Mitglied inaktiv
Die vielen - verschiedenen - Beiträge haben mich tatsächlich wieder etwas "runterkommen" lassen. Im Moment ist bei uns generell der Wurm drin, da sucht man sich dann leicht mal das Nächstbeste, um seine Wut dran auszulassen. Der Tropfen waren dann heute eben meine Eltern. Dass die Familienkonstellation von Grund auf nicht "stimmt", ist tatsächlich so. Das weiß ich schon lange, aber ob ich daran noch etwas ändern werde bzw. überhaupt will, weiß ich noch nicht. Daran müssten ja alle Beteiligten arbeiten wollen. Ich verstehe, dass einige mir Undankbarkeit unterstellen. Da Ihr meine gesamte Lebensgeschichte nicht kennt, mag das so aussehen. Der wichtigste Punkt - und den hatte ich ja anfangs auch schon so ähnlich geschrieben: Wenn ALLE mit sich und ihrem Leben zufrieden sind, sorgt jeder gerne für den anderen. Und das ist nun mal definitiv NICHT so. Leider. lg Anja
Die Frage ist, wie "unerträglich" die Situation war, als die Kinder noch kleiner und somit auch die Eltern noch "notwendiger" waren. Hast Du es da auch als so schlimm und nervig empfunden? Für mich fühlt sich das immer noch ein wenig nach "Kosten-Nutzen-Rechnung" an, aber ja, ich kann mich täuschen. Oder auch nicht? Vielleicht ist/war der Kontakt nur unter diesem Gesichtspunkt zu ertragen...? Ich kenne Dich nicht, Deine Eltern nicht, Eure gemeinsame Vergangenheit nicht.......... Ich wollte lediglich deutlich machen, dass Du es in gewisser Weise auch sehr gut hattest, denn Du schreibst selbst, dass Deine Eltern "viel geholfen" und Dir "viel abgenommen" haben. Das ist nunmal, Du schreibst es ja selbst, eine Tatsache. Und es ist so viel mehr als das, was viele viele andere haben. Es schenkt ein Stück Lebensqualität.... Das hast Du sicher damals ähnlich empfunden, da Du die Hilfe sonst nicht in Anspruch genommen und auch keine Dankbarkeit empfunden hättest. Alles hat Vor-und Nachteile. Und keine zwischenmenschliche Beziehung verläuft immer reibungslos. Die Frage ist nur, ob es nur oberflächliche Kleinigkeiten sind oder ob da Dinge im Argen liegen, die sehr tief gehen.......... Alles Gute!
Ich habe dein Posting absolut nicht als "undankbar" empfunden. Du hast ein Problem mit deinen unselbständigen Eltern, du hast ihnen nicht die Fähigkeit des Großelternseins abgesprochen. Du willst den Kontakt auch nicht abbrechen oder die Kinder nicht mehr dort lassen. Du fühlst dich in deinem Leben, deiner Freiheit eingeschränkt und dann gerät jede Beziehung in Schieflage, egal ob man die zu einem Freund, dem Mann oder zur Nachbarin hat. Zwischen den Zeilen habe ich gelesen: deine Eltern sind mit sich nicht im Reinen. Es ist sicher schwierig für Eltern eine eigene Vorstellung von ihrem Leben zu entwickeln, wenn sie sich über das Kind definiert haben. Vielleicht sind sie auch gerne umgezogen, da sie dann ihren Lebensmittelpunkt wieder in greifbarer Nähe gehabt haben.... Ich kann die keinen Tip geben, wie du die Situation entspannen kannst. Aus Erfahrung weiß ich, daß es schwierig ist solche emotionalen Dinge zu diskutieren ohne daß sich die Eltern zurückgesetzt vorkommen. Grüße Lora
Einen Rat habe ich leider auch nicht. Aber ich denke... Du und Deine Familie seid so lange ein Mittelpunkt (?) für Deine Eltern gewesen. Sie waren immer irgendwie an euch dran. Scheinbar ist es genau das was sie sich wünschen. Familienanschluss! Nun sind sie über 70. Ich weiß nicht wie man ihnen verständlich machen soll, dass das was sie jahrelang gelebt haben nun aufhören soll. Vielleicht ist es sogar so, dass Du so ein Bindeglied zwischen Deiner Mutter und Deinem Vater bist. Kann das sein? Ich verstehe Deinen Wunsch, leider fürchte ich, dass es schwer wird ihnen das beizubringen ohne sie zu verletzen und sogar schlimmstenfalls das Gefühl von Undankbarkeit auszulösen? Das ist jedoch rein spekulativ. Ich kenne euch ja nicht und habe nur die Informationen die hier stehen... Ich wünsche Dir dennoch, dass es eine Lösung gibt wie ihr alle zufrieden eine Familie sein könnt. Lieben Gruß Sara
