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Betreuungssituation damals und heute

Betreuungssituation damals und heute

Mitglied inaktiv

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Moin, ich weiß, diese Diskussion oder Frage wird sich wohl nie wirklich beantworten lassen. Ich hatte vor zwei Tagen ein Gespräch mit einer jungen Frau, die sich selbständig und zur Aufgabe gemacht hat, u.a. Sitter zu vermitteln, also für dauerhafte Lösungen nicht nur mal für nen Abend. Dabei kam das Gespräch natürlich auf die Kinderbetreuungssituation hier in Deutschland. Ich bin ja ein altes Ossi-Kind, zur Grenzöffnung war ich 14 Jahre alt. Bin also noch in den Genuss eines DDR-Kindergartens und einer DDR-Schulbildung, zumindest bis zur 8. Klasse, danach wurde ja alles umgestellt, gekommen. Krippenplatz hatten wir, wollte meine Mutter aber nicht. Mit 3 bin ich in den Kindergarten mit Vorschule gekommen, mit 6 bin ich in die Schule gekommen. Dort war ich dann 10 Jahre lang mit den gleichen Schülern in einer Klasse und hatte sechs Jahre lang den gleichen Klassenlehrer. In den Ferien war ich zum Teil in den organisierten Ferienspielen der Schule untergebracht. Im Sommer war ich in betriebseigenen Ferienlagern für zwei Wochen. Gerade jetzt, wo ich selbst Mutter eines 7jährigen bin, und bei 93 Ferientagen schon ein wenig überfordert, was ich in der Zeit mit dem Kind mache - frage ich mich, was hier in Deutschland schief läuft oder warum es nicht möglich ist, den Kindern - egal welchen Alters - eine ausreichende Betreuung zu bieten und den Eltern somit den Weg in ein normales Berufsleben? Was wurde damals (mal jenseits davon, dass die DDR sich selbst zugrunde gerichtet hat und sicherlich viele Sachen SO auch nicht in Ordnung waren) gemacht, und warum war es in der DDR möglich, dass man als Mutter ganz unbeschwert sein Kind auf die Welt bringen konnte und dem Chef sagen konnte: Nach einem Jahr/nach drei Jahren komme ich wieder. Nicht "ich komme vielleicht wieder, weil ich muss erstmal gucken, ob ich einen Krippen- oder Kindergartenplatz für mein Kind bekomme, und ich kann auch noch nicht sagen, von wann bis wann..." Es war klar, dass JEDES Kind einen Krippenplatz hatte, wenn es wollte. Es war klar, dass JEDES Kind einen Kindergartenplatz hatte (und bei uns blieben alle Kinder bis 18 Uhr, da gab es keins, was früher geholt wurde und wenn, war eher DAS komisch) Man musste nicht wochenlang danach rumrennen, sich überall anmelden in der Hoffnung, irgendwer nimmt mich schon. Sobald Ferien waren, gab es Ferienprogramme der Schule. Die Kids waren, egal welchen Alters, in der Schule untergebracht und von Lehrern gut betreut, haben Ausflüge gemacht usw. Und wurden nachmittags von den Eltern abgeholt oder sind allein nach Hause gegangen. Die Firma meiner Mutter hatte ein total geiles Ferienlager, es gab drei Durchgänge jeweils zwei Wochen lang, in denen die Kids dort Urlaub machen konnten. Es kann doch unmöglich daran liegen, dass wir hier in D zu wenig Betreuungspersonal oder zu wenig Immobilien für eine Kinderbetreuungsstätte haben? Allein in meinem Freundeskreis sind so viele (ausgebildete) Erzieher, dass man damit locker vier Gruppen voll bekommen könnte. Was meint Ihr? LG Sue


Leena

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...nur eine kurze Anmerkung zu einem Teilaspekt des Themas: Ich organisiere seit etwa zwei Jahren für meine "Firma" (sprich: mein Amt bzw. noch ein weiteres Amt) die "betriebliche Ferienbetreuung. Das größte Problem dabei ist, genügend Kinder zusammen zu bekommen, damit sich die ganze Organisation lohnt. Wir haben rund 300 Beschäftigte, das andere Amt vielleicht 150 Beschäftigte, und viele davon haben Kinder im entsprechenden Alter. Bei entsprechenden "allgemeinen Bedarfsabfragen" haben 50 - 80 % (!) der Beschäftigten erklärt, dass sie "grundsätzlich" eine betriebliche Ferienbetreuung befürworten und sie für ihre Kinder auch nutzen würden. Wenn es dann konkreter wurde, haben sich vielleicht 2 - 6 Kollegen gemeldet... und bei weniger als 10 Kindern lohnt es sich einfach nicht, die ganze Betreuung zu organisieren, dafür muss man da dann doch zu viel Arbeit rein stecken. (Mittlerweile haben wir übrigens schon mehrere Ferienbetreuungen veranstaltet, aber die ganze Situation bleibt schwierig.) Mein Fazit: Die meisten Eltern würden eine betriebliche Ferienbetreuung nur nutzen, wenn sie a) ein ultimatives Programm mit täglichen High Lights verspricht, und wenn sie b) auf keinen Fall mehr als 10 Euro pro Tag kostet. Wir haben hier in der Region sehr viele Angebote von allen möglichen Trägern (Caritas, Jugendorganisationen, Sportvereine, Kommunen etc.), die oft für max. 4 Euro pro Tag eine Woche Ferienfreizeit anbieten (man muss sich mit dem Thema nur mal wirklich befassen, und viele Eltern bei uns scheinen zu erwarten, dass die Angebote sie finden und entwickeln keinerlei Eigeninitiative). Da gibt es eigentlich immer reichlich freie Plätze, weil solche Angebote für die Eltern anscheinend "nicht attraktiv genug" sind. So gesehen stelle ich teilweise einfach ein "übersteigertes Anspruchsdenken" fest, d.h. viele Eltern wollen ultimative Luxus-Tripps mit allem Drum und Dran zu Preisen, bei denen nicht einmal ein belegtes Brötchen pro Kind drin wäre. Und mit "normalen Programmen" lockt man weder Eltern noch Kindern hinterm Ofen hervor... Aber genügend von genau diesen Eltern jammern, wie schrecklich es doch sei, wieviel Ferien ihre Kinder hätten und wie schwer es wäre, die zu überbrücken... (Mir ist bewusst, dass die Situation an anderen Orten komplett anders aussehen kann, das ist also nur MEINE Momentaufnahme HIER aus der Region.)


vonnywalker

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das habe ich mich auch so oft schon gefragt. der trend zeigt ja auch wieder tendenzen zur einheitlichen schule von der 1. bis zur 10. klasse. bin mal gespannt, wie die meinungen der anderen hier dazu aussehen. lg... vonny


Mitglied inaktiv

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Ja, die DDR war ein anderes System. Kinderlieber war sie bestimmt nicht. Denn nichtkonformen Eltrn hat man die Kinder ja notfalls entrissen. Die Betreuung gehörte mehr oder weniger zur Ideologie, so wie die Frauenemanzipation ja auch. Das aktuelle Schland ist eine Mischung aus Kapitalismus und fascho-mäßigem Reaktionismus und Schland-immanenter Kinderfeindlichkeit - eine explosive Mischung, wie sie sonst kein Land der Erde hat. Aber noch hält man die Betroffenen mit grade eben maulstopfenden Unterstützungen bei Laune, so dass nicht wie in Athen oder Paris die Menschen rabiat auf die Straßen gehen (außer man beurteilt "Phänomene" wie Stuttgart 21 als indirekten Stellvertreter-Ausbruch unterdrückter Gefühle über grundsätzlich fehllaufende Dinge im Staate Dänemark). Was soll man sagen oder tun, wenn eine HRE und ihr "Kapitalgesindel" (Pelzig) Milliarden bekommt, aber Kigas und Schulen nicht einmal das mindeste an Personal, oder nicht einmal regendichte Dächer? Eigentlich nur reinschlagen kann man....


vonnywalker

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Wir, das Volk, sind auch viel zu zahm und lassen das, in den meisten Fällen, alles schön mit uns machen. Und solange dieses Land von Pharmariesen, Großbanken und der Autoindustrie politisch regiert wird, wird sich am Volksbedarf nicht viel ändern, solange das Volk nunmal stillhält. Die politische Vergangenheit mal außen vor gelassen, waren die Möglichkeiten (mir geht es hier tatsächlich nur um die Möglichkeiten, nicht die Umsetzung der Bildung) der Betreuung von Kindern in der Zone nun mal besser vorhanden, als sie es heutzutage hier je sein werden. Aber solange hier eine große Mehrheit immer noch an den klassisch verteilten Rollen von Weiblein und Männlein festhalten, werden Veränderungen hinsichtlich der Betreuungssitiation gar nicht erst ernsthaft überdacht. Dazu brauch es sicher noch ein paar Jährchen.


