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Geschrieben von JoVi66 am 26.04.2003, 10:22 Uhr

Man möge mir verzeihen, aber es kommt noch was zum Irakkrieg.....

Gefahr eines Religionsstaates im Irak

Seit der Zerrüttung des Irakischen Regimes unter Saddam finden sich die Schiiten (immerhin 2/3 der Bevölkerung) im Aufwind. Allein die Mammutprozession nach Kerbela lässt eine weitreichende Einmischung der schiitisch dominierten Nachbarstaaten (hauptsächlich Iran) befürchten. Auch die US Regierung muss nun zusehen aus einem möglich nachfolgenden Schlamassel, das die Bildung eines "Gottesstaates" unweigerlich nach sich ziehen würde herauszukommen, da seit Saddams "politischem Ableben" die Schiiten deutlich ihren Führungsanspruch demonstriert. Im Iran HABEN sie einen Religionsstaat errichtet.

"Die USA gingen davon aus, dass es im Irak eine moslemische Führungskraft geben werde", sagte Bushs Sprecher unter Verweis auf das türkische Modell einer islamischen Demokratie. "Der Irak ist ein islamisches Land. Das ist etwas anderes als eine moslemische Diktatur, die die religiösen Unterschiede zwischen dem Menschen nicht respektiert, die nicht tolerant ist, ... die nicht auf der Basis von Recht und Gesetz und mit Offenheit regiert", sagte der Sprecher. Diese Prinzipien seien in der Türkei gewährleistet, setzte er hinzu.
Tja, in der Türkei ist dies in der Tat einigermaßen gewährleistet, aber die Türkei hat zum heutigen Zeitpunkt auch ein relativ stabiles Regierungsmodell. Aber wie sieht's im gebeutelten Irak aus? ich hoffe, das die Vereinigten Staaten (sind ja leider momentan die einzigen ausschlaggebenden Anwesenden in der Region) nicht mit dem Spruch "Die Geister die wir riefen..." resignieren müssen. Denn: die Gefahr dazu ist groß, das ein führungsloses Land wie der Irak ein gefundenes Fressen für die Vertreter eines radikalen "Gottesstaates" wird. Was das für den Rest der Bevölkerung ( 30 % "Andersgläubiger" und 100% Frauen (macht 50% der Bevölkerung!!!!!!) bedeuten könnte mag ich gar nicht überdenken.
Ein "Nein zu Amerika, Nein zum Kolonialismus" kann ich durchaus nachvollziehen, aber eine moslemische Diktatur ohne Respekt für religiöse Unterschiede fürchte ich. Denn sollte dies eintreten ,dann wird nicht nur der ureigenste Kern des Islams durch "Religionsführer" verkehrt zur Schreckensreligion, nein dann wird der im Grundsatz gute Islam pervertiert und dies trägt wieder einmal mehr dazu bei ein falsches Bild dieser Religion zu zeichnen.
Demokratischer Staat mit dem Islam als vorherrschende Religion : JA; Fanatischer Gottesstaat unter der Führung radikaler Fundamentalisten: NEIN.
G JoVi

 
13 Antworten:

Gottesstaat unter der Führung radikaler Fundamentalisten: NEIN

Antwort von Nina H. am 26.04.2003, 11:29 Uhr

das sind ja wohl alle gleicher Meinung.
Das wird schwer umzusetzen, aber einen anderen Weg darf/kann es nicht geben.

Mir ist klar, dass die Schiiten sich querstellen werden, aber das wird hoffentlich bald in Griff bekommen sein :o

Nina

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Genau, zur Not nochmal ein paar Bomben drauf, nicht wahr?

Antwort von Moni + Dana am 26.04.2003, 12:51 Uhr

54 % der irakisches Bevölkerung sind Schiiten. Wie will man also mehr als die Hälfte einer Bevölkerung "in den Griff" kriegen?????????

DIESE Frage haben hier etliche Kriegsgegener zig Mal an die Kriegsbefürworter gestellt, aber die meisten haben sich in ihren neurotischen "Ah, alles Ami-Hasser und Juden-Hasser"-Lieblingsspruch zurückgezogen, bloß keine Antwort geben. Klar, Mr. Bush, hat dazu ja auch keine konkreten Denkvorgaben gegeben.

