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Gunther v. Hagen- faszinierend oder schockierend??

Gunther v. Hagen- faszinierend oder schockierend??

Sakra

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wie findet ihr die *werke* des plastinators?? könntet ihr euch auch vorstellen auf diese art und weise die letzte ruhe ( oder auch nicht) zu finden??? ich sitze immer wieder gebannt vor den bildern und verfolge muskelverläufe etc. wenn ich nicht schon auf den friedwald wollte, könnte ich mir es glatt vorstellen, in einer ausstellung zu landen.


Leena

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Antwort auf Beitrag von Sakra

...ich bin - meiner Meinung nach - nicht übermäßig empfindlich, was die "Überreste" von Verstorbenen betrifft, zumal ich als Kind (bedingt durch den Beruf meines Vaters) quasi zwischen lauter alten Kartons aufgewachsen bin, in denen alte Skelette gelagert wurden, oder auf Grabungen rumgeturnt bin und "Aufsicht geschoben" habe, damit niemand unbefugt "raubgegraben" hat. Aber die Knochen habe ich immer als absolut "unpersönlich" empfunden, und die betreffenden Personen war alle schon so lange tot - selbst wenn sie so alt geworden wären wie Methusalem und dabei in bester Verfassung, mittlerweile wären sie so oder so längst tot gewesen und nur noch (maximal) ihre Knochen übrig. Überhaupt kein Thema... Aber die "Plastinate" von Gunther von Hagens empfinde ich persönlich einfach nur als widerlich und Verstoß gegen die Menschenwürde - eben weil diese Plastinate NICHT unpersönlich sind und weit weg von dem Menschen, der sie einmal gewesen sind. Für mich bedient "Körperwelten" nur das "Gruselbedürfnis" der Leute, meinetwegen auch ihre "perverse Neugier", aber ich halte es nicht für "wissenschaftlichen Zwecken oder Aus- bzw. Bildungszwecken dienend" und es geht mir gegen jeden Strich (auch wenn mir bewusst ist, das viele das anders sehen bzw. empfinden). Die Würde des Menschen ist unantastbar, und man kann auch nicht auf sie verzichten, auch nicht im Tod.


Sakra

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Antwort auf Beitrag von Leena

diese menschen haben sich aber alle freiwillig dazu entschlossen, sich nach ihrem tod zur verfügung zu stellen. und mal ehrlich, an den objekten erkennt man doch nicht mehr, ob es frau x oder herr z war. wahrscheinlich finde ich es durch meinen job faszinierender als andere...................


zweimam

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Antwort auf Beitrag von Sakra

Nicht alle haben sich freiwillig dazu entschlossen! Die Föten hat niemand gefragt, und so lange diese ausgestellt und begafft werden, wird sich meine Einstellung zu v. Hagen nicht ändern!


Leena

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Antwort auf Beitrag von Sakra

"diese menschen haben sich aber alle freiwillig dazu entschlossen, sich nach ihrem tod zur verfügung zu stellen." Genau deswegen schrieb ich ja: Die Würde des Menschen ist unantastbar, und man kann auch nicht auf sie verzichten, selbst wenn man will.


Abb

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Antwort auf Beitrag von Sakra

Seit ich vor Jahren mal eine Ausstellung von ihm besucht habe frage ich mich ernsthaft und besorgt: Was treibt einen erwachsenen Menschen dazu, Leichen in dieser Weise zu präparieren und auszustellen? Ohne mich in Vermutungen über seine Gründe zu versteigen gehe ich mal von mir aus und sage, dass ich rein gefühlsmäßig nicht gern den ganzen Tag von Leichen umgeben sein will. Er offenbar schon. Den Lernaspekt für medizinisch Interessierte möchte ich nicht in Abrede stellen, wenn dieser jedoch für ihn im Vordergrund steht, warum dann die deftigen Eintrittspreise? Ich war also weder fasziniert noch schockiert, nur ein bisschen angewidert und hinterher tat mir die Zeit furchtbar leid, die ich mit dem Anschauen von Toten verbracht hatte, deren Inneres nach außen gekehrt war. Muss ich nicht noch mal haben. Aber wems gefällt... Ich würde nicht gern als Austellungsobjekt enden, hätte für mich was...mir fehlt gerade das Wort...vielleicht was Sonderbares und Unabänderbares. Schräge Vorstellung, als Energie vielleicht auf die plastinierte eigene Leiche zu schauen und sich nachträglich noch zu schämen. Man kann sich ja dann nicht mal selber ein verhüllendes Tuch überwerfen... Gruß Susi