Petra28

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brauchte Arbeitskräfte. Damit wurde fehlendes Kapital kompensiert. Ergo musste das Betreuungssystem entsprechend ausgestaltet werden. Zur HRE - wenn man sie hätte pleite gehen lassen, wäre vielleicht nix passiert. Vielleicht wäre aber auch das deutsche Finanzsystem komplett unter die Räder gekommen - und ehrlich gesagt, ist mir da ein gelegentlich undichtes Dach lieber. Aber jeder hat so seine eigenen Präferenzen...


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von vonnywalker

ich finde, es hat sich in der letzten jahren schon ganz schön was getan. vor 15 jahren war an krippe nicht zu denken, einen kigaplatz bekam ich nur für nachmittags, der 2.kiga schloss um 15.30.... sorry, wenn ich nicht wirklich einstimmen kann, suka´s viertel ist ein echter sonderfall, meine freundin wird für 2011 im selben viertel ebenfalls kein hortplatz in aussicht gestellt, ansonsten kenne ich niemanden, der sein kind nicht doch irgendwie untergebracht hat, wenn auch für einige taler. die klassische rollenverteilung nimmt in meinem umfeld aber auch ab, das kann ich auch so nicht bestätigen.


User-1741002961

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Hier macht sich langsam aber sicher eine latente Kinderunfreundlichkeit breit, die geht durch alle Schichten! Wir gehen gerade auf die Strasse, weil hier (Dresden bzw. Sachsen) das Geld für freie Schulen gekürzt werden soll. Manche denken da vielleicht: Pech, sollen sie halt an eine städtische Schule gehen! ABER: die Stadt hat für einen Schüler in einer Schule freier Trägerschaft nur 90% der Kosten wie für einen Schüler an einer städtischen Schule. Nun soll nochmal um 10% gekürzt werden. Mal abgesehen von der Platzsituation, wenn für alle Schüler aus den 10 Schulen hier in der Stadt plötzlich Räume zur Verfügung gestellt werden müssten (die die Stadt nicht hat), erhalten die Lehrer eh schon weniger Gehalt als an Stadtschulen. Freie Schulwahl ist ein Recht der Eltern und unsere Kinder werden dafür bestraft.... das verstösst gegen das Gleichstellungsgesetz. Zumal unsere Kinder die Stadt eh schon weniger kosten! Die Erzieherinnen in den KiTas werden zu Schulungen geschickt, können die tollen neuen Methoden aber gar nicht umsetzen, weil sie mit 20 Kindern einfach zuviel zu tun haben! Betreuungsschlüssel? Gibts hier nur auf dem Papier! Wir haben hier einen Geburten-Boom, den trotz Voraussage keiner sehen wollte (Großstadt, Zuzugsgebiet). Nun werden KiTas und Schulen, die vor 5 Jahren geschlossen wurden mühselig wieder eingerichtet und eröffnet, die Kleinen werden überall dazu gequetscht, es gibt ständig Ausnahmeregeln vom Betreuungsschlüssel... Es fehlen immer noch über 500 Krippen-, 300 KiGa- und 500 Hortplätze. Und das hier im Osten! Wir waren in den Ferien mal wieder in Schweden. Haben wieder mit vielen schwedischen Familien geschwatzt. Dort ist auch nicht alles rama, aber es gibt einen sog. "Ombudsmann" (kann nat. auch eine Frau sein,gg), der alle Entscheidungen, Gesetze, Regelungen auf Kinderfreundlichkeit prüft. Gibt es da Bedenken, muss nachgebessert werden. Hier regiert die CDU, die die Kürzungen durchsetzen will. Leider ist der Anteil an Rentnern an der Wählerschaft größer als der Anteil der Eltern. Und denen ist die Schulsituation nunmal schnurz! Hätten Kinder eine Wählerstimme, sähe es ganz anders aus. LG Jana


vonnywalker

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Antwort auf Beitrag von Petra28

Da werden ellenlange Diskussionen über die zukünftige Einwanderungspolitik geführt. Man geht da in absehbarer Zeit von einem noch akuteren Fachkräftemangel aus und versucht nicht mal im Ansatz das ganze auf dem Wege von anständigen Bildungsreformen (inkl. der Frage nach verbesserter Kinderbetreuung) zu lösen. Es geht nicht, dass einerseits nach Kindern geschrien wird und andererseits zu wenig Umsetzungsmöglichkeiten, gerade für Frauen im Berufsleben, vorhanden sind. Es wird zu diesem Thema immer noch viel zu wenig getan, auch wenn zarte Ansätze in der ein oder anderen größeren Stadt möglicherweise schon minimal zu erkennen sind.


carla72

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Das sehe ich auch so. Ich meine sogar, das Geld zur Rettung von Lehman Brothers wäre gut angelegt gewesen. LG, carla72


mini99

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Hallo! Soll das wirklich unser Ziel sein, die eigenen Kinder kaum zu sehen und von fremden Leuten bis am Abend erziehen/betreuen zu lassen? Nicht böse sein, aber mein Ziel war das noch nie. Ich gebe zu, auch wir können uns nicht leisten, dass ich komplett zu Hause bleibe, deshalb arbeite ich Teilzeit und habe schon immer zusätzlich einen kleinen Nebenjob abends (zuerst Tupper, dann Interviews, jetzt Kerzerlpartys). Aber ich kann mein Kind von der Schule holen und vom Kindergarten konnte ich ihn zwischen 13.30 und spätestens 15 Uhr immer holen. Mein Kind wäre unglücklich, müßte er bis 17 oder 18 Uhr in Kiga oder Hort sein und ich wäre es auch. Wär nicht die Lösung eher, die Familie besser zu unterstützen, die Mieten und die Lebenserhaltungskosten etc. günstiger zu halten, damit eben nicht beide Vollzeit arbeiten müssen. Ich weiß, dass ist eine utopische Vorstellung, aber ich denke mir oft, dass es früher in mancher Hinsicht einfacher war für die Familien. Obwohl es natürlich auch Probleme gab, aber die Mütter konnten sich wenigstens um ihre Kinder kümmern, heute ist es doch so, dass das in vielen Familien fremde Leute übernehmen müssen. Schade für die Familien finde ich. Liebe Grüße Traude


Mitglied inaktiv

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ist es mein ziel, mein kind um 11.20 von der schule abzuholen? nein, meins nicht. mein ziel ist auch kein kerzerljob am abend wenn die kinder schlafen. es kann sich nicht jede mutter ihren job so einteilen und anfahrt gehört auch noch dazu.


