Mitglied inaktiv
mein nachbar (ende 80) war bis vor einigen wochen noch fi und gesund, war nie im leben in einem krankenhaus, geschweige denn beim arzt. dann begann der verfall. die familie hat ihn versorgt und in den letzten tagen gepflegt, den wunsch respektiert, dass er gehen will, wenn die zeit abgelaufen ist und zwar daheim. jetzt steht der notarzt vor der tür. ich bin eh schon depremiert, aber ich denke wenn sie sich doch entschlossen haben zu helfen, dann sicher, weil irgendetwas war, was ihn nicht ruhig einschlafen lässt. ich hoffe sie spielen jetzt nicht gott.ich hätte es ihm gegönnt normal und nach seinem wunsch sterben zu dürfen.
wie meinst du das mit nicht ruhig einschlafen lässt ?
nun ja, "leider" müssen sie ihre Arbeit immer machen wenn sie gerufen werden.....schade das der Wunsch eines alten Menschen meistens nicht respektiert wird.....aber wie gesagt, sie müssen....
Ach, hör bloß auf. Das ist so deprimierend.... Ich mußte grad dran denken, wegen dem "friedlich einschlafen": Mein Onkel hat mehrere Gehinrtumore, Es geht ihm sehr schlecht, er ist aber auch nicht mehr der Jüngste und dürfte gehen. Aber er erlaubt sich nicht zu gehen, weil seine drei Kinder sich jetzt schon um das Erbe streiten. Er hätte das so gerne geklärt - aber es geht nicht. Er kann nicht loslassen, die Sorgen um das, was nach seinem Tod passiert, halten ihn fest. Und ich könnte seine Kinder ungespitzt in den Boden rammen vor Wut. Erst neulich traf ich ihn wieder - ich muß ihm immer Großpackungen mit Ritter Sport Schokolade aus Berlin mitbringen. Und die ganze Zeit hat er nur davon geredet, daß er sich Sorgen macht, daß seine Kinder sich nach seinem Tod endgültig zerstreiten. Es gibt Situationen, wo arm sein seine Vorteile hat...... Gruß, Elisabeth.
na in dem fall gibts scheinbar so ein theater nicht. krankenwagen und notarzt sind ohne ihn weggefahren (ja, ich hab aus dem fenster gesehen....). nicht falsch verstehen, natürlich machen die ihren job und den sicher sehr gut. vielleicht hat er es sogar geschafft. dann hatte er ein arbeitsreiches, aber erfülltes leben. das finde ich schlimm,wenn jemand alt werden darf, ohne gebrechen und dann plötzlich mit fast 90 2 jahre im heim gepflegt werden muß, obwohl er doch gehen könnte/will.
Menschen sind unterschiedlich und hängen unterschiedlich am Leben. Meine Patin (fast 90) wird im Heim gepflegt, mit Schläuchen, kann nur manchmal im Rollstuhl in den Garten gefahren werden. Ihre Tochter hat mit ihr besprochen, ob sie immer alles tun soll, um sie am Leben zu erhalten. Ein eindeutiges Ja. Sie ist geistig 100 % da und hat besseres Gedächtnis als wir zusammen. Sie denkt viel nach. Und ich würde immer zu gerne wissen, was in ihrem Kopf alles vorgeht. Sie ist ein Kämpfer, mit einem trockenen Humor und kurzen Kommentaren (zu längeren ist sie nicht mehr in der Lage), mit denen man einen Comedy-Kanal alleine füllen können. Für sie ist ihr Leben noch lebenswert und erhaltenswert. Sie ist ein Vorbild für mich.
hmm, heute morgen wurde er abgeholt. sein wunsch ging in erfüllung. irgendwie trotzdem traurig.meine straße stirbt aus, irgendwann wohn ich alleine in dem kaff. es ist mittlerweile 9. in zwei jahren....und nie kommt einer nach. der 9. alleine in einer straße!!
Mitten aus dem Leben. Ein schöner Tod.
Wäre am Ende auch für einen kurzen schnellen Zerfall, wo ich nur ein paar Tage Zeit habe alles notwendige zu erledigen und dann schwupps es rapide nachläßt, möglichst auch geistig, daß ich das gar nicht wirklich verstehe, daß ich bald abdanken muß. Das alles möglichst schnell, damit ich keinem zur Last falle und auch nicht unnötig gequält werde.
Einstein, wenn bei Dir alles ausstirbt komm zu uns, hier pflanzt sich alles dauerhaft fort (außer ich und die, die auf die 50 zugehen:-)). Dieses Jahr erwarten wir nebenan und schräg gegenüber Nachwuchs Nr. 8 und die anderen nachwuchs, äh, ich glaube Nr. 7. Wobei eigentlich hieß es Geburtstermin sei Ende Jan., jetzt plötzlich noch Dezember....aber das ist ein anderes spezielles Aufregthema von mir
auf der anderen Seite schräg gegenüber ist ein Haus seit einem Jahr leer, da zog Familie aus, die ihr 11. Kind erwartete, seitdem mag da keiner mehr wohnen:-))
LG
Nina
ich weiß nur, dass ich persönlich nicht von Maschinen am Leben erhalten werden möchte. Jeder wünscht sich sicherlich einen schmerzfreien schnellen Tod, aber oftmals kommt es anders. Das ist schlimm, zu wissen, man muss gehen und weiß nicht wann. Für die Angehörigen ist es vielleicht manchmal leichter zu ertragen, wenn man noch Zeit hat, sich an den Gedanken zu gewöhnen, als wenn jemand von jetzt auf gleich von uns geht. LG Steffi