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Geschrieben von Steffi528 am 02.08.2004, 20:11 Uhr

Sommerferien verkürzen???

Hallo,

ich möchte gern eine Diskursion beginnen über ein Thema, was mir zur Zeit auf den Herzen liegt.

Ich erwarte im Oktober mein erstes Kind. Beruflich bin ich in der Jugendpflege tätig. Zur Zeit haben wir den Ferien(s)pass, ein Angebot für Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren, die nicht in den Urlaub fahren und etwas erleben möchten. Da ich die Chefin von der Sache bin, versuche ich schon, auch einen gewissen Bildungsauftrag zu erfüllen.
Wir sind eine Gemeinde mit 20.000 Einwohnern. Wir haben in den Sommerferien insgesammt 120 Veranstaltungen, die fast ausnahmslos von Ehrenamtlichen getragen werden (Vereine, Verbände, Einzelpersonen). Ich rechne es diesen Menschen hoch an, das sie sich wenigstens stundenweise um fremde Kinder kümmern.
Trotzdem reicht unser Angebot nicht aus. Zuviele Mütter und Väter haben ein Betreuungsbedarf, das wir selbstverständlich nicht abdecken können.

Nun meine Frage.

Was haltet ihr davon, die Sommerferien auf vier Wochen "Pflichtferien" zu reduzieren und zwei Wochen freiwillige Projektwochenarbeit in den Schulen anzubieten.
Gut, jetzt würgen mich gleich die Lehrer, wegen dieser Idee, aber ich stelle mir die Frage, wie Eltern, die beide berufstätig sind, es schaffen sollen, mit ihrem Urlaub die gesamten Ferien der Kinder abzudecken, um eine Betreuung sicher zu stellen ?
Ich stelle mir das so vor, das die Eltern vor Beginn der Sommerferien entscheiden können, ob sie ihre Kinder zur Projektwoche melden oder nicht. So besteht auch die Möglichkeit, weitere Bildung an die Kinder in Form von interessanten Projekten zu bringen, die neben den sozialen Kompetenzen z.b. auch handwerkliche Arbeiten, etc beinhalten.
Diese Projektwochen am Ende der Sommerferien sollten meiner Meinung nach freiwillig sein, aber eben auch die Möglichkeit geben, das die Eltern ihre Kinder zu einer sinnvollen, zwangloseren Beschäftigung bringen können.

Als Gegenargument könnte man natürlich sagen, das die Eltern selbst sehen müssen, wie sie die Betreuung ihrer Kinder gwährleisten. Es gibt ja auch Oma´s und Opa´s (sicher nicht in jeden Fall) und wozu muß die Mutter überhaupt arbeiten (anderes Thema). Ein weiteres Argument ist auch, das z.B. ich mit dem Ferien(s)pass mehr anbieten könnte (was nicht geht, unsere Stadt ist wie alle anderen auch, pleite, ich kann nicht für meine 760 Kinder geeignete Honorarkräfte einstellen).

Also, was denkt ihr davon?
Wie sieht es bei Euch mit den Betreuungsangeboten auf kommunaler Ebene aus? Habt ihr überhaupt solche Möglichkeiten?

Ich würde mich freuen, wenn ihr hier fleißig postet.

Steffi

 
13 Antworten:

Ich bin Lehrerin und

Antwort von KH am 02.08.2004, 20:28 Uhr

sehe die Sache zweischneidig.
Dann fällt bei mir nämlich viel an Engagement/Vorbereitung/Fortbildung weg, wenn ich nur noch 4 Wochen Ferien habe. (Und bei uns organisiere ich das Ferienprogramm).
auf der anderen Seite: Wenn tatsächlich, wie in der Diskussion ist, die Jahresarbeitszeit verlängert werden soll, dann muss auch die Schulzeit verlängert werden.
Zur Zeit bin ich dagegen, ich persönlich würde lieber eine andere Ferienwoche abgeben.

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Re: Ich bin Lehrerin und

Antwort von Steffi528 am 02.08.2004, 20:32 Uhr

Hallo,

habt ihr schon die Ganztagsschule bei Euch?
Wenn ja, dann arbeitet ihr wahrscheinlich schon mit Sportvereinen zusammen.
Es ist eh nicht möglich, mit einem Lehrer und einer Horde Kinder eine vernünftige Projektwoche zu machen, es müssten ein paar Helfer dabei sein, je nach Aufwand. Und ihr Lehrer habt den besten Überblick, was gelehrt werden könnte. Aber was ist, wenn mehr Lehrer eingestellt werden, vielleicht auch "Hilfslehrer"?