Hi, bei uns war`s ja erst jahrelang ähnlich und dann kam die Pflege. Das Problem ist, dass Eltern oft nicht begreifen, wo Schluss ist und dass ein erwachsener Mensch ein eigenes Leben braucht statt für deren Dauerbelustigung zu sorgen. Der Witz ist, dass selbst das vordergründige Helfen eigentlich nichts anderes als deren Zeitvertreib ist, was allerdings zur Falle des schlechten Gewissens gemacht wird, denn angeblich opfern sie sich währenddessen füüürchterlich auf. Von außen mag das auch so wirken, stimmt aber nicht. Stellt man eine einfache Kalkulation auf, wie oft sie einem die Kinder `mal abgenommen haben und wieviel Zeit man selbst aufwenden mußte, um sich Dauergejammer anzuhören, deren Probleme zu lösen und ihnen die Freizeit zu organisieren, dann schlägt die Waage nicht immer zugunsten der Eltern aus. Der Psychodruck, von wegen "Hach, habt Ihr`s gut, ich würde auch `mal wieder gerne nach xy fahren" heißt auf Deutsch "Ich habe auf Zugfahren absolut keinen Bock und wenn ich Dir lange genug ein mieses Gewissen mache, dann bereitest Du mir in Deiner jämmerlich spärlichen Freizeit einen Tag nach meinen Vorstellungen statt ein paar Stunden nach Deinem eigenen Gusto zu verbringen und Dich auch `mal ein bißchen am Leben zu erfreuen." Alles schon gehabt und der Kraftvampir die ist unselbständige Mutter, die plötzlich soooo arm und von Vati ihr ganzes ausgehaltenes Leben unterdrückt wurde. Ich sage Dir eines: Es wird nicht besser werden, weil Deine Eltern es NICHT wollen. Da kannst Du strampeln soviel Du willst, solange sie in Deiner Nähe wohnen, ändert sich nichts und in ein paar Jahren wird`s noch übler - ich habe genau das ganze Programm in allen Facetten hinter mir. Allerdings hat mein lieb Schwiegermütterlein mir max. 5x meinen Sohn eine halbe Stunde lange betreut, wenn ich vor lauter Jobstress nur noch rotierte. Ansonsten durfte ich mir noch zusätzlich deren Gejaule anhören - soviel zu Dankbarkeit. Sie haben kein Gefühl für eine ausgewogene erwachsene Eltern-Kind-Beziehung und ein "Nein" ist für sie kein Zeichen von Erschöpfung oder dem Verlangen, einfach `mal keine aufgezwungene Verantwortung übernehmen zu müssen, sondern ein Zeichen von brüsker und undankbarer Zurückweisung. Anschließend geht die Masche mit dem schlechten Gewissen von vorne wieder los und Du hast oft nicht die Kraft, die ständig zu wehren. Statt dessen gehst Du dann den Weg des geringsten Widerstandes und der bedeutet für sie Bestätigung. Mir steht dasselbe Spiel noch einmal bevor, denn meine Mutter will in den nächsten Jahren zu uns ziehen, ohne Führerschein auf`s Kaff. Vordergründig, weil sie die Kinder aufwachsen sehen will - sie hat mir meine Kinder aber auch noch nie länger als zwei Stunden abgenommen und das insgesamt auch nur zweimal... Man sollte eine gesetzliche Distanz von mindestens 300km zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern einfordern können... (Späßle gemacht). LG Fiammetta
es bringt weder etwas, den Eltern Ausnutzerei zu unterstellen, noch Anja Undankbarkeit zu unterstellen. Sicher schreibt jeder Poster hier aus den Erfahrungen, die er selbst mit seinen Eltern, evtl. mit seinen Großeltern gemacht hat und wir wissen nicht, wie Anjas Kindheit und Jugend verlaufen ist. Für Kinder, die mitbekommen haben, wie sich ihre Eltern um ihre Großeltern gekümmert haben, ist es selbstverständlicher, sich um ihre Eltern zu kümmern, als wenn sie gegenteilige Erfahrungen gemacht haben. Wie ich aus Anjas erstem Posting entnehme, verbringt sie ja auch oft die Wochenenden und die Ferien mit ihren Eltern. Das ist schön, und das sollte sie auch weiterhin tun. Den Eltern muss aber auch klar sein, dass sie eben nicht immer mit dabei sein können und die junge Familie mal unter sich sein muss und da muss Klarheit geschaffen werden. Das hat dann nichts mit mangelnder Fürsorge der Tochter zu tun, sondern auch mit Erhaltung der eigenen Leistungsfähigkeit, um eben