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Hebamme verurteilt - wie seht ihr das?

Hebamme verurteilt - wie seht ihr das?

Pixelmama

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Das Baby ist bei einer problematischen Hausgeburt gestorben, die Hebamme fühlt sich in keiner Weise schuldig. http://derstandard.at/1288660268838/Graz-Baby-starb-bei-Hausgeburt-Hebamme-verurteilt Ich bin hin- und hergerissen, die genauen Umstände werden hier nicht näher dargelegt, doch ich finde, die Hebamme hätte rechtzeitig einen Arzt einschalten sollen bzw. den Auftrag gleich ablehnen sollen. Was denkt ihr, sollte sie die Verantwortung für ihren Fehler übernehmen müssen, oder hat sie gar keinen Fehler gemacht? Ich finde, das passt so zu dieser allgemeinen Einstellung, die mich bei Hebammen so stört - dieses "das kriegen wir schon hin, Hauptsache keine Schulmedizin im Spiel". Ich denke mit Grausen daran zurück, wie bei der Geburt meiner Tochter (im KH) die Herztöne ständig schlechter wurden, weil sie sich die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatte, und die Hebamme dabei nur zugeschaut hat - die Geburt ging stundenlang nicht voran, aber sie meinte nur, sie hätte in der Nacht bereits ein Kind mit Nabelschnur um den Hals erfolgreich auf die Welt gebracht. Wenn mein Mann sich nicht eingeschaltet hätte, hätte sie wahrscheinlich nie den Arzt geholt, der dann sofort für KS entschieden hat. Mich nervt dieses Wetteifern "wir alternativen gegen die Schulmediziner", das geht doch nur zu Lasten der Patienten. Wem müssen die denn immer was beweisen? Kontroverses Thema, ich weiß, aber vielleicht hat ja wer Lust, darüber mit zu diskutieren.


Marge.S

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Antwort auf Beitrag von Pixelmama

ich seh es so, das der Mutter von den Ärzten geraten wurde nicht zuhause zu entbinden. Wenn ich mich dann doch dazu entschließe, trage ich eben die Verantwortung für mein Handeln. Wie du schon sagtest, man kann leider nicht genau heraus lesen was passiert ist. Aber ich sehe eben eine gewisse schuld bei der Mutter


Pixelmama

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Antwort auf Beitrag von Marge.S

Hm, da hast du wohl recht - und wir können wohl nicht wissen, wie traumatisiert oder nicht sie von ihrer ersten Geburt war. Dann liegt sicher eine Teilschuld (wie auch immer, rechtlich oder moralisch) bei der Mutter. Aber sollte nicht - wenn schon die Mutter nicht in der Lage ist, so eine rationale Entscheidung zu treffen - wenigstens die Hebamme die nötige Vernunft walten lassen? Sie ist ja doch die anwesende medizinische Betreuerin.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Marge.S

richtig so. scheiß ökotrullas, armes kind...


claudi700

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Antwort auf Beitrag von Pixelmama

sind hebammen wirklich alternativ eingestellt? du scherst hier alle über einen kamm, finde ich absolut falsch.


Pixelmama

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Antwort auf Beitrag von claudi700

Hm kann schon sein, dass das nicht so ist. Ich habe bisher erst mit vier oder fünf Hebammen wirklich persönlich zu tun gehabt, ansonsten ist das so der Tenor aus dem, was ich hier in den Foren so lese und von Bekannten gehört habe. Das "Alternative" an sich stört mich auch nicht, nur ist mir eben dieser gewisse Ehrgeiz aufgefallen, dass viele Hebammen sich eher was abbeißen würden, als zu einem Arztbesuch zu raten. Klar hab ich auch die ein oder andere pragmatische Hebamme kennengelernt, aber die Mehrheit scheint mir so eingestellt zu sein, wie ich das beschrieben hab.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Pixelmama

man darf doch nicht alle hebammen über einen kamm scheren. meine z. b. war übervorsichtig. ich wollte mein viertes kind via hausgeburt bekommen, aber sie lehnte sofort ab, da meine zweite tochter aufgrund eines herzfehlers gestorben ist. zwei andere hebammen haben mir ebenfalls abgeraten. also ging ich wieder in das verhasstes krankenhaus. passieren kann leider immer etwas, egal ob hausgeburt oder krankenhaus.