Was jetzt noch alles folgen wird, DAS IST ES, was ich von Anbeginn befürchtet habe! Und Germi hat es ein paar Mal sehr schön aufgeführt, dass der Demokratisierungsquatsch ein absolut sinnloses Unterfangen ist. Aber auch hierzu wollte sich keiner äußern.

Das irakische Volk wird sich bestimmt noch vielmals bedanken für die bevorstehenden Bürgerkriege!

Und bevor jetzt wieder die Lieblinsleier runtergerasselt wird: Saddam ist und bleibt Dreck, aber was jetzt kommt ist keinen Deut besser, sondern wird noch viel mehr Gewalt mit sich ziehen!

Es ist nach wie vor die Weitsicht, die ich vermisse.

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Re: Genau, zur Not nochmal ein paar Bomben drauf, nicht wahr, na, ja......

Antwort von JoVi66 am 26.04.2003, 13:04 Uhr

Wenn du wirklich alle Beiträge gelesen hätest, wüsstes du, das ich ein absoluter Kriegsgegner war/bin und ständig geunkt habe was passiert dannach! Aber jetzt ist die Situation halt mal so wie sie ist man muss das Beste daraus machen und(!!!!) auch früh genug reagieren. Jetzt muss halt leider "Nochschlimmeres angeprangert werden. Auf die Fundamentalistengefahr habe ich ständig hingewiesen. Ich bin kein Bush und Co Fan, aber die haben es nun mal zur Zeit als einzige in der Hand in der Nahostregion.
G JoVi

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Re: und P.S.: Saddam war ein Scheißkerl o.t.

Antwort von JoVi66 am 26.04.2003, 13:08 Uhr

.

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Das war auch gar nicht für dich bestimmt,

Antwort von Moni + Dana am 26.04.2003, 13:17 Uhr

sondern geht an die Adresse derer, die sich ausnahmlos für einen Krieg ausgesprochen haben.
Denn die müssen auch das befürworten, was jetzt kommt!

Wer sich jetzt hinter dem Vorwand "Das habe ich so nicht gewollt und auch nicht verstanden" versteckt, ist unglaubwürdig.

Viele haben diese Bedenken geäußert, aber niemand wollte sich damit auseinandersetzen.

Wer allerdings geglaubt hat, dass nach dem Beenden der Bombadierung der Irak plötzlich seine Religion über Board wirft und überall nur noch das Stars and Stripes-Fähnchen wedelt, der hat schon ein ehebliches Manko in der Hirnregion.

Und wer auch noch glaubt, nur weil Bush den Sieg und damit das Ende des Krieges erklärt, sei alles vorbei und damit auch quasi gut, dem kann eh keiner mehr helfen.

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Re: Genau, zur Not nochmal ein paar Bomben drauf, nicht wahr, na, ja......

Antwort von Kerstin Nie. am 26.04.2003, 13:21 Uhr

Hallo!

Klar, wer in ein Wespennest stochert, braucht sich über das anschließende Chaos nicht zu wundern.
Nun sind wir aber schon einen Punkt weiter und können das Geschehene nicht mehr rückgängig machen. Weder Nina noch sonst wer aus diesem Forum kann irgendetwas dafür, daß es so weit gekommen ist.
Sie sagt lediglich ihre Meinung und die wird ja noch gestattet sein :-).
Also, schüttelt euch die Hände und gut ist!
Im Prinzip können wir nur abwarten.
Ich weiß z.B. das die Türkei auch nicht begeistert wäre, wenn die Kurden an die Macht kämen- wer soll denn nun an die Macht dort?
Es müßten im Prinzip aus allen religiösen Parteien Vertreter gewählt werden, wie bei uns.
ABER!!! Ist das dort überhaupt längerfristig durchzuführen? Überlegt mal: Jahrzehntelang herrschte dort unten die Religion und das soll sich auf einmal ändern?
Ich kann es mir im Moment noch nicht vorstellen, daß das klappt, zumindest nicht so schnell.
Ich denke, da wird es noch einige Aufstände geben.
Um den Kritikern vorzubeugen: ich weiß, daß auch in unserem Land Religionskrieg herrschte und teilweise gibt es auch heute noch versessene...

