Dr. med. Vincenzo Bluni

Quadrupeltest empfehlenswert?

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Lieber Dr. Bluni,

wir der Quadrupeltest von den Krankenkassen bezahlt?
Ist das eine empfehlenswerte Untersuchung für Schwangere allgemein?

Danke!

AnnaClara

von AnnaClara am 03.07.2011, 18:14 Uhr

 

Antwort auf:

Quadrupeltest empfehlenswert?

Liebe Anna,

1. dieses Testverfahren ist ebenso wie die Nackentransparenzmessung oder das Ersttrimesterscreening keine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung. Und sie wird es auch nie werden.

2. zum Quadrupel-Test, wie auch zum Integrierten Screening lässt sich folgendes sagen:

Der Grundgedanke des integrierten Screenings oder des Quadrupel-Testes basiert auf der Überlegung, die Marker aus dem ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel zu dem Zeitpunkt in der Schwangerschaft anzuwenden, an dem sie ihre beste Trennschärfe zwischen normalen und auffälligen Schwangerschaften haben

Die dem Ersttrimesterscreening überlegene Testperformance konnte jüngst in prospektiven Studien bestätigt werden.

Wald und Kollegen präsentierten als Erste modelltheoretische Überlegungen, dass die Bestimmung von PAPP-A und Nackentransparenz im ersten Schwangerschaftsdrittel gefolgt von AFP, E3, freiem beta-hCG und Inhibin-A im zweiten Schwangerschaftsdrittel eine Entdeckungsrate von 94% für Trisomie 21 bei einer falsch-positiv Rate von 5% erreichen kann.

Die Integration von Erst- und Zweittrimestermarkern bietet die beste Screening Performance für eine fetale Trisomie 21 (Entdeckungsrate 94%/96% bei einer falsch-positiv-Rate von 5%).

Das klassische Ersttrimesterscreening hat eine bessere Entdeckungsrate (86%/87%) als der Triple-Test (77%/70%) bei einer falsch-positiv Rate von 5%.

Voraussetzung ist allerdings, dass erst nach Vorliegen aller Testergebnisse im 2. Schwangerschaftsdrittel ein Gesamt-Testergebnis mitgeteilt wird.

Hauptkritikpunkt am integrierten Screening ist, dass die Ergebnisse des Ersttrimesterscreenings zurückgehalten werden, bis das Screening im zweiten Trimenon vollendet wurde.

Insbesondere bei hohen Risiken, z.B. auf Basis einer stark verbreiterten Nackentransparenz, ist eine deutliche Verbesserung durch die Ergebnisse im zweiten Trimenon unwahrscheinlich und ein Zurückhalten der Resultate erscheint ethisch fragwürdig.

Das bedeutet, dass bis zum Erhalt des endgültigen Ergebnisses einer eventuell notwendigen Fruchtwasseruntersuchung vielleicht schon die 18.-20. SSW erreicht wird.

Das integrierte Screening findet besonders in den angloamerikanischen Ländern eine entsprechende Verbreitung. Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen, die hier dargelegten Vor- und Nachteile eines integrierten Screenings gegenüber dem Ersttrimesterscreening vor Ort zu besprechen. Bedenken Sie bitte, dass die hohe Zuverlässigkeit beider Verfahren vor allem von der Erfahrung der Einrichtung abhängt.

Suchen Sie sich dazu ein sinnvollerweise ein ausgewiesenes Zentrum aus

VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 03.07.2011

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