Steffi

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Re: je nachdem-bin auch gespalten

Antwort von Benedikte am 03.08.2004, 11:02 Uhr

Also, unsere Kita hat im Sommer keine Schließzeit und der Schulhort ist auch geöffnet- wenn auch teilweise in einer anderen Schule. Von daher wäre mein Bedarf, so ich welchen hätte, gedeckt.Bei uns ist es aber zum beispiel auch so, dass wir erstens selber gerne in den Ferien mit unseren Kindern verreisen und sie dann zusätzlich auf Verwandtenbesuche gehen, zumindest die im grundschulalter. Unsere Verwandten wohnen 600 km weg- und da sind die Ferien die einzig Gelegenheit.

Dann: Wenn Du Lehrer zur Beaufsichtigung der Kinder einsetzen willst, muss das irgendiwe bezahlt werden.Denn Konsens ist m.W., dass Lehrer in der unterrichtsfreien Zeit viel "sonstiges" machen, d.h., Du kannst sie nicht mal eben zusätzlich zwei Wochen beschäftigen und glauben, dass das nichts kostet. Dann musst Du woanders einsparen oder das Angebot kostenpflichtig machen- und da denke ich, zur Beaufsichtigung sind nicht Lehrer die richtigen, sondern erzieher. Und das ist oft auch so eine Sache: Nach Betreuung wird verlangt, aber nur, wenn sie nichts kostet.

Dann :Ich ärgere mich eh über die Urlaubskosten in den Sommerferien- da zahlst Du immer gleich fast das Doppelte vom Normalpreis. Wenn man jetzt die Sommerferien weiter verkürzt, wird das noch teurer.

Andererseits hast Du natürlich recht- wenn beide Eltern arbeiten und die Kinder klein sind, brauchst Du eine Betreuung. Ob das die Schule machen sol....

Benedikte

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Re: je nachdem-bin auch gespalten

Antwort von Steffi528 am 03.08.2004, 11:25 Uhr

Hallo,

das eine solche Sache nicht "umsonst" laufen kann ist klar, natürlich kostet es Geld.
Und es soll ja auch nicht Pflicht sein, zu den Projektwochen.

Bei uns z.b. gibt es keinen Schulhort, welcher diese Aufgaben übernehmen könnte.
Daher habt ihr ja schon super Voraussetzungen (wovon wir hier nur träumen können)

Wie sieht es bei Euch mit der Ganztagsschulvbersorgung aus? Wahrscheinlich auch schon besser, nicht wahr?

Viele Grüße

Steffi

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Re: wir haben ueber 3 Monate Sommerferien...

Antwort von Stephie und Mina am 03.08.2004, 12:15 Uhr

Hallo,
ich bin zwar auch Deutsch, lebe aber seit Jahren in Spanien.
Komisch, hier sind die Sommerferien ueber 3 Monate lang und keiner stellt in Frage, was mit den Kindern passiert.
Es gibt mehrere Moeglichkeiten.
Verwandte, Feriencamps (fuer die, die es bezahlen koennen) und bei den Kleinen Kindergaerten (auch nicht grad billig).
Oder die Mutter verliert halt jeden Sommer ihren Job, weil sie die Kinder hueten muss.
Da sie ja "freiwillig" kuendigt, erhaelt sie keinerlei Unterstuetzung, auch Kindergeld gibt es hier nur bis zum 3. LJ.

Das soll kein Angriff sein, aber ich finde, die 6 Wochen sollten bleiben. Nur weil es an Betreuung harpert, sollte man den Kindern nicht die Ferien kuerzen. Dann muss man sich etwas einfallen lassen, so wie in anderen Laendern.
Auch fuer sog. Patchworkfamilien, wo die Kinder mit beiden "neuen" Familien in Urlaub wollen, reichen dann die 4 Wochen nicht aus.
LG

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Re: prima Idee + Vorschlag zur günstigen Umsetzung

Antwort von marit am 03.08.2004, 12:23 Uhr

Die Idee finde ich sehr gut, denn einmal davon abgesehen, daß für Kinder 6 Wochen ohnehin eine halbe Ewigkeit ist, wäre das Angebot ja freiwillig. Es wäre also nicht verboten, statt zur Schule ins Freibad zu gehen oder gerade dann, wenn das angeboten wird in Urlaub zu fahren.