Pixelmama

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Das ist schon richtig, jeder Aufenthalt im Krankenhaus birgt Risiken. Ich kenn auch grad aktuell einen Fall von einem armen Menschen, der sich einen multiresistenten Keim eingefangen hat. Ich kenne auch die Quote der glücklich verlaufenen Hausgeburten nicht, ich kann's mir nur für mich persönlich nicht vorstellen, im Notfall nicht binnen weniger Minuten ärztliche Hilfe zu erhalten.


Häsle

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Antwort auf Beitrag von Pixelmama

Wie kann denn ein Baby mit dem Brustkorb stecken bleiben? Bzw. wie lange muss es da so stecken, bis es erstickt? Wenn sie es einfach "stecken lassen" hat, dann finde ich das Urteil noch sehr milde. Ein kleiner Ruck, und es wäre nichts passiert, oder? So liest es sich zumindest für mich. Mir sind Hebammen eigentlich wurscht. Also, ich könnte ohne, bin aber kein Feind. Ich hab mir erst nach der Geburt meiner Tochter (in einer Uni-Klinik, weil mir die ärztliche Versorgung wichtiger war als alles andere) eine Hebamme gesucht. Die kam dann drei Mal zum Baby-Wiegen und Nachsorge, und das war's. Zum Glück war sie aber auch der Schulmedizin gegenüber aufgeschlossen und hat mir geraten, wegen einer Brustentzündung zum Arzt zu gehen.


Pixelmama

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Antwort auf Beitrag von Häsle

Genau so liest es sich eben auch für mich. Die Hebamme ist in dem Fall die zuständige medizinische Betreuerin, und demnach liegt es meines Erachtens auch in ihrer Verantwortung, nötigenfalls einen Arzt hinzuzuholen oder eben schon im Vorfeld die Risiken abzuwägen und eben nicht beweisen zu müssen, dass sie das schon hinkriegt. Aber das ist eben das traurige, wie auch Ärzte praktisch nie zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie krasse Fehler machen, hat sich generell dieses Ablehnen jeder Verantwortung durch alle Berufsfelder gezogen. Besagte Hebamme fühlt sich ja auch überhaupt nicht schuldig. Dass sie das mit ihrem Gewissen vereinbaren kann... Und mit deiner Hebamme hast du wohl Glück gehabt. Meine wollte mich damals mit Retterspitzwickeln und Zuckerkügelchen von Fieber und Schmerzen (und einem hungrigen Kind) heilen.


suchepotentenmannfürsleben

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Antwort auf Beitrag von Pixelmama

Diese Frage kann doch bei fehlender Kenntnis der Sachlage und er genauen Umstände während der Entbindung NIEMAND hier beantworten. Spekulationen sind unsinnig und unnötig, ebenso von diesem Vorfall auf ALLE Hebammen zu schließen. Ich weiß aber was du meinst........:-)) Genau das unterscheidet eine gute Hebamme von einer schlechten. LG S


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von suchepotentenmannfürsleben

ich werde einen Teufel tun hier diesbezüglich Vermutungen, Spekulationen oder gar Schuldzuweisungen zu geben oder auch nur anzudeuten. Wir können nur hoffen, daß der Richter das richtige Urteil gefunden hat! LG Nina


Pixelmama

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Antwort auf Beitrag von suchepotentenmannfürsleben

mir ist schon klar, dass wir die Umstände nicht gut genug kennen - und selbst wenn wir sie kennen würden, wer würde sich schon genug Kompetenz zutrauen, um sich hier ein eindeutiges Urteil bilden zu können? Mir ging's wohl ein bisschen ums Prinzip, ich hab einfach nicht die tollsten Erfahrungen mit Hebammen gemacht und mit dieser sturen Einstellung, die ich oben beschrieben habe. Und dieser aktuelle Fall klingt zumindest für mich nach eben so einer Einstellung. Und da finde ich es entsetzlich, dass sie auch nachdem sie - wenn auch nur zum Teil - ein kleines Menschenleben auf dem Gewissen hat, immer noch jede Verantwortung ablehnt.