Ciao, Kerstin!

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Re: Hände schüttel :-) an Moni

Antwort von JoVi66 am 26.04.2003, 14:02 Uhr

.....aber es wäre halt super, wenn es im Irak bei der Regierungsbildung einigermaßen moderat abginge, und genau wie Kerstin sagt: die Situation ist jetzt halt mal so. Also das Beste draus machen
Gruß Johanna

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die türkei ist auch kein ideales vorbild - zumindest für muslime, die ihren glauben praktizieren wollen...mt.

Antwort von Serra am 26.04.2003, 14:46 Uhr

hallo,

es gibt vieeeel zu viel zu schreiben zu diesem thema aber vorab nur das: die moscheen werden dort meistens(in der türkei)nur zum mittagsgebet bzw. zum freitagsgebet geöffnet und sind die meiste zeit "geschlossen".(pflichtgebete 5 mal am tag)

das gebet zusammen zu verrichten ist etwas ganz besonderes im islam, wird sehr gelobt aber dazu kommen die menschen gar nicht - jeder betet zu hause alleine vor sich hin- im gebet stehen menschen jeden ranges nebeneinander, egal ob bettler oder kanzler --> ein ganz toller sozialer aspekt ist das gemeinschaftliche beten auch, aber dazu kommen die menschen gar nicht.

im koran ist nun mal vorgesehen, daß die frau bedeckt sein sollte (warum?wieso?weshalb? ist ein thema für sich, daher nicht all zu viel dazu) aber man darf dort nicht mit tuch zur uni oder so.

viele wurden von der unis verwiesen und exmatrikuliert und haben trotz bestandener diplomarbeiten, staatsexamen...etc. nie ihr diplom erhalten.

hier an deutschen universitäten sieht man ja immer wieder junge muslimische studentinnen, egal welcher studiengang, ob medizin, pharmazie....

hier, in d möglich, in der türkei leider nicht.

zu trauerfeiern von gefallenen soldaten kamen oft mütter an, um die für sie (bzw. ihre gefallenen söhne)ausgezeichneten orden abzuholen - vielen wurde der zutritt verweigert aufgrund der kopfbedeckung.

also, ích glaube, daß im moment nirgendwo auf der erde ein muslimisches land richtig muslimisch regiert wird.

entweder so wie in der türkei, oder so extrem wie im iran....

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Re: die Religion sollte sich aus der Politik raushalten

Antwort von Sina2 am 26.04.2003, 15:21 Uhr

Na ja , man muss halt Abstriche machen.Ein Land "im Glauben" zu regieren halte ich eh nicht für gut. Ich meine Deutschland wird ja auch nicht "katholisch/evangelisch regiert". Gott sei dank. Das ist Politik und die Religion soll sich da auch raushalten sonst kommt es doch nur zu überschwappenden Emotionen. Das ganze amerikanische "Baptistengequatsche", das "Pseudochristliche" Gezeter mancher deutschen Partei und der Fundamentalistenquark hat auf dem politischen Parket nichts verloren. Und seinen Glauben praktizieren kann man daheim auch wenn man es ehrlich meint.
lG Sina

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An Sina!

Antwort von Kerstin Nie. am 26.04.2003, 22:52 Uhr

Hallo!

Das wäre wirklich wünschenswert, aber die Religionen sind dort noch so stark verankert, daß es schier unmöglich ist, eine Religionsunabhängige Partei zu gründen.
Bleibt nur noch die Hoffnung, daß die Parteien untereinander friedliche Lösungen finden.
Bei Wahlen sieht es aber wieder etwas anders aus: 2/3 der Bevölkerung sind Schiieten, wenn also gewählt wird...
Aber es hat ja auch niemand von einer leichten Aufgabe gesprochen und die Suppe ist nun gekocht und muß nun auch gegessen werden...

Ciao, Kerstin!

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Re: Hat's Amerika im "Kreuz" einen weiteren " Mullahstaat" zu verhindern?