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Sakra

der typ hat kurz und knapp gesagt einen sog. sockenschuß der angebliche doktor/professortitel ist ihm ja schon aberkannt worden tja und die ausstellung selbst ist nicht der rede wert einfach überbewertet


Reni+Lena

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Antwort auf Beitrag von Sakra

ich war weder fasziniert noch schockiert.. Es war sehr komisch für mich.....hätte gedacht, dass ich mehr Gefühle dabei habe, aber das war überhaupt nicht der fall. Es war für mich sehr nüchtern...wie eine *sorry* Mineralienausstellung. Nicht menschlich..nur informativ. Ich habe aber viele besucher gesehen, die die Plastinate als gruselig oder unheimlich betitelt haben. ich bin ein nüchterner mensch..mit med. Ausbildung...vielleicht deswegen. Ein mensch auf dem OP-Tisch mit offenem brustkorb ist für mich auch nur ein "Objekt" an dem man arbeitet..kein mensch. Lg reni


bubumama

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Antwort auf Beitrag von Sakra

schon allein wegen meines Berufes, medizinische Fachangestellte, war die Ausstellung damals interessant. Ich habe die Ausstellung in München besucht, das müsste entweder während meiner Lehrzeit oder kurz danach gewesen sein. Die Werke waren toll, teils aber auch schockierend, wenn ich da an die Embryonen denke z.B. oder kranke Organe.... Aber andererseits für mich eben sehr interessant, das zu sehen und zu verstehen. melli


kleine_fee

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Antwort auf Beitrag von Sakra

die menschen habe sich in lebzeiten bewusst dazu entschlossen sich so darstellen zulassen. wieso nicht? ich finde es allemal besser als in einer kiste unter der erde zuliegen und sich von würmern auffressen zulassen.sorry meine meinung! ich finde es jedenfalls ziemlich interessant.


SaRaNi

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Antwort auf Beitrag von Sakra

ich fand die ausstellung sehr interessant. war damals in der ausbildung zur krankenschwester und anatomie war nicht meine stärke. bei der ausstellung wurden wir einige zusammenhänge bewusst. eklig fand ich es nicht. da ist die anatomische ausstellung der charité in berlin weitaus ekliger, meiner meinung nach. da waren z.bsp. "eingelegte totgeburten mit drei augen/ 2 köpfen" usw.


like

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Antwort auf Beitrag von Sakra

hab mir die Ausstellung letztes Jahr in Augsburg angeguckt - relativ emotionslos. Da wir die Kinder dabei hatten, hab ich mich ziemlich vorher informiert, auch ein Video geguckt, auf dem Hagen selber zu Wort kommt. Das hat meine Meinung bestärkt (die ich ohnehin habe von jemand, der Leichen zum Kunstobjekt umgestaltet), dass der schwer was an der Waffel hat. Es sind übrigens auch Leichen dabei, von denen man weiß, dass die Personen bei der Zustimmung nicht mehr ganz im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte waren - von daher seeehr fraglich. Ich denke, er provoziert bewusst. Eine reine Plastination der Körper, ohne diese in irgendwelchen Posen darzustellen (der absolute Abschuss ist dann ja der kopulierende Akt), wäre wohl zu unspektakulär (da dann wirklich nur noch medizinisch interessant). Und: definitiv: ich würde mich von DEM im toten Zustand nicht anfingern lassen wollen.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von like

