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Geschrieben von Nurit am 08.02.2006, 19:27 Uhr

Kinder selbst unterrichten???

Das stand heute bei uns im Abendblatt:

http://www.abendblatt.de/daten/2006/02/08/531524.html

Man kann sich ja schon denken, wie das gerichtlich ausgeht. Trotzdem tun mir die Eltern etwas leid, denn sie werden wahrscheinlich nicht begreifen, warum ihre gute Vorsätze und ihr engagiertes Kümmern falsch ist. Ich finde es irgendwie tragisch...

LG,
Kathrin

 
11 Antworten:

ui wie nett,

Antwort von ninas59 am 08.02.2006, 20:01 Uhr

die neue Rapp/Kellyfamily lässt grüßen ;-)

Das gab es schon in den 70ern, Familie Ackermann hat sich dem fortschrittlichen Leben entsagt, sind in die Berge gezogen und haben ihre Kinder selbst erzogen. Allerdings waren beide Lehrer.
(ich wüsste zu gerne, was die KInder jetzt machen)

Bekannte von mir haben ihre 3 Kinder ein halbes Jahr von der Schulpflicht befreien lassen, und selber den Unterricht übernommen. Beide sind Theologen.

Es ist gar nicht mal unmöglich die Kinder selber zu unterrichten, wenn die Eltern die Qualifikation besitzen steht ihnen das Recht weniger im Wege als erwartet.

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Re: Na, ja, ...

Antwort von JoVi66 am 08.02.2006, 21:07 Uhr

... wenn die Eltern qualifiziert sind, was heißt das schon? Ich denke mal wenn die Behörden einmal pro Jahr verlangen würden, bestimmte Examina müssten von den Kindern bestanden werden, und wenn dies auch klappt, dann von mir aus. Aber so wie ich das gelesen habe sind diese Eltern zwar lieb und nett aber extrem einfältig. Schauen wir den Kanninchen beim ra..eln zu und dann wissen sie schon wie es geht. Erinnert mich an Monty Python, wo John Cleese den Lehrer spielt und im Bio Unterricht mit seiner FRau vö.... . Keinen der Jugendlicheninteressiert es und sie werfen Papierflieger.

Anderes Thema.
Es gibt Leute, besonders religiöse Gruppen, die sich auch dem Schulsystem ( das zwar nicht das beste ist , aber immerhin ein System hat) entziehen ( oder besser ihre Kinder. Das dies zum Wohle der Kinder ist wage ich zu bezweifeln. Wie sollen die in ihrem späteren Leben einmal klar kommen?

Neulich kam so etwasd ähnliches im Fernsehen. Da war eine Familie mit einem 8 j Sohn. Die sind echt in eine Waldhütte gezogen ohne Strom, ohne alles eigentlich. Der Vater ist einmal im Monat zig Km gefahren und hat die Grundnahrungsmittel eingekauft und die Mutter hat zuhause überm Feuer gekocht und die Wäsche im nahen Bächlein gewaschen. Der Unterricht des Jungen bestand nur aus Narturkunde. Klar, er konnte eine Rohrdommel am gepfeife von einer Spinatwachtel unterscheiden, aber lesen stand zum Beispiel nicht auf dem stundenplan, denn der Vater meinte es gabe zu viel Schundliteratur, damit der Bub erst gar nicht in Versuchung kommt.
Das einzige was sie im beigebracht haben war Kopfrechnen und Schnitzen. Diese Schnitzereien hat der Vater dann bei seinem monatlichen Ausflug in die nächste Stadt verkauft und vom Erlös die Lebensmittel erstanden. Ach was ich vergaß, das ganze natürlich mit einem Pferdegespann. Ich glaube nicht einmal die "Amish people" in Utah treiben es so heftig.
Gruß Johanna

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Re: Na, ja, ...

Antwort von ninas59 am 08.02.2006, 21:33 Uhr

und die Amish People haben wenigstens noch Gesellschaft.

Es ist schon manchmal bei den orthodoxen Juden schwierig sich in die "normale" Gesellschaft zu integrieren. In Falle dieses Waldschraads ist es für das Kind unmöglich.

Ich finde es ziemlich übel einem heranwachsenden Menschen seine eigenen Lebenseinstellung dermaßen aufzuzwingen.
Die Kinder aus dem Kinderladen der 60er hatten wenigstens die Chance ein "normal angepasstes Leben" zu sehen. (was daraus geworden ist ist inzwischen ja bekannt ;-))

Ich glaube die Gründe und die Vorraussetzungen sind wichtig, Kinder von der Schulpflicht freigesprochen werden.

Unglaublich aber wahr, ich kenne einen Mann, der seit der 4. Klasse keine Schule mehr besucht hat. Aber nicht, weil seine Eltern alternative Unterrichtsmethoden bevorzugt haben, sondern seine alkoholkranke Mutter hatte schlichtweg vergessen ihn am Gymnasium anzumelden.

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Was mich auch daran wundert...

Antwort von susu3 am 08.02.2006, 21:45 Uhr

....
Erstmal Hallo Ihr Lieben !

Also: ich habe das natürlich auch in der Lokalpresse verfolgt. Ich frage mich, wie man es tatsächlich glaubt, in einer Großstadt, und dort leben die nun einmal (noch dazu die Großstadt mit der Reeperbahn....), seine Kinder vor "allem Bösen" (wer definiert das denn nun wieder), beschützen zu können.