Patti1977

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Antwort auf Beitrag von Pixelmama

hallo, nicht alle hebammen sind so eingestellt, wie du es darstellst. bei der geburt meines ersten kindes waren die herztöne nicht so, wie sie sein sollten. die hebamme hat jeden schritt mit der ärtzin abgesprochen. auch der kaiserschnitt war schon gegenseitig abgenickt und vorbereitet. ich hab mich gut aufgehoben gefühlt. wetteifer war da keiner. gut, mit der einleitung war die hebamme bei der zweiten geburt nicht so einverstanden aber sie hat sie gemacht. sie war der meinung, da ich beim ersten schon über den ET war, liegt es am eisprung. aber sie hat gemacht, was der doc meinte. das risiko einer hausgeburt geht eine mutter mit der entscheidung auch ein. ob die frau nun einen fehler gemacht hat, dass kann ich nicht beurteilen.


Pixelmama

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Antwort auf Beitrag von Patti1977

Ja, Gott sei Dank sind nicht alle Hebammen so eingestellt! Und sicher liegt auch ein ganz großer Teil der Verantwortung bei der Mutter, die sich bewusst - und gegen medizinischen Rat - zur Hausgeburt entschlossen hat. Wir wissen ja auch nicht, ob die betreffende Hebamme diesen ärztlichen Rat überhaupt kannte, vielleicht hätte das etwas geändert. Wenn sie allerdings davon wusste, halte ich sie für absolut mitschuldig am Tod des Kindes.


iriselle

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Antwort auf Beitrag von Pixelmama

ich habe meine 8 kinder alle im krankenhaus entbunden, allerdings hätte ich aus medizinischer sicht auch keine andere wahl gehabt. wobei ich meine jüngste allein im kreissaal bekam,weil die ärztin meinte es würde noch dauern... ;). statistisch gesehen ist aber eine hausgeburt nicht risikoreicher wie eine klinikgeburt- wenn denn alle voraussetzungen stimmen. die meisten hebammen sind da sehr vorsichtig und gehen sicher kein risiko ein. aber eine garantie hat man nie, probleme während der geburt kann es immer geben. eine gute alternative sehe ich in geburtshäusern, manche liegen direkt neben einer klinik. bei einer normalen , unkomplizierten geburt muß kein arzt anwesend sein- aber es ist wichtig,dass im notfall schnell einer da ist. des weiteren haben die kliniken sich auch sehr verändert- von selbstbestimmter geburt bis zu familienzimmern. vg,iris


Aprilscherz2000

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Antwort auf Beitrag von Pixelmama

Der Arzt hat ewig rumgeiert.Als er ging um den OP vorzubereiten( die Herztöne waren schon mehre Minuten sehr weit unten), meinte die Hebamme "wir versuchen es jetzt" und 5 min später war er da.Total blau angelaufen und 3x die Nabelschnur um den Hals.Wer weiß wie er ausgegangen wäre, wenn noch gewartet worden wäre auf den OP. Ich frag mich warum diese Frau unbedingt zu Hause entbinden wollte.Das 2.Kind hab ich im Krankhaus mit Hebamme bekommen.Es geht also auch! LG Chrissie


bobfahrer

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Antwort auf Beitrag von Pixelmama

Mich nervt dieses Wetteifern "wir alternativen gegen die Schulmediziner", Aber die Eltern haben auch der Alternative Hausgeburt zugestimmt - würd ich nie machen.


