Frau Maus
Liebe Forumsnutzer, bin ja kaum hier, aber heute brauche ich eure Meinung, denn jemand anders möchte ich nicht danach fragen. Unser Nachbar hat, seit er vor einigen Monaten im Haus gegenüber mit seiner neuen Partnerin + einem Kind von ihm und eines von ihr eingezogen ist, eigentlich immer eine "Fahne", wenn wir uns begegnen. Bis vor kurzem war sie kaum merklich, aber seit er arbeitslos ist, scheint er in erhöhtem Maße härtere Sachen zu konsumieren. Da unsere Kinder viel miteinander spielen, war schnell Kontakt zwischen uns aufgebaut, den ich als gut bezeichnen würde, aber nicht freundschaftlich. Wir duzen uns, reden offen miteinander, wenn wir ein Problem mit dem anderen haben, trinken manchmal spontan zusammen Kaffee oder Bier, haben im Sommer auch zusammen gegrillt. Da er trotz Fahne nicht den Eindruck macht, betrunken zu sein, bin ich mir sicher, dass er Pegeltrinker ist. D.h., solange er kaum merklich nach Alkohol roch, aber einen normalen Eindruck machte, habe ich unsere Kinder bedenkenlos bei ihm mitfahren lassen, wenn er sie mal mitnehmen wollte. Jetzt, wo es mehr zu werden scheint, kann ich das nicht mehr verantworten. Soll ich ihm das genau so sagen? Variante 1: ich spreche ihn darauf an, dass ich bemerkt habe, dass er deutlich härtere Alkoholika trinkt, frage ihn, ob ihm ihm irgendwie helfen kann und erwähne erst mal nicht, dass ich ihm meine Kinder nicht mehr anvertrauen möchte. Variante 2: ich warte, bis er mal wieder fragt, ob er jemand mitnehmen darf, und ich verneine es mit der Begründung, dass er so riecht, dass er lieber nicht fahren sollte. Variante 3: ich tue weiter so, als bemerke ich nichts, und sorge einfach dafür, dass unsere Kinder nicht bei ihm im Auto mitfahren. LG FM
ich würde variante 2 wählen.
Ich würde auch Variante 2 wählen denn da ist dann die konkrete Situation da und er kann sich nicht rausreden
du bist ja nicht seine Missionarin, sondern du hast dafür zu sorgen, dass deine Kinder nicht bei jemand Alkoholisiertem mitfahren Lg Fredda
ebenfalls 2. du setzt damit den focus auf die sicherheit deiner kinder und bleibst bei der konkreten situation und bringst ihn auch nicht evtl. in eine "aber ich bin doch gar kein alkoholiker-"verteidigungshaltng.
Auch 2. Mit 1 machst Du Dich zum Therapeuten, mit 3 zum Mit-Vertuscher. Ich hatte mal ein ähnliches Problem und habe bei einer Beratungs-Hotline angerufen. Die sagte mir das auch so. Gruß, Elisabeth.
Du redest mal mit seiner Partnerin und tastest Dich da vor.
wohin vortasten? mit welcher absicht?
Hi, das finde ich keine gute Variante, Suka. Damit verlagerst du die Verantwortung, die er trägt, auf seine Partnerin und gehst der Auseinandersetzung mit ihm aus dem Weg. Es geht doch vorrangig darum, die Kinder nicht zu gefährden, die Sorge um den Mann an sich, dürfte zweitrangig sein (da er ja kein Freund, sondern nur Bekannter ist). Variante 2 finde ich auch gut, wobei ich nicht unbedingt sagen würde "du riechst so", sondern eher: "Ich habe den Eindruck, du hast getrunken, deshalb möchte ich nicht, dass meine Kinder mitfahren." LG Nicole
du schützt nur deine kinder wenn du schweigst, was ist mit anderen kindern? anderen menschen allgemein. mein mann war auch alkoholiker, nachdem er einen unfall (bei dem es gott sei dank nur blechschschaden gab) hatte ich ihm verboten weiter auto zu fahren. MIT der androhung, ihn bei der polizei zu melden, wenn er wieder unter alk einfluss, auto fährt. ich würde ihn konkret darauf ansprechen. andere menschen haben auch das recht auf schutz!
da ich mich sehr gut mit dem thema auskenne, hier mein rat.. einem alkoholiker zu sagen, daß er alkoholiker ist, bringt gar nicht. er wird es immer abstreiten. ein alkoholiker sieht seine situation erst dann ein, wenn er ganz tief unten am boden liegt. aber man sollte sein verhalten nicht gut heißen. es gibt menschen, z. b. arbeitskollegen, die ihren alkoholikerfreund decken. baut er unter alkeinfluß mist, schützen sie ihn indem sie ihm die arbeit abnehmen. sowas nennt sich co-abhängigkeit.. man schützt den süchtigen. das ist nur ein bespiel. richtig wäre es aber, ihn auf sein fehlverhalten anzusprechen. z. b. "hättest du nicht getrunken, hättest du das auch hinbekommen" oder "du kannst gerne weitertrinken, aber rechne nicht mehr mit unserer unterstützung" daher ist variante 2 schon richtig. die kinder nicht mehr mitfahren lassen und ihn auch drauf hinweisen, daß er in dem zustand nicht mehr fahren sollte, da er nach alkohol riecht.
