Dich nieder, breite die Arme aus und guck was passiert.... Das ist ein effektiver Weg, Gefühle beim anderen zuzulassen - indem man sie nämlich weder mit seinen eigenen Emotionen (was echt schwer ist !) noch mit seinen Worten "überdeckt". Nächster Tip: Achte darauf WIE Du im Alltag mit ihr sprichst - wie Deine Stimme ist. Wahrscheinlich hast Du selbst eine entweder sehr strenge / autoritäre Stimme (ich tippe auf erstes) oder mäusschenhaft-nichts-sagende-Stimme Deiner Mutter erlebt. Für Kinder ist es oft wichtiger wie unsere Stimme klingt, als wie unser Wortinhalt lautet. Eine sanfte, freundliche Stimme signalisiert: Mutter hat mich lieb, achtet darauf mich nicht zu erschrecken usw. Du siehst, es gibt vieles - vorallem im non-verbalen-Bereich, was man an Bindung und Sicherheit vermitteln kann. Wie schwer auch immer Dein Erlebtes war (by the way meine Mutter hat diverse Zwangserkrankungen, ich rede auch aus Erfahrung was das Thema "will ich ganz anders machen " - und aber auch "es ist sauschwer es anders zu machen, wenn man es nicht anders erlebt hat" betrifft *gg), Du kannst JEDEN TAG NEU üben, dem nahe zu kommen, wie Du es Dir für Dich vorstellst. Und nicht vergessen: Fehler machen alle und 6 Jährige SIND manchmal nervig ! LG Cosma
das kenne ich auch sehr gut. bin da oft in sorge, zu streng und autorität zu sein. grüßt snuggles
Danke für deine lieben Worte. Das tat gut ! Dieser Satz: ....., Gefühle beim anderen zuzulassen - indem man sie nämlich weder mit seinen eigenen Emotionen (was echt schwer ist !) noch mit seinen Worten "überdeckt".......... hat mich gerade extrem berührt. DANKE !!!! Und du hast mich gerade erinnert, dass ich "es" sehr wohl ganz anders mache. Wir sind im Grunde ein sehr, sehr gutes Team. Mit sehr viel Respekt und einem harmonischem und liebevollem Zusammenleben. lg zusanna
erstmal schauen, warum unproduktiv gejammert wird. meiner ist jetzt 9 und versucht das auch immer mal wieder. meist ist er dann einfach nicht ausgeschlafen, bzw. noch überfordert sich selbst lösungen zu überlegen, die für ihn zwar unbequemer sind, aber auf die er trotzdem selbst kommen muss. auch ich werde sauer und lauter, wenn es nur ein jammerquengeln ohne ersichtlichen grund ist. bestes beispiel letzter samstag vormittag beim hausaufgaben machen. die aufgaben hätte er locker in einer dreiviertel stunde erkledigt haben können, aber vor lauter überlegen und jaulen wie er drum herum kommt, hat er dann schlussendlich 4h gebraucht. da war ich auch mal die *böse* in konsequenz. wenn bei euch ansonsten alles rund läuft, kann deine tochter eigentlich nur lernen, dass jaulerei nichts bringt. mach dir deswegen mal keinen kopf, ich bin sicher es liegt nicht an deiner kindheit, sondern es ist einfach nur menschlich, denn wir mütter sind nun mal keine dauergesmilten roboter.
Also erstmal ist keiner perfekt. Ich finde es aber sehr wichtig, dass wenn man eine traumatische Kindheit hatte, diese aufzuarbeiten, damit die Kinder nicht die Altlasten tragen müssen. Ich weiß ja nicht, wie ausgeprägt dein Verhalten ist, aber eine absolute Kälte zuzeigen ist schon heftig für ein Kind. Zumal find ich auch, dass man die Gefühle eines Kindes nicht herabstufen sollte. Muttersein ist nicht immer leicht und manchmal,schleichen sich bei der Erziehung der eigenen Kinder, Erzeihungsfehler ein, die an einem selbst schon begangen wurden. Und da gibt es einfach verschiedene Schweregrade. Ich finde es sehr wichtig genau auf seine Gefühlswelt zu achten, denn es können auch Zeiten kommen, wo ein Kind nur quängelt und wie belastbar bist du dann?