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Dr. Paulus - Medikamente in der Schwangerschaft und Stillzeit Dr. Wolfgang Paulus - Medikamente in der Schwangerschaft und Stillzeit
 

Re: Trevilor in der Schwangerschaft?

Während der klinischen Studien traten 10 Schwangerschaften ein, bei denen eine Exposition zwischen Tag 10 und 60 stattfand. Allerdings liegen nur Informationen über 4 Schwangerschaftsausgänge vor, die jedoch unauffällig erschienen.
Eine neuere prospektiv kontrollierte Multicenterstudie berichtet von 150 Schwangerschaften unter Medikation mit Venlafaxin im ersten Schwangerschaftsdrittel: Neben 7 Schwangerschaftsabbrüchen und 18 Fehlgeburten wurden 125 Neugeborene registriert. Darunter befanden sich zwei Kinder mit einer schwereren Anomalie: 1 x Hypospadie (Harnröhrenfehlmündung), 1 x Neuralrohrdefekt (offener Rücken) mit Klumpfuß. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe mit SSRI-Medikation bzw. nicht fruchtschädigender Medikation fanden sich keine signfikanten Unterschiede im Schwangerschaftsausgang (Einarson et al 2001).

Wir haben bisher 35 Rückmeldungen nach Exposition mit Venlafaxin in der Frühschwangerschaft erhalten:
3 x Schwangerschaftsabbruch
6 x Spontanabort
22 x unauffälliges Neugeborenes
4 x angeborene Anomalie (3 x Nierenstau, 1 x Trisomie 21)

In unserem kleinen Kollektiv fällt die Häufung von Nierenstörungen auf. Allerdings ist die Aussagekraft bei derart kleinen Fallzahlen noch eingeschränkt.

Erprobtere Antidepressiva wie Amitryptilin, Fluoxetin oder Citalopram wären in der Schwangerschaft grundsätzlich vorzuziehen.

Die kanadischen Gesundheitsbehörden warnen neuerdings vor kindlichen Komplikationen bei der Einnahme von Citalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Mirtazapin, Paroxetin, Sertralin und Venlafaxin sowie Bupropion im letzten Schwangerschaftsdrittel. Atem- und Ernährungsstörungen, Krampfanfälle, Unruhe und anhaltendes Schreien können verlängerten Krankenhausaufenthalt, Beatmung bzw. Ernährung per Sonde erfordern. Es kann sich dabei um direkte unerwünschte Wirkungen der Antidepressiva auf das Neugeborene oder um Zeichen eines Entzugssyndroms handeln. Während des dritten Trimenons könne daher eine langsame Reduktion der Dosis der genannten Antidepressiva ratsam sein. Keinesfalls sollten jedoch Schwangere Antidepressiva ohne ärztliche Anleitung absetzen (Health Canada: Warning/Advisory vom 9. August 2004).
In unserem Kollektiv wurde die Medikation nur in 11 Fällen bis zur Geburt beibehalten. Bei einem Kind fielen Anpassungsstörungen mit Bradykardie (niedrige Herzfrequenz) auf.

von Dr. Wolfgang Paulus am 20.02.2005
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