User-1741002961

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es dem eigenen Familienmodell anpassen zu können. Und das sehe ich momentan eher nicht. Die Diskussion geht doch wieder in die falsche Richtung: "Ich wöllte nicht.... Ich könnte niemals...." Nicht falsch verstehen, ist jetzt nicht unbedingt auf diesen Thread gemünzt. Aber mir fällt auf, dass genau das eben ständig vorkommt. Auch im Bekannten- und Freundeskreis. Solange wir uns uneinig sind und uns gern als die besseren Eltern ansehen (nehme mich da keineswegs raus), weil wir es eben so oder so machen, wird das nie was! Jeder sollte sein passendes Familienmodell finden dürfen, inclusive passender Betreuungs- und Arbeitszeiten. Leider sind wir Deutschen meilenweit davon entfernt. Uhnd solange mein Mann sogar von Freunden schief angeschaut wird, weil er gern 30Stunden TZ arbeiten möchte um mehr Zeit für die Kinder zu haben, wird sich an der Gesamtsituation so schnell nichts ändern. Kinder sind mittlerweile zum Privatvergnügen erklärt worden, das ist jedenfalls mein Eindruck. LG Jana


vonnywalker

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Es geht ja nicht um die Frage, ob eine Fremdbetreuung bis 18 Uhr das eigene Ziel ist, sondern ob überhaupt die Möglichkeit vorhanden ist. Das ist ein sehr großer Unterschied. Es gibt halt auch Jobs die über die Zeit von 8.00 bis 16.00 Uhr hinausgehen. Wenn ich nun keine Möglichkeit hätte, mein Kind in dieser Zeit betreuen zu lassen, hätte ich entweder kein Kind oder würde monatlich auf meine Hartz4-bezüge warten. So sieht es nun einmal aus. Und es kann nicht sein, dass man sich in diesem Fall dann nur zwischen schwarz oder weiß entscheiden muss.


mini99

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ich würde nicht wollen, dass Thomas bis 18 Uhr im Hort sein müsste. Ein Mittelweg ist wie fast überall am besten. Ich finde es halt auch keine Lösung, die Kinder bis abends fremdbetreuen lassen zu MÜSSEN. Ich finde es wichtig, auch Zeit für sein Kind zu haben, damit meine ich nicht komplett zu Hause zu bleiben, dass können die wenigstens. Aber ich finde es halt auch nicht gut Betreuungsplätze bis 18 Uhr anzustreben. LG Traude


syko

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Hab mir auch mein Studium nicht vom Munde abgespart, um jetzt abends Tupperware zu verkaufen. Gruß Susanne


syko

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Antwort auf Beitrag von mini99

Du bist im falschen Thread. Für die Warum-kriegt-ihr-dann-überhaupt-Kinder-Diskussion musst du ein neues Thema aufmachen.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von mini99

bei uns dauert in der 1.klasse aber die schule nur bis 11.20, maximal bis 12.15. es ist AUCH wichtig zeit zu haben, aber nicht oberste prämisse und jetzt mache ich mich unbeliebt, denn mein kind ist auf eigenen wunsch bis 17.00 im hort, obwohl ich sie schon eher holen könnte. dafür habe ich die möglichkeit, mehr zu arbeiten, was ich auch gerne täte.... so meinte das jana wohl auch mit der wahl haben dürfen.


vonnywalker

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Mein Reden!


User-1741002961

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Antwort auf Beitrag von mini99

Du findest es nicht gut, Betreuungsplätze bis 18 Uhr anzustreben. Dann frag mal nach bei: Krankenschwestern und Pflegepersonal ÄrztInnen VerkäuferInnen SchichtarbeiterInnen . . . die evtl. auf ihren heissgeliebten Beruf verzichten müssen, weil sie es eben nicht gebacken kriegen, die Kinder bei Oma, Tante oder sonstwem unterzujubeln. Es gibt halt nicht nur 8-15 Bürojobs. Dafür hätten sie morgens vielleicht ganz viel Zeit für ihre Kinder?! LG Jana


mini99

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Hallo! Ich glaube ihr habt mein Argument nicht richtig verstanden. Ich bin auch berufstätig, kann mir aber die Zeit einteilen, d.h. auch mal früher anfangen, früher gehen etc. und habe einen kleinen Nebenjob. Ich bin mir aber auch bewusst, dass das nicht bei jedem so ist, keine Frage. Mein Sohn ist immer in Betreuung gewesen (bis ca. 14 oder 15 Uh), weil sich die Schulzeiten (Volkschule) auch mit einem Teilzeitjob nicht vereinbaren läßt. Und er wäre unglücklich gewesen, hätte er bis 18 Uhr im Hort sein müssen. In der 4. Klasse war er dann lieber alleine zu Hause als in der Betreuung. Bei uns wurden fast alle Kinder im Kiga um 14 Uhr abgeholt auch da weiß ich das es am Kiga ankommt. Ich meine halt für UNS, dass eine Betreuung täglich bis 18 Uhr nicht gut wäre. Ich bin mir aber auch im klaren, dass es Lebenssituationen (allein erziehend etc.) gibt, in der eine Betreuung bis am Abend notwendig ist. Aber notwendig und gut sind zwei paar Schuhe. Ich fände es besser, wenn man auch arbeitende Familie mehr fördern oder unterstützen würde, damit eine Vollberufstätigkeit für beide Eltern garnicht notwendig wäre. LG Traude


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von mini99

aber ich könnte auch einen zuschuss jeden monat brauchen, dafür gehe ich dann weniger arbeiten


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von vonnywalker

und GENAU da sehe ich das Problem, vonnywalker. Das hast Du super beschrieben. Es gibt kein "dazwischen" Meine Alternativen damals, als mein Sohn ein Jahr alt war, waren: 1. Ich bleibe daheim, bekomme Sozialhilfe und lebe am Existenzminimum. 2. Ich gehe arbeiten, kann einen gewissen Standard halten, sehe mein Kind dafür aber gar nicht und bringe es zu einer teuren Tagesmutter (damals 500 Euro!) Dazwischen gabs nichts. Es gab kein halbtags arbeiten, da ich sonst nicht über die Runden gekommen wäre. Für Sozi wäre es dann wiederum zu viel gewesen. Es gab keine Krippe um die Ecke, weils in dem Ort keine gab. Und es ist jetzt zur Schulzeit nichts anderes. Wie gesagt, Kind hat keine Mittagsbetreuung, auch keinen Hort. Ich bin alleinerziehend. Ich bin zwar KLeinunternehmer (selbständig) aber gehen wir mal davon aus, ich würde noch Vollzeit in meiner alten Firma arbeiten. Wie sähe mein Leben aus? Kind kommt 11.30 Uhr nach Hause. Firma beginnt um 9 Uhr. Ich arbeite zwei Stunden und gehe heim Kind geht nachmittags zu einer Tagesmutter, DA muss es erstmal hinkommen weil ich bin ja arbeiten. Ich arbeite für die Tagesmutter. So, was hab ich noch für Alternativen?! Mal davon abgesehen, dass mir meine Firma damals nen Vogel gezeigt hätte, wenn ich gesagt hätte, ich komme nur noch 2 Stunden am Tag???? Thema Ferien - gehen wir mal von meinen alten 34 Tagen Urlaub aus, und das war ja schon viel.... 2 Monate Sommerferien, Pfingstferien, Osterferien, Weihnachtsferien, Herbstferien dazwischen div. freie Tage der Schule - WIE hätte ich das auffangen sollen? Wie soll ich es auffangen? Was sind meine Alternativen? Es gibt kein GRAU. LG Sue


Ceca2

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Antwort auf Beitrag von mini99