Antwort von JoVi66 am 27.04.2003, 9:14 Uhr

Es wäre in der Tat wünschenswert, aber wie Kerstin eben sagt: wir haben halt mal 2/3 Schiiten im Irak. Doch ist das in meinen Augen auch kein Grund, der neuen Regierung im Irak eine religiös-fanatische Richtung zu verpassen. Meiner Meinung sind nicht die Glaubensrichtungen des Islams ( Schiiten, Sunniten, und diverse Splittergruppierungen dieser Glaubensentwicklungen) das Problem, sondern die Anwendung der Religion auf die Politik. Saddam war Sunnit: die Sunniten in ihrer "Reinausprägung" sind in keinster Weise den Schiiten an Glaubensgrundsätzen zurückstehen, sie sind in einigen Dingen, was Riten, Rechtsauslegungen z.B. in der Anwendung/Auslegung des Hadiths angeht sogar fanatischer anzusehen als die Schiiten. Nur: durch die jahrzehnte lange Unterdrückung dieser Glaubensgruppierung im Irak entsteht momentan förmlich ein schiitischer "Introdus", den die Religionsführer geschickt für ihre Ziele der Machtausbreitung nutzen könnten. Das allerdings sollte verhindert werden, denn sonst ereignet sich im Irak bald nichts anderes als sich 1979 im Iran nach der Flucht der Pahlewis formiert hat : Eine mullah-gesteuerte Regierung- nicht gerade zum Vorteil der "Restbevölkerung" (u.a. Frauen). Den jede Religion, die zu weit von ihrer eigentlichen spirituellen Ebene entfernt ist gereicht der Bevölkerung nicht gerade zum Nutzen. Wenn Religion anfängt sich in der Politik breit zu machen und letztendlich Politik wird, dann kann das nicht im "Sinne des Erfinders" liegen. Ein Staatsführer, der seine Legitimation IN GOTT sieht und dies anderen (seiner Herde) vermitteln will ist in meinen Augen nicht besser als ein absolutistischer Herrscher ( "L' etat c' est moi" bringt die Menschheit nicht weiter, sondern höchstens zurück ins Mittelalter). Also: nicht die Schiiten, Sunniten etc. per se wären schuld an einer möglichen Misere, sondern die "Volkshetzer" wie sie sich auch immer bezeichnen mögen ( etwa Demagogen wie Hitler, die die Massen auf ihre Seite zu ziehen wissen, kann auch ein fanatischer Talibanführer oder fanatischer Mullah sein) die ihre Schäfchen dazu missbrauchen in ihrer Person einen von Gott legitimierten Volksführer zu sehen.. Ein äußerst heikles Thema momentan in der Region, das eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl erfordert. Ich hoffe inständig, das Bush und Co. soviel Einfühlungsvermögen ( und bitteschön Berater mit dem nötigen Feingefühl für die Menschen im Irak) besitzen damit die Menschen dort nicht die Notwendigkeit sehen solchen Volksverhetzern (vom Range eines Ayatollah Komeini oder noch schlimmer eines Osama bin Laden) zu folgen.
Sonst dürften solche Fanatischen Anhänger (Bsp. des 17 jährigen libanesischen Schiitenanhängers der nichts dümmeres zu tun weiß als einen Bremer Bus zu entführen. Der arme Junge ist sich doch dessen was er tut gar nicht bewusst) Oberhand gewinnen, zum Nachteil der gesamten muslimischen Welt, den jeder zeigt dann automatisch mit dem Finger und sagt, er habe es eh' gleich gewusst, der Islam, ja ja ! Den genauso entstehen schlimme Vorurteile. Gebt den Fanatikern dieser Welt keine Chance.
Ciao JoVi

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noch liberaler gehts wohl nicht?

Antwort von Nina H. am 27.04.2003, 14:14 Uhr

"Der arme Junge ist sich doch dessen was er tut gar nicht bewusst"

Sorry, aber das konnt ich mir nicht verkneifen ;o)

Nina

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Re: noch liberaler gehts wohl nicht?

Antwort von JoVi66 am 27.04.2003, 18:16 Uhr

Na ja als liberal gelte ich gerade nicht :-), war auch eher so gemeint, das dieser 17 Jährige ein hoffnungslos verblendeter (und typisch verblödeter) Mitläufer ist, der eigentlich am Kern der Sache total vorbeischleift.
Gruß Johanna

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