weiter für die Eltern sorgen zu können. Anjas Eltern scheinen körperlich ja noch ganz fit zu sein, wenn sie irgendwann mal Pflege benötigen, werden sie noch enger zusammen leben und sie noch weniger loslassen wollen. Die Weichen dafür die Pflege dann ausgeruht und fröhlich leisten zu können, werden schon heute gestellt. Daher sollte sich Anja heute schon einen kleinen Freiraum erarbeiten, sprich, schon für sie da sein, ein Ansprechpartner sein, ihnen helfen, mit ihnen regelmäßig etwas unternehmen, aber auch dafür sorgen, dass sie selbst und ihre Grenzen respektiert werden. Ein Mensch ist belastbar, lange belastbar, aber nicht unbegrenzt belastbar. wauwi
es bringt weder etwas, den Eltern Ausnutzerei zu unterstellen, noch Anja Undankbarkeit zu unterstellen. Sicher schreibt jeder Poster hier aus den Erfahrungen, die er selbst mit seinen Eltern, evtl. mit seinen Großeltern gemacht hat und wir wissen nicht, wie Anjas Kindheit und Jugend verlaufen ist. Für Kinder, die mitbekommen haben, wie sich ihre Eltern um ihre Großeltern gekümmert haben, ist es selbstverständlicher, sich um ihre Eltern zu kümmern, als wenn sie gegenteilige Erfahrungen gemacht haben. Wie ich aus Anjas erstem Posting entnehme, verbringt sie ja auch oft die Wochenenden und die Ferien mit ihren Eltern. Das ist schön, und das sollte sie auch weiterhin tun. Den Eltern muss aber auch klar sein, dass sie eben nicht immer mit dabei sein können und die junge Familie mal unter sich sein muss und da muss Klarheit geschaffen werden. Das hat dann nichts mit mangelnder Fürsorge der Tochter zu tun, sondern auch mit Erhaltung der eigenen Leistungsfähigkeit, um eben weiter für die Eltern sorgen zu können. Anjas Eltern scheinen körperlich ja noch ganz fit zu sein, wenn sie irgendwann mal Pflege benötigen, werden sie noch enger zusammen leben und sie noch weniger loslassen wollen. Die Weichen dafür die Pflege dann ausgeruht und fröhlich leisten zu können, werden schon heute gestellt. Daher sollte sich Anja heute schon einen kleinen Freiraum erarbeiten, sprich, schon für sie da sein, ein Ansprechpartner sein, ihnen helfen, mit ihnen regelmäßig etwas unternehmen, aber auch dafür sorgen, dass sie selbst und ihre Grenzen respektiert werden. Ein Mensch ist belastbar, lange belastbar, aber nicht unbegrenzt belastbar. wauwi
Hi, der Satz "Die Weichen dafür die Pflege dann ausgeruht und fröhlich leisten zu können, werden schon heute gestellt." Die Betonung liegt hier auf "ausgeruht und fröhlich" - sag einmal, leidet Du unter Realitätsverlust? Frag hier `mal in die Runde, wie ausgeruht und fröhlich man ist, wenn man keine Nacht mehr schläft, ständig einem erwachsenen Menschen den Hintern abwischen muss (wenn der Durchfall nur so läuft und auf die Brille spitzt, ist das besonders lecker), von außenstehenden parasitären nichtstuerischen Besserwissen ständig herumkommandiert wird und einen Menschen, der einst selbst die elterliche Macht hatte auf dem physischen, psychischen und geistigen Stand eines Kleinkinds erlebt, man selbst keine Sekunde Freizeit mehr hat, d.h. selbst nur mehr funktioniert, um rundum zu kommen. Aber das hat alles mit Arbeit zu tun und da kannst Du ja nicht mitreden, gell? LG Fiammetta
aber man sollte versuchen fröhlich zu bleiben und seine eigene Leistungsfähigkeit nicht übersteigen. Denn was nutzt es der zu pflegenden Person, wenn man sich bei der Pflege selbst zugrunde richtet und dann eben nicht mehr in der Lage ist zu pflegen, sondern dadurch bedingt, selbst ärztliche Hilfe braucht. Und da die Ansprüche der zu pflegenden Personen mit zunehmender Pflegebedürftigkeit zunehmen, ist es wichtig, frühzeitig dafür zu sorgen, dass man sich von Zeit zu Zeit eine kleine Auszeit nehmen kann, um die eigene Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. Und wenn Anjas Eltern nichtmals im gesunden Zustand akzeptieren, dass sie mal Zeit für sich braucht, dann wird es im Krankheitsfalle noch schwieriger werden. Du scheinst sehr schlechte Erfahrungen bei der Pflege Deiner Angehörigen gemacht zu haben. Hattest Du niemanden, der Dich manchmal ein wenig entlasten und unterstützen konnte? Und wieso haben Dich " außenstehende parasitäre nichtstuerische Besserwisser " umherkommandiert? Das trifft ja jetzt sicherlich nur für Deinen Einzelfall zu. Und ja, es gab auch in unserer Familie schon Pflegefälle. wauwi