Hallo Traude, finanziell ist meine Familie durch das Gehalt meines Mannes gut abgesichert, ich brauche in dieser Richtung also keine Unterstützung durch den Staat. ABER ich WILL gerne arbeiten. Und selbst mit einem Halbtagsjob musste ich mich verbiegen, um meine Kinder betreut zu bekommen, vor allem in den Ferien - und nein - ich bin nicht sehr anspruchsvoll. Meine Kinder gehen gerne in die Kinderstadt, da werden jedoch nur 200 Plätze verlost, bei 400 Anmeldungen. Momentan bin ich auf Arbeissuche und ich kann keine hohe Flexibilität anbieten, solange ich keine passende Betreuung für meine Kinder habe. Meine Tocher (1. Klasse) hat dreimal die Woche um 11.35 Uhr Schulschluss!!! Warum können die Kinder nicht, wie in anderen Ländern Europas wenigstens bis 15 Uhr in der Schule betreut werden? Liebe Gruesse Ceca2


kevome*

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Interessante Diskussion. Vor allem weil meine Erfahrungen komplett gegenteilig zu Deinen sind. Meine Mutter war immer zu Hause und das war damals auch Standard. Zumindestens kann ich mich an keine arbeitende Mutter von Klassenkameraden erinnern. Kindergarten von 8-12 und von 14-16 Uhr. Betreuung nach der Schule eine absolute Fehlanzeige. Im Gegensatz dazu hatte ich niemals ein Problem Betreuung für meine Kinder zu finden. Beim Krippenplatz standen 2 zur Auswahl, KiTa, Hort - alles problemlos. Natürlich war es im Vorfeld nervenaufreibend etwas zu finden, was passt. Und natürlich musste ich auch hinterhertelefonieren und wieder und wieder klar machen, warum ich den Platz zwingend brauche. Aber letzendlich gab es immer Plätze. Mittlerweile bietet doch fast jede Grundschule eine Mittagsbetreuung an. Es gibt sogar Grundschulen mit Ganztagsklassen und Horte. Die weiterführenden Schulen haben auch zu 80 % eine Nachmittagsbetreuung zumindest bis Klasse 7. Ich bin eigentlich sehr optimistisch, dass ab dem Sommer, wenn mein Umzug nach MUC ansteht auch beide Kinder wieder eine vernünftige Betreuung haben werden. Ferienangebote gibt es nach meiner Erfahrung auch zur Genüge. Im Gegenteil, meine Kinder können sich zeitweise nicht entscheiden, welches Programm sie mitmachen möchten. Auch mein Arbeitgeber bietet Feriencamps an, die meine Kinder gern besuchen. Aber ähnliche Angebote gibt es auch von Kirchen, AWO etc.. Von daher finde ich, dass sich da unheimlich viel zum positiven entwickelt hat. Gruß Kerstin


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von kevome*

Tja selbst ein Betreuungsplatz bis 18 Uhr nutzt der Verkäuferin wenig, es sind ja Arbeitszeiten bis 20 oder gar 22 Uhr im Supermarkt nun keine Seltenheit mehr. Andersherum, die Kinder von den Erzieherinnen brauch für die Zeit vielleicht auch Betreuung:-) Es gibt einige Jobs, die länger als 18 Uhr gehen, selbst "normale" Geschäfte in einer Kleinstadt haben meist bis 18:30 geöffnet. Bei uns wurde nun eine Gruppe im Kindergarten geschlossen, nun sind es nur noch zwei. Dadurch fallen auch Nachmittagsangebote weg...vorher wurde das Kontingent für den nachmittag meines Wissens aber auch nicht ausgeschöpft, also es waren schon Plätze frei, nun dürfte es allerdings eng werden. Zumal das ja auch ein Kostenfaktor ist, Betreuungsangebot hin oder her, Betreuungen sind preislich total unterschiedlich, daß Mutter arbeiten geht mehr oder weniger um die Betreuung zu bezahlen ist ja nun auch nicht Sinn und Zweck der Sache... Die Möglichkeiten für alle abzudecken dürfte schwierig werden, wenn nur 3 Kinder bis nach 16 Uhr eine Betreuung brauchen ist der Konstenfaktor pro Kind recht hoch, bei 10 Kindern rentiert sich das eher... Ich fände es aber gut, wenn der Staat hier mehr kostengünstige am besten vom Staat übernommende Plätze bieten würde, für Eltern, die das auch wirklich nutzen für Arbeit oder andere "Notfälle", von "juchu" ich geb das Kind bis abends weg und hab meine Ruhe, halte ich dann nicht so viel, auch wenn mir manchmal selbst danach ist (MANCHMAL!):-)) Mütter sind nunmal unterschiedlich, die einen gehen in ihren Hausfrauenpflichten auf, andere brauchen etwas anderes zu tun, das zeigt aber nicht, was gute und schlechte Mütter sind, es sind halt verschiedene Lebenseinstellungen und Bedürfnisse, die jeder Mensch hat, oftmals auch einfach notwendig um die Familie zu ernähren. LG Nina


lovemoni

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In Baden württemberg ist es in den meisten kleineren Städten leider noch so, das es einen Regelkindergarten gib, eine Gruppe mit VÖ (bsi 13:30). mit ganz viel Glück bietet dann einer von 4 noch eine Ganztagesgruppe an bis 16:45. Die normalen Gruppen betreuen mit 1,5 personen dann 30 kids... Wenn man wie ich im Einzelhandel arbeitet und da nunmal Arbeitszeiten von 6(wenn ware kommt) bis 19/20 uhr sind, ist es ohne einen Ehemann an der Seite schier nicht möglich arbeiten zu gehen. ich habe hier das glück daß es sogar einen Hort gibt, der von meiner Tochter bis 17 uhr besucht wird. Jeden Tag muß mein Mann somit einspringen, entweder die kids morgens wegbringen, oder abends holen...Freitags ist netterweise alles schon um 15 uhr aus. Ohne Omas in der Nähe ist das oftmals eine wahre jongliererei... Aber meist ist in den Grundschulen nur eine verläßliche Betreuung bis 12:30.. Und von vielen Müttern wird man dann komisch angeschaut, wenn man mehr wie 20 Stunden arbeiten geht und nicht mittags für die kids parat steht. Als alleinerziehende (die üebrlegung stand leider vor paar monaten an) hätte ich nur eine chance zu Arbeiten, wenn der Papa bei der Betreuung dann weiter hinter mir gestanden hätte. Ansonsten hätte ich meinen Job, den ich seit 15 Jahren habe kündigen können. Tagesmütter gibt es zwar, aber meistens überfüllt oder so teuer, daß es sich für einen "normal" bezahlten Job nicht wirklich rechnet.. Aber nur wenn die ausgebildeten Mütter die chance kriegen, wieder arbeiten zu gehen, kann der Fachkräftemangel auch besser werden.. Das System in der DDR war zumindest bei der Kinderbetreuung klasse.


