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Geschrieben von marit am 04.05.2005, 10:20 Uhr

einkommensabhängiges Elterngeld

steht wieder auf der Agenda. Was haltet ihr davon?

 
17 Antworten:

hab grad nen Durchhänger ! :-)

Antwort von Schwoba-Papa am 04.05.2005, 10:29 Uhr

was soll das sein ? Je mehr Papa verdient, desto weniger Kindergeld ?

Grüßle

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Re: einkommensabhängiges Elterngeld

Antwort von Murmeline am 04.05.2005, 10:35 Uhr

Was würde das bedeuten? Sagen wir mal, ich bekäme ein 3. Kind und ginge in Elternzeit - bekäme ich dann z. B. meine A 12 (zumindest größtenteils) weiterbezahlt? Wäre traumhaft, aber kann ich mir kaum vorstellen?!? Wer soll das bezahlen? Denn es gibt doch sicher etliche potentielle Mütter, die wesentlich besser verdienen als ich z. B....
LG Murmeline

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Re: einkommensabhängiges Elterngeld

Antwort von marit am 04.05.2005, 10:51 Uhr

Die Überlegung ist die, die bezahlte Erziehungszeit auf ein Jahr zu beschränken, diese dann aber analog zu einer einjährigen Arbeitslosigkeit zu behandeln. Gezahlt werden sollen dann 70 % des letztes Nettoeinkommens.

Ich finde diese Option prima (im Sinne der Gleichberechtigung von Männern und Frauen, der Würdigung unterschiedlicher Lebensmodelle...), mir ist aber auch klar, daß sie gewissen sozialen Sprengstoff birgt.

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Re: einkommensabhängiges Elterngeld

Antwort von Murmeline am 04.05.2005, 11:02 Uhr

Das wären ja geradezu paradiesische Zustände - 1 Jahr lang 70 % vom Netto und danach (was auch noch einzuführen wäre;-) flächendeckende Versorgung mit Ganztags-Betreuungsplätzen! Natürlich zeitlich flexibel, so dass man auch ohne Termindruck im Kopf auf abendliche Sitzungen etc. gehen kann *träum*
Aber wer soll das bezahlen...schon Leutchen in meiner Gehaltsklasse kriegen ja jetzt schon kein Erziehungsgeld mehr...
LG Murmeline

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Re: einkommensabhängiges Elterngeld

Antwort von Schwoba-Papa am 04.05.2005, 11:52 Uhr

gut, wir kriegen gerade gar nix außer Kindergeld ! Deswegen wäre es schon ein Schritt nach vorne und so schlecht hat meine Frau auch nicht verdient. :-)
Aber das Jahr ist schnell vorbei ! Und dann ? Dann werden die Mütter zu "richtigen" Arbeitslosen und haben weiter das Problem der Unterbringung der Kinder um arbeiten zu können !

Also ich sehe da wirklich nicht den tieferen Sinn !

Grüßle

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Re: einkommensabhängiges Elterngeld

Antwort von Murmeline am 04.05.2005, 12:05 Uhr

*zustimm* in jedem Falle ist die garantierte Ganztagsbetreuung wichtiger, denke ich! Wenn ich einen guten Betreuungsplatz habe und mein Kind in guten Händen weiß (und den ich am besten in voller Höhe von der Steuer absetzen kann;-) dann kann ich mir mein Geld selbst verdienen!
LG Murmeline

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Re: einkommensabhängiges Elterngeld

Antwort von marit am 04.05.2005, 12:51 Uhr

Das stimmt zwar, aber es wär doch ein erster Schritt in die reale Situation von berufstätigen Müttern. Finanziert würde das zum Teil dadurch, daß die Dauer der Elternzeit damit beschränkt wird. Natürlich steigt dadurch auch wieder der Bedarf an Ganztagsbetreuungsplätzen, aber da die Mütter dann nicht mehr so leicht beruflich abschmieren würden, könnten sie sich eine Tagesmutter oder Kita so ja auch leichter leisten.

Übrigens ist es auch ein Karrieremotivatior: ein Anreiz, erst mal ordentlich im Beruf zu stehen, bevor man ein Kind bekommt. Es lohnt sich bei so einem Modell auch für Geringverdiener eher,z.B. eine Ausblidung abzuschließen und nicht den bequemen Weg über eine kurzfristige Besserstellung durch das jetzige Erziehungsgeld zu wählen. Abgesehen davon würden so sicher viel mehr Männer die Elternzeit nehmen.