Lehrer sollten dazu aber nicht eingesetzt werden, allenfalls könnte man jeden Lehrer dieser Schule für einen Tag zur allgemeinen Aufsicht erklären, als Anlaufstelle, falls etwas versicherungsrelevantes eintritt oder ein Problem gelöst werden muß. Einen Tag kann sicher jeder abtreten. Ansonsten könnte man die Zeit prima mit Studenten der Lehrämter, Sozialpädagogik, Psychologie, Kunst, Sport etc. abdecken, die oft genug händeringend nach Praktikumsplätzen suchen. Viele Studiengänge fordern ein kostenloses Pflichtpraktikum - das könnte man ganz prima auf diese Weise nutzen - und beide Seiten hätten etwas davon. Die Studierenden könnten sich bei den Schulen mit Kursangeboten, die sie erstellt haben bewerben - und die Schüler wählen dann aus, was sie interessiert. Das könnten Radioworkshops sein, Theatergruppen, Capoeira, Aquarellmalen, es kann eine Band gegründet werden, die nach 2 Wochen Anleitung und Hilfe selbständig weitermachen kann -was auch immer.

Für uns sind die Ferienzeiten oft genug ein großes Problem, weil ich an der Uni arbeite und die vorlesungsfreie Zeit damit nicht kompatibel ist. Bei uns hört das Sommersemester erst in der ersten Augustwoche auf. Die Sommerferien beginnen aber oft schon Anfang oder Mitte Juli. Mit den Herbstferien ist es dann so, daß die gerade beginnen, wenn das Semester wieder anläuft. Da käme uns so ein Angebot sehr gelegen. Im Moment machen wir das teilweise so, daß wir eine ältere Nachbarstochter, die auch früher schonmal babygesittet hat dafür bezahlen, daß sie Louise ins Freibad begleitet, zum Glück hat sie dann an einem DLRG-Crash-Kurs teilnehmen wollen. So ist sie wenigstens unter Aufsicht. Sonst hätten wir jeden organisieren müssen (mal zu einer Freundin, mal mit zur Arbeit, etc.).

Omas fallen leider auch aus, weil die eine arbeitet um außerhalb der Saison in Urlaub fahren zu können und die andere in Urlaub IST. Ich habe noch einen sehr viel jüngeren Bruder, daher fährt meine Mutter mit ihm eben auch in den Sommerferien weg.

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Re: wir haben ueber 3 Monate Sommerferien...

Antwort von Steffi528 am 03.08.2004, 12:31 Uhr

Hallo Stephie,

ich sehe das nicht als Angriff, ich finde es aber auch interessant, wie es in Spanien läuft.
Ich schätze, es ist noch einmal eine andere, sehr kontroverse Diskursion, welche Aufgaben bei der Kinderbetreuung der Staat zu übernehmen hat und welche nicht.

Spanien hat, so viel ich weiß, aber auch die schlechtesten europäischen Geburtenzahlen, weil eben auch vielen im Argen liegt.
Ich schätze, bei Euch wäre schon so ein Ferien(s)pass eine echte Hilfe für die arbeitenen Muttis.

Die Frage ist nur, ist das gewollt und ist das Geld da.

Achtung, gleich gleite ich doch in die andere Dirskursion ab.

Viele Grüße

Steffi

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Und wer soll das Einstellen von "Hilfslehrern" bezahlen?

Antwort von KH am 03.08.2004, 12:58 Uhr

Das Ferienprogramm hat mit der Schule nichts zu tun. Es läuft zusammen mit dne Vereinen, rein auf ehrenamtlicher Basis. Und da ist es schon schwer genug, Leute zusammenzubekommen, die etwas anbieten.

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Re: Und wer soll das Einstellen von

Antwort von Steffi528 am 03.08.2004, 13:17 Uhr

Ich weiß, es ist utopisch, aber...

in einer Kelinstadt bei uns im LK wird ein ganz neuer Weg gegangen.
Dort ist die Ganztagsschule über eine Projektförderung eingeführt worden.
Der Jugendpfleger ist nicht mehr für seine alten Aufgaben zuständig, sondern koordiniert das Angebot in den Nachmittagsstunden. Teilweise haben wir das bei uns auch schon. Sportangebote werden von den Vereinen in Kooperation mit den Schulen angeboten. Die Trainerkosten werden von den Schulen bezahlt (über Fördergelder).