Leewja

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ich denke, es reicht nicht, einfach eine "Aufbewahrung" bis 18 umfassend anzubieten. viel eher möchte ich, wenn mein Kind den ganzen Tag außer Haus ist (das möchte ich, ja, denn ich möchte fast vollzeit arbeiten), dass sehr qualifizierte Menschen mein Kind in adäquatem Betreuer/Kind-Zahlenverhältnis so betreuen, dass ich es nicht besser machen könnte (sprich dass auch auf Z.B. Manieren( schmatzen, mit vollem Mund reden etc. gab es vorher bei uns nicht), gute Sprache (mein Kind lernt gerade das verhasste dat und wat, was bei uns nicht in die Tüte kommt, "aber Jutta sagt das doch auch") geachtet wird, dass aber auch gespielt, gelacht und gekuschelt wird. Ausbildung und Gehalt müssten beide den Anforderungen entsprechend gesteigert werden, da eben nicht mehr nur 3-4 Stunden schön ein bisschen spielen und singen angesagt ist, sondern mein Kind verbringt einen Großteil des Tages dort und sollte entsprechend "ganzheitlich" gut betreut und erzogen werden. andererseits finde ich, dass man Werte, Moralvorstellungen, christlich oder nicht natürlich nicht gleichschalten sollte, sondern dass das zum beispiel meiner Meinung nach in die Hände der Eltern und der familie gehört. Das allgemeinverträglich als Konsens zu verpacken ist unmöglich und gehört auch nicht in die Händer einer Institution oder eines Staates. Eine "zwangsweise" Ganztagsbetreuung wäre der absolut falsche Weg, wenn man dabei bleiben will, dass jeder und jede selbst entscheiden soll, kann, darf und muss, ob und wie lange das kind in betreuung gegebn wird. Aber die Angebote müssten flächendeckender und selbstverständlicher da sein bzw. kommen. Vor allem eben auch Ganztagsschulen, in denen nachmittags nicht "aufbewahrt" wir (wie bei den Söhnen meiner besten Freundin), sondern wo selbstverständlich unter Aufsicht und mit Kontrolle/Hilfe alle Schul(!)arbeiten erledigt werden UND sowohl musische wie auch sportlich Angebote vorhanden sind. So dass abends nicht etwa noch Hausaufgaben, Fußball, Trompete oder sonst was ansteht, sondern der Tag dann auch "erledigt" ist. wenn man dann dahin käme, dass man weder komisch angeschaut wird, WENN man es nutzt, noch, wenn man es eben NICHT nutzt, sondern jeder nach seiner fasson glücklich werden darf...wäre das toll...


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Leewja

aber allein in der Schule werfe ich dem Staat ein Versagen vor bei der Vermittlung von Allgemeinwissen und gleichzeitigen Ausgleich von "Schwächen" und Förderungen von Stärken. Indivitualiät Mangelware, Massenabfertigung ist angesagt, wer nicht mit kommt, hat Pech gehabt und alle müssen das Gleiche können / Einheitsbrei (mal grob und überspitzt gesagt!). Wenn das schon in der Schule nicht funktioniert, wie soll dann das Angebot nach der Schule noch groß genug sein um für alle das Richtige zu haben und das auch noch betreut und mit Fachpersonal? Schön wäre es in der Tat, aber utopisch von diesem Staat zu erwarten, der behauptet Kinder mit Hartz4 Empfang bekämen eh zu viel Geld:-( LG Nina


Abb

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Antwort auf Beitrag von Leewja

Ich finde, Du hast völlig recht mit Deinem Beitrag. Das Dilemma unserer Politiker ist nur der Aspekt, dass sie Angst haben, unzählige Millionen in eine gute Kinderbetreuung zu pumpen, die dann vielleicht nicht so genutzt wird, dass es sich betriebswirtschaftlich lohnt. Also ein ähnlicher Effekt wie mit der Ferienbetreuung zu beobachten ist. Dieser Aspekt konnte in der DDR außer Acht gelassen werden, da die Wirtschaftlichkeit nicht auf der Prioritätsliste stand. Gegenwärtig muss jedoch bei einer umfassenden Investition in die Kinderbetreuung auch gewährleistet sein, dass es sich rentiert. Weil aber Frauen die Wahl haben möchten, besteht das Risiko, dass ein solch hormonell umnachtetes Muttertier seine Brut lieber doch selbst betreut, obwohl es die Möglichkeit hat, diese abzugeben. Und dieses Risiko wollen unsere Politiker nicht tragen, daher lieber eine Kitapflicht für alle, damit die Choose mit den Kindergärten kein zu großer Verlust wird. Ist zumindest meine zutiefst subjektive Theorie:-) Wir Frauen sind aber auch zu fordernd... Kinderbetreuung von hoher Qualität und gleichzeitig die Wahl haben, das geht doch nicht, oder?


Leewja

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Antwort auf Beitrag von Abb

die im anschluss an den kiga (bis 16:15, also ja schon gut) in dessen Räumen stattfindende Weiterbetreuung durch tagespflegepersonen nicht mehr vom jugendamt bezahlöt wird, sondern die Eltern das selber zahlen müssen. nun gut, ich will arbeiten, das will ich in 1 h Fahrtzeit vom Wohnort weg- mein pech. ich bezahle aber selbstverständlich schon den höchstsatz an beiträgen wegen doppelverdiener-einkommen. Nun sind die Stadträte (mein Mann sitzt mit drin) der meinung, die Betruung nachmittags sei eh überflüssig, die Frauen könten ja wohl die kinder nachmittags betreuen. Ok, soweit, so gut, ich bezahl das von mir aus, damit ich sicher bin, mein Kind in guten Händen betreut zu wissen 8und das zuverlässig mit Krankheitsvertretung ;)). Aber die Herren stadräte bedenken nicht, dass ICH mit mehr stunden auch ein höeheres Einkommen erziele und somit mwehr geld an gemeindesteuern in IHR Säckel fließt... das nehmen sie gerne, aber Betreuung, um mir das zu ermöglichen, wollen sie nicht anbieten... Nun glaube ich, dass die lächerlichen 2,50 euro pro stunde und kind für die tageseltern erstmal gegen meine steuerzahlungen aufgewogen werden müssten, um sagen zu können "da müssen wir sparen".


carla72

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Ich denke, die Politiker sollten eher auf die volkswirtschaftlichen Aspekte schauen, und da ist es ja mittlerweile unumstritten, dass jeder Euro um so mehr Rendite bringt, je früher er bei der Kinderbildung eingesetzt wird, also am besten schon im Kindergarten und nicht erst bei der Betreuung von Straftätern. Ich glaube nicht, dass die Politiker befürchten müssen, am Bedarf vorbeizuplanen und deshalb jedes Kind zu einem Besuch verpflichten wollen. Sondern es geht wohl eher darum, sonst ungenutzte Potentiale zur Entfaltung zu bringen, zum Beispiel über eine ordentliche Sprachförderung, die hinterher einen regelgerechten Schulbesuch ermöglicht. Daran kann ich nichts Schlimmes finden, mit betriebswirtschaftlicher Rentabilität (die ich grundsätzlich auch nichts für Teufelszeug halte, bei staatlichen Kindergärten aber schwierig finde) hat das nichts zu tun. Klar ist aber auch, dass eine gewisse Planung erforderlich ist und nicht für jeden plötzlichen Meinungswechsel die ganze Zeit ein Platz freigehalten werden kann. Man kann aber auch nicht immer erwarten, anderer Leute Arbeit gratis zu bekommen und selber natürlich gut entlohnt zu werden. Dass das nicht funktionieren kann, liegt doch auf der Hand. LG, carla72


Leewja

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Antwort auf Beitrag von Leewja

tut er natürlich nicht. er gilt schon als reaktionär, weil er sich eben kinderbetreuung auf die Wahlfahne geschrieben hat ;)