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neee, büdde nicht

Antwort von 32+4 am 04.05.2005, 13:14 Uhr

ansich ist die überklegung ja nicht schlecht.
gut ich hätte nix davon, da ich krankheitsbedingt vom beginn meiner SS krankgeschrieben wurde. also wäre das elterngeld so viel wie jetzt.
komme aus ostberlin und kenne somit die gute kinderbetreuung, damit auch mütter schnell wieder in ihren job zurückkehren konnten.
gut auch hier im ländlichen wäre ich nach der elternzeit durch wegrationalisierung von arbeitplätzen eh arbeitslos.
hinzukommt, daß ich mir die betreuung des kindes gar nicht leisten könnte als zweitfrau.
was ist, wenn das kind aber pflege benötigt? sind die kitas daruf eingestellt??? mein sohn braucht wegen seiner frühgeburt täglich physiotherapie....

so jetzt aber das eigentliche problem, weshalb mein betreff so ausgewählt wurde.

elternzeit auf ein jahr verkürzen???? hilfe, ich habe mich mitlerweile als richtige glucke entwickelt *lach* ein jahr ist mir viiiiiel zu kurz!!!!!!!

lg, sandra

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Graue Theorie

Antwort von Schwoba-Papa am 04.05.2005, 13:45 Uhr

Warum sollten Männer deswegen Elternzeit nehmen ? Weil sie dann 1 Jahr 70 % vom ihrem bisherigen Netto bekommen während ihre Frau als Vorstandsvorsitzende voll weiterarbeiten kann !

Marit, ich bin der festen Überzeugung das die Männer i.d.R nicht wegen des Einkommens, sondern wegen der dadurch sinkenden Karrierechancen keine Elternzeit nehmen. Und das wird bei Reduzierung auf 1 Jahr nicht besser.

Bei einer Reduzierung der Elternzeit sollten dann auch genügend adäquate Stellen vorhanden sein, sonst schlüpfen die Frauen ganz schnell in die Arbeitslosenstatistik !

Grüßle

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Re: Graue Theorie

Antwort von Murmeline am 04.05.2005, 13:51 Uhr

@Schwoba: seh'ich leider genauso:-( ich kenne etliche Ehepaare, wo die Frau vor der Elternzeit MEHR als der Mann verdient hat und/oder mehr berufliche Sicherheit hatte (z. B. im öffentlichen Dienst) - trotzdem ging nur der Mann weiter arbeiten !?! Ich kenne eine Beamtin, die wegen Geburt des Kindes den Dienst quittierte, der Mann war Malergeselle. Nun ist er Frührentner und sie arbeitssuchend - na toll:-(
LG Murmeline

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Re: Graue Theorie

Antwort von marit am 04.05.2005, 15:14 Uhr

Aber das ist es doch gerade schwoba, Männer nehmen aus Angst um die Karriere keine Elternzeit - und in der Konsequnz kriegen dann FRAUEN mit Karriereambitionen erst gar keine Kinder!!! Männer, die sagen, schon 1 Jahr Abwesenheit schadeten ihrer Karriere, werden dabei ernstgenommen, Frauen in der Regel nicht.

Wie auch immer. Das Modell kommt doch z.B. all jenen zugute, die erst dabei sind, ihre Karriere ans Laufen zu bringen, während der Partner schon eine ordentlich bezahlte Stelle hat. Dann wäre es eben nicht mehr selbstverständlich, daß der unterbricht, der weniger verdient- sondern er kann sich auch auszahlen, daß der aussteigt, der mehr verdient. Und das wäre im Zuge der gender-politics derzeit wünschenswert. Elternzeit muß ja auch nicht heißen, daß man sich am Arbeitsplatz gar nicht mehr sehen läßt - man kann ja auch ein Teilzeitmodell wählen. Auf jeden Fall ist das Modell für alle Karriere- seien es jetzt die von Männern oder die von Frauen, eine bessere Alternative als das jetzige. Und auch für diejenigen, die beruflich nicht mehr unbedingt weiterwollen ist es eine bessere alternative. Einzig denen schadet es, die zuvor gar nicht berufstätig waren!

Und daß jetzt die Arbeitslosenstatistik als Argument herhalten muß, finde ich gerade von deiner Seite schwach. Der Arbeitsmarkt ist doch keine knappe "Ressource" sondern eher ein Motor. Jeder Mensch in Arbeit, jedes etwas höhere Einkommen, zieht weitere Arbeitsplätze nach sich.

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@Murmeline

Antwort von marit am 04.05.2005, 15:16 Uhr

oje,

aber auf Paare, die SO dämlich sind, muß der Staat doch bezüglich seiner Regelungen keine Rücksicht nehmen, oder? Also da hab ich echt kein Mitleid mehr.

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Ja Marit - das seh ich auch so...

Antwort von Baufrau am 04.05.2005, 15:29 Uhr

...lass mich mal ein bissel weiter spinnen. Diejenigen, die nicht in Lohn und Brot sind und Kiddies kriegen stehn durch das Erziehungsgeld noch recht gut da, diejenigen die vorher einen Job hatten, bekommen (bei normalem Gehalt) nichts und werden deshalb zusehen, so schnell wie möglich wieder in den Job zu kommen. Also ich seh das auch positiv! Da wäre allerdings noch der "Müttermythos" der sich mehr als hartnäckig in Deutschland hält: Rabenmutter, die nach einem Jahr wieder arbeiten geht und sich nicht komplette 3 Jahre um die "Pflege" der Kiddies kümmert und gern mal 3 Jahre zu Hause bleibt (ob der Job dann noch da ist oder nicht - Hauptsache Kind wird nicht "fremdbetreut")...siehe die verschiedenen Diskussionen.
Viele Grüsse

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Re: Ja Marit - das seh ich auch so...