inwieweit kann/muss ich mich reinhängen? Auch wenn wir nicht befreundet sind, sorge ich mich um ihn. Variante 2 kann für ihn heißen, `du bist mir egal, aber meine Kinder nicht`, sollte ich ihm also dazu sagen, dass es mir auch um ihn geht und ihn gar bitten, eine Therapie zu machen? Seine Partnerin ist sicher nicht doof, und ich weiß nicht, ob sie von verliebter Blindheit geschlagen ist oder schon längst mit ihm darüber gesprochen hat. Sollte ich mit ihr über sein Problem sprechen, nur mit seinem Wissen. Seine Abwärtsspirale kann ich nicht stoppen. Oder doch? Wäre es sogar meine Pflicht einzugreifen, weil er sehr viel mit dem Auto unterwegs ist, und nicht erst warten, bis er das nächste Mal jemanden von uns mitnehmen möchte?
Nachbar war gerade hier, fragte, ob er sein hier spielendes Kind bei uns lassen dürfe, er ginge jetzt einkaufen. Nachher wird er es mitnehmen und mit ihm zusammen das andere Kind abholen. Wie die letzte Zeit üblich riecht er sehr nach Alkohol, zeigt aber ansonsten keine Anzeichen von Trunkenheit. Ich habe vor, ihm zu sagen, er soll doch bitte nachher unsere Kinder hüten, und ich hole dafür seins ab. Dabei habe ich Angst, einen Wetter- und Erkältungsbedingten Unfall zu bauen. Ich werde meinen Mann fragen, ob er das Kind auf dem Rückweg von seiner Arbeit abholt.
Es ist nicht Deine Pflicht, ihn vor sich selber zu schützen. Du kannst ihn sicher darauf ansprechen, daß er in seinem Zustand nicht Autofahren sollte - aber es wird ziemlich sinnlos sein. Egal, ob Du ihn ansprichst oder nicht - Du bist NICHT Schuld, wenn er einen Unfall baut. So hart das ist - aber wenn Du Dich zu sehr reinhängst und für ihn die Verantwortung übernimmst, dann hängst Du schnell drin in der Co-Abhängigkeit.
Sie sagt sie bleibt immer Alkoholikerin - es ist eben so - einmal Alkohol - und du bist wieder dran!
Seit 14 Jahren ist sie trocken und sie sagt immer:
Jemand auffällig: Unbedingt ansprechen!
Du kannst Dich aber am Besten einmal bei den anonymen Alkoholikern beraten lassen - und nicht hier!
Das würde meine Freundin jedem so nahelegen und nichts anderes!
Was ich nicht verstehe: Du hast den Verdacht und hast bisher Deine Kinder dort mitfahren lassen ?
Ui -
Das kann aber bös ins Auge gehen ![]()
1 Eben ansprechen - Hilfe anbieten - (welche er höchstwahrscheinlich ablehnen wird ) Meist nehmen sie sie erst dann an, wenn sie ganz weit unten sind.
erwähnen, dass Du ihm deine Kinder UNTER diesen UMSTÄNDEN nicht mehr anvertrauen möchtest.
Habe ihn vorhin angesprochen, dass er nicht nur heute eine Fahne hat und es vielleicht besser wäre, wenn mein Mann sein Kind abholt, was er dankend abgelehnt hat. Meinte, es wären nur zwei Bier gewesen (ich bin mir sicher, dass er nicht nur Bier intus hat), und es sei zwar nett, dass ich mich Sorge, aber das bräuchte ich nicht, und außerdem sei er nun mal für sich und seine Kinder selbst verantwortlich. Zudem hat er einen Job in Aussicht, und dann hätte das eh ein Ende mit der Trinkerei. Habe dann bei den AA angerufen, wo mir geraten wurde, meine Kinder auf keinen Fall mehr bei ihm mitfahren zu lassen (was ich sowieso nicht mehr machen werde), ihn darauf anzusprechen (was ich gemacht habe), und wenn mir mein Bauch sagt, dass ich der Kinder wegen die Polizei einschalten sollte, soll ich das tun, bevor wirklich was passiert. Letzteres will ich nicht. Noch nicht. Noch ist seine Reaktionsfähigkeit gut, noch hat er die Chance, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen und dadurch eine Ansporn zu bekommen, die Trinkerei aufzugeben. Dabei glaube ich das selber nicht, was ich hier schreibe, also dass er dadurch die Trinkerei lassen würde. Ich bin mir todsicher, dass er Alkoholkrank ist und bin hin- und hergerissen zwischen der Angst, seinen Kindern könnte doch was zustoßen, wenn er mit ihnen durch die Gegend fährt, und der Angst, ich könnte ihm seine Zukunft verbauen, wenn ich überreagiere.
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