Abb

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Hallo Sue, interessante Frage. Als Kind "durfte" ich bis ins Studium hinein die ostdeutsche Ideologie incl. Betreuung von Krippe bis Ferienlager erleben. Ich schreibe "durfte" in Anführungszeichen, weil meine Mutter keine Wahl hatte. Sie war geschieden und wir lebten allein. Der Kindesunterhalt war lachhaft und von Ehegattenunterhalt hatte sie noch nie was gehört. Also ist sie wacker von Anfang an wieder in ihren Kindergarten gestiefelt, in dem sie Erzieherin und später auch Leiterin war. Auf diese Weise lernte ich am Anfang nur die Seite des Betreuten kennen, als ich älter wurde, bekam ich ein bisschen Einblick auch in die Sichtweise der Betreuer und Leiter. Da gab es das volle Programm: Panzer in der Beschäftigung, regelmäßige Besuche der Stasi und der Sowjetunion in den A*** kriechen. Nein danke! Es soll ja Leute geben, die sich die DDR zurück wünschen. Wenn ich aber daran denke, welche Sachen meine Familie erdulden musste, weil meine Mutter z.B. als Christin einen Kindergarten leiten wollte und ich wegen eben dieser Kirchenzugehörigkeit meiner Mutter trotz erstklassiger Leistungen nicht mal auf die EOS (Gymnasium) durfte, dann wird mir heute noch schlecht. Und sie hat vieles von mir weg gehalten, so dass ich vielleicht höchstens die Hälfte mitbekam. Meiner Meinung nach sollte Freiheit in erster Linie eine Wahlfreiheit bezüglich des eigenen Lebens beinhalten. Natürlich kann man Kinder von früh bis abends in der Betreuung lassen und sicher gibt es Härtefälle, in denen keine Familie und kein Babysitter vor Ort einspringen kann. Aber das ist nicht die Mehrheit und ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage: Das ist gut so, im Sinne der Kinder. Auch wenn man jetzt dazu neigt, die Kinderbetreuungssituation damals als Vorbild hinzustellen, darf man sie doch nicht von dem isolieren, was damals unser Leben war: Gehirnwäsche von klein auf. Ich bin froh, dass ich zumindest mein Leben so leben darf, wie ich will und ich lasse mir nicht vorschreiben, wer ab wann und wie lange meine Kinder betreut (Thema Kindergartenpflicht). Bisher war ich privilegiert und konnte immer arbeiten, wann und in welcher Form ich wollte. Mir ist klar, dass viele das nicht können und für diese Familien würde ich mir natürlich in erster Linie eine erstklassige flexible Kinderbetreuung wünschen, aber auch die Möglichkeit, z.B. in Ruhe ein krankes Kind gesund zu pflegen, ohne danach mit flauem Gefühl in die Arbeit zu gehen. Um noch auf die Frage einzugehen, warum es damals möglich war, unbeschwert ein oder mehrere Jahre daheim zu bleiben und danach war der Chef trotzdem nicht sauer... ganz einfach: es war ja nicht seine Firma! Die meisten Firmen waren verstaatlicht und der Chef war Gehaltsempfänger genauso wie die Mutter, die im Babyjahr war. Es war nicht sein Geld, das verpulvert wurde. Kinderfreundlichkeit macht sich meiner Meinung nach nicht an einer umfangreichen Kinderbetreuung fest. Das wäre eher eltern- und unternehmerfreundlich... Viele Grüße Susi


vonnywalker

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Es ging hier auch nicht um die Ideologieverbreitung, sondern generell um die Betreuungsmöglichkeiten ansich. Da kann man nicht beides in einen Topf schmeißen! Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.


carla72

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Vor vielen Jahren, als Angela Merkel noch keine Regierungsfunktion innehatte, war sie auf einem Zug durch westdeutsche Gemeinden. Sie sagte damals etwas, das mich aufmerken ließ: wie kann es sein, dass jede noch so kleine Gemeinde in Westdeutschland ein eigenes Schwimmbad hat, aber kein Geld für einen Kindergarten da ist? Seitdem hat sich sehr viel geändert, vor allem auch an der Einstellung. Aber es ist eben auch so, dass politische Wünsche und gesamtwirtschaftliche Erwägungen eine große Rolle spielen. Daher war kein Geld für die Kinderbetreuung da, aber eben für andere Sachen, wie z.B. auf kommunaler Ebene Schwimmbäder oder auf nationaler Ebene Ehegatten-Splitting. Man muss es wollen, aber es müssen eben auch genügend (und die richtigen) Leute wollen. Ich bin mir sicher, dass es einen starken Trend in Richtung zu mehr Kinderbetreuung geben wird, denn die Fachkräfte werden knapp, und die Frauen sollen arbeiten (also wie in der DDR). Alle großen Unternehmen, die ich kenne, versuchen stärker als in der Vergangenheit, qualifizierte Frauen einzustellen und nach dem Mutterschutz wiederhereinzuholen. Diese Unternehmen rufen nach Kinderbetreuung oder stellen sie selbst, und das hat ungleich mehr Gewicht. Das kann man gut finden oder schlecht, aber ich glaube, es ist unaufhaltsam, außer wir bekommen eine langanhaltende Rezession und die Arbeitskraft der Frauen ist nicht erforderlich. LG, carla72


Abb

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Ich finde schon, dass man das in dem Zusammenhang sehen muss, der nun einmal bestand und besteht! Der Staat wollte die Frauen und brauchte die Kinder, daher musste er Möglichkeiten schaffen, beides zu kriegen und den Leuten zu verklickern, das wäre schon gut so, und nur so. Inzwischen will der Staat nur noch Kinder, die Frauen will er nur halbherzig, daher tut er sich noch schwer mit der Schaffung der Betreuungsmöglichkeiten. Die Ideologieverbreitung ist derzeit einfach schneller als der Rest, denn es wird uns wieder verklickert, was gut und was nicht gut ist. Momentan ist eben arbeiten gehen und Kinder möglichst früh in Betreuung geben "gut", mal schauen, was uns in zehn Jahren so erzählt wird.


Leena

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Antwort auf Beitrag von carla72

"Vor vielen Jahren, als Angela Merkel noch keine Regierungsfunktion innehatte, war sie auf einem Zug durch westdeutsche Gemeinden. Sie sagte damals etwas, das mich aufmerken ließ: wie kann es sein, dass jede noch so kleine Gemeinde in Westdeutschland ein eigenes Schwimmbad hat, aber kein Geld für einen Kindergarten da ist? Seitdem hat sich sehr viel geändert..." Ich weiß nicht, hier werden die Schwimmbäder in den "kleinen Gemeinden" reihenweise geschlossen, vor allem immer wieder mit dem Argument, dass Geld für die mittlerweile notwendige Sanierung fehlt, bzw. die Schwimmbäder stehen eine Weile leer, weil das Geld für den Betrieb fehlt, und dann wird argumentiert, nach dem langen Leerstand müsste man so viel investieren, um es wieder wirtschaftlich sinnvoll betreiben zu können, dass sich das nicht lohnt. Die umliegenden Schulen haben hier arge Probleme, überhaupt noch Schwimmunterricht anbieten zu können, weil es mittlerweile schlicht zu wenig Schwimmbäder gibt. Dass dafür allerdings die Kindergärten wie Pilze aus dem Boden schießen, oder überall angebaut und erweitert würde, mehr Plätze geschaffen, mehr Betreuer eingestellt... das habe ich allerdings auch noch nicht bemerkt. Das einzige, was immer mehr wird, sind private Kinderbetreuungsangebote und Elterninitiativen... aber dafür kann Frau Merkel ja nun nichts. :-) So gesehen würde ich sagen - mittlerweile wird an Schwimmbädern und Kindergärten gespart. Unser Kindergarten findet z.B. keinen neuen Betreuer, weil er eine gesonderten Tarifvertrag mit besonders schlechten finanziellen Konditionen für die Betreuer hat - für das Geld kann sich schlicht niemand leisten, arbeiten zu gehen, sofern er nicht einen reichen Ehegatten zu Hause hat. Geld für kurzfristige Projekte (ohne Folgekosten!) gibt es immer mal wieder, aber bei der Personalpolitik sieht es tieftraurig aus...