Ich denke, es werden in den nächsten Jahren noch genug gute und weniger gute Ideen ausprobiert.

Der Vorschlag von marit, eventuell Praktikanten (Projektpraktikas) einzubeziehen, wäre auch eine Überlegung wert.

Bei uns klappt das leider nicht, weil die Studienorte zu weit weg sind und die Leute keine Lust haben, für ein Projektpraktikum einen solch langen Weg zu nehmen.
Aber wenn es möglich ist, wäre das vielleicht auch ein weg.
Meist sind die Unis aber eh schon in Städten, die bessere Voraussetzungen bringen, als wir Kleinstädter.

Steffi

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Re: @Steffi

Antwort von marit am 03.08.2004, 14:15 Uhr

Hallo Steffi,

du darauf würde ich nicht wetten, daß sich da keiner findet. Ich könnte mir vorstellen, daß die Studenten die ihr Elternhaus im jeweiligen Dorf/Kleinstadt haben, gern ein Angebot annehmen, wo sie in ihrem alten Zuhause wohnen können. Viele Lehrämtler gehen ja auch fürs Schulpraktikum an ihre alten Schulen zurück. Und die meisten Studierenden besuchen in den Ferien eh ihre Eltern für 1-2 Wochen - da käme es doch sehr gelegen, das mit einem Praktikum zu verbinden. Wenn es Lücken gibt, könnte man auch volljährige Schüler dazu einsetzen und ihnen Praktikumsbescheinigungen ausstellen, die sie dann später verwenden können. Viele Schüler machen doch auch freiwillig Ferienfreizeiten bei kirchlichen Trägern mit - warum sollten die nicht für sowas zu gewinnen sein.

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Re: @steffi528

Antwort von Stephie und Mina am 03.08.2004, 14:25 Uhr

Danke fuer Dein verstaendnis, manchmal kann man nicht anders, um in ein anderes Thema zu rutschen.
Du hast ja auch mein Posting um die Sparbuecher gelesen, nicht?
Ich denke manchmal: Ihr muesstet mal hier leben. Es ist manchmal nicht einfach.
Der Staat gibt fuer Kinderbetreuung nicht einen Cent dazu.
Im Gegenteil: mein Kind muss aus Kostengruenden aus dem kiGa raus (mann arbeitslos, KiGa schliesst, anderer zu teuer), dafuer in die oeffentliche Schule.
Da wird neben 3 Monaten Urlaub erstmal faellig: 3 Uniformen je 47€, 140€ Material, Anmelde und Essensgebuehren.
Das ist nicht wirklich eine Hilfe.
Da lache ich ueber die, die sich beklagen, dass die Ferienpassbetreuung nicht ausreicht etc.
HAETTEN wir sie nur......
LG

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Re: @marit

Antwort von Steffi528 am 03.08.2004, 14:27 Uhr

Hallo,

so arbeite ich mit den Ferien(s)pass.
Was mir leider fehlt, und wo unsere Kleinstadt einfach zu unaktraktiv ist, sind mir die Projektpraktikanten, die über einen längeren Zeitraum ein Projekt anbieten (Jugendpflege oder sonst wo)
Ich habe es schon versucht, es will aber keiner kommen. Ich kann auch nichts bezahlen.

Meine vielen freiwilligen Helfer bekommen leider auch nur ein Dankeschön und ein Grillsteak, was mich dazu bewegt, zu sagen, das die welt nicht verloren ist, wenn so viele ehrenamtlich für eine gute sache arbeiten.

Aber Studenten der Soz.Päd oder Soz.Arb. krieg ich hier nicht her, da gibt es aktraktivere Angebote, leider

Grüße

Steffi

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Re: @stephie

Antwort von Steffi528 am 03.08.2004, 14:32 Uhr

Wir sind Kanaren-Fans, aber eher in Casa und weit weg von den Touri-Hochburgen, deshalb weiß ich von den Einheimischen dort über die Problematik.

Was auch noch ein anderes Thema ist, denn wieviele schwärmen davon, auf die Kanaren oder Balearen zu gehen und wie ach so toll das bei "Euch" in Spanien ist.
Für uns ist das aber ehrlich gesagt nichts, schon aus den Gründen, den lokalen anderen Gesetzen, der Krankenversicherung etc.

Obwohl, Urlaub machen ist da echt toll ;-)

Steffi, die zwar La Plama klasse findet, die aber nicht dort hin auswandern möchte

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