ich hab es schonmal so gesagt: das ist leichenfledderei, und die meisten leichen hat er doch aus einem knast in russland gekauft, natürlich auch freiwillig, ganz bestimmt, wahrscheinlich hat er denen die körper für ein päckchen zigaretten/pro woche abgekauft. ist euch schon mal aufgefallen das er bedingt durch seine arbeit schon selbst wie plastiniert aussieht, ganz komische gesichtszüge hat der. so einer gehört in die geschlossene psychiatrie.


alphafrau1

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Antwort auf Beitrag von Sakra

Ich war gerade am Sonntag in Leipzig in den Körperwelten. Ist schon auch ein wenig schaurig, wenn man sich vorstellt, dass das alles "echt" ist. Aber auch unheimlich lehrreich. Ich finde es nicht schlimm, wenn jemand sich für sowas entscheidet, für mich käme es allerdings nicht in Frage. Jedenfalls nicht als "Ganzkörper", Organe sind wieder was anderes. Es ist mir sowieso aufgefallen, dass es viel mehr männliche als weibliche Exponate gab. Im Großen und Ganzen fand ich die Ausstellung eher faszinierend, die schwangere Frau im 8. Monat allerdings eher schockierend. Und das Paar beim Geschlechtsakt war jetzt auch nicht gerade "ansehnlich". Überhaupt war die Effekthascherei manchmal etwas vordergründig. Ansonsten aber schon sehenswert. VG pali


User-1741002961

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Antwort auf Beitrag von alphafrau1

Ich war damals (2001) in Berlin (Postbahnhof) zur Ausstellung. Da ich eine medizinische Ausbildung habe, wollte ich dorthin. Leider, leider war ich da im 8.(!) Monat mit meinem Großen schwanger und wusste NICHT, dass dort eine Schwangere (auch 8.Monat!) steht. Ich war betroffen, aufgewühlt, geschockt! Ich hab dann versucht, etwas mehr über diese unglückliche Frau zu erfahren, v.a. natürlich über die Umstände ihres Todes und warum nicht das Kind gerettet werden konnte. Ich habe aber nichts heraus bekommen. Die kleinen Menschlein hatte ich mir extra nicht angeschaut, eben wegen meiner Schwangerschaft. Aber die Frau habe ich sozusagen zu spät bemerkt (waren im Gespräch, viel leute rundum...) Das hat mich noch sehr lange beschäftigt, in den 2 nachfolgenden Schwangerschaften habe ich im 8. Monat auch wieder an sie gedacht und warum sie wohl sterben musste und WARUM sie DAS mit sich und ihrem Baby machen liess!!!! Rückblickend finde ich die Sensationsgier erschreckend und viele Posen entwürdigend. Meine letzte RUHEstätte wird definitiv anders aussehen!


Kolkrabe

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Antwort auf Beitrag von Sakra

jemand, der unter dem Deckmäntelchen der "Anatomie" Leicher derart zerfleddert wird meinen Körper sicherlich nicht bekommen. Wenn möglich wird derklägliche Rest meines irdischen Daseins anderen Menschen ein Leben ermöglichen. Was übrigbleibt landet Ablage P, in dem Fall im Krematorium. Einem Mann der sich Leichen dubioser Herkunft bedient (z.B. China), und dessen Körper seiner Anhängerschaft sehr oft zu alt sind um überhaupt als Plastinat verwendet zu werden, dem werde ich sicherlich kein Geld in den Rachen werfen, in dem ich als Besucher diese kranken Machenschaften finanziere. Igitt. Die Welt wird immer respektloser, kranker und widerlicher. Und die Vorstellung als "ewig in Plastik gegossener Akt" mit irgendeinemn zu enden, finde ich widerwärtig