Mitglied inaktiv

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Also, wie ich ja geschrieben hatte, mir ging es jetzt nicht darum, ob das alles so toll war in der DDR oder nicht. Ich hatte extra geschrieben, "von einigen Sachen abgesehen" - natürlich zähle ich Staasi und so weiter dazu. Mir ging es jetzt tatsächlich nur um den FAKT der Betreuung und der Möglichkeiten dieser.. Danke Abb für Deinen sehr schönen Beitrag. Ich würde mich tatsächlich (jana2) als solch ein Härtefall bezeichnen. Mein Leben mit Kind sah bisher so aus, dass ich erstmal allen Geldern hinterher laufen konnte, da man mir die Geburtsurkunde meines Sohnes nicht rausrückte (3 Monate lang!) – lange Geschichte. Ich bin alleinerziehend, der KV hat sich schon in der Schwangerschaft getrennt und hegt auch keinen Kontakt zu uns. Um überhaupt irgendwie auf einen grünen Zweig zu kommen, bin ich damals nach einem Jahr Elternzeit wieder in meinen alten, gut bezahlten Beruf gegangen. Auch wenn ich es nicht nötig gehabt hätte, hätte ich das gern für MICH gewollt, wenn auch nicht gleich ganztags. Da der Ort (Vorort von München), in dem ich damals wohnte, keine Krippe besaß, auch keine Tagesmütter hatte, blieb mir keine Wahl, das Kind zu einer Tagesmutter zu bringen, da die Münchner Krippen und auch die im Umland uns nicht nahmen da „nicht im Einzugsgebiet“ Ergo fuhr ich morgens um sieben Uhr los, um kurz vor Acht bei der Tagesmutter am anderen Ende der Welt auf der Matte zu stehen und von dort aus wieder quer durch die Stadt zu meiner Firma zu fahren, um dort punkt 9 Uhr auf der Matte zu stehen. Und das ganze abends retour. Ohne Auto. Und das fünf Tage die Woche. Wir sind dann umgezogen. Als mein Sohn drei Jahre alt war ging der run auf den Kindergarten los. Unser Bezirk, wie Vallie schon schrieb, verfügt nicht über genügend Betreuungsangebote. 80% der Kinder gehen leer aus und müssen auf Tagesmutter oder Mama-ist-daheim zurückgreifen. Als es damals darum ging, hier einen Kindergarten für unseren Sprengel zu bauen, baute man dort lieber ein Clearinghaus (eine Sache, an die sich Nathalik mit Sicherheit noch SEHR gut erinnern kann)- dabei stand keine 500 m Luftlinie bereits ein Clearinghaus. Gut, das war nicht so schön und auch nur zu 70% ausgelastet, aber für den Bau eines Kindergartens bekommt man ja auch nicht so viele Zuschüsse…. Ich stand also, alleinerziehend, volltags arbeitend auf Warteliste bei x Kindergärten, bekam nur Absagen. Ich stehe als Alleinerziehende in der Prio der Vergabe von Betreuungsplätzen auf einer Stufe mit einem Elternpaar. DAS finde ich schon mal nicht gerecht. Dazu kam noch, dass ich wie gesagt in einem Sprengel lebe, wo es damals keinen Kindergarten gab – auch DAS spielte wiederum bei der Platzvergabe eine Rolle. Nach ewigen Telefonaten und Gedrängel bekam ich dann den Kindergartenplatz. Mußte mich anmaulen lassen, weil ich tatsächlich die gebuchte Zeit bis 17 Uhr in Anspruch nahm. Dann kam das Thema heilpädagogischer Kindergarten auf. Hier bin ich über ein Jahr nach einem Platz rumgerannt. Jetzt geh mein Sohn in die Schule. Anmeldung auf Hort und Mittagsbetreuung lief. Wir haben WEDER einen Hortplatz NOCH einen Mittagsbetreuungsplatz. Sprich, mein Kind steht halb 12 hier auf der Matte, an „guten“ Tagen kurz nach Eins. 93 Ferientage, Eltern in einer andere Stadt, KV kümmert sich nicht – wie soll es mir also mit diesen tollen Betreuungsmöglichkeiten MÖGLICH sein, zu arbeiten. Wo soll ich mein Kind unterbringen? Und Jana2, meine Eltern haben mich mit Sicherheit damals nicht abgeschoben. Wir haben sehr viel Zeit in den Ferien verbracht, wir waren mehrmals im Urlaub, ich war auch im Ferienlager und in den Ferienspielen auf eigenen Wunsch. Mir ging es lediglich darum, die MÖGLICHKEITEN waren DAAAA!!!! Man konnte sich entspannt zurücklehnen, wenn man den Zettel mit den Ferien und Schließzeiten bekam und sagen „ach, zur Not kann man ja…“ Jede Mutter hatte damals einen Haushaltstag, einmal im Monat. Das war ein „freier“ Tag für den man keinen Urlaub nehmen musste. Mein Gott, mal von Zwang abgesehen, was damals gemacht wurde für die Kids und auch für die Eltern, war einfach ein Traum. Es funktioniert doch auch in anderen Ländern? Frankreich zum Beispiel. Warum nicht hier? LG Sue


Mitglied inaktiv

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im übrigen sehe ich es wie Du. Die Möglichkeiten waren da. Jetzt ist es ein einziger Krampf. Mich regt bei dem Thema auch immer so auf, dass die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder im Alter von 0-3 weiter ausgebaut werden sollen. Was ist mit den Grundschülern. Die haben bei uns eine Mittagsbetreuung bis 14 Uhr. Dann ist Ende. Die Grundschule wurde vor 4 oder5 Jahren neu aus dem Boden gestampft, weil die alte GS aus allen Nähten platzte. Aber man nicht daran gedacht, doch auch gleich einen Hort einzuplanen. nein, da werden die Kinder mit dem Bus in einen nachbarort gekarrt. Übrigens auch Bayern, unweit von München. lg blund


User-1741002961

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kann das sein dass Du da was verwechselst? Ich habe mitnichten was mit Abschieben etc. geschrieben oder steh ich jetzt auf dem Schlauch, grübel!? Ich schreibselte im Gegenteil (!) was von Wahlmöglichkeiten für alle, was Familien-, Arbeits- sowie Betreuungsmodell angeht. Mini war es (glaube ich, nicht hauen, wenn es nicht stimmt BÜTTE), die schrieb, Betreuung bis 18 Uhr möchte sie nicht. Ich listete dann Pflegepersonal etc. auf... Vielleicht ist mein Beitrag auch komisch rübergekommen? Sollte nicht so sein. LG Jana


Mitglied inaktiv

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na wenigstens HAST Du eine Mittagsbetreuung. Mein Sohn kommt in ner halben Stunde nach Hause, und heute ist LANGER Schultag! Freitags ist 11.25 Uhr Schluss. Clearinghaus in einfachen Worten: Eine Auffangstation, temporär oder dauerhaft, in der Flüchtlinge, Asylanten oder wohnungssuchende Arbeitslose mit Kindern untergebracht werden. Der Bau des hiesigen Hauses war hier sehr umstritten. 1. Es wurde eigentlich, da kein Kiga vorhanden war in unserem Sprengel, um den Bau eines Kindergartens gebeten. Das wurde abgelehnt aus verschiedenen Gründen. Es hieß erst, dass die Bahnstrecke nebenan ein Risiko darstellte und man erst eine Schutzwand ziehen müßte. 2. Ein paar 100 m weiter stand bereits ein solches "Lager", das nur zu 70% ausgelastet war. Sprich hier war noch Platz. 3. Man darf so ein Haus nicht in Wohngebieten bauen. Da aber direkt daneben eine größere Halle einer Firma steht, wars doch möglich, in dem Moment gilt das Gebiet nicht als reines Wohngebiet sondern als Mischgebiet. 4. Man gab dem CH den Zuschuss mit der Auflage, woanders im Sprengel einen Kiga zu bauen. 5. Man zog eine Schutzwand an die Bahn. 6. Bürger gingen auf die Barrikaden, jetzt ist ja eine Schutzwand da, also kann doch dort auch ein Kindergarten hin??? Ergo, das CH wurde gebaut, superschön, tolle Wohnungen. Zu der Zeit konntest Du im Bezirksanzeiger regelrecht verfolgen, wie die umliegenden Wohnungen provisionsfrei und 3 Monate mietfrei verscheuert wurden, weil die Leute die Flucht ergriffen. Ein Kiga wurde dort dann auch gebaut, also ein paar Straßen weiter, mit zwei Gruppen. Der ist bis heute nicht richtig fertig. Die Gruppen waren voll, bevor jemand MÄH sagen konnte. --- Übrigens Thema Hort: für die Schule bzw. den Bedarf meines Sohnes gab es einen Hortplatz... der war im März schon weg. EIn paar Wochen später entschied sich erst, DASS mein Sohn überhaupt auf diese Schule kommt. LG Sue