Hi, in Pflege rutscht man zumeist hinein, denn der Prozess verläuft schleichend. Kleine Auszeiten hat man nur, wenn man Unterstützung von außen hat - entweder indem man diese bezahlen kann (Sie ist aber sehr teuer und das können viele nicht. Da reicht auch die Pflegeversicherung nicht.) oder indem Familienangehörige mithelfen. Letztere reden aber lieber mit als anzupacken und das war nicht nur bei uns so, sondern das findet sich in nahezu jeder Familie, in der Pflegefälle zu betreuen sind - ich hatte einen regen Austausch dazu. Das Spiel ist überall dasselbe: Einer kriegt die ganze Pflege in sämtlichen Konsequenzen (einschließlich der Kosten und der eigenen gesundheitlichen Belastungen) aufgehalst, die anderen bejammern ihr Schicksal, kommandieren und sind böse beleidigt, wenn man ihnen die Grenzen setzt. Anders als als "parasitäre nichtstuerische Besserwisser" kann man solche Menschen nicht bezeichnen, denn hätten sie einen Funken von Anstand, dann hielten sie wenigstens den Mund. Hinsichtlich der Pflege in der Familie meines Mannes kannst Du gerne die Suchfunktion bemühen, ich habe keine Lust, alles zum 100. Mal zu schreiben. In der Familie meiner Schwägerinnen gab es auch schon Pflegefälle - sie hockten herum und wir pflegten acht Jahre deren Eltern mit Pflegestufe II, also das volle Programm und damit ist man Tag und Nacht gut beschäftigt. Zugucken und schlau daherreden und die Arbeit schaffen sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Das, was Du schreibst, ist zwar richtig und schön, geht aber trotzdem gewaltig an der Realität vorbei. LG Fiammetta
es ein schleichender Prozess ist, ist es umso wichtiger sich schon im Vorfeld Gedanken darum zu machen und sich schon im Voraus die Möglichkeit vorzubehalten, sich die kleine Auszeit nehmen zu können. Und wenn Eltern wie die von Anja sich schon in geistig und körperlich gesundem Zustand weigern, ihr zumindest ein klein wenig Freiraum zu lassen - nur ein klein wenig - dann nutzt ihr auch später weder eine bezahlte Hilfe noch helfende Familienangehörige etwas. Ihre ständige pausenlose körperliche Präsenz wird dann vorausgesetzt und das geht nur auf Kosten der eigenen Gesundheit und diese wiederum ist ja wichtig für die Pflege der Eltern. Am wichtigsten erscheint mir, mit den Eltern schon bei guter Gesundheit abzusprechen, wie sie sich ihren Lebensabend vorstellen, um sich dann daran zu orientieren. Deine Geschichte werde ich bei Gelegenheit nochmal nachlesen, es hört sich aber jetzt schon so an, als wäre es eine anstrengende und durch deine Verwandten auch unangenehme Zeit gewesen. Alles Gute wauwi
Hi, zu Anjas Eltern gebe ich Dir vollkommen recht. Das Problem ist nur, und das habe ich ja bereits geschrieben, dass ihre Eltern keine Selbstreflektion und Änderung WOLLEN und somit die Situation an sich nur selbst schwer änderbar ist, denn dazu müßten sie ihre Tochter als selbstständigen und erwachsenen Menschen begreifen und respektieren. Tun sie aber nicht und nachdem deren Selbstbild bislang nur bestätigt wurde, werden sie keine dauerhafte Veränderung akzeptieren. Wenn Du heute mit ihnen über eine spätere Pflegebedürftigkeit sprechen wolltest, dann bekämst Du nur als Antwort "Ich werde doch nicht pflegebedürftig!". Solche Menschen setzen sich nicht mit Konsequenzen und der Zukunft auseinander, dazu haben sie kein Interesse, denn ihr System funktioniert ja für sie. Veränderungen kann man nur herbeiführen, wenn BEIDE es wollen und sich mit einer Situation auseinandersetzen oder indem einer der beiden einen harschen Schlußstrich zieht. LG Fiammetta