Antwort von Schwoba-Papa am 04.05.2005, 15:57 Uhr

aber warten den die Mütter die aus finanziellen Gründen oder aus Karrieregründen wieder arbeiten müsen/wollen wirklich 1 Jahr ab oder wie jetzt die 3 Jahre ?

Was passiert eigentlich dann mit denen die nicht in Lohn und Brot sind und Kiddies kriegen ? Die gehen leer aus ?

Grüßle

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Re: @Marit: zustimm!!!....o.w.T.

Antwort von Murmeline am 04.05.2005, 16:05 Uhr

o.T.

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Re:

Antwort von marit am 05.05.2005, 11:20 Uhr

so wie ich das verstanden habe, bekommen die halt das Kindergeld und dort, wo es nötig isdt Sozialhilfe. Die kurzfristige Besserstellung von Sozialhilfeempfängern durch das Kindergeld fiele also weg. Abgesehen davon: Paare mit traditioneller Rollenteilung, in denen einer gar nicht mehr berufstätig ist und sein will bekommen ja weiterhin Unterstützung: in Form von Ehesplitting und Familienkrankenversicherung. Da käme dann aber eben nicht noch mehr hinzu. Aber natürlich würde auch diese Gruppe von besseren Betreuungsplätzen profitieren.

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Re: einkommensabhängiges Elterngeld

Antwort von krissie am 05.05.2005, 15:00 Uhr

Ich verstehe den Gedankengang, der dahinter steckt. Allerdings sehe ich einige Probleme.
- grundsätzlich: warum ist es weniger wert, wenn eine geringverdienende Frau sich tag und Nacht um ihr Kind kümmert als wenn es eine gutverdienende Frau tut? Das macht nur Sinn, wenn ich das Elterngeld nicht als Anerkennung der Kindererziehung sehe sondern eben als so eine Art Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Kindererziehung ist dann im Prinzip weiter unbezahlte Arbeit.
- Es kann durchaus biologisch gesehen (aber auch davon ab) sinnvoll sein, seine Kinder relativ früh zu bekommen, wenn man noch nicht so gut verdient oder noch in der Ausbildung ist. Auch diese Familien verdienen Unterstützung, und klar, hier ist es besonders wichtig, dass Kinder nicht zur Karrierefalle werden. Aber es ist m.E. nicht sinnvoll, jetzt besonders zu unterstützen, dass Frauen erst ewig lange in Ausbildung, Karriereeinstieg etc. Zeit investieren und das Kinderkriegen verschieben.
- was ist mit Freiberuflern, Studentinnen,....? Fallen die weiter durch alle sozialen Netze bzw. treffen es noch schlimmer, wenn es nicht mal mehr ERziehungsgeld in jeder Lebenslage gibt?
- dieses Elterngeld wird m.E. nicht dazu führen, dass wirklich sehr viel mehr Kinder geboren werden. Dieses eine Jahr Verdienstausfall hält Paare vermutlich eher selten vom Kinderkriegen ab. Eher wird es sein: Was ist nach dem Jahr? Ist der Job, die Position damit für immer flöten? Bzw. will ich nach einem jahr wieder in den Job? Wohin dann mit dem Kind? Was, wenn das Kind da nicht "mitspielt"? Wie geht es sonst in Zukunft finanziell weiter?
- Männer werden auch mit diesem Elterngeld nicht häufiger Erziehungsurlaub nehmen als jetzt, denke ich.

Also, ich persönlich würde meine Entscheidung nicht davon abhängig machen, da ich in der finanziellen Überbrückung eines Jahres nicht das Hauptproblem sehe. Ich fände wichtiger: Wirklich qualitativ hochwertiger Ausbau des Betreungsnetzes. Günstigere Betreuung für Kleinkinder. Volle steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuung. Höherer Freibetrag für Kinder (orientiert an den tatsächlichen Kosten!) und damit höheres Kindergeld für geringer Verdienende.
Und eigentlich favorisiere ich ein vom Einkommen unabhängiges Betreuungsgehalt, Erziehungsgeld oder was auch immer.
Ferner: Eine Arbeitswelt, die ARbeitnehmer mit Kindern als Gewinn ansieht und in der verschiedenste Teilzeitmodelle möglich sind, bei Männern und Frauen.

In der Zeit war ja jetzt ein Artikel über die Kinderlosigkeit in Deutschland und ihre Ursachen. Da wurde darauf hingewiesen, dass es drei "Typen" von Frauen (und zwei von Männern) gibt: Frauen, die sich wünschen, Mütter und Hausfrauen zu sein, Frauen, die in erster Linie an der Weiterverfolgung des Berufs interessiert sind und Frauen, die sowohl Zeit für Familie als auch für Beruf haben wollen. (die meisten!). Da braucht es vielfältige Ansätze in der Familienpolitik und ich weiß nicht, ob so ein Elterngeld da entscheidend ist.

LG Kristina

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