vonnywalker

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Ich kann dich vollstens verstehen und finde es schade, dass die Möglichkeiten, die es damals gab, immer nur in Verbindung mit der damaligen Ideologie und somit als "kann nur schlecht sein" gesehen werden. Ich für meinen Teil hatte eine wundervolle Kindheit, ging gern in den Kindergarten, den Hort und fand auch die Ferienangebote (ob nun in Form von den schulischen Ferienspielen oder den heißgeliebten, betrieblichen Ferienlagern) klasse. Und glaubt mir, wir hatten durchaus eine ganz normale, fröhliche Kindheit und uns wurde nicht von morgens bis abends nur die sozialistische Denkweisen eingetrichtert! Ich will damit nichts verharmlosen, die Erziehung war definitiv sozialistisch geprägt, aber eben nicht 24h/Tag. Ich habe manchmal das Gefühl, dass einige ein komplett falsches Bild vom damaligen Leben in der DDR mit sich rumtragen.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von vonnywalker

natürlich: beim Wort DDR fällt ja vielen Leuten, die nicht so oder von mir aus so aber unschön groß geworden sind, immer zuerst die Staatssicherheit, die FDJ, der Zwang und Bautzen ein. Auch ich hatte eine unbeschwerte Kindheit, zu Hilfe. Meine Eltern hatten krisensichere Jobs. Mein Berufsweg war schon ab der 7. Klasse klar. Selbst unsere deppertsten (sorry) Hauptschüler haben alle einen super Ausbildungsplatz gefunden. Die Schule bot AG´s für den Nachmittag an, von schwimmen, Aerobic, Leichtathletik, Musik, Kunst, Geologie, Schauspiel, Ballet, Judo war alles dabei, was man sich als Kind hätte vorstellen können.


Ceca2

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Antwort auf Beitrag von vonnywalker

und damit ist es wirklich nicht gut bestellt. Andere Länder (Frankreich, Finnland, Spanien.....) gehen das Thema auch ganz anders an. Es wird nicht als schlimm angesehen, wenn die Kinder anderweitig versorgt und betreut werden, warum auch? Wenigstens kann ich meine Kinder ab der weiterführenden Schule bis 15 Uhr betreuen lassen und hoffe dann auch wieder bessere Karten in der Arbeitswelt zu haben. Gruesse Ceca2


Mitglied inaktiv

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ich war übrigens auch nachmittags im kindergarten, nie im hort, das war nur was für arme kinder, überwiegend gastarbeiterkinder ( neudeutsch: kinder mit migrationshintergrund ), meine mutter hat sich haxen ausgerissen, um tz arbeiten zu können mit oma und meiner schwester als sitter..... berufsweg war niemals klar. scheint ein kokon gewesen zu sein....damals bei euch...hat was.....


Mitglied inaktiv

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und bei uns, jedenfalls bei mir, waren eher die Kinder, die mittags nach Hause gegangen sind (unsere sogenannten Schlüsselkinder oder die, die Mama daheim hatten - damals gabs ja noch ohne Murren die typische Hausfrau) die Außenseiter. Mit wem sollten die auch spielen - WAR JA KEINER DA, die waren alle im Hort und verbrüderten sich da.


Mitglied inaktiv

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so ist das heute bei uns ja auch. die meisten sind im hort, einige wenige in der mib. die tendenz geht glaube ich schon zur ausweitung der betreuungsmöglichkeiten, allerdings wirst du dann schon oma sein.


Leewja

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Antwort auf Beitrag von Ceca2

ja fast schon unter Zwang stehen, Kinder zu bekommen und dann auch abzugeben. da gibt es durchaus Berichte, dass man dort auch keineswegs zufrieden ist, eben weil auch die Wahlmöglichkeiten fehlen. deie gesellschaft erwartet, dass man ein kind bekommt (weil ja alles so super organisierbar ist, ist man quasi dazu verpflichtet) und der arbeitgeber erwartet eine zügige rückkehr in den job. wer das nicht möchte, sondern lieber drei jahre zuhause bliebe, wird dort dann schief angesehen. Und in skandinavien ist es ja auch eher ungewöhnlich, wenn die mutter zuhause bleibt. ich finde aber, wenn sie das will, sollte das auch möglich sein. die entscheidungsfreiheit fehlt dort dann eben auch, aber in der anderen richtung...


Mitglied inaktiv

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damit ich Oma werde, müßte sich erstmal an der Einstellung von Simon etwas ändern, die da lautet "ich will später keine Kinder, die sind viel zu anstrengend"


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Leewja

nicht nur schief angesehen, Leewja. Nach drei Jahren ist der Arbeitgeber nicht mehr verpflichtet, dir deinen alten Job warm zu halten, was er nach einem Jahr schon muss. Sprich, ich habe als Mutter die Wahl: gehe ich nach einem Jahr wieder arbeiten, habe aber weniger von meinem Kind und erfreue mich an meinem Job und dem Gehalt ODER habe ich länger was von meinem Kind aber dafür später einen Deppenjob für weniger Geld.


Leewja

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drei jahre zuhause bleiben zu wollen. oder reluctantly(gibt es dafür eigentlich ein annähernd gutes deutsches wort?) in den job zurückkehrt und dabei nicht wirklich zufrieden ist


safie

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Ein schwieriges Thema. Für uns käme und kommt es nie in Frage, unsere Kinder in eine Fremdbetreuung zu stecken, die länger als 14.00 Uhre geht. Von daher ist es mir persönlich egal, wann die Kids einen Kindergartenplatz bekommen. Ich denke, an unserem Schulsystem sollte sich einiges ändern. Vorschule mit 5 Jahren als Pflicht, dann bis zum 14 Lebensjahr gemeinsamer Unterricht. Danach könnten sich die Kinder spezialisieren. So ein System oder ähnlich läuft in anderen Ländern perfekt.


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Antwort auf Beitrag von safie

danke für die vielen tollen Antworten. Ich hätte nicht gedacht, dass sich das hier so entwickelt. Ich glaube, das war mein bisher längster, selbst eröffneter thread im aktuell :o) Vielen Dank fürs "Mitmachen"


deischuhzu

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Schade, das heutzutage Gewinnmaximierung auf Kosten der Mitarbeiter groß geschrieben wird und sich sämtlicher sozialer Verantwortung der Mitarbeiter gegenüber entzogen wird. Das hängt auch mit unserer Regierung zusammen. Firmen mit sozialer Verantwortung, gottseidank gibt es diese auch noch in geringer Zahl, haben einen eigenen Betriebskindergarten. Vielleicht sollte die Regierung die Firmen mehr in die Pflicht nehmen, anstatt diese weiterhin zu pudern. Hauptsache die Kinder der Bundesmitarbeiter werden mit eigens für sie eingerichtete Vollzeitbetreuungseinrichtungen bedient. Die meisten "Normalos" schauen in die Röhre. Ich muss aber sagen, dass die Betreuung im Osten auch heute eigentlich gut ausgebaut ist, diese Erfahrungen habe ich jedenfalls gemacht, als wir kurzzeitig im Osten verweilten. Ich hatte innerhalb von 4 Wochen einen Kindergartenplatz für unter 2 Jährige, Vollzeit. Im Westen dagegen, ist gerade in ländlichen Gebieten kein Vollzeitbetreuungsplatz zu finden.