Anfangs ging durch die Presse, der Vater wolle nicht, dass die Kinder mit "Scheidungskindern" zu tun haben. Ok. Davon gibt es hier in HH viele. Auch auf den besten Schulen. Er hat das inzwischen widerrufen. Aber wenn ich die Aussage mit den Kaninchen lese, frage ich mich, ob der Widerruf wohl so richtig war. Wie kann man so weltfremd sein ?

Ich frage mich auch, wie diese Kinder später in die Gesellschaft integriert werden sollen. Auf diese Frage (das Paar hat 5 Töchter und einen Sohn) antwortete die Mutter nur: die Mädchen werden Hausfrau und Mutter sein, das wäre ihre natürliche Bestimmung....

Und spätestens da hört für mich jedes Verständnis auf !!!!

LG
Susu

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Re: Was mich auch daran wundert...

Antwort von Nurit am 08.02.2006, 22:02 Uhr

@ninas: ich komme aus einer orthodoxen jüdischen Familie und bin super integriert, oder hast Du einen anderen Eindruck ;-))?

Zu der Hamburger Familie muss ich sagen, das ich einfach den Eindruck habe, dass diese Menschen besonders naiv und weltfremd sind. Was soll bloß aus den Kindern werden?

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Re: Was mich auch daran wundert...

Antwort von susu3 am 08.02.2006, 22:14 Uhr

Das frage ich mich auch ! Ich glaube, selbst die Amish sind inzwischen realistischer...

Heute erschienen in der Presse die Bilder mit dem Bollerwagen, mit dem die Familie bei Gericht erschienen sind. Voll mit Schulbüchern und Spielzeug; um zu beweisen, dass die Kinder gefördert und unterrichtet werden.

Wie kann man glauben, seine Kinder zuverlässig vor schädlichen Einflüssen schützen zu können ?

Ich verstehe es nicht. Ich möchte unsere Tochter auch vor ganz Vielem beschützen. In erster Linie vor Enttäuschungen aller Art. Aber ich weiß wenigstens, dass mir das nicht gelingen wird.

Bin gespannt, wie das ausgeht !

LG
Susu

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nein ... ..

Antwort von ninas59 am 08.02.2006, 22:15 Uhr

Volltreffer, n mein bevorurteiltes Halbwissen ;-)

Orthodox war der wohl somit eindeutig der absolut falsche Begriff ;-)

hat auch nichts mit Judentum an sich zu tun, sondern eher mit abgekapselten Glaubensgemeinschaften. Die gibt es unter Anderem auch unter Juden?

Es war die einzige in der westlichen Welt vertraute Religion die mir jetzt einfiel, bei der abgekapselte Lebensgemeinschaften existieren.

Aber danke, dass du es mir so leicht machst meinen Fauxpaux zu rechtfertigen. (findet man selten)

Ich habe das aus der Presse.
Nun meine Frage an dich. Gibt es diese abgekapselten jüdischen Lebensgemeinschaften?

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Re: @ninas

Antwort von Nurit am 08.02.2006, 22:27 Uhr

..ja: die ultraorthodoxen Juden-das die, die in Jerusalem ihren eigenen Stadtteil haben (Mea Shearim). Ich bin erstaunt und erschrocken gewesen, als ich das in Israel erlebt habe, da scheint sie Zeit stillzustehen. Wenn Du mal irgendwie die Gelegenheit hast, den Film *Kadosh* zu sehen; das lohnt sich wirklich: Da wird z.B. beschrieben, dass ein Mann sich von seiner Frau schieden lassen sollte, wenn die Ehe kinderlos bleibt; die Frau darf nicht mal medizinisch feststellen lassen, ob es überhaupt an ihr liegt...

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Re: @ninas

Antwort von ninas59 am 08.02.2006, 22:32 Uhr

dann war ich nicht so verkehrt, ausser mit meiner Bezeichung.
Ich weiss, weil ein Freund sich angeschlossen hat, dass es solche abgeschlossenen Lebensgemeinschaften in christlicher Form gibt, aber davon weiss kaum jemand sonst.

Tja, leider findet man so etwas in allen Religionsgemeinschaften.
Aber trotzdem muss ich wirklich nochmal anmerken. Ich glaube, ich bin noch nie jemandem aus Naivität so auf dem Schlips getreten wie dir, und deine Reaktion ist einfach nur so, wie ich mir Gesprächspartner wünsche. Danke nochmal :-)

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oh mein Gott!!! Was war DAS denn???

Antwort von ninas59 am 08.02.2006, 22:53 Uhr

dann war ich nicht so verkehrt, ausser... mit meiner Bezeichnung "Orthodox".
Ich weiss, dass es solche abgeschlossenen Lebensgemeinschaften sogar im christlichen Glauben existieren (einer meiner Freunde hat sich solch einer Gemeinschaft angeschlossen ), aber mit dieser extrem praktizierten Lebensform werden wenige konfrontiert, daher ist sie relativ unbekannt.

Tja, leider findet man solche Abkapselungen in allen Religionsgemeinschaften.
Aber trotzdem muss ich wirklich nochmal anmerken. Ich glaube, ich bin noch nie jemandem aus Naivität so auf dem Schlips getreten wie dir, und deine Reaktion ist einfach nur so, wie ich mir Gesprächspartner wünsche. Danke nochmal :-)

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Re: ninas

Antwort von Nurit am 08.02.2006, 23:12 Uhr

...nein, so verkehrt hast Du ja nicht gelegen und Du bist mir auch nicht auf den Schlips getreten, weil ich nicht vernünftigerweise voraussetzen kann, dass dieser Unterschied allgemein bekannt ist.

Eine Gute Nacht wünscht

Kathrin

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