Bengelengelmama

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Antwort auf Beitrag von Pixelmama

schwierig...... Ich verstehe nicht die Mutter, die trotz Abraten der Ärzte sich FÜR eine Hausgeburt entschieden hat, und die Hebamme die sich trotz des Risikos ebenfalls FÜR die Hausgeburt entschieden hat..... Ich wollte auch immer eine Hausgeburt, auch bei mir wurde abgeraten, da ich Risikoschwangerschaften hatte, und ich wäre nicht auf die Idee gekommen das Leben meines Kindes zu gefährden.


fsw

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Antwort auf Beitrag von Pixelmama

Tja,jeder hat doch die Möglichkeit,ins Krankenhaus zu gehen.Aber all diejenigen-mit ihren neumodischen Sachen-müssen alles neu erfinden und besser wissen. Ich finde eine Entbindung im Krankenhaus schon sicherer.


viperk

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Antwort auf Beitrag von fsw

ach du jemineh! armes kind!!! also ich habe eine hebi, die ist sehr modern, wenn was ist, schickt sie mich zum arzt. allerdings muss ich auch sagen, dass sie mir bei einer beginnenden brustentzuendung auch die retterspitzwickel ans herz gelegt hat und diverse nicht schulmedizinische dinge. und jedes mal (ich war sehr anfällig dafuer: staus, entzuendungen) hat sie mir so rausgeholfen. einmal wars knapp, da hat sie mir gesagt, wo die schwelle ist und ab wann medikamente unerlässlich wären. nun ist es so, dass ich bei meiner ersten ss im krankenhaus war und normal entbinden wollte. sprach null gegen. die hebi die ich dort hatte war ganz jung aber sehr aufmerksam und vorsichtig, sie holte die ärztin, als die herztöne abfielen und sie durch lagewechsel etc. ncihts erreicht hat. die machte dann blutentnahmen aus dem kopf (engmaschig)und beim zweitenmal war die sauerstoffsättigung unzureichend. sofort KS. ich bin froh an so ein team geraten zu sein und verdanke das leben meines sohnes und seine gesundheit denen. nicht auszudenken, was bei einer hausgeburt passiert wäre. nun bin ich das zweite mal schwanger und bin auch durch die erste geburt (die dramatischen einzelheiten schrieb ich nciht auf) traumatisiert. ähnlich wie die frau in diesem fall. ABER ich käme jetzt nie im leben drauf, eine hausgeburt zu machen!!! nach vorangegangener sectio beträgt die chance sein kind spontan zu entbinden ja nur 68%, das wäre mir zu wenig!!! noch dazu wenn mir alle abraten wuerden. hallo? aber mein sicherheitsempfinden wuerde mich niemals auf die idee kommen lassen das zu versuchen. es steht doch das leben das babys aufm spiel! und ja, es stimmt auch, dass es andere hebis gibt, die tatsächlich wohl etwas versteift sind. ich kenne eine frau, die spontan entbinden wollte und die herztöne auch absanken und zwar dauerhaft und grauenhaft und die hebi meinte immer, ruhig blut, das ist voellig normal. abwarten. sie kam nicht mal auf die idee, einen arzt mit draufgucken zu lassen. geschweige denn die sauerstoffsättigung des kindes mit einer blutentnahme zu kontrollieren /überwachen. als es dann gaaaaanz schlimm wurde, haben die reagiert....bloss, da war es zu spät-das kind trug aufgrund des sauerstoffmangels schwere gehirn und organschäden davon und verstarb nach einigen tagen daran. da wird einem ganz schlecht...und ich bin froh, dass ich so eine tolle hebi im KH hatte!!!


deischuhzu

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Antwort auf Beitrag von Pixelmama

Ich denke, jeder der sich für eine Hausgeburt entscheidet, geht doch schon gleich ein größeres Risiko für sein Kind ein, da mal nicht auf die schnelle ein Arzt von Nebenan geholt werden kann. Trotzdem sollte eine Hebamme auch eine gewisse Kompetenz besitzen, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen und einen Arzt hinzuziehen, ansonsten muss sie die Konsequenzen voll und ganz tragen.